Search Results for 'Kritische Psychologie'


Die Ferienuni „Kritische Psychologie“ rief und über 800 Menschen meldeten sich an. Die Räumlichkeiten in der Alice Salomon Hochschule boten nicht so viel Platz wie die Freie Universität bei den letzten Ferienunis. Aber es war viel los.
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Es fanden täglich echte einführende Veranstaltungen in Holzkamps „Grundlegung der Psychologie“ entlang der auch online vorhandenen Einführung von Stefan Meretz statt. Andere Vorträge befassten sich mit philosophischen Grundlagen oder dem Verhältnis zum Marxismus und dessen neueren Entwicklungen. Im Programm gab es auch für die PraktikerInnen viel Raum. Das betraf vor allem die vielfältige Berufspraxis von PsychologInnen. Neu war der Versuch, die Praxis der Kollektiven Selbstverständigung auf der Ferienuni zu beleben und auch durchzuführen. Hier wird der Anspruch der Kritischen Psychologie, Begriffe „für Menschen zur Klärung/Verallgemeinerung je meiner Welt- und Selbsterfahrung“ (Holzkamp) bereitzustellen, ernst genommen. (mehr …)

Die Kritische Psychologie stellt konzeptionelle Gedanken und Begriffe zur Verfügung, um die eigene Lebensführung zu durchdenken. Wenn alles gut läuft, braucht man sich meist nicht viele Gedanken machen – aber wenn es Probleme gibt, beginnt das Grübeln.

Die Suche nach Alternativen beginnt und bleibt dann allzuoft stecken in der Erfahrung, dass es ja doch nicht anders geht, als sich zusammen zu reißen und einfach irgendwie weiter zu machen.

Die traditionelle psychologisch orientierte Ratgebung versucht das Öl im Lager des Hamsterrades zu erneuern. Oder sie malt das Gestänge bunt an, damit das Tretmühlentreten interessanter wirkt. Oder besser noch: sie leitet die Betroffenen, d.h. die Klienten oder gar Patienten dazu an, selber Farbe in die Hand zu nehmen.
Stolz
Im Sinne der Kritischen Psychologie werden Probleme anders angegangen. Hier setzen sich Menschen zusammen, denen es um ähnliche Probleme geht. Sie beschäftigen sich mit Grundprinzipien und -begriffen, mit denen sie ihre psychischen Befindlichkeiten und Handlungsalternativen diskutieren können, ohne dass sie von anderen manipuliert oder gegängelt werden. Das bedeutet aber auch, dass sie sich selbst auf den Weg machen und die Ungewissheiten erkunden und ausprobieren, wie man außerhalb des Hamsterrades vorankommt. Das kann zum Tanz auf schwankendem Seil werden… (mehr …)

Ferienuni 2014_1Für mich stand der heutige Tag der Ferienuni Kritische Psychologie unter dem Motto „Kritische Psychologie in eigener Sache“. Diese Formulierung stammt von Kurt Bader, einem Plenumsteilnehmer auf dem ersten Workshop.

Dies war der Workshop „Keine richtige Lebensführung im Falschen“. Aktive der AG Lebensführung berichteten darüber, wie sie in verschiedenen Gruppen und Projekten nicht mehr nur theoretisch über ein Denken und Handeln debattieren, das Behinderungen und mögliche Überschreitungen benennt, sondern die vorhandenen Kategorien und Konzepte der Kritischen Psychologie auf ihr eigenes Handeln anwenden. Dies scheint für die Kritische Psychologie nicht so selbstverständlich zu sein, was für mich sehr verwunderlich ist, denn dieses Anliegen der Selbstanwendung des Konzepts auf die eigene Praxis war für mich von vornherein selbstverständlich und ich war bei den vorigen Ferienunis etwas konsterniert, dass das vielen Aktiven in diesem Bereich ziemlich fremd zu sein schien. Auch jetzt ist diese Sichtweise und die Praktizierung der „Kritischen Psychologie in eigener Sache“ nur die Sache einer wohl nicht allzu großen Gruppe. (mehr …)

Im zweiten Input dieses Tages wurden wichtige Begriffe und Denkkonzepte aus der Kritischen Psychologie vorgestellt, die bei den späteren praktischen Übungen zur Sozialen Selbstverständigung über das Thema „Lebensführung und Emanzipation“ benötigt wurden. marionette

Ein wichtiger Begriff ist z.B. die Handlungsfähigkeit. Dies bezeichnet im Kritisch Psychologischen Kontext nicht einfach nur die Wortzusammensetzung der Fähigkeit, zu handeln, sondern ist als Begriff bestimmt: Es geht dabei um die „Möglichkeit des Menschen, über die Teilhabe am gesellschaftlichen Prozess seine eigene Existenz zu reproduzieren“ (Klaus Holzkamp). Allen Menschen in allen Gesellschaftsformen und unter allen Lebensumständen kommt diese Handlungsfähigkeit zu, denn das Leben und die Reproduktion jedes menschlichen Individuums beruht auf seiner Teilhabe am gesellschaftlichen Prozess, in welcher beschränkten Form auch immer. Dass Menschen ihre eigenen Lebensbedingungen herstellen – in welchen historischen Formen auch immer – unterscheidet sie von Tieren.
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In den folgenden beiden Blog-Beiträgen gehe ich direkt auf Fragestellungen aus den Kommentaren zum letzten Beitrag „Das Einüben der Ent-Unterwerfung“ ein.

