bloch_zeigt_nach_rechts

Gerade eben hatte ich die Blochbücher für einige Tage weg gelegt, um mich mit dem Thema „Fetisch“ in Marxens „Kapital“ zu beschäftigen und habe nun wieder Zeit für Bloch. Und was finde ich? Eine ganze Seite zu genau diesem Thema im Zeitungswesen:

Dem wirklichen Interesse, dem des Zeitungsbesitzers, also des Geschäftsmanns gerät die unmittelbare von-Tag-zu-Tag-Nähe allerdings nicht zu einem schädlichen Raum, sondern zu einem ihm recht nützlichen; wie denn alle Kapitalisten immer nur isolierte Chancen wahrnehmen und gerade den Strukturzusammenhang nicht durchschauen wollen. Aber der die Vorgänge nur aktuell-eilig betrachtende und angestellt referierende Journalist, wie häufig ist er selber nur verkaufte Arbeitskraft im Betrieb, wenn er nicht durchschauen darf, ohne anzustoßen und sich selber in der täglichen Zeitungsnähe unnütz zu machen; die sogenannte Mitbestimmung ist ja hier noch selten. Wird in der bürgerlichen Wirtschaft der arbeitende Mensch nur zu einem Hebel im Betrieb, in der Warenbewegung, so werden Temperament und Wissen des angestellten Journalisten erst recht zur Routine gedrängt, bilden sich um in verkaufbare Fertigkeiten, sind zum konkreten Wesen der behandelten Gegenstände äußerlich. […]

Fast überall bewegt sich das hier sprechende bürgerliche Bewußtsein meist noch im Nebel, dringt selten zur konkreten Einsicht in seine Struktur vor, wie sie alles zur Ware verwandelt hat und zur Bewegung von Waren. Was sich dieser Art also findet, ist meist eine bloße Deckung subjektiver und objektiver Leere, oder zugespitzt: wesenlose Menschen geben äußerlich abstrakt bleibend hier das Wesenloser ihrer Umwelt wieder.“ (EM: 22)

Sind die neuen internetbasierten Öffentlichkeitsplattformen so weit davon entfernt?

Advertisements