Herzlich Willkommen,

in meinem Blog. Dies ist das „Tagebuch“, das zum „Virtuellen Philosophenstübchen“ gehört. Ich nutze das alte Philosophenstübchen kaum noch, sondern lege auch längere Texte hier ab (meist in verschiedene Beiträge unterteilt). Hier kann natürlich über die Kommentare diskutiert werden. Viel Spaß dabei 😉

(Weniger Freude dürfte das neue Protokoll einer Selbst-Zerstörung bringen…)

Zum schnelleren Wiederfinden dieses Blogs können Sie sich merken: https://tinyurl.com/Schlemm.

Viele Grüße
von Annette

P.S. Von aller Werbung auf meinen Seiten distanziere ich mich!
(Die wird eingeblendet, weil ich nicht bereit bin, für den Verzicht auf Werbung noch zahlen zu  müssen…)

 

Am 10.1. 2022 hielt ich einen Vortrag, der eigentlich für eine Veranstaltung im Kulturschlachthof in Jena gedacht war, aber nun online die Möglichkeit bot, dass auch andere teilnehmen konnten.

Die Präsentation kann hier angeschaut oder runtergeladen werden: https://de.slideshare.net/zukunftswerkstatt/utopie-in-dystopischen-zeiten

Einen Videomitschnitt gibt es auch, wenn er zur Verfügung steht, werde ich den Link noch hier bekanntgeben.

Neben diesen Blogbeiträgen veröffentliche ich auch gedruckte Sachen, im letzten Jahr war dies mehr als zuvor. Manches darf ich dann leider nicht parallel im Blog veröffentlichen, anderes schon. Hier ist jedenfalls eine Übersicht:

Bücher und Broschüren

  • Schlemm, Annette (2021): Update zum Klima-Umbruch. Über den neuen IPCC-Bericht (einschließlich der geleakten Teile). Osnabrück: Packpapier-Verlag.
  • Schlemm, Annette (2021): „We don´t need no education“ – Unterstützung statt Erziehung. Osnabrück: Packpapier-Verlag.

Zeitschriften- und Buchbeiträge

  • Schlemm, Annette (2021): Utopien in dystopischen Zeiten. In: Streifzüge, Nr. 83, Herbst 2021, S. 10-13.
  • Schlemm, Annette (2021): Pest und Potential. In: junge Welt, 12. Oktober 2021, Nr. 237, S. 12-13.
  • Schlemm, Annette (2021): Plattformen aneignen?! In: Marxistische Blätter. Beilage zu Heft 5_2021.
  • Euler, Johannes; Helfrich, Silke; Schlemm, Annette: Frei, fair und lebendig. Commoning als Resilienzstrategie. In: Resiliente Zukünfte. politische ökologie 166. Mut zum Wandel. oekom Verlag. S. 82-88.
  • Schlemm, Annette (2021): Im Kosmos wie auf Erden… Oder: Das Anthropozän aus kosmischer Sicht. In: ASSOZIATION. Reiner E.Zimmermann zum Siebzigsten. Berlin: Wissenschaftlicher Verlag. S. 227-236.
  • Schlemm, Annette (2021): Wenn Utopie und Überlebensnotwendigkeit zusammenfallen. Die Philosophie von Ernst Bloch und Hans Jonas im Licht aktueller Probleme. In: VorSchein 37. Jahrbuch 2019 der Ernst-Bloch-Assoziation. Nürnberg: ANTOGO Verlag 2021. S. 145-158.
  • Schlemm, Annette (2021): Die „Gesellschaft nach dem Geld“ – erst mal im Computer. BLICKPUNKT ZUKUNFT (Viewpoint Future), Ausgabe 71, Aug. 2021, 41. Jg.. S. 18-20.
  • Schlemm, Annette (2021): Wieviel Zeit haben wir noch? Ich habe die Wahl. In: Schulen handeln in der Klimakrise (Hrsg. von Petra Eickhoff u.a.). Köln: Zukunftswerkstatt Akademie Verlag. S. 74-75.