Die Kommentatorin „ich“ meinte z.B.:

„Diese Problematik stellt sich meiner Meinung nach immer, wenn eine Gruppe eine Aktion für viele Teilnehmer_innen als “Konsumangebot” organisiert, also prinzipiell immer bei Demonstrationen.
Für mich offen bleibt die Frage, wie man das verhindern kann, wie man einen wirklich gleichberechtigten Vorbereitungsprozess mit mehreren hundert bis tausend Teilnehmer_innen gestalten kann.“

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So müsste Studieren immer sein (und wer möchte, sollte immer weiter studieren, lernen und lehren dürfen). Es war wieder einmal Ferienuniversität zur Kritischen Psychologie. 5 Tage lang „expansives Lernen“, wie der Begründer der Kritischen Psychologie – Klaus Holzkamp – jene Lernform nannte, die ganz kleine Kinder noch erleben dürfen und die durch die herrschenden beschulenden Institutionen im Laufe des Lebens meist stark behindert wird.

Resümierend kann ich nach diesen 5 Tagen feststellen, dass sich die Breite der Inhalte und Themen seit der letzten Ferienuni vor 2 Jahren stark vergrößert hat. Die Basis an guten Referierenden ist gewachsen, die Themenbreite nimmt zu und vor allem ist das Engagement von Studierenden zu bewundern, das sich nicht unbedingt in Credit Points auszahlt. Auch die Vorbereitung und Organisierung wurde maßgeblich von Studiengruppen aus verschiedenen Städten getragen.


Aktive aus dem Vorbereitungskreis der Ferienuni Kritische Psychologie 2012

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Gerade erschien in der „Monatszeitung für Selbstorganisation – CONTRASTE“ ein Schwerpunkt zum Thema „Kritische Psychologie“

 

Die entsprechenden Texte stehen zum Download bereit. (PDF, 14 Seiten, 2,1 MB)

 

Von mir ist der Beitrag „Emanzipatorische Bewegungen: Ent-Unterwerfung denken und praktizieren“.

Auch dieser Beitrag gehört zum Thema „Zum Problem des Allgemeinen in der Gesellschaft und seine Bedeutung für den Befreiungskampf“

Schauen wir uns einmal an, wie die Kritische Psychologie an diese Fragestellung herangeht: Sie will Ernst machen mit dem aus dem Subjektstandpunkt herrührenden Anspruch, nicht etwas über andere Menschen erfahren zu wollen, sondern jedem Individuum Begriffe zu liefern, mit denen es seine eigene Lebenswirklichkeit und seine Stellung in der Welt erkunden kann und über diese Beziehungen auch etwas über die Welt und ihre Verhältnisse. Von dem, was die gerade gegeben Gesellschaftsform wesentlich strukturiert, also von der konkreten Allgemeinheit dieser Gesellschaftsform bin ich als „›Fall von‹ in meiner Lebenstätigkeit in verschiedenen Hinsichten ›mitbetroffen‹“ (Holzkamp 1983: 391).
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Beim Brüten über den Zusammenhängen zwischen Individuen, zwischenmenschlichen Beziehungen und gesellschaftlichen Verhältnissen beziehe ich mich abwechselnd auf strukturelle Erkenntnisse aus der marxschen Gesellschaftstheorie und auf Sichtweisen vom Subjektstandpunkt aus, wie sie die Kritische Psychologie entwickelt.

Dabei geht mir immer noch die Erfahrung von der „Ferienuni Kritische Psychologie“ im Geist herum, wobei deutlich wurde, dass eine umstandslose Verwendung der Kategorien der Kritischen Psychologie für die Thematisierung der politischen Praxis nicht funktioniert.

Während ich versuche, für die Zeitschrift „Contraste“ einen Beitrag über die „Bedeutung der Kritischen Psychologie für emanzipative Bewegungen“ zu schreiben, komme ich auf diese Fragestellung zurück. (mehr …)

Während  meines Aufenthalts in Stuttgart werde ich Interessierten auch berichten, was ich aus der Kritischen Psychologie so wichtig finde.

Dabei werde ich darauf eingehen, was das Besondere an der Groß-K-Kritischen Psychologie ist. (mehr …)