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Im Buch “Die Grenzen des Kapitalismus. Wie wir am Wachstum scheitern” wird berechtigt darauf hingewiesen, dass unsere (kapitalistische) Lebens- und Wirtschaftsordnung weder durch eine “Effizienzrevolution” noch durch Erneuerbare Revolutionen vor den selbst erzeugten ökologischen und Klimaturbulenzen zu retten sein wird. Bei der Diskussion der Photovoltaik sind die Autoren meiner Einschätzung nach aber zu pessimistisch, deshalb habe ich einige Argumente zusammen gestellt, die zeigen, wie dynamisch sich dieser Industriezweig gerade entwickelt und dass viele pessimistische Aussagen nur sehr unreife Entwicklungsstadien betrifft, die gerade überwunden werden. Dieser Text kann abgerufen werden unter: “Zum Ressourcenproblem und zur Kostenentwicklung
in der Photovoltaik”
Dezember 17, 2008
Neue Tendenzen der Photovoltaik-Industrie
Posted by Annette Schlemm under Wissenschaft | Schlagwörter: Photovoltaik |[11] Comments
Dezember 17, 2008 at 8:17 nachmittags
Der Link funktioniert (noch?) nicht.
Dezember 18, 2008 at 10:35 vormittags
Jetzt aber (war falsch verlinkt). Danke für den Hinweis!
Ahoi A.
Dezember 18, 2008 at 2:31 nachmittags
Ein ähnlich gelagertes Problem gibt es ja beim Biofuel. Klar, momentan taugt das noch nicht, aber die Frage ist halt ob es rechtzeitig gelingt Methoden zu entwickeln, die rentabel Abfall verwerten und Treibstoff draus machen.
Aber beides macht mich nachdenklich: Kann es wirklich sein, dass das eine rein technische Frage ist ob der Kapitalismus nochmal die Kurve kriegt?
Dezember 18, 2008 at 6:07 nachmittags
Ich denke es geht so gut wie überhaupt nicht um die Frage, ob der Kapitalismus die Kurve kriegt, sondern darum, was auch wir beachten müssen, wenn wir über Zukunft nachdenken und über angemessene Wirtschaftsweisen nachdenken.
In Bezug auf den Kapitalismus ist es schon auch spannend zu überlegen, was mit ihm nach dem Peak Oil und dem darauf folgenden Peak Industry passieren kann…. (das machen Exner u.a. in ihrem Buch, werde demnächst was posten dazu). Das was da passiert, sind die Rahmenbedingungen für unser Handeln und die müssen uns schon interessieren…
Rein technisch ist diese Frage also überhaupt nicht. Grad die Frage, wieviele Ressourcen von was da sind bzw. was zu welchen Konditionen irgendwie erzeugt wird, ist von vornherein nicht nur eine technische Frage, sondern eine der politökonomischen Steuerung dessen, was da passiert.
Insgesamt dürfen das alles natürlich keine hirngespinstigen Sachen sein, sondern was technisch wie möglich ist, ist die mindeste Grundlage aller Diskussionen und vielleicht geht es in meiner Reaktion auf die m.E. nicht ausreichenden/nicht zutreffenden Argumentation deshalb auch mehr um technische Inhalte.
Dezember 29, 2008 at 1:14 nachmittags
Ich hatte von Andreas als zentrales Problem verstanden, dass die Solarenergie heute weltweit so gut wie keine Rolle spielt. Um von Null-Komma-Irgendwas auf sagen wir mindestens 50% zu kommen, ist ein derartiger gigantischer Material- und Energieverbrauch aufzubringen, der in den vielen Dimensionen nicht leistbar ist: Aufbau der Produktionsmittel, Aufwand an “alter” Primärenergie und — aber erst zuletzt — stofflicher und energetischer Aufwand für die Solarmodule selbst. Darüber habe ich hier (Punkt 5) schon mal kurz geschrieben: Die einzusetzende Energieaufwand je gewonnene Energiemenge (EROI) ist einfach zu schlecht.
So wie ich deinen Text verstanden habe, beschäftigst du dich vorwiegend mit dem letzten der von mir genannten drei Punkte. Dabei hast du im wesentlichen eine eurozentrierte Perspektive, zumindest bringst du Daten aus Europa. Das kann man m.E. nicht umstandslos auf die Welt übertragen.
