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Wir haben nichts zu sagen? Nicht wirklich. Aber wo sich eine Ritze zur Mitgbestimmung öffnet, sollten wir sie nutzen. Deshalb teile ich den folgenden Aufruf:


Die EU bereitet derzeit den Green Deal vor. Ein Schritt ist dabei der Europäische Klimapakt, mit dem unser breites gesellschaftliches Engagement auf dem Weg zur Klimaneutralität gefördert werden soll. Neben der öffentlichen Thematisierung von Klimakrise, Umweltkrisen und ihren Auswirkungen sollen auch konkrete private Klimaschutzmaßnahmen angeregt werden.

Und nun kommt es ganz krass: Die EU fragt uns (und alle Bürger*innen), wie dieser Klimapakt auszugestalten ist. Doch dazu müssen wir uns ranhalten und bis spätestens 17.06. eine Befragung mitmachen, damit nicht nur Industrielobbyisten Einfluss nehmen.

Weil „Beamtensprache“ aber oft nicht leicht zu lesen ist, gibt es hier neben dem Link zur Befragung noch eine **Ausfüllhilfe**: https://parentsforfuture.de/de/EUKlimapakt

Also: Schnell mitmachen und diesen Aufruf an viele Menschen aus der Klimaschutzbewegung und darüber hinaus weiterleiten!

Mit Deiner Teilnahme kannst Du Initiativen Deiner Wahl fördern und Dich als lokale Klimabotschafter*in bewerben.

Schöne Grüße von der ForFuture-übergreifenden EU-Ausfüllhilfegruppe

Ohne Corona hätte jetzt in Berlin eine neue Rebellion-Wave der  Klimabewegung Extinction Rebellion (XR) stattgefunden. Das dies nicht  stattfindet, heißt nicht, dass wir schlafen. Unter Beachtung aller Corona-Restriktionen ist doch einiges möglich. So beteiligen wir uns in Jena ander offiziell ausgerufenen Aktion „Grüne Oasen in Jena“   und hoffen, dass unsere schönen Pflanzenkästen nicht, wie kurz nach Ostern, einfach wieder entsorgt werden.

 

 

Als ich nach Jena reinlief durch den sog. „Seidelpark“, traf ich eine Gruppe wohl-mund-und-nase-geschützter junger Leute in ausreichender Entfernung voneinander tanzen:

Jena war ja die erste Stadt, in der Mund-Nase-Schutz für Läden und Öffis verpflichtend geworden waren.

In den letzten Tagen fanden von XR kleine Aktionen statt, und auch in den nächsten Tagen findet noch einiges statt. Heute unterstützen die XR-Menschen die „Critical Mass“ des ADFC.

Hier gibts noch einige Fotos von den Aktionen:


Wer sich bei XR Jena beteiligen möchte, melde sich bitte bei jena.outreach@extinctionrebellion.de

Am Himmelfahrts-Wochenende findet traditionellerweise ein Treffen von Menschen statt, die sich mit Kritischer Psychologie beschäftigen und nach Wegen für eine gesellschaftliche Transformation suchen. Diesmal wird es nicht in unserem üblichen idyllischen Ort stattfinden können, sondern nur online. Wir sammeln in einem Mattermost-Projekt alle möglichen Inputs und koordinieren uns dort. Für Leute, die nicht dort drin sind, möchte ich hier die bisher zusammengestellten Inputs auflisten:

(mehr …)

