Stell dir vor, irgendwo gibt es einen Planeten,
auf dem intelligente Wesen leben.
Sie sehen vielleicht genauso aus wie wir.
Und auf diesem Planeten gibt es Bibliotheken,
voll mit Büchern, geschrieben von Dichtern, Philosophen und Wissenschaftlern,
und vielleicht, wenn auf der Welt der Haß und die Gier so groß werden,
dass nichts, aber auch nichts mehr sie retten kann, dann vielleicht
gibt es dort auch ein Buch, das heißt: Der Untergang der Erde.
Es wird über uns berichten, über unser Leben, über unsern Tod
und über Feuer, das so groß war, dass keine Tränen es löschen
konnten bis hin zur letzten Sekunde, als die Erde aufhörte zu existieren.
(Puhdys: Das Buch)

Lasset alle Hoffnung fahren…

„Das Buch“ ist geschrieben worden. Es wird nicht ganz so schlimm, wie von den Puhdys besungen. Nicht die ganze Erde wird aufhören zu existieren, sondern nur das menschliche Leben in der Weise, wie wir es kennen und lieben.

Die Klimavereinbarung in Paris ändert nichts mehr. Wenn die Menschheit wirklich den Anstieg der durchschnittlichen Temperatur um 2 Grad verhindern wöllte, dürfte sie nach dem WBGU-Budgetansatz (WGBU 2009) nur noch 750 Milliarden Tonnen CO2 emittieren. Gleichzeitig beginnt jedoch der Run auf die Ressourcen der durch das Abschmelzen zugänglichen Arktis und an den Börsen werden bereits fünfmal mehr fossile Energieträger gehandelt, als dieses Budget vorsieht. Weder die durch den Rebound-Effekt (Umweltbundesamt 2014) aufgefressenen kleinen Erfolge bei der Steigerung der Energieeffizienz, noch strukturell völlig unwirksame individuelle Verhaltensänderungen, so gut gemeint sie auch sind, werden den Trend umkehren können. Deshalb zieht Harald Welzer in seinem Buch „Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird.“ die einzig realistische Schlussfolgerung:

„Man wird […] davon ausgehen müssen, dass das Problem des Klimawandels derzeit nicht lösbar ist, was bedeutet, dass die Erwärmung auch über die noch für kontrollierbar gehaltenen zwei Grad plus gegenüber dem heutigen Level hinaus fortschreiten wird.“ (257)

Für Vermutungen, was das für uns bedeuten wird, begibt sich Welzer nicht auf den Weg der Spekulation. Er schaut einfach nur, wie sich bereits in der Gegenwart ähnliche Probleme auf das Verhalten von Menschen auswirken. Wir selbst erleben, wie bereits ein Flüchtlingszuwachs im Prozentbereich der Einwohnerzahl Ängste und Gewalt schürt. Aber es deutet nichts darauf hin, dass der Versuch einer Abschottung gegen das weltweite Elend mittel- und langfristig erfolgreich sein könnte:

„Die mit der Erderwärmung einhergehenden Raum- und Ressourcenkonflikte werden in den nächsten Jahrzehnten fundamentale Auswirkungen auf die Gestalt der westlichen Gesellschaften haben…“ (Welzer 2009: 22)

In einer Zeit, in der Informationsmittel uns einen Blick in alle Regionen der Welt ermögli-chen, sollte es unmöglich sein, nicht zu bemerken, dass unsere Lebensweise zutiefst erschüttert wird. Aber die Verdrängung funktioniert gut. Während bei uns die Hitzewellen und Wetterunbilden für die meisten noch lange erträglich sein werden und eine Anpassung an den Klimawandel bereits regierungsamtlich vorbereitet wird (Bundesregierung 2008), ohne dass es unseren Alltag tangiert, sieht die Situation anderswo schon ganz anders aus. So ungleich, wie die unterschiedlichen Regionen in der Welt für die Ursachen des Klimawandels verantwortlich sind, so ungleich und ungerecht verteilen sich auch die Folgen. In vielen Bereichen der Welt gefährdet der Klimawandel bereits jetzt die Überlebensbedingungen und es ist abzusehen, dass im Jahr 2050 schon 2 Milliarden Menschen unter Wasserknappheit zu leiden haben werden (Welzer 2009: 132). Eine „Weltkarte von Umweltkonflikten“ (Carius u.a.: 2007) zeigt Brennpunkte von umweltbedingten Konflikten.

WBGU_2007_S 4
Brennpunkte der Sicherheitsrisiken durch den Klimawandel (WBGU 2007: 4)

Von Welzer werden die schon ausgebrochenen Umweltkonflikte tabellarisch aufgelistet (Welzer 2009: 158ff.). In Südamerika geht es dabei vorwiegend um Bodenzerstörung; bei Vertreibungen in diesem Zusammenhang kamen in El Salvador 70 000 Menschen ums Leben, in Guatemala 200 000 (ebd.: 161). In Mittelamerika dominieren ebenfalls Landnut-zungs- und Bodendegradationskonflikte, im Nahen Osten geht es zunehmend um Wasser und im subsaharischen Afrika kommen Wassermangel und Bodendegradation zusammen. Angesichts dieser Tatsachen muss man feststellen:

„es gibt Klimakriege, es wird getötet, gestorben, geflohen. Empirisch existiert nicht der mindeste Grund, zu glauben, dass die Welt so bleibt, wie wir sie kennen.“ (Welzer 2009: 249)

Denn auch wenn Mittelamerika, Südamerika, der Nahe Osten und Afrika weit weg sind, werden sich die Folgen dieser Katastrophen nicht dauerhaft von unseren Wohlstandsinseln aussperren lassen. Die Folgen des Klimawandels werden deshalb „nicht nur die Welt verändern und andere Verhältnisse etablieren, als man bislang kannte, sie werden auch das Ende der Aufklärung und ihrer Vorstellung von Freiheit sein.“ (ebd.: 17)

Klimawandel als Katalysator und Verstärker von Gewalt

Dass das europäische Erbe der Aufklärung, die Vernunft und die Forderung nach Freiheit für alle Menschen schnell in Frage gestellt werden, sobald das Gemeinwesen in Stress gesetzt wird, müssen wir angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise bereits erleben. Wie soll das erst weiter gehen, wenn die Folgen des Klimawandels und zerstörter Lebensgrundlagen noch deutlicher werden?

Schauen wir uns den Sudan als ein Beispiel an.

„Der Sudan ist der erste Fall eines krisengeschüttelten Landes, für den als sicher gilt, dass Klimaveränderungen eine Ursache für Gewalt und Bürgerkrieg bilden.“ (Welzer 2009: 24)

Im Sudan gab es seit 1968 mehrere Dürrekatastrophen, ca. 30% des Landes sind Wüste, wenn es mit der Erderwärmung und den sinkenden Niederschlägen so weiter geht wie in den letzten Jahrzehnten, werden weitere 25% des Landes zur Wüste werden. Aus dem nördlichen Sudan, den 30 Millionen Menschen bevölkern, sind bereits 5 Millionen Menschen geflohen, weil sich die Wüste in den letzten 40 Jahren um 100 Kilometer in den Süden ausgebreitet hat. Diese Verschlechterung der Lebenssituation hat Konflikte angeheizt, Milizen sind entstanden, die Menschen vertreiben und gleichzeitig die restlichen Ressourcen zerstören. Im Westsudan sank die Regenmenge ebenfalls in zehn Jahren um mehr als ein Drittel. Hier gibt es vor allem zwei Bevölkerungsgruppen: die nomadischen Viehzüchter und die sesshaften Bauern. In der Dürre 1984 versuchten die Bauern den Herden der Viehzüchter den Zugang zu versperren und die Viehzüchter konnten nicht akzeptieren, dass die Bauern große Gebiete Wildgras abbrennen, das ihr Vieh dringen braucht. Verschärft wurden die Probleme durch ein starkes Bevölkerungswachstum. Seit 2003 eskaliert die Lage in diesem Gebiet (Darfur). Rebellengruppen werfen der sudanesischen Regierung vor, Menschen in dieser Region zu unterdrücken, die Regierung geht dagegen u.a. mit arabischen Milizen vor.

Auch in Syrien, dies wurde erst nach der Buchveröffentlichung von Welzer deutlich, gehörte eine extrem weitreichende Dürre seit 2006 zu den Auslösern einer starken inländischen Migration, die den Druck in den Städten erhöhte und angesichts der unzureichenden Hilfe der Regierung die Proteste gegen Präsident Baschar Al-Assad anheizte. (Hammer 2011, Gleick 2014, Wendle 2015).

Syrien-Comic
Aus einem Comic zur Dürre in Syrien seit 2006
(Quinn, Roche 2011, übersetzt von AS)

In diesen und anderen Beispielen aus der Gegenwart zeigt sich ein verhängnisvoller sich selbst verstärkender Teufelskreis. Umweltdegradation führt zu Ressourcenkonkurrenz, Gewalt, Flucht und Migration und einer immer weiteren Konfliktverschärfung und Gewaltverstärkung – angeheizt durch die Folgen der Erderwärmung.

