Sogar an mir wäre es fast vorbeigegangen, dass heute der „Welttag der Philosophie“ ist. Ich nehme den Tag zum Anlass, einige Textstellen von Ernst Bloch zum Thema Philosophie vorzustellen.

„Philosophie orientiert derart im Strom der Welt insgesamt, um diese wirklich bis zur Kenntlichkeit, das heißt, zur – Heimat zu verändern.“ (PA: 400)

„Was für eine Philosophie man hat, hängt nicht nur davon ab, was für ein Mensch man ist. Es hängt wesentlicher davon ab, in welcher Zeit man lebt und vor allem: in welche Art man dieser zugehört. Ob man in Gedanken auf eine absinkende Welt und das Vergehende ihrer Zeit bezogen ist, oder auf eine, die – wenn auch mit schwerer Geburt – heraufkommt.“ (PA: 315)

„Philosophie wird Gewissen des Morgens, Parteilichkeit für die Zukunft, Wissen der Hoffnung haben, oder sie wird kein Wissen mehr haben.“ (PH: 5)

„Das Denken der Seele will durch Schaden durchaus nicht klug werden, sondern schlägt kräftig über alle äußere und obere Leere hinaus. Die bestehende Welt ist die vergangene Welt und das geistentleerte Objekt der Einzelwissenschaft; aber die menschliche Sehnsucht in beiderlei Gestalt: als Unruhe und als Wachstraum, ist das Segel in die andere Welt. Dieses Intendieren auf einen Stern, eine Freude, eine Wahrheit gegen die Empirie […] ist der einzige Weg, noch Wahrheit zu finden; die Frage nach uns ist das einzige Problem, die Resultante aller Weltprobleme, und die Fassung dieses Selbst- und Wirproblems in allem, die weltdurchschwingende Eröffnung der Pforten der Heimkehr ist das letzthinnige Grundprinzip der utopischen Philosophie.“ (GU II: 260)

„Die Wissenschaft baut unseren Anteil ab, sie zieht die Wurzel, wo die Kunst potenziert und die Philosophie mit dem letzthinnigen Subjekt integriert.“ (in GU I: 334)

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