Der folgende Text wurde von Rüdiger Lutz in seinem 1988 herausgegebenen Sammelband „Pläne für eine menschliche Zukunft“ veröffentlicht. Das damals aktuelle Thema war die Gefahr eines Kernwaffenkriegs, die leider immer noch nicht gebannt wurde. Trotzdem schiebt sich heute ein neues Thema in den Vordergrund: der Klima-Umbruch. Deshalb schreibe ich den Text um[1] und nenne ihn auch nicht wie im Original „Die Friedenswerkstatt“ sondern „Die Klimawerkstatt“. Denn der Text, den ich eher zufällig in meiner Bibliothek (wieder)fand, gibt eine Antwort auf eine Frage, die mich schon länger herumtreibt: Wie können wir uns in Gruppen gegenseitig helfen, mit der aufkommenden Verzweiflung und Trauer über den stattfindenden Klima-Umbruch umzugehen, ohne sie zu verleugnen oder in ihr zu versinken? In der Bewegung „Extinction Rebellion“ werden hierzu Methoden, die eng verwandt mit der problematischen Tiefenökologie sind, verwendet (nach Joanna Macy) – mit dem Konzept von Rüdiger Lutz gibt es nun eine Alternative. Obwohl er leider nicht mehr lebt, bin ich mir sicher, dass er erfreut darüber  wäre, dass seine Arbeit erneut genutzt wird.

Brecht schrieb für jene, die im brennenden Haus den Brand nicht wahrnehmen wollen:

„Ohne zu antworten, ging ich wieder hinaus. Diese, dachte ich, müssen verbrennen, bevor sie zu fragen aufhören. Wirklich Freunde, wem der Boden noch nicht so heiß ist, dass er ihn lieber mit jedem anderen vertausche, als dass er da bliebe, dem habe ich nichts zu sagen.“

Mit der Klimawerkstatt wenden wir uns nicht ab, sondern wir wollen miteinander reden über die Gründe des Nicht-Wahrnehmens. (mehr …)

Häufig werden die Worte „Klimawandel“ oder „Erderwärmung“ inzwischen als zu verniedlichend für das, was geschieht und geschehen wird, gesehen. Von „Katastrophe“ will aber auch kaum jemand wirklich sprechen, also wird etwas zaghafter, wenn auch verschärfend von „Klimakrise“ gesprochen.

Zum Wort „Krise“ fand ich gerade in einem alten Büchlein mit dem auch heute noch spannenden Titel „Wieviel Katastrophe braucht der Mensch?“ (Antwort: nie genug) eine schöne Auseinandersetzung mit der Beschönigung, die bei „Krise“ enthalten ist:

Christina Thürmer-Rohr schreibt da:

„Ich gehe nicht davon aus, daß wir in der „Krise“ stecken. Wer es dennoch tut, sagt. „Im Augenblick ist die Lage zwar ernst, aber es wird wieder.“ „Durch die Krise muß man durch. Nach jeder Talsohle geht es wieder aufwärts.“ Wer Krise sagt, sagt auch, daß alles mal besser war und wieder besser wird; daß die Entwicklung (von Sicherheit, Fortschritt, Meinungen, wirtschaftlichem Wachstum und so weiter) eben so ist: Auf und Ab. Auf Regel folgt Sonne und auf Sonne folgt Regen; schließlich aber doch: Durch Nacht zum Licht.

Das ist alles ablenkendes und dummes Gerede. Das Wort Krise bagatellisiert und vernebelt. Der Zustand von Erde und Menschen, der in der Absurdität des atomaren Mordes an jedem einzelnen Lebewesen lediglich gipfelt, und der moralische Zustand der Menschen, die dieses Faktum geschaffen haben, ist mit dem Terminus „Krise“ überhaupt nicht gekennzeichnet.“

Tatsächlich hängt an der Bedeutung von „Krise“ die immer wieder aufgerufene Beziehung zur Chance. Symbolisiert im selben chinesischen Schriftzeichen für „Krise“ und „Chance“… Im eben zitierten Buch schreibt dementsprechend Dieter Keupp: Die „Krise sollten wir vor allem als Chance und nicht bloß als Gefahr sehen“ – wer könnte den Klima-Umbruch, der viele Katastrophen mit sich bringt und bringen wird, noch wirklich als Chance begreifen?

Hier noch ein  Bericht von der Demo im Real-Life in Jena. (Am schönsten finde ich den T-Shirtspruch: „Support your local planet“ !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!)

