Ich hatte in einem der letzten Texte zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik geschrieben:

„Die Aufgabe von Wissenschaft ist, Möglichkeiten zu erkunden, also zu prognostizieren, was welche Handlungen und Unterlassungen mit bestimmter Wahrscheinlichkeit für Folgen haben.“

Die Aussagen über die Möglichkeiten sind natürlich wie immer mit Unsicherheiten behaftet. Während der IPCC-Prozesse wurden hier Vereinbarungen entwickelt, die eigentlich vorbildhaft für viele andere wissenschaftliche Aussagen werden könnten. Schon bei einfacher Labortätigkeit gehört zu jedem Messwert auch eine Angabe der Messunsicherheit, aber bei so komplexen Themen wie dem Klima ist die Herausforderung sehr groß. Das Ergebnis klingt dann z.B. so:

„Die Erwärmung des Ozeans dominiert den Zuwachs der im Klimasysem gespeicherten Energie und macht mehr als 90% der zwischen 1971 und 2010 akkumulierten Energie aus (hohes Vertrauen). Es ist praktisch sicher, dass sich der obere Ozean (0-700 m) von 1071 bis 2010 erwärmt hat (siehe Abbildung…) und wahrscheinlich, dass er auch zwischen 1870 und 1971 wärmer geworden ist.“ (IPCC 2013: WGI-6)

„Praktisch sicher“ und „wahrscheinlich“ drücken die Möglichkeit des Eintritts eines bestimmten Ereignisses aus, also seine Wahrscheinlichkeit. „Praktisch sicher“ bedeutet eine Wahrscheinlichkeit von über 99% und „wahrscheinlich“ von einer Wahrscheinlichkeit über 66%.

Wie sicher und einig sich die WissenschaftlerInnen sind, zeigt die Kennzeichnung ihres Maßes an Vertrauen in die jeweilige Aussage. Hier spielen zwei Faktoren eine Rolle: das Maß an Belegen für ein Ergebnis und der Grad des Einvernehmens in der Literatur zu dieser Aussage:

Genauere Erläuterungen dazu gibt es in Wikipedia.

Die Nachfrage nach einer möglichst hohen Sicherheit der Aussagen kommentiert John Ditchbum (2007):

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