Zu diesem Themenkomplex des Neuen fallen mir folgende mögliche Themenschwerpunkte ein. Es ist quasi ein Plan für mehrere philosophische Seminare, bei denen jemand einen vorbereiteten Input geben könnte, der dann diskutiert wird. Meine eigenen Vorarbeiten trage ich hier auch gleich zusammen.

1. Entwicklungstheorie(n)
Natürlich gibt es nicht nur die philosophische Dialektik als Entwicklungstheorie. Einzelwissenschaftliche, etwa biologische Evolutionstheorien sollten hier außen vor gelassen werden. Auch die Debatten, ob man Entwicklung, d.h. auch Fortschritt überhaupt positiv bewerten kann, sind hier eher nicht am Platz, da wir uns – soweit ich das sehe – auf eine Betrachtungsweise einlassen wollen, die sich dann nach ihrer Entfaltung auch diese Fragen kritisch gefallen lassen muss. Aber erst muss auch Raum für ihre Entfaltung sein.

Als Voraussetzung vor der Dialektik würde ich kurz einführen in

  • 1.1. Die philosophische Entwicklungstheorie nach Herbert Hörz (die m.E. am weitesten entwickelte Entwicklungsphilosophie in der DDR-Philosophie; das war noch vor meiner online-Zeit, deshalb gibt’s da nix.)
  • 1.2. Zusammenfassung über „Prinzipien der selbstorganisierten Entwicklung“

2. Dialektische Entwicklung

Hier müsste eine Einführung in das dialektische Entwicklungsdenken erfolgen, d.h. der Hegelschen Dialektik. Dazu gibt’s von mir verschiedenste Zusammenfassungen, eine davon aus meinem größeren „Entwicklungstext“.

Interessant ist eine Thematisierung der Kategorien „Schranke/Grenze“:

„Daß die Grenze, die am Etwas überhaupt ist, Schranke sei, muß es zugleich in sich selbst über sie hinausgehen, sich an ihm selbst auf sie als auf ein Nichtseiendes beziehen.“ (WdL I: 143)

Wichtig wäre hier die Frage (die später in Punkt 6. noch mal aufgegriffen wird): Woher begründet sich die Richtung der bestimmten Negation? Logisch gesehen hat die Dialektik eine etwas „zirkuläre Struktur“: das später Entwickelte begründet die bestimmten Negationen bis dahin.

Bei Hegel ist die Invariante in der Weltgeschichte der „Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit“, bei Bloch gibt es – bei aller gegen Hegel betonten Offenheit der Zukunft – ebenfalls eine Invariante der Richtung (Glück, Würde und Freiheit, Heimat).

3. Der Zusammenhang zwischen Logischem und Historischem

Grundlegend für unsere Problemstellung ist eine Klärung, inwieweit „dialektische Entwicklung“ sich auf die aufeinander folgenden Schritte eines Erkenntnisprozesses bezieht („logische Entwicklung“) oder auf zeitliche Entwicklungen. Es wäre zu einfach, hier eine direkte Parallelität zu unterstellen. Meines Erachtens unterstellen viele Kritiken an Hegel, auch jene von Ernst Bloch, dass Dialektik von vornherein als zeitliche Entwicklung zu interpretieren sei.

Weil das so wichtig ist, hatte ich mich bereits mehrmals damit beschäftigt.

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