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Pünktlich zum Jahreswechsel hat Hermann, der Packpapier-Verlag-Drucker und -Betreiber, das neue Heft mit dem Titel „Schönwetter-Utopien im Crashtest“ fertig gestellt. Dies ist keine ganz neue Arbeit von mir, sie enthält einen Vortrag, den ich schon 2011 in Berlin gehalten habe.

Leider muss die Thematik der Gefährdungen unserer Lebensgrundlagen immer mehr ins Zentrum aller Vorstellungen über die Zukunft rücken.

Ich wünsche Dir, Ihnen und allen ein wunderschönes neues Jahr 2014 !!!

Aber ich kann das nicht ganz ohne ein Bauchgrummeln, eine untergründige Angst. Gleichzeitig hoffe ich auf einen Neuaufbruch, auf ein Ende dieser menschen- und naturzerstörerischen Produktions- und Lebensweise. Ich gehöre zu den Privilegierten, denen es noch so gut geht, dass es für sie eigentlich auch noch Jahrzehnte so weitergehen könnte. Was wir haben, kennen wir – was sich ändern könnte, löst Angst aus. So oder so. Denn niemand)* weiß so recht, wass wir Besseres kriegen könnten, nachdem das vorige Jahrhundert so voll war von Aufbrüchen und Enttäuschungen. Das 21. Jahrhundert wird uns aber nicht in Ruhe lassen. Vor 1914 war nicht zu ahnen, was die nächsten Jahrzehnte an Schrecklichem bringen würde. In wenigen Stunden haben wir 2014…

In meinem Text schaue ich zweimal „um die Ecke“. Wahrscheinlich für die allermeisten mindestens einmal zu viel. Der Ausgangspunkt ist die Einschätzung der Lage, dass es nicht noch mehrere Jahrzehnte so weitergehen wird wie bisher – dass also der Kapitalismus seine allgemeine Krise immer mehr in die Zukunft verschieben kann, indem er seine „Kosten“ weiter in die Peripherie der Gesellschaften bzw. in die Natur verschiebt. Wie schon öfter in der Menschheitsgeschichte wird innerhalb des nächsten Jahrhunderts etwas Neues entstehen, ob das Neue förderlich für menschliches Leben auf diesem Planeten ist oder nicht, dafür werden gerade jetzt die Weichen gestellt.

Natürlich wünsche ich mir, dass das Neue einfach entsteht, weil wir es wollen, in die Welt setzen und zum Wachsen und Gedeihen bringen. Dies ist die eine Wendung. Für viele, denen es noch recht gut geht, ist das zuviel „Utopie“. Aber ich setze noch eine Wendung drauf: Diese gewünschte neue Welt muss sich mit Bedingungen auseinandersetzen, die eben nicht „utopisch“ sind, sondern extrem herausfordernd. Weltweit verschlissene Böden, die Häufung heftiger Wetterereignisse aufgrund des Klimawandels, zerfallende Ökosysteme.

Selten hat man bisher das, was auf uns zukommt, mit solch naturwissenschaftlicher Sicherheit voraus sehen können. Sogar wenn die Wahrscheinlichkeit dieser Voraussagen viel geringer wäre, als die Wissenschaftler_innen dazu annehmen, würde jeder vernünftige Mensch sich darauf einrichten. Aber die Menschheit als Ganzes handelt eben nicht wie jeder vernünftige Mensch. Hoffnungen aus dem letzten Vierteljahrhundert über die Lern- und Anpassungsfähigkeit von Wirtschaft und Politik haben sich verschlissen. Wie kriegen wir es hin, dass die menschliche Vernunft auch das reguliert kriegt, was uns alle gemeinsam angeht? Ohne dass es auf Kosten von irgendwas oder irgendwem geht?

Vom Philosophen lerne ich, dass etwas in Existenz tritt, wenn alles seine Bedingungen vorhanden sind. Abhängig von den Bedingungen verwirklicht sich diese oder jene Möglichkeit. Negativ kann man düber die Bedingungen wissen, dass wir mit Sicherheit keine „Schönwetter-Verhältnisse“ für mögliche nachkapitalistische Produktions- und Lebensformen haben werden, sondern sich jede Utopie in einen Crashtest mit einer sehr harten Wirklichkeit begeben muss.

Was wir im positiven Sinne daraus machen, wird von uns abhängen…

Wünschen wir uns viel Erfolg dabei im Jahr 2014 und darüber hinaus!!!

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Das Heftchen kann für zwei Euro bestellt werden bei mir oder beim Packpapier-Verlag.

Die Bilder davon gibts auch in der Präsentation online.


)* Niemand? Na klar, es gibt glücklicherweise schon viele Projekte und Debatten über das mögliche Neue. Nicht zuletzt darüber berichte ich in dem Heftchen auch… 😉

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