Dieser Text entspricht nicht dem gesprochenen Text meines Vortrags auf der Ferienuni Kritische Psychologie 2014 , sondern wird nachträglich geschrieben. Dabei werden mehr Inhalte ausführlicher dargestellt, als das im Vortrag möglich war. Auch der Foliensatz, den ich beim Vortrag verwendete, ist etwas kürzer als der hier verwendete (von dem ich hier auch nicht alles zeige). Der Text des Vortrags wurde mitgeschnitten und steht vielleicht auch irgendwann online zur Verfügung.


Abstract zum Vortrag „Einführen und Aufheben der dialektischen Grundlagen der Kritischen Psychologie“

Dialektisches Denken ist eine zentrale Grundlage für die „historisch-empirische Kategorialanalyse“ und den darauf basierenden methodischen Fünfschritt. Was dialektisches Denken allerdings ist, und worauf es sich in der Wirklichkeit bezieht, ist seit jeher umstritten. So gab es bereits in den 70er Jahren Debatten über das Dialektikverständnis von Klaus Holzkamp.

Diese Veranstaltung will den Spagat versuchen, eine Einführung in ein an Hegel angelehntes Dialektikverständnis zu geben und gleichzeitig vereinfachte Vorstellungen zu überwinden. Warum das im wahrsten Sinne des Wortes eine „Aufhebung“ ist, wird sich dabei auch erschließen…

Dialektik in der Kritischen Psychologie 1

Am Morgen des Vortragstages war mir noch eingefallen, dass es letztlich mehrere Bezüge der Kritischen Psychologie zur Dialektik gibt. Ich schrieb die drei Bezüge auf, die mir einfielen und fragte die Anwesenden zuerst, für welche Fragestellung sie sich am meisten interessieren würden. Ich hoffte, den Vortrag dann auch daran anpassen zu können.

Die drei Bezüge waren:

  1. Begründung und Inhalt der funktional-historischen Methode (5-Schritt…)
  2. Einbettung der Kritischen Psychologie in ein Gesellschaftskonzept mit spezieller Widersprüchlichkeit (Kapitalismus), woraus sich die immer wieder genannten zwei Richtungen der Handlungsfähigkeit (restriktiv, verallgemeinert) in allen ihren Aspekten ergeben.
  3. Einbettung der Kritischen Psychologie in ein Gesellschaftskonzept mit Transformationsperspektive (mit Verallgemeinerung der „5-Schritt-Methode“ im sog. Keimformkonzept (siehe z.B. Meretz 2014)).

Ich hatte vorwiegend etwas zu A) vorbereitet und hätte durch C) ergänzen können. B) stand für mich als eher offene Frage auf meinem zukünftigen Arbeitsplan. Bei der Nachfrage wollte gerade mal eine Person tatsächlich etwas zu A) hören, aber 4 interessierten sich explizit für B). Zusätzlich wurde noch der Punkt „D) Dialektik als wissenschaftstheoretische Zugangsmethode“ genannt, den ich aber auch mit abzudecken gedachte.

Ich musste deshalb gleich zu Anfang bekennen, dass ich nicht so flexibel sei, nun schnell was zur Frage B) zu erarbeiten, dies aber als Hinweis mitnehme, dass das wichtiger ist, als ich bisher dachte (und es wird ja hoffentlich weitere Ferienunis geben…:-)). Ich würde mich freuen, wenn ich das nicht unbedingt alleine weiter bearbeiten müsste, sondern sich andere Interessenten bei mir melden.

Nun war es an der Zeit, den Plan für den heutigen Vortrag vorzustellen.
Die Gliederung sah folgende Punkte vor:

  1. Worum geht es? Was ist Dialektik?
  2. Streitfall Dialektik. Logisch-historisch vs. Logisch-systematisch
  3. Hegels Dialektik: von Eulen, Ameisen und Elefanten…
  4. Dialektik in der Kritischen Psychologie
  5. Dialektik 4 you

Den letzten Punkt hatte ich wohlweislich schon aus der Kurzversion der Vortragspräsentation gelöscht, weil er zwar ein netter, besonderer Abschluss der Behandlung der Dialektik ist, aber hier noch mal ablenkt vom Kernthema, der Dialektik in der Kritischen Psychologie.




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