Herzlich Willkommen,

in meinem Blog. Dies ist das „Tagebuch“, das zum „Virtuellen Philosophenstübchen“ gehört. Ich nutze das alte Philosophenstübchen kaum noch, sondern lege auch längere Texte hier ab (meist in verschiedene Beiträge unterteilt). Hier kann natürlich über die Kommentare diskutiert werden. Viel Spaß dabei 😉

(Weniger Freude dürfte das neue Protokoll einer Selbst-Zerstörung bringen…)

Zum schnelleren Wiederfinden dieses Blogs können Sie sich merken: https://tinyurl.com/Schlemm.

Viele Grüße
von Annette

P.S. Von aller Werbung auf meinen Seiten distanziere ich mich!
(Die wird eingeblendet, weil ich nicht bereit bin, für den Verzicht auf Werbung noch zahlen zu  müssen…)

 

Friedrich Engels:

„Und so werden wir bei jedem Schritt daran erinnert, daß wir keineswegs die Natur beherrschen, wie ein Eroberer ein fremdes Volk beherrscht, wie jemand, der außer der Natur steht – sondern daß wir mit Fleisch und Blut und Hirn ihr angehören und mitten in ihr stehn, und daß unsre ganze Herrschaft über sie darin besteht, im Vorzug vor allen andern Geschöpfen ihre Gesetze erkennen und richtig anwenden zu können.“ (MEW 20: 453)

Wir haben als Menschheit bereits vier der neun sogenannten „Planetaren Belastungsgrenzen“ überschritten. Die Folgen, vor allem abrupte klimatische Veränderungen, lassen sich nicht mehr verleugnen. Für die Gesellschaftsordnung, die die Welt prägt, ist das bisher aber noch keine Störung ihres „Business as usual“. Solch eine Störung kam mit einer anderen Rückwirkung der Natur auf unser Tun, mit der Viruspandemie Covid-19. Andreas Malm schildert in seinem Buch Klima|x ausdrücklich, wie das Vordringen der Menschen in die Natur und auch die Klimaveränderungen fast unausweichlich zu einem weiteren Wachstum von Pandemiegefahren führen. Wir werden wohl weiterhin ständig mit neuen Pandemien leben müssen und die scheinbar so unaufhaltbare kapitalistische Wirtschaftslogik läuft sich vielleicht unter anderen an damit weiteren mit dem Klimawandel verbundenen sozialen Folgen fest.

1. Sicht: Mensch vs. Natur

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Ich habe nun als Einleitung zu meinen zwei Beiträgen zum aktuellen IPCC-Bericht noch eine Einführung in das, was der IPCC macht, geschrieben. Hier ist sie:


Sogar Expert*innen versprechen oder verschreiben sich gelegentlich und sagen „IPPC“ statt „IPCC“. Die Buchstaben kürzen den englischen Namen „Intergovernmental Panel on Climate Change“ ab, was auf Deutsch auch nicht unkomplizierter klingt: „Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen“. Glücklicherweise ist es üblich, das als „Weltklimarat“ abzukürzen. Dieser Weltklimarat wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinigten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet und vereint 159 Regierungen als Mitglieder, während mehr als 120 Organisationen als sog. Beobachter registriert sind.

 

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Die beiden Beiträge zum IPCC-Bericht sind derzeit mit den originalen englischsprachigen Abbildungen versehen. Mag jemand die englischen Bezeichnungen übersetzen und in die Abbildungen einbauen, so dass sie auch für Englisch-Nichtkenner*innen verständlich werden? Ich schaffs nicht…

(Version 1.1, mit kleinen Korrekturen seit 02.09.2021, 10 Uhr)


Triggerwarnung: Es ist nicht mehr Minuten oder Sekunden „vor Zwölf“. Wir müssen die Wahrheit sagen können, aber wir dürfen uns dadurch nicht fertig machen lassen. Helfen wir uns gegenseitig, tun wir uns zusammen – alle, denen das weh tut!

