Herzlich Willkommen,

in meinem Blog. Dies ist das „Tagebuch“, das zum „Virtuellen Philosophenstübchen“ gehört. Ich nutze das alte Philosophenstübchen kaum noch, sondern lege auch längere Texte hier ab (meist in verschiedene Beiträge unterteilt). Hier kann natürlich über die Kommentare diskutiert werden. Viel Spaß dabei 😉

(Weniger Freude dürfte das neue Protokoll einer Selbst-Zerstörung bringen…)

Viele Grüße
von Annette

P.S. Von aller Werbung auf meinen Seiten distanziere ich mich!
(Die wird eingeblendet, weil ich nicht bereit bin, für den Verzicht auf Werbung noch zahlen zu  müssen…)

 

Der Trick mit ungedeckten Versprechungen

Schon seit 30 Jahren wissen wir, dass die Emissionen von Treibhausgasen drastisch sinken müssen. So gut wie nichts geschah; der reale Emissionspfad übertraf in der Emissionsmenge den „Business as Usual“-Pfad, der 1990 als der schlechtest-mögliche eingeschätzt wurde (siehe die folgende Abbildung unter Verwendung DB 1990: 52). Anstatt bei 36,5 GT CO2-Emissionen pro Jahr (2018) müssten wir weltweit bei ca. 16 GT CO2-Emissionen pro Jahr liegen! Und das zusätzlich ausgestoßene CO2 sammelt sich Jahr für Jahr weiter in der Atmosphäre an.

30 Jahre nach diesen Plänen sind wir noch nicht einmal „in den Knick“ (das Abknicken der Kurve von einer Steigung hin zu einer Senkung) gekommen und die Verzögerung führt dazu, dass die die Neigung der Reduktionskurve immer steiler nach unten weisen muss (d.h. die notwendigen Reduktionsraten steigen enorm). Mit der angestiegenen CO2-Menge in der Atmosphäre verringert sich auch das Zeitfenster, das wir bis zum Aufbrauchen des CO2-Budgets noch haben, d.h. das Ende der Emissionen muss noch zeitiger erreicht werden, als 1990 angenommen. Die durchgezogene rote Linie zeigt die aus heutiger Sicht  notwendige Reduktionskurve im Vergleich zu der von 1990: (mehr …)

Ich bin immer noch bei „Extinction Rebellion“ dabei. Die Bewegung wird seit langem oft kritisiert, leider auch oft berechtigt. Ich habe dazu einiges geschrieben (eine Zusammenstellung der Links dazu gibts hier).

In der Ortsgruppe Jena haben wir uns seit Dezember vorigen Jahres mit vielen Themen beschäftigt und als Ergebnis ist nun ein Positionspapier unserer Ortsgruppe entstanden, in dem wir uns nun entsprechend positionieren.

Wir werden viele der Themen (die z.B. in den Fußnoten angesprochen sind) weiter besprechen, aber natürlich wollen wir vor allem auch konkret aktiv werden, wenn es darum geht, auf solche Skandale wie das Kohle-Gesetz zu reagieren…

 

 

Das für morgen zum Beschluss im Bundestag stehende „Kohleausstiegsgesetz“ ist wieder einmal Augenwischerei.

Die Scientists 4 Future kritisieren die Vorhaben:

  1. Die international vereinbarten Klimaschutzziele können mit diesem
    Gesetz nicht eingehalten werden.
  2. Der Kohleausstieg kann kostengünstiger und effektiver gestaltet
    werden als im Gesetzentwurf vorgesehen.
  3. Die Entschädigungszahlungen sind rechtlich nicht zwingend.
  4. Es gibt keine energiewirtschaftliche Notwendigkeit für weitere
    Zwangsumsiedlungen.
  5. Fossiles Gas ist nur begrenzt als Übergangstechnologie geeignet.

Und der Kohlewirtschaft wird das Geld noch hinterhergeschmissen, dafür, dass sie noch 18 Jahre lang sogar mit Braunkohle „systemrelevant“ sein dürfen, weil weder an der notwendigen  Senkung des Verbrauchs von Energie noch einer systemisch ausreichenden Umstellung auf Erneuerbare Energien gearbeitet wird.

(Karikatur von G.Mester aus SFV-Rundmail)

Dabei steht der Menschheit das Wasser bis an den Hals. Es wurde bekannt, dass 9 der 15 berühmten „Kipp-Punkte“ des Klimageschehens bereits „aktiviert“ sind (Quelle).

(Protest in Jena)

Gegen das Kohle-Gesetz gibt es viele Proteste, so u.a. von

 

Da gerade in mehreren Diskussionsrunden die hoffentlich mögliche Transformation in neue gesellschaftliche Zustände, die dann gleichermaßen human und ökologisch verträglich sind, diskutiert werden, habe ich Ausschnitte aus meinen beiden ersten Büchern online gestellt, die dazu passen.

Zuerst habe ich geschaut, wie sich in der Natur, also in der kosmischen und der Evolution der Lebewesen,  Qualitäts“sprünge“ ereignen, wie also grundlegend Neues entsteht. Ich wollte damals so was wie eine neue „Dialektik der Natur“ daraus entwickeln, wobei die neuen Erkenntnisse aus den Selbstorganisationskonzepten einbezogen werden sollten.  Aus dem Wissen über die Evolution in der Natur konnte ich dann so etwas wie „Evolutionsprinzipien“ ablesen. Darum geht es in dem Ausschnitt des Buches: „Daß nichts bleibt, wie es ist… Philosophie der selbstorganisierten Entwicklung. Band I: Kosmos und Leben“.

Im zweiten Band geht es um Gesellschaft. Allerdings (damals noch) nicht, wie es logischerweise zu erwarten wäre, um eine entsprechende Analyse geschichtlicher Entwicklungen, sondern „nur“ ganz allgemein um Erkenntnisse zu einer Gesellschaftstheorie, wie sie mir nach dem Ende des Realsozialismus nach 1990 wichtig erschienen. Zu Konzepten einer trotz alledem noch anstehenden Revolution/Transformation steht auch einiges darin, was ich als Auschnitt aus dem Buch „Daß nichts bleibt, wie es ist… Philosophie der selbstorganisierten Entwicklung. Band II: Möglichkeiten menschlicher Zukünfte“ ebenfalls online gestellt habe.

 

Oder: Wenn Stout Hegel gekannt hätte…

In einer Gesprächsrunde wurde folgende Unterscheidung von unterschiedlichen Ontologien vorgeschlagen. Ich möchte diese in Bezug setzen und ergänzen durch entsprechende Inhalte aus der Philosophie Hegels.

Diese Tabelle bezieht sich auf Ontologien, wie sie in unterschiedlichen politischen Konzepten vorausgesetzt werden. Bei Hegel wird ein Zusammenhang ähnlicher Formen entwickelt, die sich in allen Bereichen der Welt (Natur, Gesellschaft, Denken) mehr oder weniger vorfinden. (mehr …)

Der Entwurf des „Leitbilds Energie und Klimaschutz 2021-2030 für Jena“, den der Klimaschutz-Beirat erarbeitet hatte, wurde von der Stadtverwaltung vor der Übergabe an die Beschlussfassung im Stadtrat in seinen Bemühungen deutlich abgeschwächt.  Besonders die Vertreter*innen des Runden Tisches Klima und Umwelt, der nach der Ausrufung des Klima-Notstandes für Jena gegründet wurde, um diesem Notstand begegnen zu können, sind darüber mehr als enttäuscht. Von den ParentsForFuture Jena gibt es eine Pressemitteilung:


5. Juni 2020

Pressemitteilung der ParentsForFuture Jena

Stadtverwaltung Jena bleibt bei Maßnahmen gegen den Klimawandel weit unter ihren Möglichkeiten

(mehr …)

Zwischen die Texte über Philosophie mischt sich wieder ein politischer Aufruf ein. Es geht um einiges und es wäre zu wünschen, wenn sich richtig viele Menschen wie einst 1989 und 1990 politisch einmischen würden… Ab hier nun ein weitergeleiteter Aufruf:


Für eine solidarische Stadt und offene Gesellschaft

Kurz: Wir treffen uns am Donnerstag, 04.06.20, 16:00 bei der Mahnwache (ggü. Holzmarkt), um darüber zu reden, welche Probleme wir sehen, wo wir hinwollen und wie wir dahin kommen. Es geht um einen offenen Austausch verschiedener Perspektiven, um einander besser zu verstehen und zusammen handlungsfähig zu werden. Das soll dann regelmäßig stattfinden. Wie und wann wollen wir noch bei diesem Treffen zusammen klären. Teilt diesen Aufruf. Mund-Nasen-Maske nicht vergessen 😉

(mehr …)

Kurzfassung von: Schlemm, Annette (2018): Hegels implizite Ontologie. Das Durchscheinen der Welt in Hegels Kategorialentwicklung. In: Rainer E. Zimmermann (Hrsg.): Probleme der Grundlegung nach Schelling und Bloch. Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2018. S. 97-114.


