Für das Sterben sind die 5 Phasen nach Elisabeth Kübler-Ross recht bekannt. In ähnlicher Weise versucht Otfried Höffe (2012: 217) für das Altern verschiedene Phasen zu finden und stellt drei Phasen vor. Ich sehe nicht so sehr, dass sie bei je einem Menschen nacheinander folgen, sondern eher unterschiedliche Räume für idealtypisch-mögliches Verhalten beim Alter(n) darstellen. Beim „resignativen Altern“ werden nur die physischen und sozialen Verluste wahrgenommen. Beim „abwägend-integrativen Altern“ wenden sich die Menschen altersgerechten Interessen und Beziehungen zu. Mit Ernst Bloch gesprochen zieht das „Wunschbild Überblick, gegebenenfalls Ernte“ ein. Beim „kreativen Altern“ wird der neuen Lebensphase ihre Eigenart gelassen und ihr Gewinn wird wahrgenommen.

Welcher Gewinn könnte das sein? Welchen Sinn hat das Altwerden?

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Für die Philosophie als Nachdenken über das menschliche Leben in dieser Welt sollte der Abschied von dieser Welt und der Weg dahin, das Alter(n), ein wichtiges Thema sein. Das Hoffmeistersche „Wörterbuch der philosophischen Begriffe“, das unter Philosophie die „Lehre vom Erkennen und Wissen überhaupt und Prinzipienlehre der Einzelwissenschaften“ versteht, kennt das „Alter“ aber überhaupt nicht. Auch meine anderen drei philosophischen Wörterbücher retten die Ehre der Philosophie nicht. Das Alter ist kein Thema für sie.

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Wie soll es also werden mit dem Alter(n) und was muss sich in der Gesellschaft dazu verändern?

Kurz nach der „Wende“ beteiligte ich mich an der Gründung eines Gemeinschaftswohnvereins. Ein Grund war, dass ich für die Unterstützung meiner Mutti, die damals erst um die 60 war, gute Bedingungen schaffen wollte. Ich wünschte mir, dass ich mich bereits vorher in meinem Wohnumfeld gemeinsam mit anderen um die gerade anwesenden pflegebedürftigen (alten) Menschen mit kümmern kann, dabei lerne, wie das geht und meine Ängste verliere – und gleichzeitig auch berechtigt darauf hoffen kann, dass ich auch Unterstützung bekomme, wenn es bei meiner Mutti so weit ist.
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Der konservative Philosoph Odo Marquard sieht es als Vorzug des Alters an, endgültig resistent gegenüber Illusionen zu werden und er begrüßt den Verlust der Fähigkeit, „Zukunftsillusionen zu entwickeln und aufrecht zu erhalten“. Im Alter trete zu Tage, was immer gelte, aber durch Illusionen verdeckt werde. Das „So-ist-es“ siege endlich über das „So-hat-es-zu-sein“.
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Menschen meiner Generation werden häufig erst spät von ihren Eltern verlassen. Diese agieren lange selbständig, sind wie selbstverständlich immer da. Je nachdem, wie weit wir entfernt wohnen, begleiten sie das Großwerden unserer Kinder und können sich noch ins Leben von Graubärten einmischen.

Als das Leben meiner Mutti in ihren frühen Siebzigern zu Ende war, fanden meine Schwiegereltern, beide längst in den 80ern, das viel zu früh. Nun ist der erste von ihnen mit 93 Jahren auch gegangen. Seine letzten aktiven Jahre verbrachte er mit dem Schreiben seiner Memoiren. Einige Wochen konnte ihm das Zu-Hause-Bleiben durch Pflegekräfte ermöglicht werden, er saß noch wenige Tage vor seinem Ende auf der Terrasse und meinte, dass er schon noch ein Weilchen allem zuschauen wolle…

Am Abend seiner Trauerfeier traf sich die Familie in der von ihm einst gebauten Hütte tief im Thüringer Wald und anstelle wie geplant die Beileidskarten zu sichten erfreuten wir uns am Gebrabbel und dem lustigen Spiel von zweien seiner Urenkel.