Rezensionen

  • Schlemm, Annette (2021): Wesen und Sinn der Hoffnung bei Helmut Fahrenbach. In: bloch-akademie-newsletter. Elektronischer Informationsrundbrief zur Aktualität des Wirkens von Ernst und Karola Bloch. Herausgeber: Welf Schröter – Ausgabe vom 12. Dezember 2021 S. 3-5.
  • Schlemm, Annette (2021): Soziale Reproduktion im Plattformkapitalismus. In: Jahrbuch für marxistische Gesellschaftstheorie.
  • Schlemm, Annette (2021): Über das Neue im Distributiv-Kapitalismus. In: Marxistische Blätter 5_2021. S. 137-138.
  • Schlemm, Annette (2021): Daum, Timo; Nuss, Sabine (2021, Hrsg.): Die unsichtbare Hand des Plans. Koordination und Kalkül im digitalen Kapitalismus. Marxistische Blätter 4_2021, S. 132-133.

Passierte an diesem Jahreswechsel tatsächlich nichts anderes als Feiern und ansonsten gehts eigentlich weiter wie bisher? Nein, diesmal gingen im Zuge des endlich beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergie am 31.12.2021 drei weitere Kernkraftwerke vom Netz.

Das war wieder mal ein Erfolg vor allem auch der jahzehntelangen Kämpfe gegen Kernenergie (ich berichtete z.B. 2001 ausführlich von Protesten gegen die Castor-Transporte 2001).

(Gruppe aus Jena 2001

Inzwischen musste ich erfahren, dass aus den Reihen der Klimabewegten durchaus einige (oder auch mehr) meinen, man brauche die Kernkraft, um Kohle und Öl zeitiger abschaffen zu können. Es wird Zeit, sich noch mal in Erinnerung zu rufen, warum die Kernkraft ebenfalls zu Treibhausgasemissionen führt, und warum sie aus anderen Gründen sowieso unverantwortlich ist. Ich mache dies hier nicht selbst mit einem Text, aber ich biete einige Hinweise, wo man sich informieren kann.

Nachtrag nach einigen Stunden: Wir müssen aufpassen, dass die Freude nicht zu früh kam:

Wie zu befürchten war, hat die EU Kernkraft jetzt doch als klimafreundlich eingestuft. Ich erinnere daran, dass im IPCC-Bericht von 2018 eigentlich jedes Szenario, bei dem das 1,5-Grad-Ziel noch eingehalten werden könnte, noch von der Existenz der Kernkraft ausging. Sogar ein Szenarium mit starker Senkung des Energiebedarfs rechnete mit 150% Kernenergie im Jahr 2050 und der „nachhaltige“ Pfad mit nachhaltigen Konsummustern brauchte noch 98% der damals aktuellen globalen Kernenergiemenge. Die beiden anderen Pfade, mit denen das 1,5-Grad-Ziel noch einhaltbar wären, brauchen sogar ungefähr eine Verfünffachung der Kernenergiemenge (zusätzlich zu Negativemissionen).

Damit hat sich die Menschheit, haben wir uns, hat der Kapitalismus uns in eine echte Sackgasse hineinmanövriert. Die Nutzung sich erneuernder Energien und entsprechende Infrastrukturen, Energieeinsparung und ähnliches wurden jahrzehntelang ausgebremst und geraten jetzt erst recht aus dem Fokus, weil man auf die Kernenergie vertraut. Das ist eine echtes Minus-Summenspiel und die Klimabewegung muss nun auch stärker zu einer Anti-Kernkraftbewegung werden! Beide Themen erfordern eine abrupte Bremsung im Energieverbrauch und deshalb eine radikale Umgestaltung unserer Produktions- und Lebensweise!

Der Deutsche Wetterdienst machte Ende Dezember bekannt, dass auch das Jahr 2021 in Deutschland um ca. 0,9 Grad wärmer war als im Mittel in der Zeit von 1961-1990. In den letzten 20 Jahren gab es nur ein Jahr, in dem die Temperatur unter diesem Mittelwert lag (2010). Wenn man noch das kalte Jahr 1995  hinzunimmt, waren es seit 1990 nur zwei Jahre die unter dem Mittel in der Zeit zwischen 1961 und 1990 lagen, insgesamt wanderte die Durchschnittstemperatur unaufhaltsam in die Höhe:

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Es ist wieder mal Weihnachten. Je älter ich werde, desto schneller vergeht die Zeit zwischen den einzelnen Weihnachtszeiten. Ich wünsche allen meinen Leser:innen ein schöne Zeit, unabhängig davon, ob sie es als Weihnachten feiern. Gemütlich machen, einkuscheln, dem Stress entfliehen… das ist immer angesagt.

