Alien
Sie schreiben das Jahr 2050. Das Jahr, in dem sie die Welt gerettet haben wollten. Wir, die Beobachter, verschwenden hier nur unsere Zeit. Es war schon spannend, die letzten Zuckungen einer stolzen Zivilisation zu beobachten und zu protokollieren, aber jetzt gibt’s nichts mehr zu berichten. Auch in diesem Sonnensystem, am Rande unserer Galaxie, bestätigt sich die tausendfache Erfahrung: Alle Zivilisationen verbrauchen am Anfang in ihrem ungestümen Wachstum die Ressourcen ihres Planeten, erzeugen eine ihnen gemäße Natur und müssen dann mit den Folgen ihres Tuns zurecht kommen. Fast überall brechen die Populationen ein, weil die neue Biosphäre ihre Ernährung nicht mehr sichern kann Das wird von unschönen Kämpfen begleitet, die sich nur dadurch unterscheiden, welchen Entwicklungsstand die Waffentechnik bis dahin erreicht hat. Die Logik, nach welcher sich die Menschen in diesem Entwicklungsstadium verhalten, ist immer dieselbe. Unvernünftige Rauferei um die verbliebenden Reste – Verlust der bereits erreichten Reife. Das müssen wir uns nicht wieder und wieder anschauen. Aber wir hatten wieder einmal gehofft, dass eine, dass diese eine Zivilisation unsere Erfahrung widerlegen würde und im ersten Anlauf den Sprung zu einer vernünftigen Produktions- und Lebensweise schaffen könnte. Es ist wohl doch eine Gesetzmäßigkeit, dass alle Zivilisationen ihren zuerst paradiesischen Planeten zerstören, um dann ohne die vorige Menge an Erzen und Bodenmineralien, ohne ein relativ stabiles Klima von vorn anfangen zu müssen. Erst wenn die Zivilisation gar keine Möglichkeiten mehr hat zur Verschwendung, kommt sie zur Vernunft. Wenn sie diese Möglichkeit überhaupt bekommt und nicht ganz verschwindet. Nein, diese hier waren noch nicht unsere Brüder und Schwestern. Um zu erfahren, was auf diesem Planeten hier passiert, reicht es aus, nach ungefähr 5000 Umkreisungen des Planeten um die Sonne wieder vorbeizukommen. Für Trauerspiele ist uns unsere Zeit zu schade…