Politische Theorie


Noch ist eine Begrenzung der Reduktion des Temperaturanstiegs auf 2 Grad möglich. Dazu wären große Reduktionsraten notwendig (vgl. Rahmstorf 2017). Diese Reduktionsraten sind umso höher, je später die Reduktion beginnt:

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Ich hatte in einem der letzten Texte zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik geschrieben:

„Die Aufgabe von Wissenschaft ist, Möglichkeiten zu erkunden, also zu prognostizieren, was welche Handlungen und Unterlassungen mit bestimmter Wahrscheinlichkeit für Folgen haben.“

Die Aussagen über die Möglichkeiten sind natürlich wie immer mit Unsicherheiten behaftet. Während der IPCC-Prozesse wurden hier Vereinbarungen entwickelt, die eigentlich vorbildhaft für viele andere wissenschaftliche Aussagen werden könnten. Schon bei einfacher Labortätigkeit gehört zu jedem Messwert auch eine Angabe der Messunsicherheit, aber bei so komplexen Themen wie dem Klima ist die Herausforderung sehr groß. Das Ergebnis klingt dann z.B. so: (mehr …)

Man soll aus Erfahrungen lernen. Bisher ist nicht zu erkennen, dass es gelingen könnte, die Treibhausgasemissionen auf einen Stand zu begrenzen, bei dem gefährliche Folgen abgewendet werden könnten. Das „Fenster der Möglichkeiten“ dafür schließt sich gerade, während sich gleichzeitig die Menschen langsam an die Gefahrenmeldungen gewöhnen und sie umso weniger ernst nehmen. Dabei stellen wir jetzt die Weichen für die Gestaltung der Lebensbedingungen unserer Nachkommen. Die Temperaturen können sich schon in der nächsten Generation um 3,6 Grad erhöhen, in den nächsten 90 Jahren insgesamt um 7,2 Grad.

Die folgende Abbildung (leicht ergänzt aus DWD 2017) zeigt diese Bedingungen für die Lebenszeit von jetzt geborenen Kindern und deren Kindern:

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Neben der gesundheitlichen Gefahr der direkten Temperatureinwirkungen hat die Erwärmung viele andere negative Folgen für die Gesundheit. Durch die Erwärmung breiten sich vor allem gefährliche Organismen weiter aus wie für die BRD Zecken, allergene Ambrosia-Pflanzen und exotischen Mücken. Viele Krankheiten werden der sich ausbreitenden Wärme folgen: so die Wurmkrankheit Schistosomiasis, Gelb- oder Dengue-Fieber, Malaria, Riftalfieber, Ostküstenfieber, West-Nil-Fieber; afrikanische Schlafkrankheit und auch die Cholera.

„Experten betonen, dass der Klimawandel „die größte Bedrohung der Weltgesundheit im 21. Jahrhundert“ darstellt.“ (zit. in Schellnhuber 2015: 395)

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Dies ist ein zwischengeschobener Text, der auf einen Kommentar innerhalb dieser Beitragsserie eingeht…, inzwischen auch in Version 2 (am 9.5.2017 um einige nachrecherchierte Daten ergänzt)


In einem Kommentar meines Blogs wird vermutet, es gäbe „bisher keine Einigkeit über die Ursache des Prozesses“ und die Diskussion sei „allgemein sehr stark politisch dominiert“. Es sei „wohl noch nicht endgültig bewiesen, dass die Klimaveränderung kein Vorgang ist, der nicht auch so eintreten könnte.“ Den „den Beitrag des Menschen zweifelsfrei nachzuweisen halte ich für schwierig, da die Qualität und Aussagekraft der Daten über die Prozesse, die sich über Jahrhunderte und Jahrtausende erstrecken, sehr unterschiedlich ist“.

Woher haben wir unser Wissen?
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Sogar wenn wir die eben erläuterten positiven Rückkopplungen und Kipp-Punkte, die die Situation in sehr kurzer Zeit dramatisch verschärfen können, außen vor lassen, bietet der wahrscheinliche Anstieg der Temperaturen genug Anlass für Befürchtungen. Schellnhuber erwähnt in dem Interview sein kleines Kind – in der folgenden Darstellung des Deutschen Wetterdienstes wurden die Lebenswelten unserer Kinder und Enkel bezüglich der globalen Temperatur eingefügt.
(Bild: verändert nach DWD 2017).
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Die Abbildung des steigenden CO2-Gehalts der Atmosphäre und der wachsenden Temperaturen (leicht verändert nach Wikipedia: Globale Erwärmung) kann zu der Meinung verleiten, dass es auf ein wenig oder noch mehr nun auch nicht mehr ankomme.

Die Katastrophe ist bisher nicht gekommen, warum sollte sie also später doch kommen? (mehr …)

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