Wirtschaftliche Aktivitäten sind eine große Quelle für Treibhausgase. Direkt stammten 2016 7% der Treibhausemissionen aus Industrieprozessen. 14% der energetisch bedingten Emissionen stammen aus der Industrie.

Wenn also die Erwachsenen – zumindest jene in den Bereichen, in denen diese Emissionen entstehen – ebenso wie die Schüler*innen von FridaysForFuture echt jeden Freitag streiken würden, könnten diese Emissionen um ein Fünftel reduziert werden.

Leider wird dieser Effekt in der neuen Studie des Umweltbundesamts zur Frage: „Arbeitszeitverkürzung – gut fürs Klima?“ nicht untersucht.

Dort geht es lediglich um den Einkommenseffekt (für unterschiedliche Szenarien bezüglich des Lohnausgleichs), den Zeiteffekt und den Verkehrseffekt. All diese Effekte beziehen sich auf das Verhalten der Menschen in der frei gewordenen Zeit.

Wie zu erwarten, ist die Emissionssenkung vor allem dann wirksam, wenn es keinen Lohnausgleich gibt, weil dann weniger konsumiert wird. Der Verkehr reduziert sich nur, wenn wirklich einen Tag weniger gearbeitet wird, weil 1/5 der Pendelfahrten wegfallen, die insgesamt ca. 29% aller Autofahrten ausmachen. Daraus ergäben sich Emissionseinsparungen von ca. 8,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Auch hier dürfte ein sog. Reboundeffekt zu erwarten sein, da mehr Freizeit auch mit mehr emissionsreichen Aktivitäten verbunden sein kann.

Die Bilanz der Studie heißt dann auch:
„Nötig ist eine umfassende Politik für gesellschaftlichen Wandel“.

Um die Reboundeffekte zu vermeiden muss es einen „gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Zeitnutzung“ geben. Die staatliche Politik kann eine „über lokale Initiativen hinausgehende Suffizienzpolitik“ unterstützen und zwar durch

  • den Abbau von „finanziellen, zeitlichen und infrastrukturellen Hürden für nachhaltige Lebensstile in […] Mobilität, Ernährung, Bauen und Wohnen, Energie etc.“;
  • die Verbesserung der Rahmenbedingungen „für ehrenamtliches Engagement, private Pflege und wenig konsumintensive Freizeitbeschftigungen (Bsp. Breitensport);
  • und die Förderung „genossenschaftlicher  Modelle des Produzierens, Reparierens, Handelns, Wohnen etc.
  • sowie sozialer Innovationen“

Es gilt also, solche  Forderungen zu stellen und… auch als Lohnarbeiter*in zu streiken bzw. dafür einzutreten, dass derartige politische Streiks möglich werden. Auch wer das wirklich noch nicht selbst wagen kann: Reden Sie darüber mit möglichst vielen anderen. Fragen  Sie sich und andere, warum sie in einer freien Welt an dieser Stelle daran gehindert sind, sich an der  Rettung der Zvilisation zu beteiligen…

Die nächsten Streiktermine sind:

  • 20. September 2019 (Treffpunkt in Jena: 14 Uhr Stadtkirche)
    in Berlin: Camp We 4 Future vor dem Bundeskanzler*innenamt in Berlin vom 19.-27. September. (dort bin ich auch am 20. und 21., am 21. mit einem Workshop)
  • 27. September 2019 (Treffpunkt Erfurt: 12 Uhr Am Hirschgarten)