Das „Ende der Geschichte“, das in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts angebrochen schien, ist nun endgültig zu Ende. Die sogenannten „Globalen Probleme der Menschheit“ schlagen zu. Unruhen, Kriege, Kämpfe gegen Plünderung und Ausbeutung, auch Terror, ökologische Desaster und vieles andere, was in den 80ern und 90ern schon befürchtet wurde, an dessen Kommen aber niemand glauben wollte, sind Realität. Mittlerweile überwinden nicht nur das Kapital, die Transfers der Gewinne in die reichen Länder und ökologische Zerstörungen Ländergrenzen, sondern immer mehr Menschen suchen neue lebenswerte Orte für sich und ihre Familien. Und wir, wir reagieren gespalten. Einerseits eine überwältigende Hilfsbereitschaft, über die die Medien auch dankenswerterweise vorrangig berichten. Auf der anderen Seite immer wieder Anschläge auf geplante Flüchtlingsunterkünfte.

Wir können uns jetzt schon nicht mehr wirklich abducken. Etwas kommt auf uns zu, die mühsam erreichte Sicherheit bröckelt…, es liegt nahe, zuerst mit Abwehr zu reagieren. Wahrscheinlich stimmt es, dass es nicht einfach so weitergehen wird wie z.B. im neu vereinigten Deutschland des letzten Vierteljahrhunderts.

Welche produktiven Wege finden wir, das Neue gemeinsam irgendwie so hinzubiegen, dass niemand untern Tisch fällt, über Tische gezogen wird, sondern dass es uns tatsächlich gelingt, die Tische für die vielen Neuankömmlinge länger zu machen, statt Festungsmauern um uns errichten zu wollen?

Wahrscheinlich geht das im real existierenden Kapitalismus tatsächlich nicht so recht, wo die Gewinne privatisiert, die Kosten vergesellschaftet werden, wo sich alles Tun „rechnen“ muss und alles durch das Nadelöhr der Profiterwirtschaftung muss.

Ein neuer Text von mir darüber, dass sich auch Utopien in diesen kritischen Zeiten einem Crash-Test stellen müssen, ist im Blog „Schwarzer Schmetterling“ erschienen…