Nach meinen beiden Büchern aus dem 90ern mit dem Titel „Dass nichts bleibt, wie es ist…“ gibt es nun einerseits eine Ausweitung dieser Thematik (in Richtung Hegelscher Philosophie) und andererseits eine Konzentration auf den geschichtsphilosophischen Fokus dieser Fragestellungen.

In der Zeitschrift „Streifzüge“ erschien dazu ein Beitrag von mir.

Damit auch in meinem Blog dazu diskutiert werden kann, stelle ich hier direkt die ersten beiden Abschnitte vor, dann folgt ein Link auf eine pdf-Datei mit dem gesamten Text.


„Dass nichts bleibt, wie es ist…“ – dies ist eines der größten philosophischen Rätsel mit ungemein politischem Hintergrund. Den Beschleunigungswahn der technischen „Revolutionen“ erlebt jeder Mensch unserer Zeit. Aber viele von uns haben auch schon erlebt, dass sich staatliche Institutionen und gesellschaftliche Produktionsverhältnisse grundlegend verändern können. Und einige erwarten – möglichst bald – den nächsten Wandel, bei dem wir uns von unnötigen ökonomischen Beschränkungen, wie dem Kapitalakkumulationszwang und auch anderen Herrschaftsformen endgültig befreien.

Dass viele Menschen diesen Wandel erstreben und aktiv auf ihn hinarbeiten, mag Grund genug für die Hoffnung auf ein Gelingen sein. Da es den Menschen aber eigen ist, nachzudenken über das, was sie tun, begleiten immer auch Überlegungen zum möglichen Ablauf des Geschehens die Taten. Dann spielen Erwartungen hinein, die sich aus Grundüberzeugungen über den typischen Ablauf von geschichtlichen Entwicklungen und Brüchen speisen. Diese bilden dann die „Geschichtsphilosophie“. Auch jene, die annehmen, dass es in der Geschichte keinen „roten Faden“ gebe, an dem sich die Aufeinanderfolge der gesellschaftlichen Formen in einer gewissen Ordnung aneinander reiht, vertreten damit ihre Geschichtsphilosophie des nicht vorhandenen inneren Zusammenhangs. Diese Position bestreitet mit Vehemenz, dass die Geschichte der Menschheit durch so etwas wie eine innere Logik bestimmt wird.

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