Man soll aus Erfahrungen lernen. Bisher ist nicht zu erkennen, dass es gelingen könnte, die Treibhausgasemissionen auf einen Stand zu begrenzen, bei dem gefährliche Folgen abgewendet werden könnten. Das „Fenster der Möglichkeiten“ dafür schließt sich gerade, während sich gleichzeitig die Menschen langsam an die Gefahrenmeldungen gewöhnen und sie umso weniger ernst nehmen. Dabei stellen wir jetzt die Weichen für die Gestaltung der Lebensbedingungen unserer Nachkommen. Die Temperaturen können sich schon in der nächsten Generation um 3,6 Grad erhöhen, in den nächsten 90 Jahren insgesamt um 7,2 Grad.

Die folgende Abbildung (leicht ergänzt aus DWD 2017) zeigt diese Bedingungen für die Lebenszeit von jetzt geborenen Kindern und deren Kindern:

Was wäre denn daran so schlimm? Aus dem Jahr 2006 stammt eine Darstellung der möglichen Auswirkungen bei einer weiteren Temperaturzunahme (aus Stern 2006, deutsch von Präger):

Die bisherigen Treibhausgasemissionen akkumulieren sich so, dass die jetzige globale durchschnittliche Temperaturerhöhung sich von 0,85 Grad bis 1,5 Grad und höchstwahrscheinlich auch auf 2 Grad steigern wird. Bei 2 Grad wird Hunger in Afrika und Westasien zunehmen, bis zu einer Milliarde Menschen leiden unter Wasserknappheit, der Amazonas-Wald ist gefährdet, Stürme, Waldbrände und Dürren haben längst zugenommen. Ab 4 Grad Erwärmung gibt es in Afrika ein Drittel weniger Ernteerträge, der Meeresspiegel gefährdet Städte wie London, Shanghai, New York und Hongkong. Wie wir wissen, mussten die Klimawissenschaftler die Gefährdungen bei bestimmten Temperaturanstiegen im folgenden IPCC-Bericht (IPCC 2014b: 13) sogar noch höher einstufen, als es zu Zeiten des Stern-Reports bekannt war. Für die einzelnen Regionen der Welt wurden neuere Untersuchungen von der Weltbank veröffentlicht (World Bank Group 2014).

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