Herzlich Willkommen,

in meinem Blog. Dies ist das „Tagebuch“, das zum „Virtuellen Philosophenstübchen“ gehört. Längere Texte werden also nach wie vor im Philosophenstübchen abgelegt, aber hier gibts aktuelle Infos, womit ich mich gerade beschäftige. Und es kann natürlich über die Kommentare diskutiert werden. Viel Spaß dabei ;-)

Viele Grüße
von Annette


Im Rahmen der Vorbereitung unseres Zukunftswerkstatt-Wochenendes nehme ich hier Bezug auf „Die Vermessung der Utopie“ im Gespräch zwischen Elmar Altvater und Raul Zelik. Sie spielen dabei gerade mit der Unmöglichkeit, etwas noch nicht Vorhandenes vermessen zu können, aber trotzdem schon vermessen genug sein zu wollen, das Land des Noch-Nicht zur Ausgangsbasis von politischem Handeln zu machen.
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Im Zuge der Vorbereitung eines Kongresses „UTOPIA NOW 2010“ wurde gefragt, ob und inwiefern Linke (z.B. die Partei DIE LINKE) überhaupt Utopien brauchen. Schließlich wissen wir doch wohl seit Marx und Engels, dass es eher darum gehen soll, weg von Utopien hin zu Wissenschaft zu gelangen und außerdem könnte sich eine Politik, die sich aus Utopien speist, auch diktatorisch verhalten und allen Menschen ihre Utopie aufzwingen wollen.

Dabei sollen genau diese Themen während des Kongresses thematisiert werden. Deshalb habe auch ich die Antwort noch nicht fertig vorliegen, sondern bin gespannt, was die Beteiligten gemeinsam erarbeiten werden.

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Ja, es ist wieder losgegangen. In Jena wurde heute nach einer Demonstration wieder ein Hörsaal besetzt. Das nebenstehende Bild ist (auch etwas größer) aus einem Bericht im Internet. (auch zum Pfeffersprayeinsatz der Polizei).

Ich muss gestehen, dass mich diese Nachricht über den Umweg „Ernst Bloch -> Recherche über Utopien -> gelandet bei „Radio Utopie“ -> Bericht über Jena“ erreicht hat. Ich hab mir dann mein Fahrrad geschnappt und bin die kurze Strecke „rüber zur Uni“. Dort hab ich dann über Bekannte erfahren, dass Elmar Altvater gerade mit einem Vortrag beginnt und bin dann noch dorthin…
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fetisch2

Den Text zum Fetisch für die Produzenten hatte ich kaum fertig, als ich noch etwas las, was mich zu einer Ergänzung an dieser Stelle bringt. Diese gehört systematisch auch nicht direkt hinter das Ware-Wert-Kapitel bei Marx, sondern sie lässt sich erst nach der Erklärung des Kapitals ableiten. Aber inhaltlich hat es was mit den hier genannten Verkehrungen zu tun.

Eine wichtige Eigenart der kapitalistischen Produktionsweise ist die Tatsache, dass alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit als Produktivkräfte des Kapitals erscheinen (MEW 26.1: 365).
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depression

Auch wer sich nicht für Fußball interessiert, weiß seit einigen Tagen, wer der deutsche Nationaltorwart war. Inzwischen wundern sich die Journalisten selbst darüber, dass auch so viele Nicht-Fußball-Interessierte sich ausgerechnet um diesen einen von fast 10 000 Suizid-Opfer pro Jahr trauern. Dabei haben sie diesen Hype selbst erst produziert und ich würde mir wünschen, um jeden anderen Menschen würde ebenso getrauert wie um Robert Enke.

Dass das Thema Depression dabei ins Gespräch kommt, ist gut. Depression ist eines der häufigsten Krankheitsbilder; sie kostet viele, viele Lebensjahre und es ist auch erwiesen, dass nicht nur die Nachweisbarkeit sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert hat, sondern auch die Anzahl der von Depression betroffenen Menschen steigt und steigt.

Dabei wird es immer schwerer, in unserer von Stress, Daueranspannung, Zwangsdynamik und –flexibilität gekennzeichneten Zeit zuzugeben, dass man dieser Hetze nicht gewachsen ist.
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Gerade eben hatte ich die Blochbücher für einige Tage weg gelegt, um mich mit dem Thema „Fetisch“ in Marxens „Kapital“ zu beschäftigen und habe nun wieder Zeit für Bloch. Und was finde ich? Eine ganze Seite zu genau diesem Thema im Zeitungswesen:
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Vom 20.-22. November 2009 findet unser diesjähriges Herbst-Wochenendtreffen in der Jugendherberge Bad Sulza statt.

Wir werden in lockerer Runde Themen aus dem Spektrum, die das Kapitalstudium eröffnet hat, diskutieren.
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fetisch

Nach dem Online-Stellen der zusammenfassenden pdf zum Thema „Fetisch“ schrieb mir St. Mz. eine längere Mail mit einer etwas komplizierten Frage (mit der die Kommentarfunktion des Blogs wohl überlastet gewesen wäre). Ich hatte zwar schnell eine Antwort darauf, aber ich verstand, dass der Hintergrund der Frage mehr Nachdenkens bedarf und so beschäftigte ich mich ausführlicher damit. Inhaltlich hatte das Problem wohl Robert Kurz 1987 zum ersten Mal ausführlich beschrieben.

Es geht darum, ob bereits vor der Wertformanalyse, wenn es zum ersten Mal um den Tausch einer Ware und ihren Wert dabei geht, schon vom Wert der produzierten einzelnen Ware zu sprechen ist und was es bedeutet, wenn man dies bejaht oder verneint. Bereits hier, im Produktionsprozess verankert Robert Kurz das wesentliche Problem und dies zieht weitreichende Konsequenzen nach sich.

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„Vorausgesetzt ist die Lust des tätigen Lernens. Die Lust dieser Mühe ist mehr als je unumgänglich; wer auf See will, muß die Schifferknoten verstehen.“ (SO: 11)

Ja, diese Lust erlebe ich gerade sehr aktiv. Ich beschäftige mich mit einer Anfrage von St.Mz. zu meiner Fetisch-Zusammenfassung, und muss dann endlich wieder wechseln zur Arbeit an meinen Bloch-Glossar-Themen (für das Buch). Deshalb werde ich wohl einige Zeit keinen neuen Blogbeitrag schreiben. Die Ergebnisse vor allem zum Fetischteil gibts dann aber auch hier…

Wer mir über die Schulter schauen möchte und viel Lust zum Lernen hat: im Moment lese ich einen Text von Robert Kurz von 1987.

blochlinks

Das Wort „Mensch“ wurde als Adjektiv (männisch) ab 1594 dem „mann“ zugeordnet, aber ab dem 15. Jahrhundert auch schon bezogen auf Frauen verwendet.

Die einfache Frage, was Menschen sind, ist eine der kompliziertesten und die Antwort darauf begründet jeweils das wesentliche Fundament einer Weltanschauung. Ernst Bloch zitiert häufig Aussagen, die die Frage, was Menschen sind, an ihrem Unterschied zu Tieren festmacht. Dadurch ergeben sich einige Fähigkeiten, die das Menschsein durchaus kennzeichnen. Gerade aus dem Festhalten der Unterschiede zu den Tieren wird sich das entscheidende Merkmal des Menschseins als „Nicht-Festgehaltensein“ heraus stellen.
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