Herzlich Willkommen,

in meinem Blog. Dies ist das „Tagebuch“, das zum „Virtuellen Philosophenstübchen“ gehört. Ich nutze das alte Philosophenstübchen kaum noch, sondern lege auch längere Texte hier ab (meist in verschiedene Beiträge unterteilt). Hier kann natürlich über die Kommentare diskutiert werden. Viel Spaß dabei 😉

(Weniger Freude dürfte das neue Protokoll einer Selbst-Zerstörung bringen…)

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Viele Grüße
von Annette

P.S. Von aller Werbung auf meinen Seiten distanziere ich mich!
(Die wird eingeblendet, weil ich nicht bereit bin, für den Verzicht auf Werbung noch zahlen zu  müssen…)

 

Es gibt noch einen Text im Nachtrag zu dem, was ich am 10.06.22 in Oldenburg vorgetragen habe, bzw. was dazu in der jungen Welt am 13.06.22 veröffentlicht worden war. Er bezieht sich stärker auf konkrete Debatten und betont die Behandlung der Konkurrenz in der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie des Kapitalismus.


Was passiert, wenn „Ausbeutung“, „Mehrwert“ und „Profit“ und damit auch das Klassenverhältnis bei der Kapitalismusanalyse gegenüber dem Begriff des „Werts“ als unwichtig angenommen werden?  An einer Stelle, die ich jetzt nicht finde[1], kommentiert Stefan Meretz zu einem Text von mir so ungefähr: „Mehrwert ist doch nur mehr Wert“, bilde also nur einen quantitativen Unterschied. Ich sehe das nicht so. An dieser Stelle (beim Mehrwert) kommt die Arbeitskraft als eine qualitativ besondere Ware ins Spiel.

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Bei uns ist wieder ein Weißer Schäferhundwelpe eingezogen. Die kleine Sita setzt grad ihre ersten Abenteuererlebnisse bei uns in Träume um (Gewitter mit Hagel, Begegnung mit unseren Katzen, beides überhaupt nicht ängstlich angegangen).

Spruch auf dem T-Shirt:
„Ich brauche kein Einhorn –
ich habe einen Weißen Schäferhund“

Die Freude über Sita ist immer noch ein wenig bittersüß. Unserer Beziehung wird meine Erfahrung mit Cara zugute kommen.

Ich habe auf der Website unserer Züchterin einen schönen Gedanken gefunden:

Wir schenken unseren Hunden ein klein wenig Liebe und Zeit.
Dafür schenken sie uns restlos alles, was sie zu bieten haben.
Es ist zweifellos das beste Geschäft, was der Mensch je gemacht hat.

(Roger A. Caras, Präs. d. brit. Tierschutzes)

Umso besser, wenn man diese Beziehung gar nicht erst als Geschäft versteht!

Diese Seite gehört zum Text: „Sozialismus-Utopie?“


Der Horizont dessen, wohin wir aus dem Kapitalismus heraus springen könnten, kann in einer abstrakten Gegenübersetzung gegen kapitalistische Funktionsprinzipien gesehen werden (kein ökonomischer Wert, kein Geld, kein Staat…vgl. Sutterlütti, Meretz 2018), oder auch auf kürzere Sicht mehr an den derzeit gegebenen Bedingungen ansetzen, wie bei Klaus Dörre. Um der früheren Entgegensetzungen von „Revolution“ und „Reform“ auszuweichen, sprechen mittlerweile fast alle von einer notwendigen „Transformation“ auf dem Weg dahin (vgl. Brie 2015). Häufig wird für eine Verbindung des Reform- und des Revolutionsgedankens auch positiv auf die Bezeichnung „revolutionäre Realpolitik“ von Rosa Luxemburg Bezug genommen (Luxemburg 1903: 373)[1], womit sie „die politische Kleinarbeit des Alltags zum ausführenden Werkzeug der großen Idee“ (ebd.) machen wollte. So sieht das wohl auch Dörre (obwohl er Luxemburg diesbezüglich nicht zitiert). (mehr …)