Wir sind so was von am Arsch. Die Botschaften des neuen IPCC-Berichts haben viele Wissenschaftler*innen so verstört, dass sie sich darum kümmerten, dass ihre Erkenntnisse vor ihrer politischen Behandlung an die Öffentlichkeit kommen. Erfahrungsgemäß werden vor allem die „Zusammenfassungen für Entscheidungsträgerinnen“ vor der Veröffentlichung in ihren Aussagen aus politischen Gründen abgeschwächt. So wird aus einem Treffen der Vorbereitung des 6. Sachstandsberichts (AR6-SCOP/Doc.2 2017) aus der Arbeitsgruppe III über die Erarbeitung des 5. Sachstandsberichts berichtet:

„Schließlich äußerte eine Reihe von Ländern, dass sie mit der Verwendung der einkommensbasierten Ländergruppierungen, die in Teilen des Berichts der WG III AR5 verwendet wurden und die für den SPM während der Verabschiedung gestrichen wurden, nicht einverstanden sind und sich auch nicht daran gebunden fühlen. Ein erheblicher Teil des Textes über Minderungsmaßnahmen und Institutionen wurde ebenfalls aus dem SPM entfernt.“ (AR6-SCOP/Doc.2 2017: 32) (SPM ist die Abkürzung für „Summary for Policymakers“, d.h. „Zusammenfassung für die Entscheidungsträger“)

Dies soll nicht wieder passieren, deshalb wurden die Entwürfe des SPM und des ersten Kapitels für den Bericht der Arbeitsgruppe III (Working Group, WG III) des 6. Sachstandsberichts (AR6) diesmal geleaked. Einige der Wissenschaftler*innen aus der Scientist Rebellion bekennen sich sogar namentlich per Videobotschaft dazu, was ihnen auch in der Wissenschaftswelt nicht nur Sympathie einbringen wird. Aber sie wissen es am besten:

„Wir müssen jetzt handeln, es ist keine Zeit mehr!“

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Gerade erscheint im Neue Impulse Verlag das neue Heft der Marxistischen Blätter (5_2021). Darin befindet sich meine Rezension zum Buch „Digitalisierung als Distributionskraft….“ von Sabine Pfeiffer (S. 137-138) und der Beitrag „Plattformen aneignen!?“ von mir als Beilage (S. 1-31).

Die Beitragsreihe zur Vorstellung des Buches „Omnia Sunt Communia“ von Massimo de Angelis ist nun abgeschlossen. Zum besseren Nacheinanderlesen stelle ich hier die Links zu allen Beiträgen zusammen:

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Dieser Text gehört zur Vorstellung des Buches „Omnia Sunt Communia“ von Massimo de Angelis.

Übersicht über alle Beiträge dazu.


Aderhold, Jens; Jutzi, Katrin (2003): Organisation als soziales System. In: Elke Welk, Rainhart Lang (Hrsg.): Moderne Organisationstheorien2. Strukturorientierte Ansätze. Wiesbaden: Gabler. S. 153-188.

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Dieser Text gehört zur Vorstellung des Buches „Omnia Sunt Communia“ von Massimo de Angelis.


