Noch verschonen uns die meisten Krisen und Katastrophen weitgehend. Aber viele von uns spüren sie näher rücken, wenigstens ins Herz treffen die Ereignisse in Japan oder auch der Krieg in Lybien.

Aber nach Frithjof Bergmann führt der Begriff „Krise“ in die Irre, weil er suggeriert, dass es danach ganz normal wie vorher weiter geht.

Die für uns ganz normale gutbürgerliche Lebensweise und kapitalistische Produktionsweise wird nicht noch weitere Jahrzehnte aufrecht zu erhalten sein. Es kracht überall im Gebälk und die Statik des System-Gebäudes beruht auf Ausbeutung und Entmündigung von einer Gruppe Menschen durch andere, von bestimmenden Weltregionen gegenüber anderen. Es geht nicht darum, dieses knisternde Gebälk zu retten – es geht darum, ein ganz neues wohnliches und ökologisch verträgliches Haus für uns alle zu bauen.

Wie kann das gelingen?

Die Kritik an der gegenwärtigen Weltwirtschaftsordnung und wachstumsorientierten Lebensweise ist schon alt und gewinnt angesichts der Krisenhaftigkeit der Gegenwart immer mehr Schwung. Gleichzeitig wachsen die Möglichkeiten, ohne Verlust an Lebensqualität das Leben und die Wirtschaft auch grundsätzlich anders zu gestalten. Das ist aber vielen Menschen nicht bekannt, weil die vorherrschenden Medien diese Möglichkeiten kaum zeigen (ausnahmsweise laufen einige derartige Sendungen gerade in der Themenwoche auf 3Sat).

Und sosehr ich auch in diesem Blog immer wieder klarstellen will, dass die gegenwärtigen Miseren erkennbare Ursachen haben, die erkannt und bekämpft werden müssen, so sehr will ich das Augenmerk auf die Alternativen lenken. Nicht umsonst liebe ich den Satz, der Antoine de Saint-Exupéry zugesprochen wird:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer

Gestern kam wieder einmal der Film „Die Truman Show“. Über den unterhaltsamen Moment hinaus berührte mich vor allem die Szene, bei der Truman die Grenzen seiner Welt erreicht.

Was macht derjenige, der die Grenzen der Welt erreicht? Truman kann einfach die Tür öffnen. Aber wir können nicht einzeln rausgehen. Wir müssen unsre ganze Welt umbauen und das geht nur gemeinsam. Truman muss also zurück und seinen Leuten erklären, was er erlebt hat. Aber werden sie es glauben? Und wenn, was wird es für sie ändern? Geht es ihnen nicht so gut, dass die allermeisten weiter Komparsen für dieses Stück spielen wollen, statt sich dem ungewissen Außerhalb anzuvertrauen? Mich erinnert das auch an das Höhlengleichnis von Platon.

Es ist notwendig, dass möglichst viele Menschen, wenns geht Hand in Hand, dieses Außerhalb betreten und mehr und mehr selbst gestalten.

Einen kleinen Einblick in eine solche Tür nach draußen vermittelte z.B. die Vorstellung des Konzepts „Neue Arbeit – Neue Kultur“ auf der ars electronica im Jahr 2010.

Diese spannenden Aussichten auf eine „community production“, verbunden mit einer neuen Kultur der Gemeinsamkeit, zeigt, warum es auch gut ist, dass es nach der großen „Krise“ nicht so weitergeht wie bisher…


www.zwverein.de

Wer mit uns gemeinsam an solchen neuen Zukünften basteln will, sei herzlich eingeladen. Hier gibts mehr Infos zu Projekten in diese Richtung…