Beim Thema der menschlichen Entwicklungen kommen wir immer wieder darauf zurück, dass wir einerseits über konkrete Gesellschaftsformen sprechen und andererseits immer wieder über die Gesellschaftlichkeit der Menschen als solche. Es geht um die Rolle dessen, was als allgemeinste Bestimmung des Gegenstands (menschliche Gesellschaft) vorausgesetzt wird, und deren jeweilige Formung, die jeweils einen bestimmten konkret-historisch bestimmten Inhalt erzeugt. Hegel stellt hierfür die Bezeichnungen „Materie“, „Form“ und „Inhalt“ bereit:

Während die „Materie“ lediglich abstrakt als „das, was geformt werden kann“ betrachtet wird, so wird sie, wenn sie eine Form erhalten hat, zum konkret bestimmten „Inhalt“. (vgl. WdL II: 88ff.)

Bekannt ist diese Unterscheidung gerade beim „Materiebegriff“, bei dem zwischen der (abstrakten) Materie (an sich), die als überhistorisch (weil außerzeitliche, nur gedachte Abstraktion) angesehen werden muss und den historisch sich entwickelnden daseienden Materieformen unterschieden werden muss (vgl. Engels 1873: 80 und DdN: 513 f.)

Eine Klärung des Unterschieds zwischen konkret bestimmtem „Inhalt“ und abstrakter „Materie“ würde verschiedene Missverständnisse aufklären helfen und es bleibt die Frage, wie sich das Abstrakte im Verlauf der historischen Entwicklung ausformt/konkretisiert und was das bedeutet. Im Punkt 6b) wird eine Konzeption vorgestellt, bei der die „Materie“ zur zielführenden Invariante der historischen Entwicklung der formierten Inhalte, die Gesellschaftlichkeit als solche in ihrer Abstraktion zur Leitlinie der Aufeinanderfolge der Gesellschaftsformen gedacht wird. Inwieweit das berechtigt ist, steht zur Diskussion.

Eine mögliche Lösung ist die Hierarchisierung der Verhältnisse abstrakt-konkret. Was gegenüber den Gesellschaftsformen (den historisch-konkreten Epochen) abstrakt ist (die nicht wirklich vorhandene, sondern nur abstrakt denkbare Allgemeinheit) ist auf „höherer Ebene“, im Vergleich der organischen Tierarten, etwas Konkretisiertes: Menschen sind im Unterschied zu allen anderen Tieren „bewusst tätig“. Diese allgemeine Bestimmung (abstrakt gegenüber den Gesellschaftsformen, konkret in Bezug auf andere Tierarten) gilt dann als Zielbestimmung der entfremdungsaufhebenden historischen Entwicklung.

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