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Am 15.6.2019 konnte ich während der Langen Nacht der Wissenschaften das PIK (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) besuchen. Am Eingang empfing uns ein stolzes Foto mit der Bundeskanzlerin und der Bemerkung, dass diese erst am Donnerstag zu Besuch gewesen wäre, aber „Heute sind SIE es“. Na prima. Ich hoffe, wir haben mehr gelernt als sie…

Klima-Simulationen

Da ich gerade beruflich mit Simulationen arbeite (und auch an einer Philosophie der simulierenden Wissenschaften interessiert bin), schaute ich mir zwei Präsentationen zur Modellierung und Simulation unter dem Motto „Meet a Model“ an. Zuerst über die Simulation des Abschmelzen des Ross-Schelfeises in der Antarktis (hier eine andere Veröffentlichung dazu), danach über die Modellierung der Rolle der Biosphäre in den Klimaprozessen. Die Tochter des Referenten führte uns „praktisch“ vor, wie man „Bäume in Computer“ bekommt, indem sie einen Lego-Baum „diskretisierte“ und in den „Computer“ steckte… 😉

Zu den folgenden Themen werde ich noch kurze  Berichte bloggen:

Außerdem zum

Zum Abschluss möchte ich noch einen Film aus der „Climate Media Factory“ empfehlen, die während der Langen Nacht der Wissenschaften ihre Filme zeigte. Leider gibt es sie alle nur auf  Englisch… Hier also nun: The Earthbook:

 

Dies gehört zu meinem Bericht von der Langen Nacht der Wissenschaften am PIK Potsdam.


Wir schauten uns am PIK noch die „Wetter-Küche“ an, das Bildungs- und Informationszentrum zu Wetter und Klima. Hier interessierte mich vor allem das Projekt zur Umweltbildung am PIK. Viele Lernmaterialien können im Internet abgerufen werden. Am Spannendsten ist das interaktive Web-Portal KlimafolgenOnline-Bildung.Hier kann z.B. ermittelt werden, wie sich bei einem schwachen Klimaschutz der Ertrag von Winterweizen im Jahresmittel entwickeln könnte:

Ein weiteres Tool, das ich am PIK irgendwo fand, ist der Global Calculator. Auch mit dem kann man „Gott spielen“, in dem man bestimmte Parameter der Lebensweise und Wirtschaft ändert und schaut, welche Folgen sich daraus ergeben:

Blogbeiträge lassen sich trotz der Schlagwortsuche oft schlecht wieder finden. Weil das Thema Klima derzeit so aktuell ist, möchte ich die Beiträge zu diesem Thema hier verlinken.

Schon vor 10 Jahren:

Fakten und Zusammenhänge

Klimapolitik

Gesellschaftliche Folgen

FridaysForFuture und XR und so weiter…

Ent-Täuschung und  Trauer… und wie weiter?

Und so weiter…

Und jetzt noch: Ein Link zur „Symphony of  Science“ zum  Klima-Umbruch:

Gestern fand in Jena im „Paradies“ wieder der Aktionstag „Dein Tag im Paradies“ statt. In diesem sind der frühere Vereinstag, Fahrradtag und Umwelttag zusammengenommen und die Stimmung ist eher volksfestartig, sodass so ein schweres Thema wie Klima-Umbruch eher kaum interessant ist für die BesucherInnen.

Wie jedes Jahr gab es auch wieder einen Stand vom „Klimanetz Jena und Umgebung“, und unsere Poster fanden durchaus mehr Beachtung als in den letzten Jahren.

(mehr …)

Unverbindliche Absichtserklärungen gibt es genug. Wirklich bindend könnte die Ausrufung eines „Klimanotstands“ sein. Dies kann auf kommunaler Ebene geschehen.

Also, wenigstens dies sollten wir fordern: Die Anerkennung des Klimanotstandes!

Und wir können es fordern – hier und jetzt:

Hier noch eine Argumentation dazu, dass die Forderung einer CO2-Steuer nicht ausreicht und sogar fehlleitet… (auf die CO2-Steuer komme ich aufgrund von Diskussionen in unserer Scientists&Parents-Gruppe noch mal zurück…)

Treibhaus, oder was?

Das Klimaproblem lässt sich kaum noch verleugnen. Inzwischen ist das Reden übers Wetter kein harmloses Plaudern mehr und es gehen weltweit zigtausend junge Leute auf die Straße, um das Klima zu schützen vor weiterer Aufheizung. Da liegt es nahe, dass die Frage aufkommt: Wie war das noch mal genau mit dem Treibhauseffekt und warum ist CO2 überhaupt so gefährlich?

Die globale Erwärmung wird häufig – wie in der Abb. 1 – mit dem sog. „Treibhauseffekt“ erklärt.

Abb. 1: Glashaus- und „Treibhaus“-Effekt stark vereinfacht dargestellt
(Bildquelle: www.waldundklima.net)

Aber ganz so einfach lässt sich das nicht vergleichen: (mehr …)

Auf der Webseite des „Klimanetztes Region Jena“ gibt es jetzt

 

Friday4Future in Jena

Danke dafür, dass Ihr uns aus dem Schlaf der Verleugnung und Verdrängung holt. Oder aus der Einsamkeit der schon Verzweifelnden. Ihr merkt es bereits: Viele von uns schließen sich Euch an. Eltern und Wissen schaffende… für eine noch lebenswerte Zukunft. Manche von uns versuchen auch, Euch immer noch zu belehren.

Ich aber möchte mich zuerst einmal entschuldigen. Entschuldigen für die verlorenen Jahrzehnte der Umkehr. Wir hätten es wissen können. Auch in der DDR hat man von den Globalen Problemen der Menschheit erfahren, aber den meisten von uns waren Bananen, Westautos und Mallorcareisen zu wichtig, um uns beirren zu lassen auf dem Weg ins rücksichtslose Wirtschaftswachstum. Sogar viele in der DDR Umweltbewegte fanden am Westen auf einmal nicht mehr allzu viel schlecht. Die Deindustrialisierung der DDR und industrielle Modernisierungen mit höheren Umweltstandards verhalfen der BRD dann zu einem maßgeblichen Anteil an ihrer nicht allzu schlechten Umwelt- und Klimabilanz, aber kaum jemand stellte den nationalen und regionalen Standortwettbewerb in Frage, egal was es kostet an Zukunftschancen. Also entschuldigt, dass wir Euch mit materiellem Wohlstand befriedigen wollten und dabei Eure Zukunft „geklaut“ haben, wie Ihr so treffend ruft.

Und entschuldigt, dass wir schon wieder so halbherzig sind. In einer Meinungsrunde lobte Euch jemand und schlug vor, dass Ihr, wenn die Demos und Streiks am Freitag nichts bewirken, doch auch noch am Donnerstag streiken könntet. Ich stutzte: Verdammt noch mal, lassen wir nicht schon wieder die Kinder die Kartoffeln aus dem Feuer holen? Wie wäre es denn, wenn wir alle auch streikten?

Ich höre schon den Aufschrei: Das geht doch nicht, wenn das alle machten…! Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Ja, wenn das alle machten, würde mal einen Tag lang die Werbe- und Marketing-Maschinerie stillstehen und es bräuchten all die Dinge gar nicht hergestellt werden, die an diesem Tag den Leuten aufgeschwatzt werden. Und schon wäre ein Fünftel aller Energie, Rohstoffe und Lebenszeit gespart.

Aber was sagt denn dann mein Chef dazu? Ja genau, darum geht es. Hier täte es weh. Dem Chef und auch mir. Deshalb machen wir es nicht. Entschuldigt Ihr auch das?

Die Natur wird es nicht entschuldigen. Um zu einer ökologisch nachhaltigen Lebensweise zu kommen, in der das Klima nicht kippt und die planetaren Grenzen nicht überschritten werden, müssten wir hochentwickelten Industrieländer unseren Umweltimpact um 80% senken. Wir müssten also nicht nur am Freitag und nicht nur noch am Donnerstag aussetzen mit der Naturzerstörung, sondern fast die ganze Woche.

Naomi Klein schrieb zum Klima-Umbruch: „Das ändert alles!“ – Ja, das tut es. Die Losung „Systemwandel statt Klimawandel“ muss ernst genommen werden.

… leider nur an den Schulen. Aber wenigstens da. Manche Eltern fragen sich, ob sie einen Entschuldigungszettel schreiben müssen, damit ihre Kiddis nicht doch  Probleme bekommen. In Wirklichkeit aber müssen wir uns bei ihnen entschuldigen für das Schlamassel, das wir ihnen hinterlassen:

(mehr …)


In Katovice wird über die Zukunft der Welt beraten, aber wie eigentlich immer, wird wohl nix rauskommen. Nur die Weltbank hat beschlossen, ab 2019 keine Kohle- und Gasprojekte mehr zu fördern (mit Ausnahmen). Ansonsten gibt es keinen wirklichen Plan, das Ruder herumzureißen bei den CO2-Emissionen. Im früheren Vorreiterland Deutschland wurde die Förderung der erneuerbaren Energien längst zugunsten der Energiefossile abgewürgt. Die Treibhausgasemissionen werden bis 2020 nicht um die angezielten 40% verringert, sondern nur um 32 Prozent. In den USA, die trotz des Ausstiegs von Trump aus dem Pariser Abkommen ihre CO2-Emissionen ein wenig reduzieren konnten, sank in der gleichen Zeit auch das Bruttosozialprodukt und es wurde mehr auf Kernkraft gesetzt [1]. Und Öl schmiert noch immer die Weltwirtschaft, kurzfristige wirtschaftliche Interessen von wenigen regieren die Welt.

  1. http://et-energie-online.de/Zukunftsfragen/tabid/63/NewsId/1524/Der-Clean-Power-Plan-der-USA.aspx
  2. Zur Rolle der genannten Staaten bei der Klimakonferenz in Katovice
  3. Die größten Ölförderer der Welt