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4. Juni 2010: Bundesrat stoppt vorerst Kürzung der Solarförderung
Was sich seit 24. Februar 2010 getan hatte:
Nun sind sich die Koalitionsfraktonen von Union und FDP einig,
- die Förderung von Dachanlagen ab 1. Juli um 16 Prozent zu senken,
- die Förderung von Anlagen auf Freiflächen ab 1. Juli um 15 Prozent zu senken.
Anlagen auf Ackerflächen werden dann nicht mehr gefördert.
Weiter gehts mit der Beratung der Regelung im Kabinett…
Seit Ende März 2010:
- Der Bundesrat will die Kürzung auf höchstens 10 Prozent beschränken.
- Studie zur Senkung der Solarstrom-Einspeisevergütung
Hier außerdem noch ein paar Links:
- Billig-Solarzellen revolutionieren Strombranche (Spiegel-Online 13.03.2009)
- Wie die Solarlobby bei Subventionen trickst (Spiegel-Online 13.01.2010, mit Angaben zu den Kosten für Solarstrom)
- Solar-Aktien brechen ein (Spiegel-Online 15.01.2010)
Bisher gibt es folgende Festlegungen für die Einspeisevergütung für Solarstrom für 2010:
| Anlagentyp | Vergütung 2010 | Vergütung 2009 | Degressionssatz |
| Freifläche (Grundverg.) | 28,43 ct/kWh | 31,94 ct/kWh | 11 % |
| Aufdach (bis 30 kW) | 39,14 ct/kWh | 43,01 ct/kWh | 9 % |
| Aufdach (30 bis 100 kW) | 37,23 ct/kWh | 40,91 ct/kWh | 9 % |
| Aufdach (100 bis 1000 kW) | 35,23 ct/kWh | 39,58 ct/kWh | 11 % |
| Aufdach (über 1000 kW) | 29,37 ct/kWh | 33,00 ct/kWh | 11 % |
| Eigenverbrauch | 22,76 ct/kWh | 25,01 ct/kWh | 9 % |
Diese Einspeisevergütung gibt es, vom Installationsjahr an gerechnet, 20 Jahre lang. Für jedes Jahr späterer Installation verliert der Betreiber Einnahmen – allerdings werden die Anlagen auch günstiger. Die möglichen Erträge sind auch nicht ganz sicher prognostizierbar. Insofern ist die Entscheidung für mögliche Betreiber eine Optimierungsaufgabe. Ein Hilfsmittel sind solche Rentabilitätsbilder wie das Folgende.
Für eine Dachanlage bis 30 kW kann hier ermittelt werden, bei welchen Anlagenpreisen (Euro je Kilowatt installierter Leistung auf der x-Achse) und welchen Jahresstromerträgen (Kilowattstunden je Kilowatt installierter Leistung auf der y-Achse) mit der geltenden Einspeisevergütung (hier dargestellt für 2009 und 2010) eine Rendite von 7,4 Prozent auf das eingesetzte Kapital erzielbar ist. (ohne steuerliche Aspekte, Wartungskosten mit 1,5 % jährlich)

Die aktuelle Debatte um eine weitere Senkung der Einspeisevergütung beeinflusst natürlich die Entscheidung der potentiellen Betreiber und damit den Markt für PV-Solaranlagen.
Der aktuelle Stand ist, dass das Bundesumweltministerium Pläne hegt, ab 1.4. 2010 die Einspeisevergütung außerplanmäßig und einmalig um weitere 15% (bei Solar-Freianlagen auf Ackerflächen um 25 % und erst ab 1.Juli) zu senken und auch in den folgenden Jahren die Vergütungen stärker zu senken, als bisher gesetzlich vorgesehen.

Mehr dazu in den Beiträgen:
- Der Streit um die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom I (Einspeisevergütung, exponentiell wachsender Markt und Kostensenkung der PV-Herstellung; Regelkreis)
- Der Streit um die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom II (Lernkurve, Grid Parity und Wettbewerbsfähigkeit; Korridoparagraph)
- Der Streit um die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom III (Wachstum und Prognosen)
Weitere Infos über Webseiten und Debatte vom
- BMU: Eckpunkte der künftigen Photovoltaikvergütung im EEG (20.1.2010)
- Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV)
Hier können Sie eine Prognose für eine von Ihnen geplante Solaranlage errechnen:
Februar 28, 2010 at 1:37 nachmittags
[...] Was bedeutet nun die Reduktion der Einspeisevergütung in der BRD um zusätzliche 16 % (für Dachflächen) ab 1.7.2010? [...]