Zweifel an der präfigurativen Politik

Die bei Massimo de isngelo vertretene Strategie des Zurückdrängens der kapitalistischen Produktion, das durch Kämpfe und Konstitution von neuen Lebens- und Wirtschaftsformen erreicht werden soll, erinnert mich an die Konzeption des „Auskooperierens“, die in dem Diskussionszusammenhang „Oekonux“ lange Zeit vertreten wurde (Meretz 2008). Im Konzept von de Angelis wachsen dabei die alternativen Produktionsweisen schließlich an und diese sind dann die materielle Bedingung für die nachfolgende, den Prozess abschließende politische Umwälzung. Diese Theorie der sog. präfigurativen Politik ist seit langem in libertären, anarchistischen Debatten bekannt. Sie sagt zwar, was sie will, aber sie hat sich meines Wissens auch nicht wirklich mit dem Gegenargument beschäftigt, das ich aus meinen ML-Zeiten her kenne und das mir noch nicht widerlegt scheint: Die Gesellschaftsordnung des Kapitalismus konnte sich durchaus im Schoße des Feudalismus ökonomisch „wie ein Maulwurf“ vortunneln und die ökonomisch-materiellen Voraussetzungen für den Kapitalismus schaffen, dessen Macht dann „nur“ noch durch politische Revolutionen bestätigt zu werden brauchte. Denn die frühere feudale Macht reproduzierte sich nicht primär als ökonomische/ökonomiedominierte Gesellschaftsordnung, so dass ihr die materiellen Bedingungen „unterm Hintern weggenommen“ werden und entsprechend der neuen Gesellschaftsformation umgestaltet werden konnten. Die kapitalistische Gesellschaft basiert jedoch im Wesen auf der Trennung von Menschen vom Eigentum an den wichtigen Produktionsmitteln. Deshalb können sie, eigentlich per definitionem, den Kapitalismus nicht austricksen, indem sie sich von dessen Reproduktionsform unabhängig machen, indem sie sich mit eigenen Mitteln ökonomisch reproduzieren. Alle Hoffnungen, per Grundeinkommen oder nach-und-nach-Aufkaufen-Praxen, in den Besitz der zur Reproduktion notwendigen Mittel zu kommen, setzen darauf, dass darüber das Klassenverhältnis ausgetrickst werden könnte. Dies gelingt aber beim derzeitigen Kräfteverhältnis nur für die vom Kapital nicht mehr verwertbaren Reste an Ressourcen und Mitteln. Diese können mehr oder weniger prekäre Lebensgrundlagen für Menschen bieten (vgl. das Umsonstladenkonzept von Hamburg), was für den Kapitalismus, der mehr und mehr Menschen nicht mal mehr ausbeuten will, recht bequem sein kann. Aber wirklich verallgemeinerbar ist das nicht für alle Regionen, in denen sich die Industrialisierung als Hauptproduktionsweise durchgesetzt hat. Hier führt das Herummogeln um die Marxsche Frage nach der Enteignung der wesentlichen (!) Produktionsmittel durch das Ausweichen auf landwirtschaftlich-handwerkliche Subsistenzproduktion nicht weiter. Den Bereich, in dem der Kapitalismus seine Stärke gewann, den industriellen, kann man nicht „an ihm vorbei“ präfigurativ umgestalten. Hier wäre daran zu erinnern, dass „über Marx hinaus“ nicht an ihm vorbei gehen sollte.


Übersicht über alle Beiträge.


 

Es geht weiter mit allerlei Blockaden an verschiedenen Orten. Vor allem dort, wo wir die Blockierer des Klimaschutzes blockieren können. Ich war beim Wirtschaftsrat der CDU dabei. Mehr Infos über den Wirtschaftsrat siehe auch hier.

Eine unserer Forderungen ist: „Lobbys raus – Bürger:innen rein“ (um gleich noch weiter zu reimen: ... wer kann da dagegen sein?)


Hier gibts als Nachtrag zur Aktionswoche noch ein
Gespräch zwischen Annemarie Botzki und Tadzio Müller zum Zivilen Ungehorsam.

Interessant auch die Einschätzung:
„XR gehört rehabilitiert“


Dieser Text gehört zur Dieser Text gehört zur Vorstellung des Buches „Omnia Sunt Communia“ von Massimo de Angelis.

Übersicht über alle Beiträge dazu.


Industrie-Commons?

Massimo de Angelis gewinnt seine Erkenntnisse aus der Praxis vieler Gemeinschaften, die um ihre Existenz kämpfen und dabei ihr Commoning entwickeln. Der Commons/Commoning-Diskurs lebt auch ganz stark davon, traditionelle, vorindustrielle gemeinschaftliche Formen des Lebens und der Re-Produktion ernst zu nehmen und sie aufzugreifen. Um die Jahrtausendwende wurden auch nichtkapitalistische Praxen z.B. der Herstellung und Nutzung von immateriellen Produkten wie Freier Software in die Debatte einbezogen. Nun konnten Low-Tech- und High-Tech-Bereiche unter der gemeinsamen Perspektive des Commoning zusammen geführt werden. Es wurde dann überlegt, wie die  Erfahrungen aus der immateriellen Software-Sphäre in die normale materielle „Hardware“ -Produktionswelt übertragen werden könnten. Das wurde oft als „Brötchen“ – oder „Kühlschrank“-Frage thematisiert. Aus dem, was wir uns damals überlegten, folgte die Hoffnung: „Eine andere Produktionswelt ist möglich“ (Schlemm 2005a, 2005b). Für die industrielle Produktion setzten wir insbesondere auf die sog. 3D-Drucker, für die eine ähnliche Dezentralisierung möglich schien wie für die digitalen Techniken. Darauf setzte z.B. auch Nick Dyer-Witheford (2006). (mehr …)