Klimawandel und Gewalt
Teufelskreis von ökologischer Zerstörung und Gewalt

Im Darfur-Gebiet geraten unterschiedliche Menschengruppen aufgrund der sich verengen-den Überlebensräume in Konflikte und diese Konflikte werden zumeist auch von ihnen selbst als ethnische Konflikte interpretiert.

Es gibt derzeit wohl keine Beispiele, die zeigen, dass Menschen in solchen Notzeiten kooperativ neue Wege der Bedürfnisbefriedigung finden. Eher werden bisher funktionierende Ressourcenverteilungs- und Konfliktlösungstraditionen durch die Dringlichkeit und die über sie hinwegziehenden Gewaltorgien nachhaltig zerstört. Es wird eingeschätzt, „dass das Risiko für ressourcenbezogene Konflikte steigt, 1. je fragiler ein Staat ist, 2. je geringer sich die Entwicklungsmöglichkeiten der Bürger darstellen und 3. je stärker die Korruption und die Ressourcenabhängigkeit die Wirtschaftsstruktur beeinträchtigen.“ (Tänzler u.a. 2011 : 12)

Harald Welzer (Welzer 2009: 247-248) muss schließlich zusammenfassen:

    1. Klimakriege finden in Regionen und unter Verhältnissen bereits statt, in denen Entstaatlichung und die Existenz privater Gewaltmärkte den Normalzustand darstellen. Jede negative Veränderung von Umweltbedingungen in solchen Regionen öffnet weitere Gelegenheiten und Räume für Gewaltunternehmer und damit darauf, Kriege auf Dauer zu stellen und über die jeweiligen Staaatsgrenzen hinaus zu tragen.
    2. Folgen des Klimawandels wie Bodendegradation, Überschwemmungen, Trinkwassermangel, Stürme etc. schränken Überlebensräume und -chancen ein und vertiefen bestehende Problemlagen. Die Asymmetrie zwischen begünstigten und benachteiligten Ländern wächst.
    3. Da Klimaveränderungen verletzliche Gesellschaften sowohl der Wahrscheinlich-keit wie der Dimension nach am tiefsten treffen, wird die Gewalt die Flüchtlings- und Migrationsbewegungen anwachsen lassen […].
    4. Grenzüberschreitende Migrationen erreichen die Inseln der Prosperität und Stabilität in Westeuropa und Amerika und veranlassen die staatlichen Akteure zu einer Verschärfung ihrer Sicherheitspolitik und Verstärkung ihrer Sicherheitskräfte. […]“

„Neuer Typus von Dauerkrieg“

Eben fanden wieder Ostermärsche statt. Es sollen wieder mehr Menschen auf der Straße gewesen sein als früher. Es gibt genug Gründe, gegen Kriegsbeteiligungen und Waffenliefe-rungen zu protestieren. Aber die Friedensbewegung hat ein Problem: Die Art der Kriege hat sich im letzten Vierteljahrhundert verändert. Die klassische Friedensbewegung hatte sich an der klassischen Form des Kriegs orientiert, bei der Staaten gegeneinander kämpfen. Hegels Konzept der Kriege geht zum Beispiel von dieser klassischen Form aus und würdigt an diesen Kriegen, dass sei „menschlich geführt“ würden, d.h. „die Person ist nicht in Haß der Person gegenüber“ (Hegel HW 7: 502, § 338 Zusatz). (vgl. Schlemm 2015)

Dieser Art Kriege entsprachen aber nach 1945 nur noch ein Viertel aller weltweit geführten Kriege (Welzer 2009: 129). Die von Hegel betrachteten „geregelten“ Kriege, „die eng mit spezifisch europäischen Staatsbildungsprozessen verknüpft“ waren (ebd.: 138), stellen seitdem eher eine Ausnahme dar. Eine neue Form von Kriegen nahm Überhand: Asymmetrische Kriege. Hier haben die Gegner nicht den gleichen Status, sondern die Kriege werden z.B. zwischen halbstaatlichen oder privaten Gewaltunternehmern und Bevölkerungen ausgetragen (ebd.: 139) wie in Darfur. Überall dort, wo traditionelle Konfliktregulationsformen zerfallen (wie z.B. durch neue Waffen für somalische Viehzüchter) oder Staaten zerfallen, entsteht dieser „neue Typus von Dauerkrieg“ (ebd.: 98).