Und übrigens auch die letzte Grafik von dir fällt unter dein Verdikt “veraltet” (von 1997). So grob sie ist, ist sie doch schon wieder überholt, oder?
Ok, grundsätzlich finde ich das Ziel deiner Bemühungen um ein sachliches Fundament richtig. Insgesamt sehr ich aber derzeit nicht die Gefahr, dass antikapitalistische Ansätze zu pessimistisch sind (auch nicht zu optimistisch), sondern schlicht ignorant gegenüber der Frage der Ressourcen — nach dem Motto: “Wenn wir mal die Macht haben, werden wir das schon regeln”.
Dezember 29, 2008 at 1:30 nachmittags
[...] Annette die Einschätzung der Photovoltaik zu pessimistisch findet — Exner u.a. sagen, dass die Solarenergie aus stofflichen und energietischen [...]
Januar 2, 2009 at 10:12 vormittags
Es ist noch viel zu tun: Effiziente Dünnfilm-Solarzellen
Januar 11, 2009 at 1:55 nachmittags
Hi Stefan,
bevor wir die Flinte ins Korn werfen,
rechnen wir ein bisschen.
Nötiges Wachstum:
Wachstumsfunktion: K=K0*(1+w)^t
daraus Wachszumsrate w = (K/K0)^(1/t) – 1
Um von 0.05% auf 50% in 30 Jahren zu kommen,
braucht es eine Wachstumsrate w
w = (50%/0.05%)^(1/30)-1 = 1.26 – 1 = 0.26 = 26 %/a
Eine Wachstumsrate von 26% heißt:
‘alle 3 Jahre eine Verdoppelung(=x2)’
Die Bauzeit für eine Fabrik beträgt ca,3 Jahre
http://ralos.de/blog/2008/12/photovoltaikfabrik-von-der-stange-siliziumfabrik-und-ingotproduktion.html
Wenn die Sache von einem niedrigen Niveau
ausgeht, ist das eine Zeitlang zu verkraften.
Wie lange, das muss mensch mit einem
Computerprogramm simulieren.
Ich bin bereit, das Programm zu schreiben,
wenn ich die dazu nötigen Daten bekomme.
(In BASIC gings leicht, habe ich aber nicht mehr
in Java oder C++ brauche ich jemand, der mithilft )
Hi Annette,
Du hast das Buch von Exner
(ich wills mir nicht kaufen, weil ich einen Verdacht
habe und deshalb …. )
Für eine begründete Aussage müsste Exner
folgende Daten haben:
- Anzahl der augenblicklich vorhandenen Fabriken
(Silizium+Zellen)
- derzeitige Produktion an Solarsilizium + Zellen
- Material- und Energie-Aufwand zum Bau einer Fabrik
- Material- und Energie-Aufwand für 1 Solarpaneel
Bitte könntest Du mir diese Daten aus dem Buch
heraussuchen –
- ich glaube zwar nicht, dass sie im Buch drinnenstehen,
weil … ich sag lieber nichts.
Freundliche Grüße
Heinz
Januar 18, 2009 at 1:58 nachmittags
Hi Annette,
Hi Stefan,
Belastbare Daten waren nicht zu bekommen,
blieb mir also nur schätzen, siehe
http://home.pages.at/goedhe/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_Energ.html#Photovoltaik-Erwartungen
(Abschnitt ‘Verwirklichung’)
Wenn ich mich nicht grob verschätzt und verrechnet habe –
- wäre schön, wenn Ihr Zeit und Lust hättest nachzurechnen -,
geht sich der Aufbau der Photovoltaik locker aus
- zumindest für ”2069′.
Falls mir jemand mit Daten das Gegenteil beweisen kann,
so bitte ich ihn um diese Daten (bitte mit Quellenangabe),
damit ich meine Homepage berichtigen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Heinz
Februar 3, 2009 at 5:22 nachmittags
Hi Annette,
Danke für die Information !
Gibt Hoffnung, dass der Photovoltaik der Durchbruch
doch noch rechtzeitig gelingt.
Freundliche Grüße
Heinz
Juli 7, 2009 at 11:45 vormittags
Der Anlass für diese Arbeit war ein Artikel für die Zeitschrift “Streifzüge”. Die Nummer kann jetzt nachgelesen werden und mein Beitrag unter: http://www.streifzuege.org/2009/ist-ein-solarer-kapitalismus-moeglich#more-3890.
Der Link auf meine Original-Materialsammlung kommt hoffentlich noch.