Ich glaube, so eine lange Lücke beim Bloggen hat es noch nie gegeben. Dabei arbeite ich so viel in meiner Freizeit an anspruchsvollen Themen, wie nicht immer. Aber das Anspruchsvolle ist es auch, das sich am Bloggen vorbei vollzieht. Man kann davon nicht so gut „Brocken“ auswerfen, vor allem auch nicht, wenn man bei den Leser*innen nicht voraussetzen kann, den gedanklichen und thematischen Kontext mit zu kennen und zu beachten.


Ich bin gerade dabei, zwei Vorträge für den Herbst vorzubereiten. Der eine ist für die Ferienuni Kritische Psychologie 2014 und hat den Titel „Einführen und Aufheben der dialektischen Grundlagen der Kritischen Psychologie“. Ich möchte ja nicht nur referieren, welchen positiven Bezug beispielsweise Klaus Holzkamp zur Dialektik hatte und wie er sie in seiner „Grundlegung der Psychologie“ verwendete, sondern möchte Anregungen entwickeln, aus einem vertieften Dialektikverständnis heraus zu vereinfachende Vorstellungen abzulegen und neue Zusammenhänge in den Blick zu nehmen. Dazu beschäftige ich mich mit einer schon älteren Debatte dazu, nämlich jener zwischen Joachim Bischoff und Klaus Holzkamp. Davon angeregt, steige ich gerade noch tiefer in andere Erläuterungen zur Dialektik ein, so von Dieter Wandschneider, Jürgen Ritsert, Heiko Knoll, Stefan MÜller…

Ein Schwerpunkt, bei dem diese vertiefte Sicht wichtig wird, ist die Frage nach dem Verhältnis von Logischem und Historischen in der Dialektik. Höchst umstritten… und wesentlich für den Umgang der Kritischen Psychologie mit der Dialektik. Natürlich werde ich für den Vortrag nur ein Bruchteil des Erarbeiteten verwenden, aber das sind schließlich die Leiterstufen, auf denen ich zu den Erkenntnissen zu kommen gedenke, die ich dann vorstellen kann.

Der andere Vortrag für eine Tagung der Ernst-Bloch-Assoziation, beschäftigt sich mit dem Thema der Entwicklung unter dem Titel: „Daß nichts bleibt, wie es ist…“ – „Intensives Daß“ und die Negentropie des Universums“. Hier habe ich das Problem, dass ich noch nicht an meine Bücher von Schelling und Bloch heran kann (als ich den Vortrag einreichte, dachte ich, dass meine Bibliothek längst fertig eingerichtet sei). Und außerdem wird mir klar, dass ich diese Fragestellung natürlich sowieso am liebsten bei Hegel diskutieren möchte und Schelling und Bloch dazu lediglich kurz im Kontrast dazu referieren werde. Und obwohl ich das nicht so plante, sind die Studien zur Dialektik, die ich oben nannte, auch dafür eine Vorarbeit. Ich muss nun nur genügend konzentrierte Arbeitszeit finden, um den Komplex abzuarbeiten, und dann mit der Ausarbeitung der Vorträge zu Potte kommen.

Also, nicht wundern, wenn hier auch in der nächsten Zeit weniger passiert. Bei mir gilt schließlich nicht, „Ich blogge, also bin ich“ im Sinne von: „Ich bin nur, wenn ich blogge…“.

Wer mag, kann sich zu den genannten Themen aber auch gern per Mail an mich wenden (contactATzw-jena.de)…

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