Der bilanzierende Spruch zu all dem war schon längst von ihm ausgesprochen:

Ihr glücklichen Augen, was je ihr gesehn,
es sei wie es wolle, es war doch so schön.

Nachdem ich auch Leben zu Ende gehen sah, die in depressive Stimmung getaucht verloschen, danke ich nun für dieses lebenswerte Vorbild.

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Ich bin gerade für eine Woche in Wien. Wahrscheinlich werde ich meine Berichte darüber erst nach der Reise online stellen – insofern bin ich noch altmodisch: Ich will erst offline voll leben und erleben, die Onlinewelt ist sekundär. Aber eine ruhige Morgenstunde bietet sich an, die ersten Impulse weiterzugeben. (more…)

Bei den regelmäßigen Terminabsprachen in meinem Umfeld fanden sich drei Interessentinnen, die am 7.5. gemeinsam nach Weimar zu einem Vortrag von Gerald Hüther fuhren. Ich hatte mir bereits vorher die DVD mit einem Vortrag zum gleichen Thema (Mitschnitt von Bensheim) angeschaut und wurde trotzdem überrascht: Gerald Hüther sprach über dieselben Inhalte mit den gleichen Beispielen, aber die Reihenfolge und die Übergänge zwischen ihnen waren jeweils anders. Im Unterschied zu einem früheren Vortrag „Brainwash – Einführung in die Neurobiologie“ bezog er sich nur beiläufig auf neurobiologische Erkenntnisse. Er konzentrierte sich auf wichtige Hinweise für die eigene Lebensgestaltung und gelingende zwischenmenschliche Beziehungen unter dem Motto:

„Kreativität und Begeisterung statt Leistungsdruck und Stress -
wie wir es schaffen, das zu entfalten, was in uns steckt“
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Ich war wieder einmal einige Tage in Berlin. Am Samstag waren wir als 4-Physikerinnen-Team unterwegs… das Wetter ließ Fürchterliches erahnen für den Berliner Halbmarathon am nächsten Tag. Zwei von uns hatten sich für den Inlineskate-Marathon angemeldet, zwei wollten mitlaufen. Kälte, Nässe und starker Wind – die drei größten Feinde für den Sportspaß! Und das nach so schönen Wochen vorher, die zumindest ich für eine schöne Trainingszeit nutzen konnte. Und nun dies…

Aber der Wettergott hatte ein Einsehen. Pünktlich am Sonntag vormittag waren die Straßen vom Wind trockengeweht und die Wolkenlücke war groß genug, um unseren Lauf sonnig zu bestrahlen.

Wir kamen alle gut durch die Strecke und ins Ziel – natürlich jede an ihrer Leistungsgrenze, also erschöpft aber glücklich.

Bis zum Herbst beim Marathon – wieder in Berlin…

Da sitze ich heute wieder mal über den Jobbörsen-Webseiten und suche Jobs für mich. Ich recherchiere immer zuerst nach Philosoph(inn)en, dann nach Physiker(inne)n und dann noch nach Technischen Redakteuren o.ä.. Diesmal fiel mir bei einer der berühmten Jobbörsen eine nette Kleinigkeit auf: Am unteren Ende der Webseite fand sich folgendes Angebot:

Na prima. Wer ersteigert mich? “Niedrigpreise” erniedrigen mich zwar, aber vom ArbeitsMARKT erwarte ich eh nichts anderes. Man bietet das Beste, was man hat – seine produktive und kreative Leistungsfähigkeit – an wie sauer Bier, während doch eigentlich jene bei mir Schlange stehen müssten, für die ich meine Lebenskraft aufopfern soll…

P.S. Philosoph(inn)en gibts nicht mal bei Ebay…

Angesichts der “schweren Kost”, die ich hier grad produziere, grüße ich alle meine Leser_innen mit einer kleinen Momentaufnahme:

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