Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“. (Version 1.10, 05.02.2019)


In mehreren Gesprächen mit den Autoren des Buches wurde mir erklärt, dass der Anspruch nicht darin bestand, zu behaupten dass ein Zustand, der dem „Begriff vom Menschen“ ohne Einschränkung entspricht als nächstes verwirklicht würde, gleich gar nicht mit Notwendigkeit. Es ginge nur darum die Möglichkeit wissenschaftlich herzuleiten: „Wir haben die Möglichkeit wissenschaftlich hergeleitet, Nicht, dass das als nächstes kommt“ steht in einem entsprechenden Protokoll.

Dies richtet sich gegen Annahmen, die erwünschte Utopie sei für Menschen gar nicht möglich, weil sie nicht deren Natur/Wesen entspräche. Worauf es Simon und Stefan ankommt ist zu zeigen, dass es im „Begriff vom Menschen“ liegt, inklusionslogische gesellschaftliche Strukturen zu schaffen, in denen es nahegelegt ist, die eigenen Bedürfnisse nicht mehr auf Kosten anderer zu befriedigen.

Danach nehmen sie den Gedanken dieser Möglichkeit auf und wollen genau diese als die von ihnen vertretene „kategoriale Utopie“ weiter entwickeln. Dies tun sie so, dass sie weiterhin nicht von Bedingungen sprechen wollen. Die inklusionslogisch strukturierte Gesellschaftsutopie ist also weiterhin eine (von Bedingungen abstrahierende) abstrakte Utopie, soll aber selbst auch eine konkrete Gesellschaftsformation kennzeichnen.

Dass diese Utopie abstrakt ist, zeigt sich auch daran, dass als Voraussetzungen nur jene erarbeitet werden, die sich aus dem Begriff ergeben: Freiwilligkeit und kollektive Verfügung. (vgl. hier Abschnitt 4.4.3). Wenn sie richtig abgeleitet wurden, sind sie durchaus notwendig, aber ob sie hinreichend sind für den Wunsch, dadurch verwirkliche sich das maximal Mögliche des im „Begriff vom Menschen“ Angelegten, wird nicht gefragt.


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