I 5. „S ist noch nicht P“

Schon zu Anfang hatte ich darauf verweisen, dass die Entwicklung der Begriffs- und insbesondere der Urteilslogik darauf abzielt, Subjekt und Prädikat immer mehr in Übereinstimmung zu bringen. Die Entwicklung des Begriffs besteht darin, „dass er zu dem wird, was er eigentlich ist“ (Erdmann 1864: 114, § 143).

Der Gegenstand, der begriffen werden soll, wird hier als der Möglichkeit nach vernunftförmiger Gegenstand vorausgesetzt. Das bedeutet: er ist eine sich in der Bewegung der eigenen Widersprüche reproduzierende Einheit, die logisch als Identität von Identität und Unterschied/Gegensatz zu begreifen ist. Für die sich reproduzierende Einheit (das konkret-Allgemeine) gilt: (mehr…)

ABE

Teil I: Allgemeines, Besonderes und Einzelnes in der Hegelschen Urteilslogik


Es ist ein gewöhnliches Vorurteil, die philosophische Wissenschaft habe es nur mit Abstraktionen, leeren Allgemeinheiten zu tun; die Anschauung, unser empirisches Selbstbewußtsein, unser Selbstgefühl, das Gefühl des Lebens sei dagegen das in sich Konkrete, in sich Bestimmte, Reiche.

… es ist das Geschäft des Philosophierens gegen den Verstand, zu zeigen, daß das Wahre, die Idee nicht in leeren Allgemeinheiten besteht, sondern in einem Allgemeinen, das in sich selbst das Besondere, das Bestimmte ist. (HW 18: 43; vgl. auch HW 8: 307, § 159 Z)


Noch nie habe ich so lange Zeit hier nichts veröffentlicht. Ich bin ziemlich beschäftigt. Der Job schlaucht und auch sonst vergeht die Zeit wie im Fluge. Demnächst werde ich noch mehr mit den Vorbereitungen zum Umzug zu tun haben. Deshalb werde ich leider auch nicht an einer spannenden Veranstaltung über Dialektik zu Pfingsten teilnehmen können. Als inhaltlichen Beitrag werde ich eine Powerpoint-Präsentation über Hegels Dialektik zur Verfügung stellen. Als ich zur Unterstützung der Aussagen auf den Präsentationsfolien Notizen schrieb, merkte ich, dass ich für eine Folie gar nicht so viel inhaltlichen Input habe und auf keine Webseite zum Nachlesen verweisen kann. Es handelte sich um die Thematik Allgemeines, Besonderes, Einzelnes - die ja immer wieder zentral ist. Hier wird auch abgehandelt, was bei Hegel der Unterschied zwischen abstrakt-Allgemeinem und konkret-Allgemeinem ist.

Also… glücklicherweise ;-) war ich vorige Woche krank (nicht die Grippe, sondern der Rücken) und ich konnte im Liegen lesen und doch immer einige Stunden im Sitzen tippen, so dass ich nun eine Zusammenfassung zur Behandlung der Problematik von Allgemeinem, Besonderen und Einzelnem habe, allerdings bis jetzt nur in bezug auf die Urteilslogik von Hegel (viel näher an der Wahrheit ist dann noch die Schlusslogik, für die ich hoffe, in absehbarer Zeit noch einen II. Teil zu schaffen). Einige ergänzende Bemerkungen zu Blochs berühmtem Spruch “S ist noch nicht P” gibts dann auch noch.

Ich werde nun also nach und nach die Ergebnisse dieses ersten Arbeitsschubs online stellen. Heute beginne ich noch mit dem ersten Teil, den Anhängen und der Literaturübersicht.


Menschliche Verhältnisse begreifen – Teil I:
Allgemeines, Besonderes und Einzelnes in der Hegelschen Urteilslogik


Ich hatte schon berichtet, dass wir nun endlich das dicke Bloch-Wörterbuch der Öffentlichkeit vorstellen konnten.

