Dies gehört zu meinem Bericht von der Langen Nacht der Wissenschaften am PIK Potsdam.


Dass der Golfstrom, der das Klima in Nordeuropa stark beeinflusst, schwächer werden könnte, wurde früher einmal vermutet und dann wurde jedoch Entwarnung gegeben. Neuerdings jedoch kommt er wieder ins Gespräch. In einem sehr guten Vortrag von Stefan Rahmstorf, bei dem er von Darstellungen der Klimakatastrophen in Filmen ausging, erklärte er, dass sich der Golfstrom tatsächlich seit 50 Jahren um ca. 15% abgeschwächt hat. So schwach war der Golfstrom seit mindestens 1000 Jahren nicht. Das folgende Bild zeigt, wie sich (links) die Wassertemperaturen verändern, wenn man eine Verdopplung des CO2-Gehalts annimmt (das warme Wasser staut sich dann an der Ostküste der USA) und (rechts) was die Messdaten an Veränderungen seit 1870 zeigen:

Rahmstorf schreibt dazu auch in seinem Blog

„Ich kenne keinen anderen Mechanismus, der dieses räumliche und zeitliche Muster erklären könnte, als eben eine Abschwächung des Golfstromsystems.“

Man könnte denken, dass für Europa eine Abschwächung der „Golfstrom-Heizung“ der globalen Erwärmung entgegen wirken könnte… aber leider funktioniert es nicht so einfach. Es wird eher vermutet, dass sie auch zu verstärkter Sturmaktivität und einem verstärkten Anstieg des Meeresspiegels an der US-Küste führen könnte…

Durch unsere klimaschädlichen Aktivitäten schrauben wir also an Prozessen, die mit Folgen zurückwirken, die wir nur ansatzweise überschauen können und die Aussichten für die Zukunft sehr verdüstern…