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Am 31.01.23 werde ich um 20 Uhr online einen Vortrag für „DB for Future“-Menschen halten.

In diesem Vortrag geht um den tieferen Grund, warum es bei der Bahn wie auch dem Klimaschutz immer wieder klemmt und sich soziale und ökologische Krisen so verknäueln. Im Vortrag wird erläutert, wieso der Kapitalismus ausbeuterisch und umwelt-/klimaschädlich ist.

Wer (online) teilnehmen möchte, kann mich gerne anmailen, ich verschicke dann den Link…

Über die neuen Berichte des Weltklimarats und an den Club of Rome habe ich einen Beitrag für die Zeitschrift „Blickpunkt Zukunft“, die von Werner Mittelstaedt herausgegeben wird, geschrieben.

Diese Zeitschrift kann online heruntergeladen werden und mein Beitrag findet sich auf den Seiten 14-16.

Heute halte ich einen Vortrag bei der Tagung „Real oder virtuell? Simulationen, Täuschungen, Irrwege im digitalen Zeitalter“ bei der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt. Ich nehme dort online teil und werde auch online zugeschaltet.

Das Thema, über das ich spreche, ist der Trans- und der Posthumanismus – gemeint ist hier der technologische Posthumanismus, nicht die philosophische Richtung, die auch Posthumanismus genannt wird (Ja, so genau muss man heutzutage sein, es gibt so vieles…).

Mein Beitrag hierzu wird eine Kritik des bei diesen Konzepten unterstellten Menschenbildes sein, das ich mit dem marxistisch-Kritisch-psychologischen Menschenbild kontrastriere.

Auch hier wird es keinen Mitschnitt geben, aber ich hatte so einen Vortrag schon mal früher, der auf Youtube zu sehen ist.

Siehe auch: Schlemm, Annette (2019): Das Leben künstlich oder menschlich machen? Latenz. Journal für Philosophie und Gesellschaft, Arbeit und Technik, Kunst und Kultur. Der  künstliche Mensch. Menschenbilder im 21. Jahrhundert. (Hrsg. Irene Scherer, Welf Schröter). Mössingen-Thalheim: Talheimer Verlag 2019. S. 39-52.

Nächste Woche stelle ich in einer Gruppe die Kritische Psychologie nach Klaus Holzkamp, ergänzt um die Praxen der Kollektiven Selbstverständigung im Sinne dieser Konzeption, vor:

Hier noch mal die Daten:

Wo? Hörsaal Psychologie, Philosophenweg 3

Wann? 10.01. 2023, 18 Uhr

Mehr zur Kritischen Psychologie von mir gibts hier und hier.

Für den Praxisteil gibt es folgende Links zur Kollektiven Selbstverständigung (aus der Präsentation):

… wünsche ich allen, die dies hier lesen.

Ich habe einen schönen Spruch zum Jahreswechsel gefunden:

Zu Silvester feiert die ganze Welt, dass sich das Datum ändert.
Ich hoffe, irgendwann feiern wir ds Datum, an dem sich die Welt geändert hat.

Meine liebsten Weihnachtsgeschenke waren wie immer Bücher. Zwei dicke Bücher habe ich schon ausgelesen. Zuerst die fast 1300 Seiten des Romans von Andreas Eschbach: „Eines Menschen Flügel“, einer wunderschönen Utopie, die 1000 Jahre lang nur funktionieren kann, weil die geflügelten Menschen von ihren Ahnen versteckt wurden und sie nichts wussten von der Bedrohung durch das kriegerische Imperium, wie es sonst so in Science-Fiction-Romanen vorherrscht.

Deutlich wirklichkeitsbezogener war dann die „Biographie und Werkentwicklung“ des jungen Karl Marx, wie sie Michael Heinrich in einem ersten Biographieband über Marx vorstellte. Das wird wohl für lange Zeit wieder ein Standardwerk sein, denn hier räumt Heinrich mit oft wiederholten Mythen auf und legt ganz genau dar, was bekannt ist über das Leben von Marx und Gründe für seine Ansichten und für welche dichterischen Ergänzungen es keinen ausreichenden Grund gibt.

Marx? Schon wieder und immer wieder? Hat sich das nicht längst erledigt? Nein, das zeigt ein drittes Buch, das mir gerade zugeschickt wurde. In ihm heißt es:

„Ich habe das lange so nicht für möglich gehalten, dass es die Zustände, auf die Karl Marx reagiert hat, noch einmal wieder geben könnte in einer sozialen Marktwirtschaft.“

Es geht um die Fleischwirtschaft, deren Skandale nicht nur wegen dem Tierleid, sondern vor allem wegen den „Wegwerfmenschen“, die dort arbeiten müssen, aufgrund der enorm hohen Coronazahlen endlich stärker in die Öffentlichkeit gerückt sind. Mir liegt jetzt der Folgeband von „Das ‚System Tönnies‛ – organisierte Kriminalität und moderne Sklaverei vor. Zusammengestellt von Jour fixe Gewerkschaftslinke Hamburg berichten viele Autorinnen und Autoren über diese Zustände.

Mir war gar nicht bewusst, dass vor allem seit 20-30 Jahren die Großkonzerne ein rasantes Wachstum auf Kosten von Klein- und Kleinstbetrieben hingelegt haben und dies vor allem deswegen, weil sie Arbeiter*innen aus den neuen EU-Staaten mit Werkverträgen ausbeuten, die enorme Lohnkosten einsparten. Das besondere Lohndumping in Deutschland hatte auch Auswirkungen z.B. auf Dänemark, wo 15 000 Jobs in der Fleischindustrie abgebaut wurden. Besonders skandalträchtig ist auch der Umgang mit Lokalpolitiker*innen, die vor allem dem Konzernriesen Tönnies in die Suppe spucken möchten. Sie werden systematisch kalt gestellt. Trotzdem bewirkte die Aufmerksamkeit durch die Corona-Hotspots u.a. nun endlich das Arbeitsschutzkontrollgesetz, das die Kämpfe um Tierwohl und Menschenrechte nicht obsolet macht, aber erleichtern kann.

Und damit sind wir wieder bei Marx. Es wird festgestellt, dass sich von ihm allemal noch lernen lässt, nämlich „dass der Arbeiter und die Arbeiterin nur ihre Arbeitskraft in die Waagschale werfen können und nur, wenn sie sich zusammenschließen, eine gewisse Macht haben“.

Literatur:

Eschbach, Andreas (2020): Eines Menschen Flügel. Lübbe.

Heinrich, Michael (2018): Karl Marx und die Geburt der modernen Gesellschaft. Biographie und Werkentwicklung. Band I. 1818-1841. Stuttgart: schmetterling verlag.

Jour fixe Gewerkschaftslinke Hamburg (Hg.) (2022): Ist das System Tönnies passé? Welche Perspektiven haben Landwirtschaft, Schlachthöfe und Tierrechte? Folgeband von „Das ‚System Tönnies‛ – organisierte Kriminalität und moderne Sklaverei. Berlin: Die Buchmacherei.

Kann man dieses Jahr wirklich in Weihnachtsstimmung kommen? Wollten wir das „Fest der Liebe und des Friedens“ nicht lieber weglassen in dieser unfriedlichen Welt? Ab wann wird das Feiern unehrlich und drückebergerisch?

Wenn es nicht verbunden ist mit dem Bemühen um Frieden auf allen Ebenen. Dabei war das wohl noch nie so schwer wie jetzt. Das Thema „Krieg-Frieden“ wird häufig auch im privaten Kreis vermieden, damit kein häuslicher Unfrieden entsteht. In politischen Gruppen und Bewegungen wird ebenfalls lieber einen Bogen drum gemacht. Das Corona-Thema hat schon genug Streit erzeugt, Wunden aufgerissen.

