Dieser Text gehört zur Vorstellung des Buches „Omnia Sunt Communia“ von Massimo de Angelis.

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Bisher habe ich das Buch von de Angelis (2017) vorwiegend referiert und ein wenig ergänzt durch andere Quellen und eigene Hinweise (z.B. aus der Hegelschen Philosophie). Im Folgenden möchte ich einige weiterführende Fragestellungen zur Diskussion stellen.

Verhältnis Individuen – Commons

Der Fokus in der Commons-Theorie von Massimo de Angelis liegt auf der sich selbst reproduzierenden Commonseinheit. Die Individuen und ihr Handeln sind als Commoners und Commoning Bestandteile dieser Einheit. Da die Einheit, also die Commons sich, ihre Bestandteile und Grenzen selbst (re-)produzieren, erhalten die Commoners ihre commonsspezifischen Charakteristika nur im Zusammenhang mit und in diesen gesellschaftlichen Einheiten (vgl. Zibechi 2012: 17f.). Diese Bestimmung „durch die Einheit/das System“ ist jedoch von anderer Art als die einer Unterordnung oder Auslöschung der Besonderheit. Sie ist gerade die Bestimmung zur Emanzipation, d.h. auch der individuellen Befreiung (de Angelis 2017: 367). Es gibt dafür keine „Modelle“, sondern auch dieser Prozess der individuellen Befreiung ist immer unvollendet und kann nur individuell erfahren werden ( (ebd.: 358). Diese Emanzipation ist immer an Kämpfe gebunden, aber eben nicht nur an Widerstand sondern auch an der Beteiligung an der Entwicklung von neuen gesellschaftlichen Verhältnisse, „die alternative Ziele haben“ (ebd.: 115).

Es sind jeweils die Individuen selbst, die das Maß ihrer Zwecke festlegen und dementsprechend agieren, wie es auch von der „Kritischen Psychologie“ (Holzkamp 1983) auf Grundlage des Subjektstandpunkts ausgearbeitet wurde (vgl. Schlemm 2002[1]).


[1] http://www.thur.de/philo/kp/subjekt.htm


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