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Manchmal sehen wir den Mond schon rot, nämlich wenn die Erde das Sonnenlicht für den Mond abschattet. Das Licht wird dann in der Erdatmosphäre gebrochen und erscheint rötlich – wir sehen einen sog. „Blutmond“. Auf dem Mond selbst ist dann auch alles rotgefärbt, dies sehen aber nur jene, die grad auf dem Mond arbeiten oder Urlaub machen. Im neuen Roman von Kim Stanley Robinson ist der Mond längst besiedelt worden, verschiedene Nationen haben ihre Standorte in unterschiedlichen Gegenden und das wirtschaftliche wie auch das politische Geschehen auf der Erde hat sich in die Mondbahn hinein ausgeweitet. Dabei zeigt sich, dass der Mond auch im übertragenen Sinne recht rot ist: China mit seiner neuen Hegemonie auch auf der Erde hat auf dem Mond einen großen Vorsprung. (mehr …)

Dies gehört zu meinem Bericht von der Langen Nacht der Wissenschaften am PIK Potsdam.


Wenn wir als Menschheit in den nächsten Jahrzehnten nicht unter einem enormen Klima-Umbruch leiden wollen, müssen wir die Emission von Treibhausgasen, insbesondere Kohlenstoffdioxid so schnell wie möglich reduzieren. Man kann ziemlich genau ausrechnen, bei wieviel CO2-Emissionen bestimmte Erwärmungswerte überschritten werden und wir wissen, wieviel CO2 wir schon emittiert haben. Daraus können wir ermittelt, wieviel wir noch emittieren „dürfen“, bevor die Erwärmungswerte unwiderruflich überschritten werden. Stefan Rahmstorf hat es in seinem Blog ausführlich erläutert:

Wenn wir mit einer Wahrscheinlichkeit von 67% unter einem Anstieg der globalen durchschnittlichen Temperaturen um 1,75 Grad bleiben wollen, können wir (ab Anfang 2018 gerechnet) noch 800 (oder bei anderer Berechnung 880) Gigatonnen CO2 emittieren. Für Deutschland stünden, entsprechend dem Bevölkerungsanteil, davon 1,1% zur Verfügung. Das sind ab Anfang 2019 7,3 Gigatonnen. Wenn wir dies bis 2035 erreichen wollen, müssen, wie die Abbildung aus dem Rahmstorf-Blog zeigt, die Emissionen jährlich um 6% gesenkt werden!

Bei der Langen Nacht der Wissenschaften am PIK wurde ein Tool vorgestellt, mit dem man sich zu diesen Effekten informieren kann, das  „Senses Tookit“. Für drei Szenarien sind im folgenden Bild CO2-Reduktionspfade dargestellt:

Sie alle beinhalten bereits, dass nach 2050 ausreichend leistungsfähige Techniken zur Entfernung bereits emittierten Kohlendioxids genutzt werden. Deutlich zu erkennen ist, dass ein späterer Beginn der Reduktionen eine jeweils noch stärkere Reduktion pro Jahr erfordert. (siehe auch im folgenden Bild aus der Präsentation von S. Rahmstorf bei der Langen Nacht der Wissenschaften – hier nur bis 2050 dargestellt).

Hätten wir also schon viel eher mit einer  Reduktion begonnen (angemahnt wurde sie schließlich schon seit Anfang der 90er Jahre), hätten wir viel gemächlicher „aussteigen“ können; jetzt ist bereits so etwas wie eine „Vollbremsung“ notwendig. So weit musste es kommen, bis wenigstens die Kinder aufgewacht sind.

P.S. Die einzige Region, in der ein scharfer Knick in der CO2-Emissionsentwicklung erreicht werden konnte, ist übrigens China!

 

Dies gehört zu meinem Bericht von der Langen Nacht der Wissenschaften am PIK Potsdam.


Dass sich Wetterextreme häufen, erläutert Stefan Rahmstorf in einem Artikel. Da ja wie üblich kaum jemand diesen Links folgen wird, hier eine Zusammenfassung der Inhalte:

  • Hitzewellen nehmen seit den 80er Jahren stark zu. Es gibt heute schon fünfmal mehr Hitzewellen, als vor dieser Zeit.
  • Die Veränderung der Niederschläge ist „räumlich und zeitlich sehr heterogen“. Vor allem Starkregen nehmen stark zu. Genaueres dazu gibt’s in einem Blogbeitrag von S. Rahmstorf.

Die folgende Abbildung zeigt die Anzahl der Tagesrekorde bei den Niederschlagssummen weltweit, relativ zu der Anzahl, die durch Zufall bei einem unveränderten Klima auftreten würde (Zuwachs in Prozent) (nach einer Veröffentlichung von J. Lehman et al. 2015):

Die schwarze Linie zeigt gemittelt die Zahl der Rekorde, der blaue Bereich den natürlichen Schwankungsbereich. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Literatur

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Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Problemcluster 2: Finalismus, Einlinigkeit, Verlust der Möglichkeitsfelder, Multifaktorialität

Die Übertragung des Keimform-Konzepts aus der Geschichtstheorie in die dementsprechende Antizipation erbt auch die anderen Probleme der Keimform-Geschichtstheorie, so auch jene des Finalismus, der Einlinigkeit und des Verlusts der Möglichkeitsfelder. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Wenn die Keimformtheorie als Aufhebungstheorie gilt, so wird sie als Geschichtstheorie verwendet. Das, was bisher in geschichtlichen qualitativen Umbrüchen in der Gesellschaft geschah, soll in grundsätzlich derselben Weise (in den genannten 5 Schritten) auch wieder passieren und deshalb kann das Wissen darüber Handlungsorientierungen geben. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Simon und Stefan „glauben aber, dass die Fünfschritt-Heuristik auch qualitative Veränderungen in anderen Systemen – z.B. Gesellschaften – beschreiben kann“ (S&S: 202). Die Gliederung eines qualitativen Wandels in 5 Schritte ist als Abfolge von „logischen Schritte“ konzipiert: 1. Vorbedingungen, 2. Entwicklungswiderspruch 1 (später folgt ein zweiter Entwicklungswiderspruch), 3. Funktionswechsel, 4. Dominanzwechsel, 5. Umstrukturierung (ebd.: 203). Weiterführend gegenüber anderen Vorstellungen zu Qualitätssprüngen aus Dialektik und z.B. Evolutionsbiologie (vgl. Schlemm 1996: 123ff.) ist bei Holzkamp die Unterscheidung zwischen Funktions- und Dominanzwechsel (Holzkamp 1983: 79f.). Dabei ist es bei Holzkamp eine irgendwann im alten Zustand neu entstandene, später relevant werdende, „Partialfunktion“, deren Entstehung bereits im ersten Schritt untersucht wird, und deren Funktion im dritten Schritt wechselt, bis sie im vierten Schritt dann dominant wird und im fünften zur Umstrukturierung des gesamten Systems führt. (mehr …)

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