Zu Dauerkriegen werden diese Kriege deshalb, weil die Konfliktparteien kein Interesse an einer Beilegung haben, sondern ihre Ökonomie auf der Existenz der kriegerischen Gewalt beruht: Waffengeschäfte, Rohstofflieferungen, Geiselnahme und auch die Aneignung der Ressourcen aus internationalen Hilfsgütern ermöglicht eine Art „Gewaltökonomie“ (ebd.: 99, vgl. 136, 142ff.).

Damit hat sich das anarchistische Wunschbild vom Zusammenbruch der Staaten derzeit in vielen Regionen als ein Alptraum ungebremster Gewaltorgien entpuppt. Die Realität zeigt, dass Kriegs- und Gewaltverhältnisse in Ländern ohne funktionierende Staaten der gesellschaftliche Normalzustand sind (ebd.: 100).

Eine Beilegung der Konflikte ist auch deshalb eher unwahrscheinlich, weil bei diesen Kon-flikten jeweils bestimmten Menschengruppen grundsätzlich das Lebensrecht abgesprochen wird.

„Ist ein Konflikt erst einmal so definiert, dass sich kategorial unterschiedliche Wir- und Sie-Gruppen gegenüberstehen, können Vermittlungslösungen gar nicht mehr gedacht werden, und das hat den fatalen Effekt, dass die zugrundeliegenden Konflikte auf Dauer gestellt sind, jedenfalls so lange, bis die eine Seite die andere besiegt hat.“ (Welzer 2009: 241)

Weg mit den Anderen – und wenns in den Tod ist…

In der Zeit des deutschen Faschismus hätten die braven Deutschen sicher nicht sofort dafür gestimmt, ihre jüdischen Nachbarn zu töten. Es begann scheinbar harmlos. Mit der Sperrung einiger Aufenthaltsorte für Juden, mit Entlassungen, mit dem Herunterhandeln des Werts ihrer vor der Emigration verkauften Wertobjekte und schließlich wurden die nicht Geflohenen abgeholt und die eigene Gardine wurde zugezogen, um das nicht sehen und darüber nicht nachdenken zu müssen. Das geschah ja alles „den Anderen“ (vgl. Welzer 2009: 223, 229). Noch dazu jenen, von denen ja schon lange gemunkelt und offen gesagt wurde, dass von ihnen die eigenen Probleme ausgehen.

„Jeder völkermörderische Prozess beginnt an einer Stelle, an der noch niemand an Mord denkt. Er beginnt dort, wo eine Bevölkerungsmehrheit ein gefühltes Problem hat.“ (Welzer 2009: 220)

Heutzutage sind es nicht mal die Nachbarn, mit denen wir schon lange zusammen leben – sondern es sind wirkliche Fremde, die zu verzweifelt zu uns gehören wollen. Natürlich war jeder Anlass anerkannt, wenn „andere Deutsche“ vom Osten in den Westen gingen. Den Vorwurf „Wirtschaftsflüchtling“ gab es so gut wie gar nicht. Jetzt, wo Menschen zu uns streben, die wirklich vom Tod und absoluten Notlagen bedroht sind, wird plötzlich mit anderen Maßstäben gemessen. Es sind ja „die Anderen“, die, die irgendwie nicht zu uns gehören.

Interessanterweise sind es oft jene Älteren, die selbst durch Flucht zu ihrer neuen Heimat gekommen sind, die am meisten Verständnis für die Flüchtenden haben. Die anderen jedoch haben meist sehr kalte Herzen und brüten ziemlich wirre „Gründe“ für ihre Ablehnung aus.

„Wenn man in einer Welt aufgewachsen ist, in der nie ein Krieg stattgefunden hat, nie die Infrastruktur durch ein Erdbeben zerstört wurde, nie Hunger geherrscht hat, wird man Massengewalt, Chaos und Armut für ein Problem halten, das für andere vorgesehen ist.“ (Welzer 2009: 208)

Dass die Ankommenden uns zeigen, dass ganz normale Menschen, eigentlich nette Leute, auch in solch verzweifelte Situationen kommen, von denen sie berichten, macht vielen so viel Angst, dass sie lieber die Menschen „aus den Augen, aus dem Sinn“ haben wollen, als sich den daraus erwachsenden Ängsten auszusetzen.

