Herzlich Willkommen,

in meinem Blog. Dies ist das „Tagebuch“, das zum „Virtuellen Philosophenstübchen“ gehört. Längere Texte werden also nach wie vor im Philosophenstübchen abgelegt, aber hier gibts aktuelle Infos, womit ich mich gerade beschäftige. Und es kann natürlich über die Kommentare diskutiert werden. Viel Spaß dabei😉

Viele Grüße
von Annette


Was, Ihr kennt die beste Fernsehserie namens „Starfarers“ auch nicht? Dann geht es Euch wie den Anwesenden einer SF Convention, bei der (schon vor einigen Jahrzehnten) wieder einmal über die schlechte Qualität der SF-Serien gejammert wurde. Nur eine SF-Autorin widersprach. „Ja kennt Ihr denn nicht „Starfarers“? Die Serie, die eigentlich erst beginnt, als das Raumfahrtprogramm beendet ist und das bereits vorbereitete Sternenschiff „Starfarers“ der militärischen Erdüberwachung zugeteilt werden soll. Die Serie, die zeigt, was geschieht, als deren Besatzung sich einfach ohne Genehmigung (und ausreichende Vorbereitung) auf den Weg zu den Sternen macht…“

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Klaus Holzkamp legte Wert darauf, dass das Methodische zu gemeinsamen Selbstverständigungsprozessen nicht zu einem festen Ablaufplan gerinnt. Denn die Beteiligten sollen selbst den Fahrplan schreiben. Das Ganze soll aber auch nicht einfach mit einem „Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben…“ enden. Wenn schon die Begrifflichkeit der Kritischen Psychologie nicht trivial ist, so ist ihre Verwendung im gemeinsamen Gespräch sicher nicht einfacher.

Das Konzept der Kritischen Psychologie setzt z.B. voraus, dass die gesellschaftlichen Bezüge herausgearbeitet werden, wobei diese aber vom Standpunkt und die Perspektive des individuellen Subjekts aus betrachtet und diskutiert werden. Es wird davon ausgegangen, dass das Handeln und dessen Begründung innerhalb von Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnissen widersprüchlich sind und deshalb nicht eindeutig und offensichtlich zu erfassen sind. Diese Widersprüchlichkeit führt vor allem dazu, dass wir erst – und das oft gegen einen verständlichen Widerstand – herausarbeiten müssen, wie die gängigen und häufig verwendeten Begründungsmuster den Lebensentwürfen des Individuums sogar entgegen wirken, obwohl sie in ihrer Anwendung erst einmal auch „subjektiv funktional“ sind. Dies erfordert schon einige methodische Vorüberlegungen. Außerdem bauen jeweils folgende Phasen und Schritte auf vorherigen auf, deshalb ist die Reihenfolge auch nicht beliebig. (mehr …)

Es gibt viele Gründe, einfach das zu tun, was man die letzte Zeit auch schon immer getan hat. Irgendwie wird es schon weiter gehen… Aber manchmal kommen sogar die Hamsterräder ins Stocken oder sie kollidieren. Oder die Lust und Kraft zum Treten lässt nach. Dann entsteht ein Problem.
Solange dann Routinen zur Problemlösung noch funktionieren, ist es auch gut – aber das klappt nicht immer und oft auch nicht für immer. (mehr …)

Das 21. Jahrhundert ist voll von Problemen. Zwar ist die Menschheit so reich wie nie. Reich an produktiven Kräften, an technischen Errungenschaften, an Konsumgütern wie keine Generation vorher – das bezahlen wir aber mit dem Verlust einer intakten ökologischen Umwelt und wir schaffen es nicht einmal, dass alle Menschen dieser Erde daran partizipieren können.

Wohlstand ist bisher nur zu erreichen auf Kosten natürlicher Ressourcen und auf Kosten des Lebensniveaus anderer Menschen. Egal wie wir über diese Gesellschaft denken – wir können unser Leben nur fristen in Kooperation mit anderen; wir brauchen Ressourcen und Leistungen anderer und können diese derzeit aber nur über das Medium Geld erreichen, das wir nur bekommen, wenn wir uns beteiligen an der Aufrechterhaltung der herrschenden Wirtschaftsordnung. Die Allermeisten stecken den größten Teil ihres Lebens in Hamsterrädern, egal ob auf der Arbeit, dem Hobby oder den alltäglichen Verrichtungen. Das weit verbreitete Stöhnen über den Montag und das Warten auf Freitag zeigt, wie sehr sich viele wenigstens über einen kurzzeitigen Ausstieg aus einem der Räder freuen… Kann das schon alles sein, was wir im Leben erreichen können? (mehr …)

Die Kritische Psychologie stellt konzeptionelle Gedanken und Begriffe zur Verfügung, um die eigene Lebensführung zu durchdenken. Wenn alles gut läuft, braucht man sich meist nicht viele Gedanken machen – aber wenn es Probleme gibt, beginnt das Grübeln.

