Was sich viele vorstellen können, erlebte ich auch auf der zweiten Veranstaltung im „Sprechsaal“, auf der ich an diesem Abend war. Neben zwei anderen eher politischen Klimadebatten an diesem Abend, von denen ich erfuhr, las ich im Internet etwas über einen Kongreß mit dem Titel „Ist Freitag Zukunft?“. Das versprach einen mehr künstlerischen Zugang, worauf ich mal richtig Lust hatte und gespannt war. Die musikalisch-textliche Einführung, u.a. mit dem als Schauspieler bekannten Robert Stadlober war auch richtig gut. Danach ging es weiter mit einem kleinen Vortrag zum Stand der Klimaproblematik durch einen Klimawissenschaftler und einem Podium, zu dem außer den bisher Aktiven noch eine Zukunftsforscherin kam. Nach der Thematisierung der Probleme, die – wie Robert Stadlober beim Lesen des DDR-Dissidenten Robert Havemann gefunden hatte – schon sehr alt ist, wurde nun nach Utopien gesucht. Allerdings fiel beim Gespräch über diese Thematik die Bemerkung, dass es vielleicht schon zu spät sein könnte. Wäre das Gespräch nur ganz ernsthaft hier weiter gegangen! Letztlich hat es niemand ertragen. Nein, das kann ja doch nicht sein. Der Klimawissenschaftler verriet, dass er eigentlich auf so was wie ein Wunder warte, denn: bisher habe sich doch oft was vorher noch nicht Geahntes ergeben in der Geschichte, deshalb können wir auch nicht wissen, ob nicht doch noch was erfunden wird, was uns rettet. Okay, wir können es nicht wissen aber eben auch nicht drauf bauen! Einer der Zuhörer baute in einem kurzen Beitrag aber schon auf das, was auch als Climate-Engineering bekannt ist. Er erwähnte das ganz selbstverständlich, unhinterfragt. So weit ist es also schon. Ich hatte grad auf der Zugfahrt eine Zusammenfassung zum Stand dieser Techniken gelesen, wobei die Bilanz ernüchternd war. Zu aufwendig, zu wenig effektiv, zu wenig Land für die einzigen sinnvollen biologisch aktiven Technologien vorhanden (oder in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion).

Ich sitz da so da, schaue mir an, worauf so die Hoffnung gesetzt wird…  und denk mir meinen Teil. Es wird noch eine Weile dauern, bis das große Erschrecken kommen wird über die Vergeblichkeit dieser Hoffnungen. Ich hab auch nicht immer Lust, sie zu zerstören, denn was hilft es den Leuten, die endlich aufgewacht sind, nun gleich noch unglücklicher zu werden. Sie suchen erst mal nach den nächstliegenden Rettungsringen. Wie auch jene, die auf die CO2-Bepreisung setzen. Mal sehen, wie viele wir noch ausprobieren, bis wir uns zu schwimmen trauen.


Und am 21.09.2019 berichte ich beim „We 4 Future“-Camp ab 15 Uhr im Zelt 1 über meine Gedanken zu den Zukunftsaussichten für die Menschheit zwischen Dystopie und Eutopie…