Bei mir sind inzwischen Prints meiner Beiträge (zu “Dialektik“, “Prozess” und “Subjekt-Objekt“) eingetroffen, wer mag, kann mich gerne anschreiben und ich schicke sie dann zu (mgl. gegen Briefmarkenspende o.ä.).

Inzwischen hab ich mich noch damit vergnügt, die gegenseitigen Verlinkungen in den Beiträgen graphisch darzustellen. Mit dem Programm yEd (Danke, Thomas für den Tip ;-)) ging das ganz gut. Die Kategorien von Bloch, die einen Beitrag haben, bilden jeweils die Knoten und die Verbindungslinien kennzeichnen die Links von einem auf die anderen Beiträge. Solche schönen Muster entstanden:

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Ich bin schon wieder in Berlin. Heute abend stellen wir ein “Bloch-Wörterbuch” vor, für das ich auch drei Artikel geschrieben habe (zu “Dialektik”, “Prozess” und “Subjekt-Objekt”). (mehr…)

Nun ist es endlich geschafft: Das große Bloch-Wörterbuch kommt heraus.

Ich habe die Enträge zu “Dialektik”, “Prozess” und “Subjekt-Objekt” geschrieben. Das Buch ist leider ziemlich teuer, aber in Bibliotheken wird es sicher ab Sommer zu finden sein. Wer sich für die von mir bearbeiteten Themen interessiert, kann sich gern an mich wenden.

Ein kleines Online-Wörterbuch gibts auch auf der Website der Ernst-Bloch-Assoziation und hier in meinem Blog.

Ich habe inzwischen noch eine graphische Darstellung der gegenseitigen Bezüge der Blochschen Begriffe erstellt. Das sieht ganz interessant aus ;-)

Welche Positionen könnten weiter auseinander liegen als jene des Kritischen Theoretikers Theodor W. Adorno und des konkreten Utopikers Ernst Bloch? Es heißt, Adorno sei „im Unterschied zu Bloch [...] gewissermaßen der Theoretiker der gesellschaftlichen Dystopie“. (Münz-Koenen 1997: 18) gewesen.

Klassisch geworden ist ein Gespräch zwischen den beiden Kontrahenten aus dem Jahr 1964 (zitiert als „Gespräch“, auch nachzuhören).
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Sogar an mir wäre es fast vorbeigegangen, dass heute der “Welttag der Philosophie” ist. Ich nehme den Tag zum Anlass, einige Textstellen von Ernst Bloch zum Thema Philosophie vorzustellen.

„Philosophie orientiert derart im Strom der Welt insgesamt, um diese wirklich bis zur Kenntlichkeit, das heißt, zur – Heimat zu verändern.“ (PA: 400)

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Weiter zu Schellings Zeittheorie in und nach den „Weltaltern“

Aus dem, was Schelling zuerst für Gott ableitet, nämlich dass er durch eine Entscheidung das Geistige zum Wirklichen werden lässt, schließt Schelling auf die Menschen. Für Menschen, die eine Entscheidung getroffen haben, die nicht einfach vom Lauf der Zeiten mit sich gerissen werden, gilt:

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Kleiner Exkurs zu Schellings Kritik an Hegel

Obgleich die eben geschilderte Zeitvorstellung (von 1804) sich als Rückkehrprozess versteht, ist nach Wüstehube (1989: 42) die Spätphilosophie Schellings davon gekennzeichnet, sich in Gegensatz zu Hegels „Rückkehr“-Entwicklungsphilosophie zu setzen.

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Die Gemeinsamkeiten der Zeitvorstellung von Schelling und Bloch

Schauen wir gleich auf die Zeitdimensionen. Für Schelling (1804) ist die „erste Dimension in der Zeit“ die Zukunft (SW VI: 275). Dies begründet sich daraus, dass die Zeit auf das Identischwerden von Seyn und Begriff hinzielt:
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