Rechte Ideologien in Klima- und Umweltschutz

Wer verstanden hat, dass die (Um-)Weltzerstörung nicht ewig weiter gehen kann, ohne dass die Grundlagen allen Lebens und damit auch von uns gefährdet werden, versteht meist, dass sich etwas grundlegend ändern muss. Bei der Frage, was sich wie ändern muss, werden die Überlegungen aktiviert, die man sowieso schon darüber hat, was anders werden sollte. Linke Konzepte verweisen darauf, dass die Ursache für Ausbeutung und Unterdrückung in aller Welt und die Ausgrenzung jeweils Schwächerer oder „Anderer“ und für die Zerstörung der Lebensgrundlagen die gleichen sind: die Kapitalistische Wirtschafts- und die damit verbundene konsumistische Lebensweise und dazugehörige kulturelle Entsprechungen. Der Aufbau einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft, ob sozialistisch, kommunistisch oder commonistisch sollte diese Wurzel ausreißen und auch ein neues Naturverhältnis ermöglichen. Rechte sehen eher ihre „Heimat“ gefährdet und verweisen auf den angeblich schädlichen Einfluss von allem „Fremden“ und sehen als Lösung z.B. die Verwirklichung von völkischen Siedlungsplänen (vgl. Röpke, Speit 2019). Oder sie sehen gleich alle Menschen als „Schädlinge“ an, oder als „Krebsgeschwür“.

Hoppla, letzteres wird ja häufig auch scheinbar ganz harmlos geäußert. Ganz harmlos? Unwissenheit schützt vor den Folgen nicht.

Darüber, wohin solche Konzepte wie die Tiefenökologie vor allem bei der radikalen Umweltbewegung Earth First! zu wahrlich menschenverachtenden Ideologie werden, hatte ich bereits berichtet (Schlemm 2019). Hier berichte ich über neuere Auseinandersetzungen mit rechten Tendenzen im Umwelt- und Klimaschutz.[1] Ich stütze mich dabei stark auf die Arbeiten der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN). Es geht darum zu erkennen, welche Denkmuster und Argumentationen ins rechte Repertoire gehören, denn: „[v]iele Forderungen der braunen Grünen decken sich mit denen von Umweltverbänden oder Bündnisgrünen. Doch wer genauer auf die Begründungen achtet, hört fast immer die rechtsextreme Gesinnung heraus: Umwelt- oder Tierschutz ist […] eingebettet in ein rechtsextremes Weltbild.“ (Staudt 2012: 14).

Im Februar 2019 ergab eine Studie, dass sich rechte Parteien noch gegenüber dem Thema des  Klimawandels sperrten. So leugneten 7 rechte Parteien im Europaparlament den anthropogenen Klimawandel, weitere 11 rechtspopulistische und rechte Parteien in Europa verweigerten sich dem Thema ebenfalls. (Schulte vom Drach 2019) Besorgnis zeigten sie nur, wenn es um die engere „Heimat“ geht, etwa beim Kampf gegen Windkraftanlagen. Auch multilaterale Klimaschutz-Abkommen wurden als Eingriff in die kleinregionale „Souveränität“ abgelehnt.

Aber schon im Sommer wollen manche von ihnen jetzt auch „öko sein“ (Fiedler 2019). Rechtsorientierte Parteien in Dänemark und Schweden beginnen ihre Haltungen anzupassen (Schaller 2019). Die AfD bleibt noch bei ihren ablehnenden Haltung gegenüber dem menschengemachten Klimawandel: „Ein besonders schneller oder starker Anstieg der globalen Mitteltemperatur ist derzeit nicht zu beobachten.“ (AfD, AK Umwelt 2019) Haben die Tomaten auf den Augen?? Spüren die das nicht? Leben die denn nur in klimatisierten Büros? – In der BRD sind wir in der „bevorzugten“ Lage, den global durchschnittlichen Temperaturanstieg (seit 1881) von ca. 1 Grad noch um 0,5 Grad zu übertreffen (UBA 2019: 7).

Aber auch die AfD äußert sich inzwischen deutlicher zu Umwelt-und Klimafragen (vgl. Ituen, Korduan 2019). Dies aber nicht der Umwelt zuliebe, sondern als Waffe im politischen Kampf. Der umweltpolitische Sprecher der AfD, Karsten Hilse, wird mit folgendem Satz zitiert:

„Bisher haben wir immer nur auf die Grünen reagiert. Jetzt wollen wir in den Angriffsmodus.“ (nach Fiedler 2019)

In der rechten Zeitschrift „Compact“ wird denn auch über die „Diktatur der Grünen“ hergezogen. Dabei geht es nicht gegen den Klimawandel, sondern gegen den Klimaschutz, dessen Nachteile im wirtschaftlichen Wettbewerb aufgezeigt werden sollen. Nicht jede regionale Initiative gegen Windkraft muss von rechts initiiert oder unterwandert sein – aber die einseitige Bezugnahme auf zu schützende Vögel oder den Wald in der unmittelbaren Umgebung zeigt genau das egoistische Muster bei der Ausgrenzung der Interessen anderer. Die Verschiebung der Kosten des eigenen Lebenswandels woanders hin (bloß nicht in meinem Hintergarten!) kann von den Rechten gut aufgegriffen werden und passt in deren Denkweise. Und wer einem dann auch noch erklärt, dass man das Auto nicht in Frage stellen muss, den muss man doch mögen (und wählen), oder? Dass man die echt gefährliche Atomenergie fördern will, während erneuerbare Energietechniken praktisch abgeschafft werden soll, wird als Widerspruch kaum gesehen. Hauptsache, es bleibt schön so wie es ist: „Uns“ soll es gut gehen und die Folgen verleugnen „wir“ bis zuletzt.

Die rechtsorientierten „Umweltschützer“ machen auch auf echte Probleme aufmerksam, die mit der Energiewende verbunden sind. Aber sie stellen diese nicht in einen Bezug den Kosten und Opfern, den ein Verzicht auf die Energie- und klimapolitische Wende mit sich bringen würde. Braun- bzw. Steinkohle verursachen z.B. in 100 Jahren 69 bzw. 62,7 Cent/kWh Klima- und Umweltkosten, Photovoltaik dagegen nur 4,8 (Matthey, Bünger 2019: 18). Der AK Umwelt der AfD schreibt in der „Dresdner Erklärung“, eine Gemeinschaft müsse sich Umweltschutz leisten können. Was der Verzicht auf Umweltschutz kostet, wird ausgeblendet. Allein für Unternehmen könnten bereits in den nächsten Jahren durch den Klimawandel Geschäftsrisiken mit weltweit rund einer Billion Dollar Schäden entstehen, etwa durch die Verschlechterung des Zugangs zu sauberem Wasser. Auch deutsche Firmen befürchten Kosten von 21,1 Milliarden Dollar. (SPIEGEL ONLINE, 4.6.2019) Nicht sachlich ist z.B. auch die einseitige Darstellung von getöteten Vögeln an Windrädern (zwischen 10 000 und 100 000), wenn sie nicht auch verglichen wird mit denen, die die auch sonst durch unsere moderne und industrialisierte Lebensweise sterben (allein 18 Millionen an Glas und Glasscherben, noch viel mehr durch Agrargifte und Naturzerstörung). Die Bevorzugung von großen Investoren und ungenügende BürgerInnenbeteiligung machen es Rechten auch leicht, Wut auf Bevormundung zu schüren und anzuheizen.