Diese Seite gehört zum Text: „Sozialismus-Utopie?“


Bei der Konzeption eines Sozialismus des 21. Jahrhunderts stehen wir wiederum vor dem Problem, wie die bestimmte Formen Arbeit als „Stoffwechsel mit der Natur“, die Zeit, Arbeitskraft und Ressourcen erfordert, so zeit- und ressourceneffektiv erfolgen können, dass notwendige Arbeit erstens nicht mehr so ein großes Ausmaß annimmt und zweitens genügend Freiraum für durchaus zeitaufwendige Care-Arbeit im ausreichenden Maß gewonnen werden kann. Zu starke Hoffnungen darauf, dass angesichts der vielen derzeitigen Bullshit-Jobs und des Verzichts auf Rüstung, Marketing und Wegwerfwaren-Produktion sowieso nur noch wenig Arbeit notwendig wäre, erledigen sich angesichts der künftig erhöhten Aufwendungen für die Energiegewinnung durch sich erneuernde Energien, bei einer ökologisch nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion und den vielen notwendigen Arbeiten bei der Regeneration der Atmosphäre und Biosphäre. Also müssen wir Wege finden, in vielen Bereichen ressourcen- und zeiteffektiv zu arbeiten und dies unter Einbeziehung aller zu organisieren.

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Diese Seite gehört zum Text: „Sozialismus-Utopie?“


Klaus Dörre erfüllt mit seinem „Sozialismus als Utopie“ wahrlich die Forderung von  Ernst Bloch nach der Konkretheit der Utopie, d.h. der Anknüpfung an konkrete Bedingungen. Was Sozialismus konkret sein kann, hängt ab von „der Entwicklung der kapitalistischen Formation und den Gegenbewegungen, die sie hervorbringt“ (Dörre 2021: 38). Der Zielhorizont ist durch die „Ziele nachhaltiger Entwicklung“ (SDGs) gegeben. Dabei verweist Dörre auch auf Friedrich Engels, der wie Marx die künftige erwünschte Gesellschaftsordnung nicht im Einzelnen vorplante: „[…] wir haben kein Endziel. Wir sind Evolutionisten, wir haben nicht die Absicht,  der Menschheit endgültige Gesetze zu diktieren. Vorgefasste Meinungen in Bezug auf die Organisation der zukünftigen Gesellschaft im einzelnen? Davon werden Sie bei uns keine Spur finden. Wir sind schon zufrieden, wenn wir die Produktionsmittel in die Hände der ganzen Gesellschaft gebracht haben […]“ (Engels 1893: 542).

Etwas konkreter wird Dörre allerdings schon.

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Kann der „Sozialismus“ immer noch eine Alternative zur kapitalistischen Herrschaft der Gegenwart sein? Natürlich weiß auch Klaus Dörre, dass das „S-Wort“ abschreckt (Dörre 2021: 8). Aber wenn wir eine Alternative zum Kapitalismus vorschlagen wollen, müssen wir uns sowieso mit dem für einige Jahrzehnte realen Versuch, den „Sozialismus“ als Alternative zum Kapitalismus zu verwirklichen, beschäftigen. Die Abwehr des Namens reicht dazu nicht aus. Es kommt darauf an, „die höchst widersprüchliche Geschichte des Sozialismus nicht zu verdrängen, sondern sie zu reflektieren“ (ebd.: 27). Deshalb macht es nach Dörre durchaus „Sinn, den Sozialismus, nunmehr als ökologischen oder besser: als demokratisch-nachhaltigen, wieder zu beleben“ (ebd.: 8).

