Herzlich Willkommen,

in meinem Blog. Dies ist das „Tagebuch“, das zum „Virtuellen Philosophenstübchen“ gehört. Längere Texte werden also nach wie vor im Philosophenstübchen abgelegt, aber hier gibts aktuelle Infos, womit ich mich gerade beschäftige. Und es kann natürlich über die Kommentare diskutiert werden. Viel Spaß dabei😉

Viele Grüße
von Annette


Haben Sie schon mal von der „Agenda 2030“ gehört? Nein??? Während in Deutschland AfD und alle möglichen Peg- und anderen „idas“ das Niveau des Stammtischs politikfähig machen und Flüchtlinge am rettenden Ufer erschlagen werden, wurde im Herbst 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen ein Konzept der Weltrevolution beschlossen. Es geht um nichts weniger als die „Umgestaltung von Volkswirtschaften hin zu nachhaltiger Entwicklung, beispielsweise durch verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster und saubere und erschwingliche Energie“
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Der Widerstand gegen die Stationierung neuer Kernwaffen in West und Ost und auch die Anti-Atombewegung konnte einst hunderttausende Menschen mobilisieren. Heute ist ziemliche Ruhe eingekehrt, nur noch einzelne Aktivisten und Gruppen versuchen, die Mauer des Desinteresses zu durchbrechen und auch andere Gefahren, die eher in der Zukunft auf uns und unsere Kinder warten, lassen die meisten Menschen ziemlich kalt.

Es gibt dafür ein passendes Gleichnis: Werfen Sie einen Frosch lebend ins heiße Wasser und er wird versuchen, gleich wieder rauszuspringen. Wenn Sie den Frosch aber ins kalte Wasser setzen und erst nach und nach erwärmen… könnte er drin sitzen bleiben, bis… es zu spät ist.

froesche-kochen

Die häufig schlechte Anpassung von Menschen an Verschiebungen unserer Lebensbedingungen zeigt sich auch am Desinteresse an einem dem entsprechenden Vorausdenken. Erst vor kurzen saß ich wieder nach einem schlecht besuchten Vortrag über die globalen Probleme mit den wenigen Unentwegten und die Diskussion mündete wie üblich schnell in die Frage: Und warum sind die anderen nicht hier? Und: Wie können wir anders auf sie zugehen, damit sie künftig gemeinsam mit uns eine bessere Zukunft gestalten können als die uns bedrohende?

Ich kann darauf keine einfache Antwort geben. Wofür sich Menschen interessieren, wie sie auf Problemstellungen reagieren, hängt aber oft mit Phänomenen zusammen, die wir kennenlernen sollten, um besser damit umgehen zu lernen.

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Hiermit ergänze ich die Studien zu den „Planetaren Grenzen“


Eng mit dem Klimawandel hängt die Versauerung der Ozeane zusammen. Nach Einschätzungen der IPCC-Experten hat der Ozean 30% des emittierten anthropogenen Kohlendioxids aufgenommen „und dadurch eine Versauerung erfahren“ (IPCC 2013: 9). Die Versauerung entsteht durch die Kohlensäure (H2CO3), die durch das eingetragene CO2 im Wasser entsteht. Wieviel Säure entsteht, hängt von vielen Faktoren ab, z.B. der Temperatur, dem Druck, der chemischen Zusammensetzung und wahrscheinlich auch der Photosynthese in den Meeren. Verschiedene chemische Reaktionen mit dem CO2 haben auch unterschiedliche Wirkungen (pH-senkend oder pH-neutral). (mehr …)

Schon seit den 90er Jahren lese ich die  Arbeitslosenzeitschrift „quer“, ich war ja lange genug immer mal wieder erwerbslos. Vor allem die Rechtstipps auf den letzten Seiten fand ich immer sehr hilfreich.

Inzwischen gibt es die Zeitschrift auch online.

Hier ist die aktuelle Nummer.

Diesmal gibts noch einen Beitrag über das Grundeinkommen und die Sozialklinik Kalamata in Griechenland, wovon auch das Bild stammt:

kalamata

Wandinschrift am Ambulatorium: „Kämpfe immer und leiste Widestand. Selbst auf die Gefahr hin, allein zu bleiben. Allein, verlassen, ruhig kämpfe für das Gute der Menschheit! Und gegen die Vielen, gegen die  Wenigen, widersetze dich! Erhalte deine Seele in Flammen  offen für Licht, immer mehr Licht, für das Gute der Menschheit!“

An der Universität Jena fanden nach 1990 mehrmals sog. „Alternativ-Unis“ statt. Nach der Durchsetzung der Bachelor-Master-Studien war dazu dann einige Jahre lang keine Kraft mehr vorhanden. Aber jetzt gibt es wieder so etwas Ähnliches: Die Alternativen Orientierungstage (ALOTA).

Ich werde heute nachmittag einen Workshop zum Thema „Welches Wissen brauchen wir?“ mit gestalten. Dabei fiel mir wieder einmal die klassische Rede von Schiller hier in Jena aus dem Jahr 1789 ein.