Derzeit verschieben sich viele öffentliche, vor allem Online-Diskurse sowieso immer weiter „nach rechts“. Deshalb können Konzepte, die das Nationale gegenüber dem „Fremden“ und dem Globalen stärken, auch beim Umweltschutzthema Raum gewinnen. Schon 1993 nannten Albrecht Lorenz und Ludwig Trepl diese Kombi „Avocado-Syndrom – grüne Schale, brauner Kern.“ Rechts-Konservative „Grüne Politik“ (Scruton 2013) setzt auf lokal-nationalen Naturschutz, auf kleinteilige Lösungen nicht neben, sondern statt globaler Regulierungen. Dass das auf Kosten anderer geht, ist in Scrutons Buch indirekt sogar ausgedrückt: Er begründet die Bevorzugung des Lokalen damit, dass die Thermodynamik Selbstorganisation nur in lokalen Bereichen ermöglicht, in dem von außerhalb des Lokalen Energie importiert wird (und Entropie exportiert wird, was er nicht erwähnt). Woher die Energie kommt und wohin die Entropie für die jeweils bevorzugten lokalen „Heimaten“ geht, interessiert ihn überhaupt nicht. Insgesamt kann dieses „ökologische Denken von rechts“ sich auf z.T. jahrzehntelange Debatten und Netzwerke stützen (Ulbricht 1994).

Geschichte und Hintergründe rechter ökologischer Konzepte

Der erste deutliche Akt des Naturschutzes in Deutschland fand vor 190 Jahren statt: der Drachenfels mit einer Burgruine bei Königswinter wurde vor der Nutzung als Steinbruch für den Kölner Dom geschützt, und zwar von Friedrich Wilhelm III. Aber nicht der Natur zuliebe, sondern als „romantisch aufgeladenes National-Symbol“ (Bundesamt für Naturschutz 2006). Eine andere scheinbare Naturidylle, die Lüneburger Heide, war für die darin ihr kärgliches Leben fristenden Menschen von Unfruchtbarkeit und Ödnis geprägt und noch Goethe sprach von „dürrer Heide“. Erst Ende des 19. Jhd. begann die Idyllisierung dieser Landschaft, die „den Interessen einer zumeist von außen kommenden bildungsbürgerlichen Schicht, die nur gelegentlich dahin fuhr“ (Schneider 1996: 2) entsprach.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zeigt sich die damals sehr schmutzige Industrie deutlich. Die Belastung der Umwelt durch Industrie sowie durch die Umgestaltung der Landschaft wird offensichtlich und Naturschutzbemühungen beginnen. 1880 erschien ein Essay „Ueber das Verhältniß des modernen Lebens zur Natur“ von Ernst Rudorff, der zu einer Art Gründungsmanifest des Naturschutzes in Deutschland wurde (Frohn 2015: 74). Hier ist bereits die völkische Konzeption vorhanden, denn dem „germanischen Wesen“ wird ein „inniges und tiefes Gefühl für die Natur“ zugeschrieben (zit. ebd.). Auch der ausschließende Charakter solcher Konzepte wird deutlich, denn Vertreter eines „heimatfremden Internationalismus“ sind ausgeschlossen (zit. ebd.). „Heimatschutz war also kein integrierendes sondern ein sehr bewusst auf Ausgrenzung setzendes Konzept.“ (ebd.: 75). Auch das Setzen auf „starke Männer“, d.h. auf autoritäre Strukturen ist hier bereits zu finden.

Aber es entstand auch eine Umweltbewegungen als „links geprägte Massenbewegung“ (Duhme 2018: 17, vgl. Lorenz 1997b, für die „Naturfreunde“ siehe Wenzel 1995: 21, Hobusch 1998, Lorenz 1999). Allerdings können sich „sozialistische Ökologiekonzepte“ in ein „unlösbares Dilemma“ verstricken, weil hier „Fortschrittsglauben“ ökologische Gedankengänge und Praxen verstellt (vgl. Lorenz 1992: 4). Denn „Sozialdemokrat_innen wie Kommunist_innen waren auf Arbeit, Leistung und Wachstum getrimmt“ (Bierl 2014: 6). Demgegenüber scheinen eher „Heimat- und Naturschutz dem politischen Konservatismus verschwistert“ zu sein (Ulbricht 1993: 2, vgl. Ulbricht 1994: 12).

„Der Antiindustrialismus und gar Antikapitalismus vieler Heimat- und Naturschützer war oftmals völkisch-national motiviert und dann eben immer auch zur Abwehr des marxistischen Antikapitalismus der Arbeiterbewegung zu instrumentalisieren.“ (Ulbricht 1993: 2)

Klaus-Peter Lorenz schreibt die seit dem späten 19. Jahrhundert wachsende Bestrebung des „alten Bürgertums“ in Richtung „Ordnung, Ordnung, Ordnung“ dessen Desillusionierung zu, wodurch es sich stärker an „Nationalismus und Antisemitismus“ orientierte (Lorenz 1999: 29). „Lebensreform“ statt gesellschaftliche Veränderungen kennzeichnete ihre Ausrichtung (ebd.: 30). Im 20. Jahrhundert, vor allem mit dem Ersten Weltkrieg (Schmoll 2013) griffen nationale und völkische Bewegungen und Ideologien „auf die vermeintlich natürlichen Konzepte der Ökologie zurück“ (Duhme 2018: 19).

„Die geschlossen dem Bildungsbürgertum angehörende Natur- und Heimatschützer waren maßgeblich von einer Zivilisationskritik und einem deutsch-nationalen Sonderbewußtsein geprägt.“ (Riechers 1994: 11).

(W. Schoenichen 1933)

Der Naturschutz fand mit dem Artikel 150 in die Weimarer Verfassung und erste Naturschutzgebiete entstanden. Über die komplexe Gemengelage der Geschehnisse in diesen Jahren berichtet z.B. Frohn 2015. Mit der Übergabe des Postens des Direktors der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege an Walther Schoenichen im Jahr 1922 wurde der Naturschutz in Deutschland immer mehr „deutsch-völkisch und kulturpessimistisch“ ausgerichtet (ebd.: 77). Dabei wurde auf eine scheinbar „zwingende argumentative Verknüpfung von Volkstum, Heimat, Landschaft und Seele“ gesetzt (Riechers 1994). Das zeigt sich auch in dem 1935 beschlossenen und bis in die 1970er Jahre hinein in der BRD geltenden Reichsnaturschutzgesetz. In einem zeitgenössischen Kommentar wird dazu festgestellt, das Gesetz sei der „Anwendungsfall der nationalsozialistischen Grundideen von den engen Wechselbeziehungen zwischen Blut und Boden als den Grundgegebenheiten unseres völkischen Seins“, es zeige „eine klare Wesensverwandtschaft mit den gerade vom Führer so oft betonten, auf Wahrung der Tradition gerichteten Bestrebungen des Nationalsozialismus“ und im Ordnungsprinzip des Naturschutzes bestätige sich nationalsozialistisches Denken „als ordnende Macht im Kampf gegen Willkür, Anarchie und Chaos“ (Asal 1936). Dieses Reichsnaturschutzgesetz war also ein „konkretes Anwendungsbeispiel des nationalsozialistischen Weltbildes im Sinne der wichtigen Wechselbeziehung zwischen Blut und Boden des Volkes und als ordnungsstiftendes Mittel gegen die Zersetzung des deutschen Volkes“ (Duhme 2018: 25).

