Meine erste Erinnerung an die Existenz der DDR beginnt ca. 20 Jahre nach ihrer Gründung. Es gab damals Anstecknadeln mit „XX. Jahre DDR“ und das war eine der ersten in meiner Abzeichensammlung…

An den 20. Jahrestag des Endes der DDR möchte ich heute mit einem in der „jungen welt“ veröffentlichten Leserbrief erinnern:


aus einem Brief von L.K. am 8.1.1990 an die jw:

„Ich fordere
die sofortige Wiedervereinigung der deutschen Staaten.
Ich fordere gleichzeitig, daß

  • die Arbeitsproduktivität in der BRD auf den Stand der DDR gebracht wird, damit DDR-Bürger in DDR-Betrieben nicht durch BRD-Bürger ersetzt werden;…
  • Kinderkrippen nicht abgeschafft werden dürfen, damit auch Frauen sich beruflich entwickeln können;
  • BND und Verfassungsschutz in der DDR nicht arbeiten dürfen, damit Links-Gesinnte auch zukünftig Lehrer, Arzt oder Richter werden dürfen;…
  • die DDR-Bürger im einigen Deutschland alle ins obere Drittel der Gesellschaft gelassen werden, damit ich meinen Kindern und Enkeln Zukunft garantieren kann…

„Hör auf“, sagte ein Herr aus D., „Du predigst Sozialismus und rufst nach Kapitalismus!“

„Der Staat soll mehr und bessere und billigere Konsumgüter produzieren.“ forderte ein Arbeiter aus L.; war das Werkstück in den Ausschuß und legte eine kurze Rauchpause ein.

„Die Ideen für Konzepte der zukünftigen Wirtschafts- und Sozialpolitik, die von der jetzigen Regierung kommen, lehne ich grundsätzlich ab“, sagte er, und fand nichts Besseres.“


Haben wir das inzwischen? In der polizeilichen Gewalt gegen die eigenen Bürger kann die Polizei in Gorleben und in Stuttgart mittlerweile mit der in Berlin vor 20 Jahren mithalten. Was werden wir wohl in 20 Jahren zu feiern oder zu bedauern haben?

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