Verhältnis von Dingen und Denken

  • Die subjektiven Gedanken sind „zugleich objective Verhältnisse der Wirklichkeit“ (Erdmann)
  • impliziter Materialismus: Unser Denken muss sich „nach ihnen [den Dingen, AS] beschränken, und unsere Willkür oder Freiheit soll sie nicht nach sich zurichten wollen“ (Hegel)
  • Was nimmt das Denken auf? „Im Denken hingegen sondern wir von der Sache das Äußerliche, bloß Unwesentliche ab und heben die Sache nur in ihrem Wesen hervor. Das Denken dringt durch die äußerliche Erscheinung durch zur inneren Natur der Sache und macht sie zu seinem Gegenstand. Es läßt das Zufällige einer Sache weg. Es nimmt eine Sache nicht, wie sie als unmittelbare Erscheinung ist, sondern scheidet das Unwesentliche von dem Wesentlichen ab und abstrahiert also von demselben.“ (Hegel)

(mehr …)

Ich hatte bereits einmal mehrere Blog-Seiten über die „Phänomenologie des Geistes“ geschrieben. Den  Anfang der Argumentation hatte ich da „unterschlagen“, weil er für den Zweck innerhalb einer damaligen Debatte nicht gebraucht wurde. Derzeit laufen wieder Gespräche, für die ich diesen Anfang jedoch nachliefern möchte:


Der Gedankengang in der „Phänomenologie des Geistes“ (auf dem Weg von der sinnlichen Gewissheit bis hin zum Selbstbewusstsein[1]) ist folgender (wobei hier nur die ersten Schritte referiert werden, und diese noch extrem verkürzt):

  1. Sinnliche Gewissheit
  • Die erste Stufe der Selbst- als Welterkenntnis ist die „sinnliche Gewissheit“ (HW 3: 82). Was weiß ich, wenn ich nur sinnlich fühle? Ich weiß nur „Dieses“. Ich weiß nicht, was das ist, denn die Bestimmung eines „Was“ würde eine Beziehung zu anderem voraussetzen. Wenn ich z.B. weiß: „Dies piekst“, dann setze ich zusätzlich zu dem Beginn als nur „Dieses“ zusätzlich voraus, dass etwas piecksen oder stechen oder streicheln kann. Dies sind alles (allgemeine) Oberbegriffe für mögliche Verhaltensweisen von „Dieses“. Erst recht setze ich Anderes voraus, wenn ich inhaltlich bestimme, was „Dieses“ ist. „Dieses“ ist dann z.B. eine Nadel. „Nadel“ setzt eine allgemeine Bestimmung dessen, was „Nadel-Sein“ bedeutet, voraus. (mehr …)

Ich befinde mich, gemeinsam mit jeweils ca. 15-25 Menschen gerade virtuell bei einem Wochenend-Treffen „in Hiddinghausen“. Ein Teil dieser Runde trifft sich regelmäßig dort und beschäftigt sich mit Fragestellungen aus der Kritischen Psychologie in Verbindung mit der angestrebten gesellschaftlichen Transformation. Dieses Jahr ist das Thema fokussiert auf die Klima-Krise als Herausforderungen für unsere Vorstellungen vom eigenen Leben und der Transformation. Ich hatte dafür diesen Text mit meinen Gedanken und Infos dazu geschrieben (welcher  dann auch bei einem Workshop besprochen wurde).

Es ging bei den Gesprächen häufig darum, dass es vielen schon jetzt schwer fällt, noch Hoffnung zu haben. Und wir waren im allgemeinen erstaunt, dass es uns trotz der digitalen Schnittstellen zwischen uns (wir benutzen „Big Blue Button“ und Mattermost) recht gut gelingt, miteinander in Verbindung zu kommen und zu bleiben. Heute läuft noch die Auswertung und das Verabreden von weiteren Vorhaben…

Ich kann natürlich nicht alles berichten, was wir erlebt haben bei diesem Seminar. Das Thema war ja eigentlich ein trauriges, wir haben viel über den Verlust von Hoffnungen gesprochen und wie wir damit umgehen. Das war für viele sehr, sehr hilfreich. Alleine, dass man mal drüber reden kann…!

Einige Sprüche sind sicher auch mitteilenswert:

  • The only way out is the way through.
  • „Flatten the curve“ des Absturzes der Menschheit
  • Konkurrenz auskoopierieren!
  • Move slow and repair things!
  • Teil der Landschaft zu sein ist besser als Teil des Problems zu sein (und noch besser, Teil der Lösung zu sein)

Für die Auswertung nutzen wir flinga.fi und das funktionierte ganz hervorragend. Einen kleinen Eindruck mit Augenzwinkern gibts hier:

Gestern abend gabs eine Online-Party. Im „Vorprogramm“ wurden im Party-Channel von Mattermost z.B. solche Lieder geteilt:

 

Im Channel eines Workshops über Flugscham wurde folgendes Video empfohlen:

 

Auch dies hier:

[https://www.youtube.com/watch?v=aNXG0wPzLh0]
(Im Moment funktioniert hier das Verlinken nicht, kopiert die URL am besten)

Ich habs schon im Kino gesehen und finde es wirklich prima.

 

Hier gibts noch ein  Bildchen aus meinem realen Philosophenstübchen zur Partyzeit: