Hinweise


Aus meiner Feiertagslektüre:

„Folgendes: Man kann nicht leben wie ein Tier, wenn man ein Mensch ist. Das haben wir mal gewußt, das haben wir einander auch dauernd neu beigebracht, jeden Tag. Daß es um was gehen muß, um mehr als das stille Glück im Winkel und bestenfalls etwas philosophische Inneneinrichtung. Daß man die Welt planvoll umbauen muß, wenn man sich nicht gefallen lassen will, daß sie über einen verhängt wird, wie so ein Unglück.
Das Dumme war, daß unser biologisches Erwachsenwerden mit der größten historischen Niederlage der Linken seit ihrem größten historischen Sieg, der französischen Revolution, zusammengefallen ist. die meisten von uns sind dann Fatalisten geworden oder andere Arten Spießer. Aber einige machen, was die Vernunft in solchen Fällen empfiehlt: Sie zeichnen auf, was wir gewußt haben, als wir noch dachten, mit diesem Wissen könnte man erfolgreich handeln.“ (Dietmar Dath (2006) Dirac, S. 296)

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Die Zugriffszahlen auf den Blog sinken täglich, man merkt, dass viele Menschen in diesen Tagen Besseres zu tun haben als online zu sein. Ich wünsche allen, die es dennoch irgendwann tun, alles alles Gute fürs nächste Jahr. Persönlich sowieso und ich hoffe auch, dass es für uns alle nicht nur bergab geht, sondern es noch ermutigende und hoffnungfrohe Momente und Zeiten gibt.

Gestern habe ich einen sehr berührenden Film über Erich Kästner gesehen, deshalb ergänze ich hier gern noch ein Gedicht für die Weihnachtszeit von ihm:

Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag

Zweitausend Jahre ist es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens.
Du sahst Gewalt und Polizei,
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wußtest, wie das Elend tut
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!
Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!
Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand beging.
Es war genau wie heute.
Die Menschen wurden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst. Und alles blieb
beim alten.
 

Erich Kästner

 

Und wieder gibt es eine Alarmmeldung aus der Treibhausgasmessung: Im Jahr 2016 stieg die CO2-Emission um 50% schneller an als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Auch in Deutschland stiegen die energiebedingten CO2-Emissionen im Jahr 2016 gegenüber 2015 um 0,9 Prozent. Auch Peak Oil rückt in die Nähe bzw. wurde für konventionelle Ölförderung wohl schon überschritten. Es wird eigentlich Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

Die globalen Gefahren aller Art, wie der Klima-Umbruch, die Versauerung der Meere u.a. spielen außer in fernen Regionen für fremde Menschen bei uns nur ausnahmsweise eine kleine Rolle. Ansonsten wird weiter gemacht, wie bisher… Die Koalitionsverhandlungen stocken nicht zufällig auch gerade beim Thema des Umgangs mit dem Klimawandel. Bei der Wahl spielte das Thema noch keine Rolle, noch nicht. Dass die AfD so weit nach vorn springen konnte, hat noch nicht den Grund, dass sie sich mehr Sorgen um die Zukunft machen würde als andere. Das kann sich aber ändern. (mehr …)

Kaum ein Symbol wurde in den letzten Jahren der DDR so wichtig wie das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ in einem Kreis. Es stand für Dissidenz und wurde, wo es irgend ging, unterdrückt. Es war aus dem Westen gekommen, aus alternativen, friedens- und antiatomkraftorientierten Bewegungen.

Jetzt soll ein Freund eine hohe Strafe zahlen, weil er mit dem Druck von Aufklebern mit diesem Symbol plötzlich Markenrechte verletzt.
(mehr …)

Der Klimawandel ist kein Thema für die Zukunft, sondern lässt sich bereits seit Jahrzehnten nachweisen. Auf einem Zeltplatz im Harz, auf dem wir einen Urlaub verbracht haben, haben die Betreiber ein Diagramm mit den jährlichen Durchschnittstemperaturen an der Wandzeitung und das entspricht ungefähr der Tatsache, dass die Lufttemperatur in der BRD im Flächenmittel zwischen 1881 und 2013 um 1,2 Grad stieg (Umweltbundesamt 2015: 14). Jedes Jahr beschleunigt sich dieser Anstieg um ungefähr 0,1 Grad. Auch europa- und weltweit ist dieser Trend hin zu höheren Temperaturen eindeutig. Die folgende Abbildung (EEA 2017: 72) zeigt die durchschnittliche Oberflächentemperatur in der Zeit zwischen 1979 und 2015 (oben global, unten für Europa):

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Vorgestern flog mein Blick über die erste Seite meiner Tageszeitung:

„jüngster Weltklimabericht…
Es ist an der Zeit, sich umfassend auf die umfassend auf die unaufhaltsamen Veränderungen einzustellen„.

Ich denke, das ist das erste Mal, dass ich so deutlich lese, dass es schon „5 nach 12“ ist und wir keine Zeit mehr haben werden Schlimmes zu verhindern, höchstens noch das Schlimmste. Wo die Grenze liegen wird – welches Schlimmste wir verhindern können – , haben die meisten Menschen aus ihrem Alltag heraus sowieso nicht im Griff.

Während ich noch zum ausführlichen Artikel über den neuen Klimabericht der Europäischen Umweltagentur vorblättere, dringt aus den Radionachrichten der Satz an mein Ohr:

Trump lockert den Klimaschutz.

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Hallo,

und hier gleich die nächste Frage:  Wenn wir uns fragen, was das Spezifische von jeweils mir als Individuum in meiner Beziehung zur Welt ist, so sind es so etwas wie Bedürfnisse und Interessen. Zu Bedürfnissen hatte ich schon einmal etwas gefragt. Jetzt würde mich interessieren (;-)), wo für Euch der Unterschied zwischen Bedürfnis und Interesse liegt. Bei welchem Beispiel würdet Ihr etwas nur als Bedürfnis bestimmen wollen, aber nicht als Interesse – bei welchem ist es ein Interesse, aber kein Bedürfnis? Das hat man ja irgendwie im Gefühl. Könnt Ihr das, was den Unterschied macht, auch ein wenig verallgemeinern?

Beste Grüße
von Annette

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