Rein praktisch änderte das Gesetz nicht viel an dem „brutalen Urbarmachen so genannter Ödland-Flächen“ oder daran, dass „in die Landschaft geklotzte Tagebaue, Chemie-Werke und Erholungsheime (etwa das kilometerlange „Kraft-durch-Freude“-Bau Prora auf Rügen“ (Bund für Naturschutz 2006) durchgesetzt wurden.

Vereine wie die „Naturfreunde“ (Kersten 1998), geschwächt durch Kämpfe zwischen KPD und SPD (Bagger 1996), versuchten sich nach der Besetzung durch Naziorganisationen anzupassen und sich durch klaren Antikommunismus lieb Kind zu machen, um den Verein zu erhalten (Wenzel 1995: 27). Sie biederten sich auch erfolglos durch das Angebot einer „Mitarbeit am neuen nationalen Staat“ an und wurden trotzdem verboten (vgl. Bagger 1995: 13). Das Heim der Essener Gruppe wurde durch Hitlerjungen mit Dolchen und Beilen „erobert“ (Wenzel 1995: 28). Einige frühere Mitglieder, vor allem die KPD-nahen, gingen in den Widerstand, so in die „Vereinigte Kletterabteilung“ in Sachsen (ebd.: 30). Der Deutsche und Österreichische Alpenverein jedoch waren schon 1921 Vorreiter der Judenverfolgung (Leder 1997).

Nach den Nachkriegs-Aufbaujahren, in denen schwarzrauchende Fabrikschlote von allen Parteien als Zeichen des Fortschritts auf ihren Wahlplakaten prangten (vgl. Denscher 2012), begannen sich Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre dann doch viele Menschen Sorgen über die verschmutzte, zerstörte Umwelt und bedrohte Tierarten zu machen.

Der mindestens konservative Herbert Gruhl prägte den Slogan „Weder links, noch rechts, sondern vorn“ (Wikipedia: Herbert Gruhl), der von der von ihm mitgegründeten Partei DIE GRÜNEN auch übernommen wurde. Auch heute noch wird er von vielen vertreten (siehe etwa Daniel 2018 und Sasse 2019). Ist es ein Zufall, dass diese Redewendung z.B. auch von Ernst Jünger gebraucht wurde, um den Nationalismus als das Bessere gegenüber diesen beiden Richtungen zu befürworten? („Für den Nationalisten gibt es kein rechts und links, für ihn gibt es nur die Idee der Nation und das, was ihr schaden kann und ausgerottet werden muss.“ (Jünger 1928: 435)) Auch von Baldur Springmann, einem der Gründer der ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) ist bekannt, dass er den Gegensatz von Kapitalismus und Kommunismus „durch Ökologie überwinden“ möchte (zit. in Lorenz 1997a: 26). Stattdessen fordert er, sich „von dem materialistischen Emanzipationsbegriff frei(zu)machen. Wir müssen uns freiwillig wieder einordnen können, wir – jeder.“ (ebd.: 20) Anstelle von Freiheitsrechten setzt er die „naturgegebene Bindung“ (ebd.). Die Rezension der Lebenserinnerungen von Baldur Springmann führte für den Rezensenten zur Frage, „ob die Grünen Blätter im Boden nicht erdfarben wurzelten.“ (Lorenz 1996: 52)

Natürlich muss entschieden werden zwischen rechter (regressiver, ausgrenzender, Menschen als ungleich betrachtender) und linker (emanzipativer, inkludierender, die Gleichheit aller betonender) Orientierung; wer das nicht macht, ist entweder ein Verleugner oder ein Unentschiedener. Oder eben faschistisch, wie Mussolini, der diese Losung auch für sich beanspruchte (Betz 2010), was die rechtspopulistische italienische „Fünf-Sterne-Bewegung“ ihm nachmacht. Auf einem Comic sagt einer zum andern: „Wer behauptet, weder links noch rechts zu sein, ist nicht links, also rechts.“ Auch die als Vorgänger für PEGIDA und Co. wirkenden Montagswachen ab 2014 folgten diesem Slogan. Als „Querfront“ ist die Tatsache, dass solche „weder-noch“-Positionen ziemlich systematisch nach rechts tendieren, geschichtlich bekannt. Dafür steht beispielhaft auch Jürgen Elsässer. Auch Gruhl zeigte seine Orientierung deutlich an:

„Einige europäische Völker, die in der glücklichen Lage sind, daß sich ihre Bevölkerung stabilisiert, haben einen Weg von sagenhafter Dummheit gefunden, diesen Vorteil wieder aus der Hand zu geben: Sie betrachten sich jetzt als Einwanderungsländer für den gesamten Erdball.“ (Gruhl 1978: 185)

Damit sind einige der folgenden Charakteristika rechter Umweltdenkweisen angegeben.

Nationalismus/ Rassismus/ Antisemitismus

Wie wir schon anhand des Reichsnaturschutzgesetzes gesehen haben, wird die deutsche Nationalität oft in einer durch ihre Natur als „Abbild seiner Heimat“ gesehen (Duhme 2019: 5). Die Ablehnung von Anderem und jeder Andersartigkeit wird somit völkisch-nationalistisch begründet (ebd.: 21, vgl. Gröning 1996). So wird in der „Allgemeinen Anordnung Nr. 20/VI/42 über die Gestaltung der Landschaft in den eingegliederten Ostgebieten“ ausdrücklich darauf verwiesen, dass in den „Ostgebieten […] auf weiten Flächen durch das kulturelle Unvermögen fremden Volkstums“ die Landschaft „vernachlässigt, verödet und durch Raubbau verwüstet“ worden sei, während „dem germanisch-deutschen Menschen […] der Umgang mit der Natur ein tiefes Lebensbedürfnis“ sei. 1939 erklärten Mitglieder vom „Verein Naturschutzpark“, dass der heimat- und bindungslose „Jude“, der auch noch habsüchtig und gierig sein sollte, in keiner Weise dem Konzept des Naturschutzes entsprechen konnte oder gar ein Teil davon sein wollte. Nur wer das Land liebte, in dem er geboren und verwurzelt war, konnte die Notwendigkeit des Naturschutzes verstehen.“ (nach Duhme 2019: 23)

„Naturschutz und Landschaftsschutz stellten also auch explizit Heimat- und Volksschutz von Deutschen für Deutsche dar.“ (ebd., vgl. Schmoll 2013)

Mit der romantischen Ablehnung des Industrialismus ist auch Antisemitismus verbunden. Die „Juden“ werden verantwortlich gemacht für die moderne Reklame, so auch bei Werner Sombart. Er sieht „die Juden“ verantwortlich für den Aufschwung des Kapitalismus. Maßgeblich dafür sei ihre Wesensart als „Wüstenvolk“, als „Wandervolk“, als „ein heißes Volk“, das „unter wesensverschiedene Völker – naß-kalte. schwerblütige, bodenständige Völker verschlagen worden“ (Sombart 2011: VII) sei. Ob der Aufschwung des Kapitalismus zu begrüßen sei oder nicht, lässt Sombart offen; auch betont er, dass keine „Rasse“ wertvoller sei als eine andere (ebd.: XII). Spätestens nach 1933 wurde jedoch deutlich das Judentum auch im Bereich des Naturschutzes deutlich abgewertet: „Nach dem ersten Buch Mose kennt auch der Jude keinen Naturschutz.“ (Schwenkel 1938, zitiert nach Hölz 2005, vgl. Riechers 1994: 11).

