Seit mehr als einem Vierteljahrhundert beschäftige ich mich innerhalb des Freundeskreises „Zukunftswerkstatt“ mit den „Globalen Problemen der Menschheit“.

Das Ende der Systemkonfrontation nahm einen Spieler vom Feld, aber keins der Globalen Probleme, wie Kriege, Umweltzerstörungen oder Ausbeutung der sog. „Dritten Welt“ kam ihrer Lösung auch nur einen Schritt näher. Mit der „Wiedervereinigung“ kam uns „Ossis“ der unersättliche Konsumismus näher und wir erleben seitdem, dass wir uns um Arbeitsplätze balgen müssen, auch wenn wir an ihnen die Naturzerstörung vertiefen.

In den Neunzigern begann dann endlich auch die Politik die Warnungen über die Gefährdung der Erdatmosphäre ernst zu nehmen und ein Reigen von Konferenzen begann, deren Ergebnisse weit hinter dem zurück blieben und bleiben, was notwendig ist.
Das Ozonloch konnte gestopft werden, weil der verursachende Faktor (FCKW) technisch recht leicht ersetzt werden konnte (einen interessanten Einblick in die Rettung der Ozonschicht gibt Pötter 2007). Auch bei der Senkung der Treibhausgasemissionen machten die hochentwickelten Industriestaaten durchaus Fortschritte, diese Senkung konnte den Anstieg der Emissionen aus den sich entwickelnden Ländern aber nicht kompensieren und ist auch noch deutlich von der Senkungsrate entfernt, die für die Erfüllung der Klimaschutzziele bis 2050 nötig wäre. Die globalen Probleme wachsen sich mittlerweile zu globalen Gefahren aus, die vielleicht nicht gleich die Existenz der menschlichen Lebensform, aber doch den erreichten Stand der Zivilisation bedrohen.

„Ich komme mir manchmal wie jemand vor, der von einem Wolkenkratzer herunterspringt und glorreich verkündet, wie er mit jedem Stockwerk, an dem er vorüberfliegt, sich seine Geschwindigkeit erhöht, daß das Bruttosozialprodukt steigt und er nicht merkt, daß das überhaupt kein Grund für Triumph ist.“ (Dürr, zit. in Zukunftswerkstatt Jena 1992: 41)

Dass die Vorhersagen des Berichts „Grenzen des Wachstums“ an den Club of Rome nicht eingetreten seien, ist übrigens ein Irrtum. In der folgenden Abbildung (aus Turner 2014: 8) zeigen die durchgezogenen Linien die wirklichen Entwicklungen und diese folgen den Berechnungen aus dem Szenario „Business as usual“ (gepunktet) erstaunlich gut und weichen nur wenig ab. Ressourcen schwinden (nur ein wenig langsamer als vermutet), Umweltverschmutzung nimmt zu (auch nur wenig stärker, als vermutet), Industrieproduktion und Nahrung pro Person steigen, die Geburtsrate und die Todesrate sinken, während die Bevölkerungsrate steigt:
Mittlerweile schiebt sich jedoch die Erwärmung der Erdatmosphäre als gefährdender Faktor in den Vordergrund, weil er in naher Zukunft das Milieu, in dem alles menschliche Tun sich abspielt, entscheidend ändern wird. Welche historische Bedeutung eine Verschiebung der mittleren globalen Temperatur um nur wenige Grad haben kann, zeigt eine historische Einordnung.

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