Dabei ist es gerade jetzt notwendig, die Tatsache, dass es keine „einfachen Antworten“ gibt, produktiv für die Entwicklung neuer kreativer Ansätze zu entwickeln. Was mehr als moralische Entrüstung über den Aggressor und Solidarität mit den Überfallenen steht uns zur Verfügung? Welches Wissen über bestimmte Interessen? Welches Wissen über mögliche Alternativen zur Rüstung?

Ich selbst habe die Weihnachtsanzeige aus der Friedensbewegung 2022 unterstützt:

Nichtsdestotrotz wünsche ich allen einige erholsame und besinnliche Tage. Erholung wie Besinnung brauchen wir alle…

… die Klimakatastrophe ist längst da. Ahrtal? Naja, das liegt uns wohl näher als das ersaufende Bangladesh oder Somalia, wo die schlimmste Dürre seit 40 Jahren 20 Millionen Menschen bedroht! Vier Jahre lang fiel dort kein Regen und diese Leute sind existenziell abhängig von ihrer Land- und Viehwirtschaft. Verhungerte Menschen fotografiert man nicht, nur verhungernde…, deshalb gibts aus Somalia vorwiegend Fotos von gerippeartigen Kindern und verreckten Tieren.

All das zeigt, dass „wir“ mitten drin stecken und „wir“ regen uns auf über ein paar junge Leute, die sich an Straßen festkleben, um jene von uns, dies noch nicht mitgekriegt haben, aufzuwecken!

Wo und wann leben wir denn?

Ich weiß, dass Spenden nur einen Tropfen auf dem heißen Stein sind, aber

Jedes Mal, wenn die Not eines Unglücklichen gemildert wird, ist Weihnachten.

Ich empfehle fürs Spenden Medico international…

So langsam komme ich in Weihnachtsstimmung und möchte alles ausblenden, was mich aufregt und verunsichert. Aber der schöne Weihnachtswunsch „Frieden in aller Welt!“ geht mir dieses Jahr schwer von der Hand beim Karten-Schreiben…

Es ist mir bisher selten bewusst geworden, dass diese vielen Jahre in Frieden während meiner Lebenszeit für fast ganz Europa ungewöhnlich sind. Durch die Drohung der Kernwaffen schienen „normale“ Kriege zumindest hier auch ausgeschlossen zu sein… Aber seit dem Februar 2022 sind wir doch aufgerüttelt worden. Auch wenn ich mich dagegen wehre, die ukrainischen Ermordeten wichtiger zu finden als die toten Kinder im Jemen und anderswo in der Welt… In der Zeit zwischen 1945 und 1990 starben ca. 200 Millionen Tote durch Kriege, aber nur 200 000 davon im „Globalen Norden“ (Dülffer 2019: 333).

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Auch die kapitalistisch orientierten Wirtschaftswissenschaften müssen sich wohl oder übel mit dem Klimawandel als „ultimative[r] Herausforderung für die Wirtschaft“ beschäftigen. Der Nobelpreisträger William D. Nordhaus verwendete diese Formulierung in seinem Preisvortrag von 2018, von dem ich im Folgenden berichten möchte.

Mögliche Regulierung der Nutzung „öffentlicher Güter“?

Nordhaus sieht das Problem des Klimawandels darin, dass das Klima ein öffentliches Gut ist und damit eine Externalität in Bezug auf die Wirtschaft. Das heißt, dass seine Kosten „außerhalb des Marktes anfallen“ und sie „nicht durch Marktpreise erfasst“ werden. Die „Klimawandelökonomie“ will sich diesem Problem widmen. Dabei zeigt es sich, dass aus dieser ökonomischen Perspektive heraus solche „harten“ Ziele wie unter einer global durchschnittlichen Temperaturerhöhung von 1,5 oder 2 Grad zu bleiben, nicht zielführend seien, weil sie die Kosten der dazu nötigen Maßnahmen außer Acht lassen. Eine Alternative dazu zeigt Nordhaus am Ende des Beitrags auf.

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