Essay


Jens Brockmeier schlägt vor, anthropologische Fragen durch anthropogenetische Unter-schungen zu klären (Brockmeier 1983: 170).

„Das heißt, daß die Antworten auf die Frage nach dem, was der Mensch sei […], zunächst einmal dort zu suchen sind, wo der Mensch das, was er ist, geworden ist, also in seiner natur- und gesellschaftsgeschichtlichen Genese.“ (Brockmeier 1983: 170)

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Die Abkehr von Karl Marx von der Vorstellung eines menschlichen „Gattungswesens“ und die Bezugnahme auf die „wirklichen“ Menschen wird von Klaus Holzkamp (1927-1994), der mit der „Kritischen Psychologie“ eine „marxistische Individualwissenschaft“ (Holzkamp 1983/1985: 239) entwickelt hat, ebenfalls geteilt. Er kritisiert jedes Konzept, in dem der „Mensch“ „nicht als Inbegriff des wirklichen Menschen im historischen Lebensvollzug gesehen [wird], sondern [als] ein der Geschichtlichkeit und der gesellschaftlichen Bedingtheit entzogenes, als „absolut“ gesehenes Gedankengebilde“ (Holzkamp 1972: 60). Auch für Ernst Bloch kann es keine statische Bestimmung des Menschlichen geben, denn „wichtig ist, daß gar nicht gesagt werden kann, was der Mensch ist, weil er eben am stärksten drängend von allem, was es gibt, sich nicht hat, sondern wird“ (Bloch EM: 172). (mehr …)

Ich werde am nächsten Wochenende zur Erarbeitung eines Wörterbuchs mit beitragen. Um die Arbeit eines Autors zum Eintrag „Menschenbild“ einschätzen zu können, habe ich selbst zusammen getragen, was ich dazu habe. Das Ergebnis kommt in den nächsten Tagen hier in einigen Beiträgen.


http://www.thur.de/philo/kp/mensch.htm

(„Laßt uns das Menschenbild vollenden“ – Radierung von Heinz Plank)

Jede und jeder von uns hat bestimmte Vorstellungen, wie Menschen normalerweise sind und was Menschen gegenüber anderen Lebewesen auszeichnet. Diese Vorstellungen hängen eng mit eigenen Erfahrungen zusammen, aber auch mit der Kultur, in der wir aufwachsen und den Menschen“bildern“, die uns hier begegnen. Beides, die eigenen Erfahrungen wie auch die kulturellen Bilder können sich im Verlaufe von kürzeren oder längeren Zeitepochen auch deutlich verändern.

Menschen“bilder“ im Laufe der Geschichte (mehr …)

Geht’s uns nicht gut? Während mehr als die Hälfte der bundesrepublikanischen Bevölkerung in „Zuwanderung und Migration“ ein Problem sieht und etwas weniger als die Hälfte im Thema „Kriminalität, Frieden, Sicherheit“, zählen nur ein Fünftel der Bevölkerung Umwelt- und Klimaschutz zu den wichtigsten Problemen (UBA 2017).

(Joe Webb)
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Noch ist eine Begrenzung der Reduktion des Temperaturanstiegs auf 2 Grad möglich. Dazu wären große Reduktionsraten notwendig (vgl. Rahmstorf 2017). Diese Reduktionsraten sind umso höher, je später die Reduktion beginnt:

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Ich habe noch einige nette Animationen gefunden, die ich zum Thema Geschichte des Klimawandels und „Was wir bereits erleben“ noch ergänzen möchte…


Da wir in der Vergangenheit nicht dabei waren, haben wir kaum ein Gefühl für den historischen Verlauf der Temperatur. Es gibt (in NOAA/ESRL: 2016b ))einen netten kleinen Kurzfilm, der die Temperatur als „Achterbahn“ darstellt:


Gerade in den letzten Jahren überstürzen sich die Meldungen über die „jeweils heißesten“ Jahre. Auch 2016 setzte sich dieser Trend fort (vgl. Coomes 2017 – das ist „nur“ ein Bild):
Mehr Infos dazu gibt’s vom US-amerikanischen Zentrum für Umweltinformationen und der NASA (Schmidt, Arndt 2017 und NOAA/ESRL 2017a).

Das folgende Filmchen zeigt, dass sich die Erwärmung nicht gleichmäßig auf der Erde verteilt, sondern es auch kühle (blaue) Bereiche gibt, dass aber tendenziell die warmen (roten) Regionen überhand nehmen (NOAA 2017b ):

Zwei andere Animationen zeigen den Temperaturverlauf (Condliffe 2015 und Hawkins 2017):

Und obwohl diese jährlichen Meldungen nur vom Wetter reden, und noch nicht Aussagen über das Klima sind, so muss doch darauf verwiesen werden, dass ein sich veränderndes Klima die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Wetterlagen deutlich beeinflusst. Nicht jedes Jahr wird ein heißeres sein als das vorherige, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist deutlich größer geworden.

Man soll aus Erfahrungen lernen. Bisher ist nicht zu erkennen, dass es gelingen könnte, die Treibhausgasemissionen auf einen Stand zu begrenzen, bei dem gefährliche Folgen abgewendet werden könnten. Das „Fenster der Möglichkeiten“ dafür schließt sich gerade, während sich gleichzeitig die Menschen langsam an die Gefahrenmeldungen gewöhnen und sie umso weniger ernst nehmen. Dabei stellen wir jetzt die Weichen für die Gestaltung der Lebensbedingungen unserer Nachkommen. Die Temperaturen können sich schon in der nächsten Generation um 3,6 Grad erhöhen, in den nächsten 90 Jahren insgesamt um 7,2 Grad.

Die folgende Abbildung (leicht ergänzt aus DWD 2017) zeigt diese Bedingungen für die Lebenszeit von jetzt geborenen Kindern und deren Kindern:

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