
Auch wer sich nicht für Fußball interessiert, weiß seit einigen Tagen, wer der deutsche Nationaltorwart war. Inzwischen wundern sich die Journalisten selbst darüber, dass auch so viele Nicht-Fußball-Interessierte sich ausgerechnet um diesen einen von fast 10 000 Suizid-Opfer pro Jahr trauern. Dabei haben sie diesen Hype selbst erst produziert und ich würde mir wünschen, um jeden anderen Menschen würde ebenso getrauert wie um Robert Enke.
Dass das Thema Depression dabei ins Gespräch kommt, ist gut. Depression ist eines der häufigsten Krankheitsbilder; sie kostet viele, viele Lebensjahre und es ist auch erwiesen, dass nicht nur die Nachweisbarkeit sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert hat, sondern auch die Anzahl der von Depression betroffenen Menschen steigt und steigt.
Dabei wird es immer schwerer, in unserer von Stress, Daueranspannung, Zwangsdynamik und –flexibilität gekennzeichneten Zeit zuzugeben, dass man dieser Hetze nicht gewachsen ist.
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