Von wegen, streiken ginge nicht in Corona-Zeiten. Die Bewegung Fridays For Future ruft für den 24. April zu einem „Netzstreik“ auf. Das heißt: öffentlich Farbe bekennen mit Plakaten, Fahnen, Kreideschrift etc., davon möglichst ein Bild machen und hochladen, außerdem die Forderungen von FFF unterstützen auf ihrer entsprechenden Webseite.

Netzstreik fürs Klima

Für Jena wurden auch Flyer erstellt, die gerne ausgedruckt und überall ausgelegt werden können, wo mensch in den nächsten Tagen im real life noch vorbeikommt.

Flyer für den Klimastreik am 24. April und darüber hinaus…

Ein Gesprächswochende über den Themenkomplex „Klimawandel – Lebensführung – Transformation“ wird, wie so viele andere, in die Online-Welt ausgelagert. Das bedeutet auch, inhaltliche Beiträge vorher vorzubereiten und vorzustellen. Hier ist meiner:


Diese Datei gibts auch als PDF-Datei zum Downloaden.

1. Zwischen-Ergänzung zu: „Wissen, Fühlen und … Träumen“

2. Ergänzung zu einem „Crashtest für Transformationskonzepte“


Die meisten Texte zum Klimathema verwenden jetzt nicht mehr die harmlose Bezeichnung „Klimawandel“, sondern „Klimakrise“. Und statt „Erderwärmung“ wird „Erdüberhitzung“ gewählt. Das letztere ist übertrieben, das erste immer noch beschönigend. Denn die Erde als Planet kann sich nicht wirklich überhitzen; als astronomischer Körper kann es ihr egal sein, ob sie genau so heiß ist wie die Venus. Nur wir und mit uns die derzeitige Biosphäre brauchen ökologische Bedingungen, deren Veränderungen ein gewisses Maß nicht überschreiten sollten. Wenn sie überschritten sind, haben wir nicht nur eine „Krise“, die in nächster Zeit wieder gelöst werden könnte, sondern wir leben dann quasi „auf einem anderen Planeten“ (vgl. die Berichte in Schlemm 2019). (mehr …)

Morgen  hätte ein 24-Stunden-Streik von FridaysForFuture stattgefunden, an dem ich  mich mit inhaltlichen Beiträgen beteiligen wollte. Das fällt jetzt auch, wie auch alle anderen Aktivitäten in  Klimagruppen, mit denen ich pro Woche 2-3  Termine hatte. Was nun?

Verhindert die Kontaktsperre politische Aktivitäten? Nun ja, glücklicherweise gibts seit längerer Zeit Online-Alternativen, die auch gerade für die direkte Kommunikation in den  Gruppen intensiviert oder neu aufgebaut wird. Manche Sachen kann man auch alleine oder zu zweit draußen machen (Paint the Streets o.ä.), bei anderen wird die Zeit genutzt, um bisher liegen Gebliebenes aufzuarbeiten. So kann man über inhaltliche Standpunkte auch schriftlich (über Pads) oder Telefon- oder Videokonferenzen verhandeln, es können die Erfahrungen aufgearbeitet werden. Und natürlich können sich vor allem die Jüngeren derzeit in den Nachbarschafts- und Hilfsaktionen einbringen.

Zur Frage, wie sich Umweltaktivistinnen jetzt orientieren, gabs auch im DLF ein Interview:

Auch inhaltlich sind die Themen Corona und Klima miteinander verbunden und die folgende Petition versucht, beide so zusammen zu bringen, dass sie nicht gegeneinander ausgespielt werden:

Ich habe mich auch schon einmal erinnert, dass im Hitzesommer 2003 in Europa innerhalb einer Woche ca. 70 000 Menschen mehr starben, als durchschnittlich in dieser Zeit. Ich glaube 2010 gab es dann in Russland eine Hitzewelle mit ca. 55 000 Toten.

Ich will Tote nicht gegen Tote verrechnen. Aber unsere Wahrnehmung für Gefahren und die entsprechenden Reaktionen sind schon sehr irrational.

Hier deshalb noch ein Bericht über den Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen und Gesundheit (Bild aus ebd.):