Er unterscheidet da zwischen den Brotgelehrten und den philosophischen Köpfen. Das liest sich immer wieder gut…

„Wo der Brodgelehrte trennt, vereinigt der philosophische Geist. Früher hat er sich überzeugt, daß im Gebiete des Verstandes, wie in der Sinnenwelt, alles in einander greife, und sein reger Trieb nach Uebereinstimmung kann sich mit Bruchstücken nicht begnügen. […]schiller
Neue Entdeckungen im Kreise seiner Thätigkeit, die den Brodgelehrten niederschlagen, entzücken den philosophischen Geist.“
„Zu allem was der Brodgelehrte unternimmt, muß er Reiz und Aufmunterung von aussen her borgen: der philosophische Geist findet in seinem Gegenstand, in seinem Fleiße selbst, Reiz und Belohnung. […]
Nicht was er treibt, sondern wie er das, was er treibt, behandelt, unterscheidet den philosophischen Geist.“

Wir arbeiten ja nun schon seit einigen Monaten an neuen Zusammenfassungen unserer Einschätzung der Lage der Menschheit auf diesem Planeten: http://wiki.zw-jena.de/index.php?title=INFO_2015.

Gleichzeitig hat sich die Zusammensetzung unserer „Zukunftswerkstatt“, die zudem sehr klein geworden ist und sich nur noch selten trifft, geändert. Aber zumindest zwei von uns tragen immer mal wieder was zusammen; die Texte schreibe meistens vorwiegend ich – aber das kann sich gerne wieder ändern.

Im Moment bereite ich zwei Vorträge vor, die etwas mit der Verschärfung der „Globalen Probleme“ zu tun haben, also dem „Anthropozän“ und dem Zusammenhang dessen mit der kapitalistischen Grundlage unserer Wirtschafts- und Lebensweise.

Um dort noch etwas prägnantere Aussagen machen zu können und dann noch (mindestens) einen Text dazu fertig stellen zu können, könnten wir die Mitarbeit zu folgenden Themen brauchen:

1. Darstellung und Erläuterung zu den 9 „Planetaren Grenzen“. Hierzu gibts einen recht guten (engl.) Text (http://www.ecologyandsociety.org/vol14/iss2/art32/ES-2009-3180.pdf). Oder Ihr findet anderswo schon eine gute deutsche Zusammenfassung dieser einzelnen Punkte. Ein Text von mir zu den „Planetaren Grenzen“ (https://philosophenstuebchen.wordpress.com/2015/05/31/planetare-grenzen/) bricht genau da ab, wo es mit der Erläuterung der einzelnen Punkte weiter gehen soll.

2. Seit Mitte der 90er Jahre gibt es das Konzept der „Nachhaltigkeit“ bzw. des „Zukunftsfähigen Deutschland“. Auch international wurden damals die ersten Ziele für Senkungen der Umweltbelastung bis 2020, 2050 usw. getroffen. Wir brauchen dazu jetzt mal eine Ergebniskontrolle. Findet Ihr dazu schon was Zusammengestelltes, bzw. helft uns, die Daten dafür zusammen zu tragen? (global, EU-weit und/oder deutschlandbezogen)

Diese Ergebnisse fließen dann in entsprechende Äußerungen (Vorträge, Texte) von uns mit ein, natürlich auch mit Namensnennung der Teilbeiträge.

Ihr könnt die Ergebnisse selbst irgendwo online stellen, oder uns schicken (an contactATzw-jena.de) zum Einarbeiten in die Vorträge udn Texte oder auch zur Einzelveröffentlichung in unserem ZW-Blog und dem ZW-Wiki.

Danke schon mal fürs Gedanken-Machen…

P.S. Zum Prinzip dieser Aufforderung gibts einen einführenden Text über die „Stigmergie“ im Keimform-Blog.

Schon ein Vierteljahrhundert ist es her, dass der 7. Oktober der „Tag der Republik“ war. Auch ich hab mich heute kaum daran erinnert. Die DDR hatte, wie wohl alle Staatsordnungen, für unterschiedliche Menschen jeweils eine unterschiedliche Bedeutung. Wenn wir eins gelernt haben sollten aus ihrem Ende, so dass das Über-einen-Kamm-Scheren auf jeden Fall die gelebte Individualität unterdrückt.

Was ich im Besonderen gelernt habe, so ist es die Tatsache, dass „nichts bleibt, wie es ist…“. Nicht das Schlechte, aber oft auch nicht das Gute. Dazu kommt noch die Erkenntnis: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben…“. Ein rechtzeitiges Umschwenken hätte vielleicht mehr Gutes in anderer Form erhalten können. Ich aber habe zu lange auf zu kleine Reformschritte gehofft, anstatt das Ganze rechtzeitig und radikal genug in Frage zu stellen.

Heute gilt das auch wieder. Der Tag, an dem jeweils die erneuerbaren Ressourcen für ein Jahr aufgebraucht sind, liegt für Deutschland im April. Je mehr und schneller wir nun weiter auf dem verhängnisvollen Pfad bleiben, desto heftiger werden die nötigen Einschnitte in ökologischer und dann auch wirtschaftlicher Hinsicht uns und unsere Nachkommen treffen. Der „Tag der Einheit“ wird dann genau so in der vergessenen Geschichte verschwinden, wie einst der „Tag der Republik“.