Einen Tag nach der Eröffnung des diesjährigen  Klima-Camps im Leipziger Land (in Pödelwitz) reisten R. und ich mit Bahn und Fahrrad an, um uns ein wenig umzuschauen. Schon von weitem sahen wir das Kraftwerk, an dem an das Dorf angrenzenden Tagebau Schleenhein kamen wir nicht heran.  Stattdessen begrüßten uns Plakate an den Zäunen des Tagebaus mit dem netten Spruch: „Zelt aufschlagen  – friedlich tagen“. Frommer Wunsch: die Braunkohleindustrie gefährdet nicht nur das Dorf, sondern unser aller Atmosphäre und wir sollen schön gemütlich zelten… Die Orte des Klimawandels sind nicht die schmelzenden Gletscher, sondern solche wie hier!!!

Die  Zelte der Teilnehmenden stehen recht eng,  im Küchenbereich wird gekocht, im großen Veranstaltungszelt gesprochen, und vor dem Aufsteller mit dem Programm wurden Tagespläne gemacht. Ich kenne das von anderen  Camps, und finde es nun doch schade, dass ich diesmal nicht mehrere Tage teilnehme. Wir schauten in die Informaterialien und nahmen uns einiges mit. Zu meiner „Ausbeute“ gehörte auch die Zeitschrift ak, der ich den kritischen Artikel zur CO2-Bepreisung entnahm. Mein Laptop wird einen neuen Aufkleber bekommen mit der Botschaft:

„We are the ones,
we`ve been waiting for.

In Pödelwitz selbst engagiert sich eine Gruppe mit dem treffenden Namen: „Aufstand am Abgrund!“ (AAA). Wenn man durchs Dorf geht, dominieren jetzt schon verlassene Höfe, grasbewachsen, mitunter mit ziemlich neu gedeckten Dächern. Vielleicht war es ja irgendwann mal nötig, die gesellschaftliche Entwicklung auch  mit Braunkohle anzufeuern. Aber diese Zeiten sind definitiv vorbei. Umso mehr ist jeder weitere Ausbau der Braunkohleförderung nicht mehr zu verantworten. Es werden viel, viel mehr Menschen unter dem Klimawandel zu leiden haben, als jetzt noch von Arbeitsplätzen profitieren. Gebt die arbeitenden Menschen ein Existenzgeld, gebt sie frei für anderes, was sie genau so lieben werden wie die Arbeit in der Kohle.