Gelesen


Dies gehört zu meinem Bericht von der Langen Nacht der Wissenschaften am PIK Potsdam.


Dass sich Wetterextreme häufen, erläutert Stefan Rahmstorf in einem Artikel. Da ja wie üblich kaum jemand diesen Links folgen wird, hier eine Zusammenfassung der Inhalte:

  • Hitzewellen nehmen seit den 80er Jahren stark zu. Es gibt heute schon fünfmal mehr Hitzewellen, als vor dieser Zeit.
  • Die Veränderung der Niederschläge ist „räumlich und zeitlich sehr heterogen“. Vor allem Starkregen nehmen stark zu. Genaueres dazu gibt’s in einem Blogbeitrag von S. Rahmstorf.

Die folgende Abbildung zeigt die Anzahl der Tagesrekorde bei den Niederschlagssummen weltweit, relativ zu der Anzahl, die durch Zufall bei einem unveränderten Klima auftreten würde (Zuwachs in Prozent) (nach einer Veröffentlichung von J. Lehman et al. 2015):

Die schwarze Linie zeigt gemittelt die Zahl der Rekorde, der blaue Bereich den natürlichen Schwankungsbereich. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Literatur

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Problemcluster 2: Finalismus, Einlinigkeit, Verlust der Möglichkeitsfelder, Multifaktorialität

Die Übertragung des Keimform-Konzepts aus der Geschichtstheorie in die dementsprechende Antizipation erbt auch die anderen Probleme der Keimform-Geschichtstheorie, so auch jene des Finalismus, der Einlinigkeit und des Verlusts der Möglichkeitsfelder. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Wenn die Keimformtheorie als Aufhebungstheorie gilt, so wird sie als Geschichtstheorie verwendet. Das, was bisher in geschichtlichen qualitativen Umbrüchen in der Gesellschaft geschah, soll in grundsätzlich derselben Weise (in den genannten 5 Schritten) auch wieder passieren und deshalb kann das Wissen darüber Handlungsorientierungen geben. (mehr …)

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Simon und Stefan „glauben aber, dass die Fünfschritt-Heuristik auch qualitative Veränderungen in anderen Systemen – z.B. Gesellschaften – beschreiben kann“ (S&S: 202). Die Gliederung eines qualitativen Wandels in 5 Schritte ist als Abfolge von „logischen Schritte“ konzipiert: 1. Vorbedingungen, 2. Entwicklungswiderspruch 1 (später folgt ein zweiter Entwicklungswiderspruch), 3. Funktionswechsel, 4. Dominanzwechsel, 5. Umstrukturierung (ebd.: 203). Weiterführend gegenüber anderen Vorstellungen zu Qualitätssprüngen aus Dialektik und z.B. Evolutionsbiologie (vgl. Schlemm 1996: 123ff.) ist bei Holzkamp die Unterscheidung zwischen Funktions- und Dominanzwechsel (Holzkamp 1983: 79f.). Dabei ist es bei Holzkamp eine irgendwann im alten Zustand neu entstandene, später relevant werdende, „Partialfunktion“, deren Entstehung bereits im ersten Schritt untersucht wird, und deren Funktion im dritten Schritt wechselt, bis sie im vierten Schritt dann dominant wird und im fünften zur Umstrukturierung des gesamten Systems führt. (mehr …)

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Für die Wissenschaft der Geschichte können drei Ebenen unterschieden werden: Da ist zuerst (1) jener Bereich, in dem bestimmte zeitlich, räumlich oder auch thematisch beschränkte geschichtliche Geschehnisse empirisch und theoretisch untersucht werden. In der damit befassten Wissenschaft „Geschichte“ geht es darum, „der Bewegung des Konkreten so wie es ist genau auf der Spur zu bleiben“, was „ jedoch stets bedroht ist von der Gefahr, sich in seiner unausschöpflichen Besonderheit zu verlieren, ohne daß es gelingt, die allgemeine innere Notwendigkeit zu fassen“ (Séve 1976: 137). (mehr …)

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Weg muss dem Ziel entsprechen

Ich kann der Argumentation, dass es nicht sinnvoll ist, „mit Gewalt eine Gesellschaft ohne Gewalt“ (S&S: 54) zu schaffen, viel abgewinnen. Nicht teilen kann ich die Behauptung, dass im Marxschen Übergangskonzept „die möglichen Gewalttaten zur Erreichung des Sozialismus […] eingeplant“ (ebd.: 89) gewesen wären. Es geht nicht um ideengeschichtliche Pläne, es geht um reale Erfahrungen. Und noch nie in der Geschichte (bis dahin und auch bis heute) konnte eine Befreiungsbewegung ohne den Widerstand durch die Vertreter des zu Überwindenden agieren und einfach frisch, frei und fröhlich „das Neue konstituieren“. Wir kennen das Schicksal der Pariser Commune. Den brutalen Vernichtungsfeldzug gegen die südamerikanischen Linken in den 70er Jahren schildert z.B. nachdrücklich Naomi Klein (2009). Es war ja nicht der Wunsch der Revolutionäre, mit Gewalt vorzugehen, mindestens, um sich zu schützen. Gerade das Bild einer Barrikade ist hier tragend: Hinter Barrikaden verschanzt man sich, um das gewonnene Terrain zu verteidigen. Solange es Konterrevolution gibt, ist ohne Barrikaden auch keine Konstitution des Neuen möglich. (mehr …)

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