Die Zugriffszahlen auf den Blog sinken täglich, man merkt, dass viele Menschen in diesen Tagen Besseres zu tun haben als online zu sein. Ich wünsche allen, die es dennoch irgendwann tun, alles alles Gute fürs nächste Jahr. Persönlich sowieso und ich hoffe auch, dass es für uns alle nicht nur bergab geht, sondern es noch ermutigende und hoffnungfrohe Momente und Zeiten gibt.

Gestern habe ich einen sehr berührenden Film über Erich Kästner gesehen, deshalb ergänze ich hier gern noch ein Gedicht für die Weihnachtszeit von ihm:

Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag

Zweitausend Jahre ist es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens.
Du sahst Gewalt und Polizei,
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wußtest, wie das Elend tut
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!
Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!
Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand beging.
Es war genau wie heute.
Die Menschen wurden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst. Und alles blieb
beim alten.
 

Erich Kästner

 

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