Während ich diesen Text schreibe, leeren sich die Turnhallen und Flüchtlingslager. Wir haben das geschafft… die Menschen sind weit weg, wir sehen ihr Elend nur noch durch den Filter der Medien, in denen über die katastrophale Lage in den Lagern vor den europäischen Grenzen berichtet wird. Aber auch dieses Problem wird gelöst: sie werden einfach zurück verfrachtet. Was später mit ihnen geschieht, wollen wir gar nicht wissen. Die Gewalt wird einfach wegdelegiert, der „deutsche Michel“ hat heutzutage den Vorteil, dass die finanziell, machtpolitisch und technologisch überlegenen Länder den Gewaltgebrauch jetzt unsichtbar und unidentifizierbar (Welzer 2009: 198f.) machen können.

Aus allen derartigen geschichtlichen Vorkommnissen lässt sich eins lernen: Die Unterschei-dung von „Uns“ und „Denen“ ist in aller Regel der Beginn der Unmenschlichkeit auch bei uns.

„Es besteht aller historischer Erfahrung nach eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die den Status von Überflüssigen bekommen und die Wohlstands- und Sicherheitsbedürfnisse von Etablierten zu bedrohen scheinen, in großer Zahl zu Tode kommen werden…“ (Welzer 2009: 276)

Das Wort „Überflüssige“ kennen wir auch aus unserer Sozialpolitik. Die Gefahr, „überflüssig“ zu werden, kennen hierzulande inzwischen recht viele Menschen. Und das „Überflüssige“ kein Lebensrecht haben, wissen sie auch. Vor allem deshalb entsteht die verflixte Konkurrenz ums Überleben-Dürfen gerade zwischen den verschiedenen Gruppen der „Überflüssigen“ bzw. denen, die davor Angst haben.

Die Hoffnung, dass man Unrecht hat…

Markus Metz und Georg Seeßlen schließen ihren deprimierenden Artikel über den Verlust der Hoffnung, „die Hölle auf Erden“ noch zu verhindern, mit dem Hinweis ab, dass ein Science-Fiction-Autor jetzt „eine kleine, rebellische Gruppe von Menschen“ erfinden würde, die sich dem Verhängnis noch entgegen stellen kann. „Science Fiction eben“ (Metz, Seeßlen 2016).
Schon „Das Buch“ haben die Pudhys natürlich in der Hoffnung geschrieben, „dass dieses Buch niemals erscheint“. Dieser Gedanke findet sich auch bei Welzer, denn er schreibt zu seinem Buch:

„Aber es gibt Bücher,
die schreibt man in der Hoffnung,
dass man Unrecht hat.“ (17)

Literatur

Carius, Alexander; Tänzler, Dennis; Winterstein; Judith (2007): Weltkarte von Umweltkonflikten – Ansätze zur Typologisierung. Externe Expertise für das WBGU-Hauptgutachten „Welt im Wandel: Sicherheitsrisiko Klimawandel“. Berlin. (abgerufen 2016-04-02)

Die Bundesregierung (2008): Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel. (abgerufen 2016-04-03)

Gleick, Peter H. (2014): Water, Drought, Climate Chang, and Conflict in Syria. In: Weather, Climate and Society (American Meteorological Society Journal), Vol. 6 Issue 3, July 2014, S. 331-340. (abgerufen 2016-03-20)

Hammer, Joshua (2013): Is a Lack of Water to Blame for the Conflict in Syria? In: Smithsonian Magazine, June 2013. O (abgerufen 2016-03-20)

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (HW 7): Grundlinien der Philosophie des Rechts. Band 7. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1970.

Metz, Markuns; Seeßlen, Georg (2016): Die Bösen, die Dummen und die Gemeinen. neues deutschland, 9./10. April 2016, S. 25.

Quinn, Audrey; Roche, Jackie (2011): Syria´s Climate-Fueled Conflict. In On Stunning Comic Strip. (abgerufen 2016-03-20)

Schlemm, Annette (2015): Äußeres Staatsrecht, Krieg und der Übergang in die Weltgeschichte. (bei Hegel)(abgerufen 2016-04-03)

Tänzler, Dennis; Westerkamp, Meike (2011): Rohstoffkonflikte nachhaltig vermeiden. Konfliktrisiken bei Zugang und Nutzung von Rohstoffen (Teilbereicht 1). Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. (abgerufen 2016-04-03)

Umweltbundesamt (2014): Rebound-Effekte. (abgerufen 2016-04-03)

WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) (2007): Sicherheitsrisiko Klimawandel. (abgerufen 2016-03-20)

WBGU (2009): Der WBGU-Budgetansatz. Factsheet Nr. 2/2009. (abgerufen 2016-04-03)

Wendle, John (2015): The Ominous Story of Syria´s Climate Refugees. Farmers who have escaped the battle-torn nation explain how drought and government abuse have driven social violence. In: Scientific amerikan, 17.12.2015. (abgerufen 2016-03-20)