Der Montag (28.3.) meiner Berlinreise war der einzigste Tag, der nicht mit Terminen vollgestopft war. Deshalb nutzte ich das Angebot meiner netten Gastgeberin, Anne-Kathrein P., zu ihrer Kreistanz-Gruppe mitzukommen. Sie plante extra wegen mir vorwiegend einfache Tänze, die ich auch einigermaßen hinbekam, da mir die Frauen im Ernstfall einfach die Hand hinhielten und mich in die richtige Richtung zogen 😉

Nachmittags zeigte mir Anne-Kathrein Köpenick und wir schafften 5 der 7 Brücken.

Da ich mittags etwas geruht hatte und ich mich abends noch mir R. treffen wollte, hatten wir leider nicht genügend Zeit für alle Brücken. Aber ich konnte mir einen schönen Eindruck von einem Berliner Stadtgebiet machen, das ich noch nicht gekannt hatte. Und wir hatten Gelegenheit, uns gut zu unterhalten. Unsere Wege hatten sich schon einmal irgendwo (wir konnten uns beide nicht erinnern, wo) gekreuzt. Anne-K. interessiert sich besonders für die Geschichte und Gegenwart matriarchaler Gesellschaften und betrachtet vor allem Kommunen im Sinn von Rudolf Bahro als Alternative zur gegenwärtigen Wirtschafts- und Lebensweise.

Viele ihrer Bücher im Bücherschrank waren mir nicht unbekannt und wir beschäftigten uns auch schon in der Zukunftswerkstatt Jena, insbesondere auch in einem Wochenendseminar mit dem Frauenzentrum in Jena mit dem Thema „Der aufrechte Gang der Menschenfrau – Matriarchatsforschung und Visionen partnerschaftlichen Zusammenlebens“. Mehrere Kommunen haben wir auch immer mal besucht und Anne-K. berichtete von ihren Erfahrungen. Bezüglich der Lebensweise und der Kultur mögen die Kommunen tatsächlich neuartige Praxisfelder sein. All die neueren, nach 1990 gegründeten, versuchen aber wohl gar nicht mehr, eine alternative gemeinsame Ökonomie hinzukriegen. Irgendwie müssen sich alle Kommunebewohner doch auf den inneren oder äußeren Märkten finanzieren. Da hatten die früheren Ansätze aus den 70ern wohl noch höhere Ansprüche und sogar eine Ausweitung der Kommunepraxis würde uns heutzutage nicht aus der kapitalistischen Wirtschaft führen, wie einst gehofft. Aber wer weiß, was sich noch entwickelt…

Anne-K. versorgte mich mit einigen Kopien aus ihren Büchern, vor allem über die Mißverständnisse bezüglich der Verwechslung von Spiritualität mit Irrationalität.

Am Montag abend traf ich mich dann noch mit R. in Neukölln, wo ich zuerst die „Hermannstraße“ (S- und U-Bahn) mit dem „Hermannplatz“ (nur U-Bahn) verwechselte und dann doch noch eine linke Kneipe und einen anarchistischen Stadtteilladen kennen lernte…


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