„Durchs Dunkle zum Licht
einen Umweg ins Helle
gibt es nicht.“

„Die rosarote Brille zeigt
neue Wege, die andere übersehen –
sie verdeckt aber auch Achtungszeichen
vor Abgründen.“

„Wie kann man progressiv bleiben
in Zeiten des Niedergangs?
Und wie emanzipativ
an Orten verwüsteter Natur?“


Im neuen Heft der Zeitschrift „Streifzüge“ mit dem Thema „Dystopien“ erschien ein Beitrag von mir zu diesem Thema. Hier die Online-Version:


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Dies ist Teil 3 eines Textes über „Hoffnung“.


Sinn der Hoffnung heute

Heutzutage gibt es genügend Gründe für Angst und Furcht. Vor 26 Jahren wurde gesagt, dass wir noch 25 Jahre Zeit hätten, eine Klimakatastrophe zu verhindern. Und trotzdem wird noch verkündet, die Uhrzeiger stünden noch auf 1 Minute vor 12 Uhr. Auch andere planetare Belastungsgrenzen, wie die der Zerstörung der Biodiversität oder der Vergiftung der Gewässer mit Stickstoff wurden bereits überschritten. Aus dem „sichere Handlungsraum“ sind wir bereits herausgeschossen und für viele Menschen auf dieser Welt zeigt sich dies durchaus schon in existentiellen Katastrophen. Gleichzeitig sind auch die Kriegsbedrohungen nicht wirklich kleiner geworden. Während allerorten das „Pfeifen im Walde“, dass wir es doch noch irgendwie schaffen könnten, bei der global-durchschnittlichen Erwärmung unter 1,5 Grad zu bleiben, zu hören ist, läuten bei anderen schon längst die Alarmglocken. Mit der Einführung der „Negativ-Emissionen“ in die Szenarien, mit denen das Einhalten der 1,5-Grad-Grenze noch gesichert werden soll, ist eine Bankrotterklärung verbunden, die aber weitgehend übersehen wird (Schlemm 2020). In früheren IPCC-Berichten wurden die Techniken, die zu den „Negativ-Emissionen“ führen sollen (also jene, die zu viel ausgestoßenes CO2 wieder zurückholen sollen), als technisch im großen Maßstab zu ungewiss, zu teuer und wegen der Konkurrenz zu anderen Formen der Landnutzung (z.B. für die Ernährung) als unverantwortbar gekennzeichnet. Inzwischen stehen wir so sehr überm Abgrund, dass sich die letzten Hoffnungen darauf richten. Die bisherigen Hoffnungen aus dem letzten Vierteljahrhundert, die sich auf „Nachhaltigkeit“ ausrichteten und damit auf die üblichen Mechanismen von reformerischer Politik und auch die Unehrlichkeit, mit der die Brisanz der Lege verdeckt wird, weil man Panik oder Apathie als Folge befürchtet, haben dazu beigetragen, viele Gründe von realer Hoffnung zu zerstören. (mehr …)

Andere Kategorien in Bezug zur „Hoffnung“

Dies ist Teil 2 eines Textes über „Hoffnung“.


Zu unterscheiden ist die Hoffnung zuerst einmal von Wünschen, Verlangen und Sehnsucht. Das Verlangen zielt auf ein unmittelbar Begehrtes (Fahrenbach 2021: 45), während die Sehnsucht sich aufs Unendliche richtet (ebd.). Ein Wunsch ist die zumeist „haltlose“ Bekundung der eigenen Bedürftigkeit (ebd.: 30), wobei sich das „haltlos“ darauf bezieht, dass nicht auf die jeweils tragenden Möglichkeiten geschaut wird.

Helmut Fahrenbach setzt den Begriff der Hoffnung weiterhin in Bezug zu anderen zukunftsbezogenen Einstellungen. Dabei unterscheidet er zuerst vorstellungsbezogene, d.h. „passive“ und praxis- bzw. entwurfsbezogene, d.h. „aktive“ Einstellungen. Zu den vorstellungsbezogenen gehören Prognose und Utopie, zu den praxis- und entwurfsbezogenen die Planung und die Hoffnung.

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Zitierte Literatur

Diese Literatur gehört zu dem Text über „Hoffnung“.


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