„Heimat“ = „fühle lokal – denke national“

Wir lasen eben von „bodenständigen“ Völkern. Bodenständig soll sein, wer eine „zutiefst persönliche Identifikation mit einem sozialen Ort ihrer ganz persönlichen Erfahrungen“ (Hiksch 2018: 13) hat, also eine „Heimat“.[2] Der schon erwähnte Roger Scruton geht davon aus, dass es Lösungen für Umweltprobleme nur „vor Ort“ geben kann, denn nur dort seien die Menschen aufgrund ihrer oikophilia („Liebe zur Heimat“) motiviert dazu. Völlig unbeachtet bleibt dabei, dass die Verursachung der Umweltprobleme viel großräumigere bis globale Dimensionen hat. Wenn in einer Region keine Windkrafträder erwünscht sind, müsste sich diese Region dann aber bitte auch von den Stromleitungen von woandersher kappen und zusehen, wo sie ihren Strom herbekommt. Letztlich steckt hinter diesen Forderungen aber die Losung „Fühle lokal, denke national“, wie eine Rezension zu Scrutons konservativer Umweltphilosophie betitelt ist (Lehnert 2014).

(aus: Landeszentrale für Umweltaufklärung: Klartext gegen rechtsextreme Ökosprüche)

„Heimat“ als Gegenbegriff zur „Fremde“ gibt es z.B. auch bei Ernst Bloch (vgl. Schlemm 2009). Dort ist das „Fremde“ aber nicht durch andere Orte oder andere Menschen bestimmt, sondern durch eine Gesellschaftsform, die Menschen von sich selbst, von anderen Menschen und schließlich der Welt überhaupt entfremdet. „Heimat“ ist dann das, „worin sich weder der Mensch zur Welt noch aber auch die Welt zum Menschen verhalten als zu einem Fremden“ (Bloch PH: 241).

Traditionell jedoch wird „Heimat“ eher in räumlichen Kategorien vorgestellt, sie gilt im gesellschaftspolitischen Kontext „als Beziehung des Menschen zu einem bestimmten gesellschaftlichen oder natürlichen Raum“ (Hiksch 2018: 13-14). Mit diesem Begriff wird versucht, „Identität und angeblich vorhandene gesellschaftliche Grundüberzeugungen wie Glaube, Tugenden oder kulturelle Homogenität zu verbinden“ (ebd.: 14). In der schon erwähnten „Allgemeinen Anordnung Nr. 20/VI/42 über die Gestaltung der Landschaft in den eingegliederten Ostgebieten“ steht zur Umgestaltung der „Ostgebiete“:

„Die Räume müssen vielmehr ein unserer Wesensart entsprechendes Gepräge erhalten, damit der germanisch-deutsche Mensch sich heimisch fühlt, dort seßhaft wird und bereit ist, diese seine neue Heimat zu lieben und zu verteidigen.“

(Bildquelle: Wikipedia)

„Blut und Boden“ – diese Losung verkörpert einen „Geodeterminismus“, also die Annahme, die Landschaft präge die Merkmale der in ihr lebenden und arbeitenden Menschen (vgl. Franke 2015: 57). „Heimat“ bedeutet dann Grenzziehung, zuerst zwischen dem Wohnort und der weiteren Welt, später gegenüber anderen Nationen und allgemein als politische Abgrenzung gegen das „Fremde, Städtische und Andere“ (Hiksch 2018: 14).

„Die Heimat wurde nun verklärt zum natürlich gewachsenen Raum, dem wiederum eine natürliche Ordnung inne sein musste und der gegen die invasiven Anstrengungen des Kapitalismus zu verteidigen war.“ (Duhme 2018: 19)

Auch andere Invasionen sollen verhindert oder unschädlich gemacht werden. Der pauschale und kategorische Kampf gegen Neobiota (gebietsfremde Arten, siehe Piechocki 2015: 46ff.), ohne Suche nach einer Integrierbarkeit in die jeweilige Landschaft deutet auf rechte Orientierungen hin (Kirchhoff 2015, Piechocki 2015, Franke 2015: 58d.). Angesichts der Realität wird neuerdings Fremdes im kulturellen Bereich nicht mehr völlig ausgeschlossen, aber es „muss sich in die vorgegebene Eigenart der Einwanderungskultur einfügen“ (Kirchhoff 2015: 29).

Der historische Heimatschutz war, wie gezeigt, ein auf Ausgrenzung setzendes, ganze Bevölkerungsschichten ausschließendes und auf einer nationalistischen Ideologie aufbauendes Kampfinstrument.“ (Frohn 2015: 82)

Schmoll schreibt, dass nicht das Bedürfnis oder die Sehnsucht nach Heimat anstößig sei, aber bestimmte Antworten durchaus (Schmoll 2013). So etwa, wenn „Heimatschutz“ sich zurück wendet und sich „gegen Gleichberechtigung, soziale Rechte, Migration und nicht zuletzt gegen das Judentum und seinen angeblichen Einfluss auf die Zerstörung der Heimat und der Natur“ (Kauhausen, Passeick 2019: 6) richtet. Ein alternativer, einladender Heimatbegriff ist dagegen „nicht mehr nur ein historisch gewordener sondern auch ein gegenwärtiger Ort, den man aktiv gestalten oder eben auch schützen kann.“ (Frohn 2015: 82).

 „Über“-Bevölkerung“

Ein Denkmuster kommt im rechten Naturschutz immer wieder vor: Der Mensch als „Schädling“ oder „Parasit“. Daran fällt erstens der Biologismus auf, also die Reduktion des Menschen auf Biologisches, wie sie etwa für die Tiefenökologie typisch ist (vgl. Schlemm 2019). Damit verbunden ist zweitens eine Verallgemeinerung „des Menschen“, die menschliches Verhalten nicht als abhängig von gesellschaftlichen Bedingungen zeigt. Und dieses Verhalten wird dann auch noch so charakterisiert, dass die Menschen als gefährlichste der Tierarten erscheinen, denn z.B. sind für Arne Naess die Menschen eine „auf Eroberung programmierte aggressive Spezies“ (Naess 1976/2013: 300).

Für die eben genannte Tiefenökologie (Naess ist ihr Begründer) und die damit eng verbundene Bewegung Earth First! wird die Ansicht, die Bevölkerungszahl müsse reduziert werden, als „Lackmustest“ der Zugehörigkeit betrachtet (Foreman 1987: 20, vgl. Naess 1995: 47). Die Abhängigkeit des Reproduktionsverhaltens von dem materiellen, kulturellen und insgesamt den gesellschaftlichen Verhältnissen wird verleugnet und es werden nur biologische Faktoren betrachtet. Auch das Sinken der Reproduktionsrate in den Industrieländern wird nur der „Überfüllung“ der Lebensräume zugeschrieben, nicht etwa verbesserter wirtschaftlicher und sozialer Lage (Miss Ann Trophy 1987).

Bei Earth First! wird diese Überbevölkerung nicht nur für die nichtindustrialisierten Ländern konstatiert, sondern auch für die industrialisierten. Das bedeutet dann auch hier, keine oder weniger Kinder in die Welt zu setzen. Auch heutzutage wirbt eine Autorin mit der Behauptung, ein Kind setze mehr CO2 in die Welt als andere Dinge, für Kinderlosigkeit.

 

Daran wird berechtigt Kritik geübt:

„Wenn wir das tun, wenn wir Menschen mit Flugreisen und mit Autos vergleichen, wenn wir sie zu einer Sache erklären, die unseren Planeten gefährdet, weil sie atmet und Ressourcen verbraucht, dann befinden wir uns einem Punkt, an dem Umweltbewusstsein in Menschenfeindlichkeit umschlägt.“ (Jakob 2019)

Dass man schon unter kapitalistischen Verhältnissen einen gegenüber den USA ungefähr halbierten CO2-Ausstoß pro Person haben kann (z.B. in Finnland oder Österreich) und schon industrialisierte Länder bei Verzicht auf bloß profitorientierte Produktion und eine entsprechende Konsumtion noch weniger naturzerstörerisch wirtschaften könnten, wird dabei nicht beachtet.

Die vorherrschenden Diskurse gegen eine sog. „Überbevölkerung“ richten sich aber vorwiegend gegen das Bevölkerungswachstum in anderen Weltregionen. So sieht die Bill & Melinda Gates Foundation die Familienplanung vor allem in den „ärmsten Ländern“ als zentral an. Wenn sie von „größerer Verantwortlichkeit“ schreiben, dann schreiben sie diese den Frauen in diesen Ländern nach eigener Maßgabe vor. Was diese Frauen brauchen, sind demnach nicht etwa vorsorgende, selbstverantwortete Wirtschaftsweisen, sondern die „modernsten Kontrazeptiva“. Damit folgt die Stiftung zwar einigermaßen dem Paradigmenwechsel der Weltbevölkerungskonferenz von 1994, bei dem der Fokus auf die Stärkung von Frauenrechten gerichtet wurde, das Hauptzielobjekt bleibt aber die Frau in den armen Ländern (Bulban 2019). Diese Programme bleiben auf Verhütungsmittel (Absatzgarantie für Pharmakonzerne!) beschränkt und blenden „kulturelle, soziale, ökonomische Bedingungen ebenso aus wie herrschende Vorstellungen von Geschlechterbeziehungen“ (Gottschlich, Schultz 2019: 25) aus.

Mittlerweile hat sich die Zahl der Kinder auch in den sog. „Entwicklungsländern“ so gut wie halbiert, allerdings leben da zur Zeit besonders viele junge Menschen im gebärfähigen Alter, so dass das Bevölkerungswachstum dort noch eine Weile voranschreiten wird. Gleichzeitig nehmen diese Menschen allerdings viel weniger Ressourcen in Anspruch als jene in anderen Ländern.

Dass die Naturzerstörung nicht von der bloßen Zahl der Menschen abhängt, zeigt sich auch darin, dass die Natur nicht dort zerstört wird, wo die meisten Menschen leben. Die meisten Menschen leben nicht in den brennenden brasilianischen Urwäldern und von ihnen gehen die Brände auch nicht aus. Sie bauen keine Riesen-Industrieregionen und keine Staudämme. Sie sind es nicht, die pro Person ein Auto in und vorm Haus stehen haben. „Ein US-Amerikaner verursacht so viel CO2 wie 581 Burundier, ein Russe immerhin noch so viel [wie] 454 Burundier“ (Ehlerding 2019). Der Anteil des Bevölkerungswachstums am Anstieg der Treibhausgase hat sich zwischen 2000 und 2010 nicht erhöht, stattdessen ist „der Beitrag des Wirtschaftswachstums stark gestiegen“ (IPCC 2018: 5). In Afrika selbst stellt das Bevölkerungswachstum häufig gar kein Problem dar, so in Angola, Tschad, Sambia oder Botswana (Riedel 2019: 22): „Die Hauptgefahr für die Degradierung afrikanischer Ökologien sind der Verkauf von Land an China und Saudi-Arabien, Wilderei, Fisch-Piraterie durch China und die EU, Baumwolle, Blumen, Kaffee, Kakao, Edelholz, Gold, Diamanten und Mineralien. Und der Klimawandel.“ (ebd.)

Wenn dies alles  nicht ins Verhältnis gesetzt wird, sondern die Anzahl der Menschen zum Problem stilisiert wird, so gilt:

„Weil die Industrienationen die Luft weiter verpesten und ohne Rücksicht auf ökologische Fußabdrücke leben wollen, sollen die Entwicklungsländer ihre Bevölkerungszahl verringern. Es wird versucht, auf Kosten der ärmsten die ausbeuterische Wirtschaftsweise der reichsten Menschen zu gewährleisten.“ (Passeick 2018: 11)

Die Zuordnung derer, die sich ein hohes Lebensniveau leisten dürfen und jene, die verzichten sollen, auf das Lebensniveau oder das Leben selbst, ist meist rassistisch konnotiert. Der Neonazi Michael Kühnen meinte nicht umsonst: „Und wenn man von Umweltzerstörung spricht, dann muß man auch früher oder später auf die Rassenfrage kommen“ (zit. in Jokisalo 1994: 26). Nicht zufällig steht in den Kommentarspalten zur Kritik an der Kinderlosigkeits-Autorin: „Wenn also wir Deutschen keine Kinder bekommen, so werden wir ersetzt durch kulturfremde Einwanderer, die, nebenbei bemerkt, im allgemeinen ein wesentlich geringeres Umweltbewusstsein haben als wir“ – ein Klassiker des Umweltrassismus. Auch im „Heidelberger Manifest“ von deutschen  Hochschulprofessoren gegen die „Unterwanderung“ und „Überfremdung“ des Deutschen wurde er verwendet:

„Die Rückkehr der Ausländer in ihre angestammte Heimat wird für die Bundesrepublik als eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt nicht nur gesellschaftliche, sondern auch ökologische Entlastung bringen“ (Heidelberger Manifest 1981)

Öko-Rassismus

Dass die AfD gerade angesichts der Flucht- und Migrationsbewegung um 2015 einen solchen Aufschwung bekommen hat, bestätigt die folgende Vermutung:

„Sind die Rechtsradikalen der Vortrupp des Wohlstandschauvinismus des reichen Nordens gegen den armen Süden?“ (Jokisalo 1994: 33)

Heute muss dies bejaht werden. „Die Thematisierung von Natur- und Umweltschutz geschieht ausschließlich in Bezug auf den Erhalt von Landschafts- und Lebensqualität in Deutschland.“ (Ituen, Korduan 2019: 16). Rassismus ist so die „aktuelle Besitzstandswahrungsideologie“ (Riedel 2019: 21).

„Der historisch gewaltsam angeeignete gesellschaftliche Reichtum erzeugt Beraubungsängste – bei den Besitzenden. Das Schreckensbild von Millionen von Klimaflüchtlingen trägt zur Legitimation des Entzugs von  Empathie bei.“ (ebd.)

Wenn es denn um den Schutz von Natur außerhalb unserer eigenen Grenzen geht, geht es häufig nicht zufällig gegen die dort lebenden Menschen. Es wird eingeschätzt, dass ca. 14 Millionen Menschen bisher weltweit „für den Naturschutz“ von ihrem Land vertrieben worden sind (Poppe: 2019: 9). Hier führen letztlich rassistische Einstellungen dazu, „Rechte und Solidarität zu verweigern“ (Riedel 2019: 22).

Rassismus steht zumindest derzeit eng im Zusammenhang mit kapitalistischen Eigentums- und Machtstrukturen:

„Rassismus ist […] Begleitideologie zu dem, was Marx als primitive oder ursprüngliche Akkumulation bezeichnete. Ist die Ungleichheit einmal hergestellt, setzt sie sich trotz gleicher Rechte fort, weil die Trennung von den Produktionsmitteln dazu führt, dass Menschen Arbeit zu jedweden Bedingungen annehmen und durch Hunger und Gewaltmonopol diszipliniert werden. Weil die Produktionsmittel primär in den Besitz von Weißen gerieten, reproduziert sich auch ohne Rassentheorie und Segregation ein ökonomisches Verhältnis, in dem nicht nur Weiße tendenziell reich und Schwarze tendenziell arm sind, sondern in dem sich diese Verteilung insgesamt verschärft oder zumindest relativ stabil bleibt.“ (Riedel 2019: 21)

Heute verstecken sich rassistische Ansichten häufig hinter scheinbar wohlwollenden Festlegungen von „kulturellen Differenzen“, die erhalten bleiben sollen („Ethnopluralismus“), was universale menschliche Ansprüche (z.B. an Menschenrechte) relativiert und die für Menschen seit jeher üblichen Migrations- und Vermischungsbewegungen leugnet. Die bioregionalistische Orientierung an scheinbar statisch-unveränderlichen „Landschaften“ bedeutet „in der Regel“ auch eine „landsmannschaftliche“ Definition der Regionen (Kramps 2003).

Rassistische Motive in den ökologischen Auseinandersetzungen sind letztlich ein Bestandteil des sich verschärfenden „Klassenkampfes von oben“, der die Ängste und die Wut derer „da unten“ mit rassistischen Motiven gegen andere Menschen statt gegen die kapitalistischen Verhältnisse ausrichtet und nur regressive Lösungsansätze anbietet.

Öko-Orientierungen in Bewegung

Postwachstums-Szene

KritikerInnen des Wachstums haben per se noch keine bestimmte politische Orientierung. Sie scheinen sie auch zu meiden, um nicht „links“ sein zu müssen. Damit bieten sie jedoch eine nach rechts offene Flanke. Die neonazistische Parte „Der Dritte Weg“ wettert z.B. gegen „Hemmungsloses Wirtschaftswachstum, radikale Landschaftsveränderungen, gigantische Industrieprojekte, Industrialisierung der Landwirtschaft, Verstädterung ganzer Regionen sowie die Vernichtung gewachsener Stadtstrukturen“. Könnten dem nicht viele WachstumskritikerInnen zustimmen? Deutlicher wird die Formulierung bei der Gegnerschaft: Es geht gegen „volksfeindliche Parteien, Verbände und Interessengruppen“. Auch Björn Höcke etwa ist auch wachstumskritisch (FARN 2019: 17). Er kritisiert nicht die Eigentums- und Machtverteilung im real existierenden Kapitalismus, sondern lediglich den Zins (zit. in Eversberg 2019: 18). Das Zielen auf den Zins statt auf die kapitalistischen Grundstrukturen ist deutlich antisemitisch aufgeladen. Ein anderer Autor in der rechtsgerichteten Zeitschrift Sezession, Felix Menzel, hat ebenfalls die Zinskritik im Repertoire – verbunden mit der Darstellung des Bevölkerungswachstums im Süden als Gefahr für den Norden. Er definiert die verzweifelten Migrationsversuche der Menschen als Export der „Kinder- und Jugendüberschüsse“ der südlichen Staaten um und meint, dass deswegen offene Grenzen von Europa eine weitere „Überbevölkerung“ befördern würden (Menzel 2015). Gegenüber solchen Ansichten ist eine eher konservative Wachstumskritik, wie sie von Eversberg bei Meinhard Miegel sieht, und eine „suffizienzorientierte, allein auf den individuellen Verzicht fokussierenden Strömung (zum Beispiel Niko Peach)“ eher offen.

Gerecht ist es auch nicht, wenn Niko Paech ständig nur davon redet, dass man sich durch weniger Konsum(güter) von Überflüssigem befreie, statt zu verzichten. Dies ignoriert die gewaltigen Einkommens- und Vermögensunterschiede auch in der Bundesrepublik. Fast ein Fünftel aller Kinder (unter 18 Jahren) ist von Armut bedroht. Die leben nicht in der „Bequemokratie“ und „Rundumversorgung“, die Paech unterstellt (Paech 2016: 4). Vielleicht haben sie dann wenigstens den Vorteil, nicht so tief zu fallen, wenn das wirtschaftliche Kartenhaus einmal einstürzt? (ebd.: 5) Oder sie leiden nicht an „Konsumverstopfung“ (ebd.: 3), die den KonsumbürgerInnen den Konsum ungenießbar macht? Dass zu viel Konsum mehr Angst macht als der Mangel (ebd.: 5) halte ich auch für ein Gerücht. „Einfachheit als Lebenskunst“ (ebd.:6) kann man sicher nur jenen verschreiben, die wirklich genug haben, und das sind auch in der Bundesrepublik längst nicht alle Menschen. Nicht zuletzt verleugnet der von Paech empfohlene Übergang von Fremd- zur Selbstversorgung die dem entgegenstehenden kapitalistischen Eigentumsverhältnisse. Das Konzept umgeht sie, indem sie „Investitionen in Produktionskapital“ durch „arbeitsintensive Verrichtungen“ (ebd.: 8) ersetzt, also Zeit-Armut geradezu systematisch erzeugt. Gesamtgesellschaftlich wird es tatsächlich darauf hinauslaufen, dass nicht mehr so viel gesellschaftliche Arbeit durch sog. „Energiesklaven“ ersetzt werden kann. Wenn Paech das aber jetzt als individuell zu erfüllende Forderung (bzw. als „persönliches Wagnis“ (ebd.: 2)) festsetzt, diskriminiert das die Ärmsten, die demnach den Mangel an Zugriff auf gesellschaftlichen Reichtum durch ungerecht verteilte individuelle Mehr-Arbeit kompensieren sollen. Paech selbst fährt zwar demonstrativ Fahrrad, aber ob er den Stoff seiner Anzüge selber webt, wage ich zu bezweifeln.

Demgegenüber grenzen sich die VertreterInnen des Degrowth-Konzepts deutlich ab (Eversberg 2019: 18-19).

„Positionen, die nur auf Öko-Gesichtspunkten und „Small is beautiful“-Idealen basieren, laufen allzu leicht Gefahr, in Menzels Falle zu tappen und sich den falschen „Verbündeten“ zuzuwenden. Eine Position, die Degrowth als globale Gerechtigkeitsbewegung versteht und die Aufhebung wirtschaftlicher Steigerungszwänge als Voraussetzung der ökologischen und sozialen Gleichheit aller Menschen begreift, widersteht diesem Irrtum.“ (Eversberg 2019: 19)

Ohne den Gerechtigkeitsaspekt rutscht der Postwachstumsgedanke schnell in eine rechte Richtung. Dann „geht es um die Stärkung der Identität und der Volksgemeinschaft durch eine Abkehr vom Wachstumsgedanken und der Ressourcenverschwendung“ (FARN 2019: 18), wobei auch die Migrationsbewegung durch eine „Rückkehr in regionale Strukturen“ verringert werden soll.

Und ohne eine klare Ablehnung von völkischer Nationalität könnten auch eigentlich sympathisch wirkende „Forderungen nach Verstaatlichungen, regionaler Orientierung und bäuerlicher Landwirtschaft“ (FARN 2019: 20) ins nationalistische Abseits führen.

Extinction Rebellion

Das Jahr 2018 erlebte mit „Fridays For Future“ und „Extinction Rebellion“ einen enormen Aufschwung an Protesten und Aktivitäten für einen Schutz des Klimas (zur Verhinderung der Erwärmung der Erdatmosphäre, die die klimatischen Systeme weit aus den seit ca. 11 000 Jahren recht stabilen Holozänbedingungen kicken wird). Hier kommen viele Menschen zusammen, die nicht per se gemeinsame gesellschaftspolitische Ansichten haben und das ist auch gut so. Zumindest bis bestimmte „rote Linien“ überschritten werden. Roger Hallam etwa ruft dazu auf, „Verstärkung durch Rechte aufzubauen“ (Hallam 2019: 59). Die Instrumentalisierung des Holocaust zwecks Skandalisierung des Klimawandels durch ihn gehört auch zu diesen Überschreitungen, gegen die sich z.B. XR Deutschland zwar vehement abgrenzt, die aber der Bewegung den Todesstoß versetzen kann (vgl. XR Infoblatt 2019).

Warum aus Grün leicht Braun wird

Für mich aus der DDR sah es seit 1990 so aus, als seien fortschrittlich alternative und Öko-Bewegungen miteinander verschweißt. Rechte UmweltschützerInnen erschienen als Abweichung vom Erwarteten. Wie wir sahen, gab es aber schon immer einen „notorische[n] Rechtsdrall des Naturschutzes“ (Schmoll 2013). Und je drängender die Umwelt- und Klimaproblematik wird, desto stärker zeigt sich das Braun unterm Grün.

Worin liegt der Grund für die Nähe von Grün und Braun?

Hier gibt es zuerst die Denkfaulheits-Erklärung: Eine „naturalistische“ Sichtweise liegt nahe, wenn kein klares gesellschaftstheoretisches Wissen vorhanden ist. Biologismus ist im Vergleich zur Gesellschaftstheorie schlicht und einfach (Schmoll 2013).

„Die Attraktivität von Naturschutzthemen für rechte Weltbilder liegt schlicht und einfach darin begründet, dass Beschreibungen des Natürlichen in hohem Maße Plausibilität zu entfalten vermögen, wenn sie zur Interpretation gesellschaftlicher Phänomene herangezogen werden.“ (Schmoll 2013)

Die Biologie bietet vielerlei Erklärungsansätze, wenn man Menschen (nur) als Tiere betrachtet. Wenn die Menschen eine „auf Eroberung programmierte aggressive Spezies“ (Naess) sind, dann kommt es darauf an, ihre Ausbreitung zu stoppen. Wenn Menschen wie Tiere in „Rassen“ unterteilt werden, dann unterscheiden sie sich als Gruppen in typischer Weise voneinander und einige (die eigene) „Rasse“ kann als die naturnähere unterstellt werden, und die anderen als entsprechend naturfern oder -feindlich, die es deshalb zu bekämpfen gilt. Wenn ökologische Zusammenhänge als statische für je bestimmte feste Gebiete verstanden werden, so gilt es, ein stabiles Landschaftsbild für das „heimatstämmige“ Volk zu erhalten.

Auch der Verweis auf „organische Einheiten“ biologisiert Gesellschaftliches, die modernere Systemtheorie ist abstrakt genug, um all solche Ganzheiten auf neuer Art wissenschaftlich zu erfassen. Dem Ganzen hat sich das Einzelne allemal zu unterwerfen, dies wird von Novalis bis Capra betont (vgl. Bierl 2014: 19ff.). Für das eigene Volk wurde das Merkmal der (in sich hierarchisch-ständisch-geordneten) Ganzheitlichkeit in Abgrenzung an Fremdes (z.B. das aus Frankreich kommende bürgerliche Gleichheitsbestreben) seit der Romantik gepflegt (ebd.).

„Während der Anspruch der Ganzheitlichkeit für eine mystische Aura sorgt, bietet die Systemtheorie die Illusion der vollständigen Erklärbarkeit und Beherrschbarkeit von Natur und ist in Grenzen durchaus geeignet, ökologische Zusammenhänge in Zahlen auszudrücken.“ (Bierl 2014: 23)

Dies war die erkenntnistheoretische Wurzel des Braunen im Grünen. Dass sie so stark werden können, liegt auch an der gesellschaftsspezifischen Wurzel: Umweltprobleme sind eng verbunden mit der entgrenzten kapitalistischen Akkumulationsdynamik. Damit „entfremdet“ sich der Mensch von sich selbst, von anderen Menschen und der Gesellschaft überhaupt. Im Kapitalismus führt die Entfremdete Arbeit vor allem auch zu einer Entfremdung des Menschen von der Natur (Marx ÖPM: 516). Seine eigene Natur und Natur als Rohstoff geht nur noch „als Kapital“ in den Produktionsprozess ein, insoweit dieser dem Ziel der Profiterwirtschaftung unterworfen ist. Die lebendige Natur des arbeitenden Menschen und die aus der äußeren Natur stammenden Arbeitsbedingungen werden verbraucht und nur soweit wieder regeneriert, wie sie für weitere profiterwirtschaftende Produktionsprozesse gebraucht werden. Natur- und menschliche Ausbeutung gehen dabei Hand in Hand.

Verbunden ist diese Art gesellschaftlicher Arbeitsteilung und entsprechender Eigentumsverhältnisse mit allgegenwärtiger Konkurrenz, so auch unter den ausgebeuteten Menschen. Die Spaltung in Produktionsmitteleigentümer und nur-Arbeitskraft-Eigentümer wird häufig verborgen hinter den Konkurrenzinteressen der Ausgebeuteten, die mittels naturalistischer Deutungen („Sozialdarwinismus“) aufeinander statt auf ihre gemeinsamen Ausbeuter gehetzt werden. Auf diese Weise erleben Menschen den sozialen Kampf ums soziale Überleben real und deuten ihn naturalistisch als ihren Kampf gegen jeweils Andere, die sie deshalb abwerten müssen. Die kapitalistische Gesellschaft bringt täglich Sieger und Verlierer hervor, deshalb ist „Sozialdarwinismus […] die Alltagsreligion des Kapitalismus“ (Bierl 2014: 15). Auch die Hervorhebung bestimmter Nationen liegt nahe, weil die Standortkonkurrenz real ist. Weil die Menschen keine wirklichen Entscheidungsmöglichkeiten haben, liegt auch eine  Empörung über Eliten und übergeordnete Vereinbarungen (Klima) und Strukturen (EU-Regulierungen) (EU-Agrarpolitik) nahe, die von rechten Ideologien aufgegriffen wird. Tatsächlich werden reale Kosten auf die Menschen abgewälzt, um z.B. bei der Energiewende Großunternehmen (im nationalen Konkurrenzinteresse) vor Mehrkosten zu bewahren. Auch dies kann ideologisch aufgegriffen werden. Die Interessenvertretung des je „Eigenen“ gegen  Anderes, d.h. „Fremdes“, oder Elitäres, oder Globales liegt dann nahe. Im Verteidigungsmodus ist es auch schwer, Neugier und Gestaltungsfreude zu entwickeln, sondern Konservatismus aus Unsicherheit, ein Rückzug in ein Heimat-Mausoleum des Eigenen“ (Schmoll 2013) liegt nahe.

Für die Bessergestellten entsteht so etwas wie „Wohlstandschauvinismus“, denn  „Anpassung und Wohlverhalten verheißen einen Anteil an der Beute des jeweiligen nationalen Kapitals“ (Bierl 2014: 14). Die Unterschichten werden eher diszipliniert, denn ihnen droht bei Versagen dieselbe Stigmatisierung, die sie von anderen scheinbar noch trennt. Sie erhalten als „ideeller Gewinn […] das Gefühl der Überlegenheit, der Auserwähltheit und  Größe für die Zukurzgekommenen“ (ebd.).

Angesichts der Zuspitzung gesellschaftlicher Widersprüche und Risse im Natur-Mensch-Verhältnis liegt als regressive Bewegungsform der Widersprüche ein Ökofaschismus nicht fern, wobei sich „mit tatsächlichen oder vermeintlichen Anforderungen des Umwelt- und Naturschutzes oder Erkenntnissen der Ökologie antisemitische, nationalistische, rassistische oder sozialdarwinistische Ansichten rechtfertigen“ (Bierl 2014: 17)

Kleine Farbenlehre

Wir hatten oben schon erwähnt, dass „Forderungen der braunen Grünen […] sich mit denen von Umweltverbänden oder Bündnisgrünen“ decken (Staudt 2012: 14) können. So können sich „auch Elemente ökofaschistischer Ideologie in der linken und globalisierungskritischen Szene“ (Bierl 2014: 9) einnisten. Das Braun am Grün lässt sich oft direkt erkennen: Die NPD etwa möchte eine „ökologisch verantwortliche Politik“, aber nur, weil sonst das „Volk in seinem Bestand bedroht“ sei (zit. ebd.: 16). Gegen Gen-Mais ist man nur deswegen, weil es von einem US-Konzern kommt; Fischereipiraterie bedroht in ihren Augen vor allem den deutschen Fischen durch polnische Fischer, Braunkohle wird als „heimischer Energieträger“ begrüßt und gegen einen Tagebau hat die NPD nur etwas, wenn er durch „einen Großkonzern aus Übersee“ betrieben wird (ebd.). Gegen Profitmaximierung hat man auch nur etwas, wenn es nicht zum „Nutzen für unser Volk“ ist (zit. in: Speit 2012: 67). Auch die Ausbreitung von Biobauernhöfen und ökologisch lebenden Familien z.B. in Mecklenburg-Vorpommern scheint erst mal begrüßenswert zu sein, solange nicht auffällt, dass ihr Naturbezug germanisch-völkisch ist und sie versuchen, im „normalen Leben“ der NachbarInnen ihr Gedankengut einsickern zu lassen. Sie nutzen dabei eine „existierende soziale und gesellschaftliche Leere“ (Scherer 2012: 78). Dann zeigt sich: „Es ist sehr viel einfacher, gegen eine Partei zu argumentieren als gegen einen Menschen, der vor einem steht und der womöglich im gleichen Dorf lebt oder dessen Kinder in der gleichen Klasse sind“ (ebd.: 79).

Fassen wir hier noch einmal einige Charakteristika zusammen, mit denen rechte Muster auftreten:

  • Biologismus: „Das menschliche Dasein wird als von biologischen Triebkräften und Naturgesetzen geprägt angesehen.“ (Wagner 2018: 5) Dabei verstecken sich hinter dem, was scheinbar die „Natur fordert“, rechtsorientierte Positionen.
  • Das Primat der Natur wird postuliert (in der Tiefenökologie: Biozentrismus statt Anthropozentrismus unter Leugnung der Besonderheit der menschlichen Gesellschaftlichkeit).
  • Die Gleichheit der Menschen wird geleugnet, Unterschiede zwischen Menschengruppen werden unterschiedlichen „Rassen“ oder kulturellen Ethnien essentialistisch zugeschrieben. Daraus speist sich eine (z.T. gruppenbezogene) Menschen- und Demokratiefeindlichkeit.
  • Die Demokratiefeindlichkeit zeigt sich in der Etablierung elitärer und autoritärer Ansichten und Praxen.
  • Völkisch-nationalistische Abgrenzungen sind wichtig (Schaller 2019),
  • „Wenn nicht mehr eine Produktionsweise für den Klimawandel verantwortlich gemacht wird, sondern der sich schuldig konsumierende Mensch, ist es von der neomalthusianischen Angst vor Bevölkerungswachstum nur ein kleiner Schritt zum Ökofaschismus.“ (Koester 2019)

Dem gilt es, progressive Alternativen entgegen zu halten:

  • Der Natur- und Klimaschutz muß mit einem aktiven Engagement für Menschenrechte, insbesondere für schon benachteiligte Menschen und Menschengruppen, verbunden werden.
  • Die Gleichheit der Rechte und Ansprüche aller Menschen muss verteidigt und auch in Bezug auf ökologische Probleme stark gemacht werden. Demgegenüber muss auf den ungleichen Anteil an der Verantwortung für die Umwelt- und Klimakrise und der ungleichen/ungerechten Verteilung von dessen Folgen aufmerksam gemacht werden und Folgen abgeleitet werden.

Es gilt deshalb für ökologisch orientierte Bewegungen:

„Nicht vereinnahmbar ist, wer die eigene Wachstumskritik auf globale Gleichheitsforderungen stützt und aus diesen ökologische Ansprüche ableitet (und nicht umgekehrt), wer sich positiv auf den emanzipatorischen Gehalt bezieht, den das universalistische Denken der Moderne immer auch gehabt hat, und wer das kapitalistische Wirtschaften, für seine Logik von Extraktion, Ausbeutung und Zerstörung kritisiert statt für Zins, Geld und Konsum.“ (Eversberg 2019: 19)

Letztlich erweisen sich alle Versuche, die Entscheidung „rechts“ oder „links“ zu umgehen, als Illusionen. Linke Ökologiekonzepte thematisieren ökologische Probleme „als Ausbeutung der Natur durch den Menschen, die den gleichen Prinzipien unterliegt wie die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ (Nüchter 2012: 24). Diese Prinzipien können erkannt und beseitigt werden. Rechte Konzepte gehen von scheinbar „natürlichen“ Gegebenheiten aus, die Ungleichheit für Menschen vorsehen und den Naturschutz völkisch und andere ausgrenzend instrumentalisieren.


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Sombart, Werner (1911): Die Juden und das Wirtschaftsleben. Leipzig: Verlag von Duncker & Humblot.

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XR (Extinction Rebellion): Infoblatt: Querfront.


[1] Zu Positionen rechter Parteien im deutschsprachigen Bereich seihe auch Forchtner 2015.

[2] Zur Geschichte des Begriffs „Heimat“ siehe Piechocki 2015. (S. 38-41)


Version 1.01 (Danke an F.F. für Korrekturen)