Heute ist es so weit. Shopping bis zum Schwarzwerden!

Ich gönne denen, die sich sonst nix leisten können, durchaus, dass sie zu den heutigen Rabattpreisen mal was dringend Benötigtes ergattern können. Aber mal ehrlich, auch von denen werden viele noch dieses oder jene Stück zusätzlich mitbringen, bei dem sie meinen, was geschenkt bekommen zu haben. Da sparen sie bei einem Stück drei Euro und nehmen dann zusätzlich noch eins für 10 Euro mit, bei dem sie noch mal 1,50 „sparen“ können. Und ich sehe es ein: in der Erfolgseuphorie kann man wirklich schlecht mitrechnen, auch wenn man sonst recht clever ist.

Wenn man einigermaßen clever ist, weiß man auch, dass weder Hersteller- noch Handelsfirmen wirklich was verschenken. Man sieht eher mal, wie groß die Gewinnspanne sonst ist, wenn sie sie noch so weit zurückschrauben können! Und letztlich geht es genau um das, was ich eben mit dem zusätzlichen Stück für 10 Euro schilderte: Es soll doch mehr gekauft werden als die Leute sonst kaufen und brauchen würden. Die Menge an Umsatz macht die scheinbaren Verluste mehr als wett.

Mehr umsetzen, mehr (ver)kaufen, mehr vernutzen, mehr wegschmeißen, mehr verschwenden, mehr neu produzieren, mehr Umwelt zerstören, mehr Treibhausgase erzeugen…. und all das wird uns angepriesen, damit wir uns beteiligen, damit auch wir davon profitieren sollen.

Nein, mit mir nicht. Ich beteilige mich stattdessen an den Protesten:

Aus dem Aufruf:

Eine stetig anwachsende Flut von Produkten verbraucht und vermüllt unsere Welt. Auf dem Rücken von ausgebeuteten Arbeiter:innen und angetrieben durch geschickte Werbekampagnen versetzen die großen Unternehmen Kund:innen in einen Kaufrausch der längst nichts mehr mit den tatsächlichen Bedürfnissen zu tun hat.

Wir rufen daher auf, diesen Wahnsinn zu boykottieren und zeigen Alternativen zum Konsum: Reparieren und teilen statt neukaufen. Weniger ist mehr. Sein statt haben.

Am 27.11. werden Repariercafé und foodsharing von 14-18 Uhr in der Löbderstraße zeigen, wie es anders geht. Paralle dazu bietet das Umweltreferat einen Online-Kleidertausch. Dazu wird es kreativen Protest von vielen Menschen geben.

Natürlich mit Abstand und Mund-Nase-Schutz.