Die Suche nach Alternativen beginnt und bleibt dann allzuoft stecken in der Erfahrung, dass es ja doch nicht anders geht, als sich zusammen zu reißen und einfach irgendwie weiter zu machen.

Die traditionelle psychologisch orientierte Ratgebung versucht das Öl im Lager des Hamsterrades zu erneuern. Oder sie malt das Gestänge bunt an, damit das Tretmühlentreten interessanter wirkt. Oder besser noch: sie leitet die Betroffenen, d.h. die Klienten oder gar Patienten dazu an, selber Farbe in die Hand zu nehmen.
Stolz
Im Sinne der Kritischen Psychologie werden Probleme anders angegangen. Hier setzen sich Menschen zusammen, denen es um ähnliche Probleme geht. Sie beschäftigen sich mit Grundprinzipien und -begriffen, mit denen sie ihre psychischen Befindlichkeiten und Handlungsalternativen diskutieren können, ohne dass sie von anderen manipuliert oder gegängelt werden. Das bedeutet aber auch, dass sie sich selbst auf den Weg machen und die Ungewissheiten erkunden und ausprobieren, wie man außerhalb des Hamsterrades vorankommt. Das kann zum Tanz auf schwankendem Seil werden… (mehr …)

– Kollektive Selbstverständigung im Sinne der Kritischen Psychologie –

Hamsterrad und Seiltänzer

Ich wurde schon vor einigen Wochen gefragt, ob ich mit einigen jungen Leuten ein Gespräch der Kollektiven Selbstverständigung im Sinne der Kritischen Psychologie durchführen würde. Ich war mir bisher unsicher, was ich ihnen vorschlagen sollte als Roten Faden des Gesprächs. Wir hätten höchstens ein Wochenende Zeit, davon einen Abend für eine Einführung in die Kritische Psychologie. Und ich bin mir sehr bewusst darüber, wie schnell so ein Gespräch in ein allgemeines „Mal-Drüber-Reden“ ausufern kann, das zwar die meisten auch irgendwie befriedigt, aber doch offen lässt, worin sich nun das Kritisch-Psychologische zeigt und was dessen Potenziale, die viele schon aufgrund der Kenntnis der grundsätzlichen Konzepte und Begriffe vermuten, ermöglichen.

Bei der Lektüre des zuletzt vorgestellten Buches „Alltägliche Lebensführung“ (dessen Titelbild auch die Idee vom Seiltanzen entnommen ist) haben sich dann für mich einige vorher ungeordnete Gedanken strukturiert. Ich las weitere Texte zum wiederholten Male und möchte nun eine Art Konzept vorstellen, mit dem ich mich nun mit den jungen Leuten zusammensetzen möchte.

Teil I: Kritische Psychologie und Gemeinsame Selbstverständigung

Teil II: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und unser Tun

Teil III: Sich selbst auf die Schliche kommen

Teil IV: Auf dem Weg…

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Den ganzen Text gibts jetzt auch als PDF


Literatur
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Die „Kritische Psychologie“ hat ein ganzes System von Kategorien entwickelt, bei denen es nicht mehr darum gehen soll, aus Sicht von PsychologieexpertInnen über andere Menschen zu sprechen, sondern allen Begriffe in die Hand zu geben, mit der sie ihre eigene Selbst- und Welterfahrung besser verstehen können. Es geht um die „Selbstverständigung über die interessengeleiteten Beweggründe und Konsequenzen meines je eigenen Handelns in kritischen Lebenssituationen“. (Holzkamp 1996: 166)

Das Buch „Grundlegung der Psychologie“ (Holzkamp 1983) ist theoretisch sehr anspruchsvoll und trotz aufklärender Handreichungen wie „Die „Grundlegung der Psychologie“ lesen“ von Stefan Meretz (2012) oder des Versuchs der „Einführung in die Kritische Psychologie“ von Morus Markard (2009) blieb bisher oft unklar, wie diese Begriffe zur angestrebten Selbstverständigung genutzt werden können.

Ein neues Büchlein kann hier ein Stück weiter helfen. In ihm wurden Beiträge zum Thema „Alltägliche Lebensführung“ aus der Sicht der Kritischen Psychologie zusammen getragen. Kurt Bader und Klaus Weber stellen mehrere Beiträge von ihnen selbst, von Ute Ostkamp, Klaus Holzkamp, Ole Dreier, Frigga Haug und anderen zusammen, die vielfältige Herangehensweisen und Erfahrungen zeigen. (mehr …)

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