„Heute muss der Sozialismus sich wieder als attraktive Utopie bewähren, um überhaupt gesellschaftlich und politisch Wirkung erzielen zu können.“ (ebd.: 14)

Wie schon in anderen Texten versucht es Dörre mit der Bezeichnung „Neo-Sozialismus“ (Dörre 2018). Die Vorsilbe „neo-„ erschließt sich aus dem Begriff des „Neo-Soul“: „Die Grundelemente bleiben gleich, sie wiederholen sich, werden aber anders interpretiert, rekombiniert, variiert, auseinanderdividiert und wieder zusammengesetzt, bis etwas völlig Neues entsteht“ (ebd.: 29).

Neo- oder Ökosozialismus?

Auf die Frage, warum er sein Konzept nicht „Öko-Sozialismus“ nennt, kommt eine etwas verwunderliche Aussage. Er meint, dies erinnere in Deutschland „an politische Positionen, die von den siegreichen Mehrheitsströmungen in der grünen Partei als Fundamentalismus bekämpft und erfolgreich marginalisiert wurden“ (ebd.: 30). Dies erscheint im deutschen Beitrag von Wikipedia „“ tatsächlich so. Dabei zeigt der englische Eintrag „Eco-Socialism“, dass es international eine viel umfangreichere internationale Tradition gibt, die eine Einschränkung auf die deutsche Debatte in keiner Weise rechtfertigt (die für jüngere Leute wohl auch kaum wichtig ist).

Jason Moore, einer der Hauptautoren der internationalen Debatte, konstatiert den „Zusammenbruch jener Strategien und Verhältnisse, die in den letzten fünf Jahrhunderten die Kapitalakkumulation aufrecht erhalten haben“ (Moore 2015: 8). Deshalb ist der Versuch, einen neuen (Neo-/Öko-)Sozialismus zu etablieren das Ergebnis der „Suche nach einem Notausgang, nach Auswegen aus einer epochalen ökonomisch-ökologischen Zangenkrise, die das Überleben menschlicher Zivilisationen berührt“ (Dörre 2021: 39). Die Ideen des neuen Sozialismus müssen „ihre Überzeugungskraft aus der Notwendigkeit einer Nachhaltigkeitsrevolution beziehen“ (ebd.: 39).  

(ebd.: 39).  

„Die Sozialismen des 21. Jahrhunderts präsentieren sich als Alternative zu einem „Imperialismus gegen die Natur““ (ebd.: 39)

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Ich hatte kürzlich schon auf das Buch „Die Utopie des Sozialismus…“ von Klaus Dörre verwiesen. Nun möchte ich etwas mehr dazu schreiben. In den letzten Jahren lässt sich nicht mehr verleugnen, dass viele Trends uns berechtigt Angst machen. Ob es ökonomische Krisen sind, ob es der beginnende Klima-Umbruch ist oder die Ausweitung der Kriege in aller Welt und vor unsrer Tür und die damit verbundene Verhärtung der Gegensätze – all das schreit nach Alternativen. „Sozialismus“ war mal eine davon, kann er es immer noch sein?

Weitere Texte dazu:


Ich werde dieses Jahr zu Pfingsten in Berlin beim Workshop-Festival der Transformationen zu finden sein.

Wer aus Berlin mich da eventuell treffen will, kann mich dort gern suchen…

Diese Literatursammlung bezieht sich auf den Text „Sozialismus-Utopie?“


Bechert, Laura; Dodo; Kartal, Shayli (2021): Kolonialismus & Klimakrise. Über 500 Jahre Widerstand. Berlin.

Benjamin, Walter (1984): Über den Begriff der Geschichte. In: Benjamin, Walter: Allegorien kultureller Erfahrung. Ausgewählte Schriften 1920-1940. Leipzig: Reclam 1984. (mehr …)

Vom 20.-22. Mai war ich in Oldenburg auf dem vom AStA der Uni Oldenburg organisierten Kongress „Klimawandel und Gesellschaftskritik“. Ich hielt den Vortrag „Utopien in dystopischen Zuständen“

und beteiligte mich am Abschlussplenum: