Nein, es hat nicht geregnet bei der 20. Demo „Friday4Future“ in Jena. Es sollen 400 Menschen gewesen sein, diesmal nicht nur junge, sondern auch der Seniorenbeirat hatte aufgerufen, die Enkel zu unterstützen und die Scientists- und Parents4Future waren auch wieder dabei.

Meiner Meinung nach müssten es aber viel mehr sein, so dringlich war noch kein Anliegen, für das jemals demonstriert wurde.
Es geht im wahrsten Sinne des Wortes ums Überleben. Es ist schon „5 nach 12“, auch wenn sich der Klima-Umbruch voriges Jahr für die allermeisten bei uns nur als „schöner Sommer“ gezeigt hat. Dürre- und Unwetter-Folgen betreffen ja vorerst noch längst nicht alle. Und solange scheint es für die allermeisten mit „Business as usual“ weiter zu gehen.

Ich habe mit mehreren Menschen, die am  Freitag mittag Zeit hatten, darüber gesprochen, warum man als  normal arbeitender Mensch nicht auch streiken kann.  Hier treffen wir auf die wirklich entscheidenden Realitäten. Der Kapitalismus ist demokratisch genug,  400 Leute auf der Straße und ein paar (es betrifft ja längst nicht die Mehrheit) SchülerInnen außerhalb der  Schule aushalten zu können. Es tut ihm nicht wirklich weh… und wer auch sonst politisch nie geschlafen hat, kann sich an viele ähnliche Demos, z.T. mit viel mehr Leuten, z.T. mit über 200fachen Wiederholungen erinnern, die nichts bewirkt haben.

Solch ein Misserfolg wäre diesmal viel fataler. Ob das zu einer Verbreiterung und Radikalisierung der Bewegung führt, wird sich noch zeigen.  Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.

In der Stadtkirche gabs extra für diese Veranstaltung eine Ausstellung über die Möglichkeiten der Energiewende, speziell in der Region Jena. Leider wurde sie wenig  besucht. Das kann man nachholen beim Umwelttag Jena 2019.

Die Klimaschutz-Bewegten in Jena gehen aber nicht nur auf Demos. Was dort, z.B. als Forderungen an die Kommunalpolitik gesagt wurde, war zum Teil gut vorbereitet. In mehreren Gesprächsrunden unter Älteren wie Jüngeren ging es mitunter heiß her bei der Debatte um den Sinn und Zweck und die Möglichkeit oder Unmöglichkeit von Vorschlägen wie einem ticketlosen Nahverkehr, der  Förderung von erneuerbaren Energien und vielem mehr.

Hier zeigt sich, dass es einerseits zwar um Forderungen an die  Politik gehen muss, um die  Türen zu öffnen für klimafreundliche Maßnahmen – dass aber auch das Leben von uns selbst sich  maßgeblich verändern muss, wenn wirklich entscheidende Weichen richtig gestellt werden sollen. Wer keine Zeit für Demos hat, kann sich wenigstens hier beteiligen:

Für jene, die weiter informiert sein wollen, oder gar selbst aktiv werden möchten,  gibt es in der nächsten Zeit viele Möglicheiten:

Termine zum Thema Klima in Jena für die nächsten Monate gibts auf  der Webseite des Klimanetzes Jena und Region.

Übrigens, auch der Lauti wurde diesmal ökologisch gezogen bzw. geschoben: