Robert von der Initiative Fridays For Future in Jena stellt sein Skript zur Verfügung für

einen Workshop zum Umgang mit Leugner:innen der Klimakrise

Dankeschön!

Vom Umweltbundesamt wurde ein neuer Monitoringbericht zu den Folgen der globalen Erderwärmung in Deutschland veröffentlicht. Er kann online abgerufen werden.

Für Deutschland sehen die vom Logo der „Scientists For Future“ bekannten Streifen so aus (S. 7):

„Das Jahresmittel der Lufttemperatur ist im Flächenmittel von Deutschland von 1881 bis 2018 statistisch gesichert um 1,5 °C angestiegen“ (19), das sind 0,5 Grad mehr als  als der globale Anstieg im gleichen Zeitraum.

Im Diagramm dargestellt sieht die Entwicklung der Temperatur (im  Vergleich zu den globalen Werten) so aus (19):

Im Folgenden werde ich einige der Klimawandelfolgen vor allem durch  Abbildungen aus diesem Bericht) verdeutlichen. (mehr …)

Diese Woche findet in vielen Hoch- und Fachschulen die „Climate Public School“ statt.  Statt ganz normal für die berufliche Zukunft im real existierenden Kapitalismus zu büffeln, wollen Studierende sich diesmal Fragen widmen, die da keine Rolle spielen, für sie aber existenziell wichtig sind oder in ihrer Lebenszeit wahrscheinlich noch werden. Deshalb rufen die Students for Future zur Beteiligung an dieser „Climate Public School“ auf – auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Für Jena kann das Programmheft hier aufgerufen werden.

Reiner und ich von der Zukunftswerkstatt Jena gestalten einen Workshop am Mittwoch, 27.11. ab 18 Uhr im Hörsaal 5.

Vielleicht sehen wir uns ja da…

Jutta Ditfurth stellt ihre Kritik an XR in den Kontext von Sektenkritik. Das war vor einem halben Jahr noch anders. Da dachte sie, dass in „dieser Bewegung Extinction Rebellion der Ansatz kritischer und ein bisschen hartnäckiger“ sei als z.B. bei Fridays for Future (Pape 2019).

Irgendwann jedoch wurde sie an ihre „kritische Arbeit über Sekten in den neunziger Jahren erinnert“ (Ditfurth 2019a).Wie damals kommen die Vorwürfe fast automatisch aus ihr heraus, es bedarf nur weniger „Trigger“ und ihre Wahrnehmung fokussiert sich tunnelartig auf das, worauf sie seit damals festgelegt ist. In ihrer Wahrnehmung gibt sie sich auch eine echt übertriebene Bedeutung: Es soll ihr Warnaufruf gewesen sein, der dazu führte, dass sich in Berlin „so wenige“ an der Rebellion beteiligten. „Es bleiben jetzt hauptsächlich Anleiter, Trittbrettfahrer, Naive und Esoterische übrig.“ (ebd.) Da kann ich mir nun aussuchen, was ich bin….

Ansonsten gibt sie sich sehr fürsorglich. Sie will ja nur verhindern, dass junge Leute aus Enttäuschung „in die theatralische, hierarchische und nur vermeintlich radikale XR-Struktur hineingeraten“ (ebd.), so als könnten diese sich nicht selber eine Meinung bilden. Im Gegensatz dazu begleitet sie Fridays for Future „mit großer Sympathie“ (Ditfurth 2019a), weil diese „wirklich eine Basisorganisation“ sei und man mit deren Gruppen „wunderbar diskutieren kann“. Und obwohl da auch häufig eine „brave, behütete Mittelschichtssozialisation“ vorliege, könnten die dort Beteiligten lernen – was sie Menschen im XR-Kontext grundsätzlich abspricht. (mehr …)

Version 1.0, 23.11.2019


Warum kriege ich Bauchschmerzen, wenn ich folgenden Witz sehe oder höre?

(„Ich habe Homo Sapiens“ – „Keine Angst, das geht vorüber“;
Mehr zu den Bauchschmerzen im Abschnitt “Die Rolle der Menschen“)

In den Vorwürfen an die Bewegung Extinction Rebellion (XR) von Jutta Ditfurth taucht die Bemerkung auf, hier würde alles versucht, „um den intellektuellen Hohlraum mit Versatzstücken religiös-gewaltfreier Ideologie zu verdecken“ (2019a) und es würden „spirituelle Gespenster“ aufgerufen (2019b). Auf diese Vorwürfe braucht man in ihrer Unklarheit eigentlich gar nicht einzugehen. Entgegen ihrem Vorurteil, es würde in XR „wird nicht dazu aufgefordert, zu lesen, zu streiten, sich politisch zu bilden“ (2019b) machen wir aber (zumindest in Jena) genau das. Dazu nützen ihre undifferenzierten Schimpfereien aber wenig – ich kann mich aber erinnern, dass es in den 90er Jahren in der Zeitschrift ÖkoLinX und in Büchern von ihr recht lehrreiche Artikel mit berechtigter Kritik an bestimmen Formen von ökobewegten Konzepten und Denkformen gab, an die wir durchaus anknüpfen können. Eine der immer wieder kritisierten Ökologieformen ist die Tiefenökologie, die bei XR mindestens dort eine Rolle spielt, wo es um die Bearbeitung der Trauer um die Verluste durch den Klima-Umbruch geht. Was ist nun davon zu halten? Was könnte an einer „Haltung liebevollen Mit-Seins“ (Klepsch, Gottwald 1995: 9) bzw. an der Entdeckung von „Mensch und Natur in ihrer wechselseitigen Verursachung und in ihrer Verbundenheit“ (ebd.: 10) kritisch sein?

In diesem Zusammenhang begann ich, Quellen zu dieser Bewegung und Auseinandersetzungen mit ihr (nach-)zu lesen (aufgrund der beschränkten Kapazitäten hierfür kann die Literaturübersicht nicht vollständig sein). Die kritischen Texte von ÖkoLinX sind oft nicht gut mit Quellen belegt (oder nur aus Sekundärliteratur zitiert), deshalb versuche ich etwas gründlicher zu arbeiten und wo immer möglich, die Originalquellen heranzuziehen. Diese Materialsammlung wird vor allem die kritischen Aspekte beleuchten, die sich speziell in einer Bewegung, die sich vorwiegend tiefenökologisch fundiert, nämlich Earth First!, deutlich zeigen. Beim Gründer der Tiefenökologie, Arne Naess (z.B. in Naess, 1976/2013), und auch auf aktuellen Webseiten, die die Tiefenökologie vertreten, sind solche problematischen Inhalte nicht auf den ersten Blick zu finden (obwohl es sie auch da gibt), es bleibt zu analysieren, ob die kritischen Punkte deutlich vom Grundkonzept unterschieden werden können, oder ob im Grundkonzept etwas steckt, was die problematischen Ansichten zumindest sehr nahe legt. Mit dieser Materialsammlung (die noch keine fertige Analyse ist) möchte ich dazu anregen zu lesen, uns politisch zu bilden und sachlich zu streiten – wie es uns Jutta Ditfurth nicht zutraut. Dieser Text dient u.a. der Vorbereitung von entsprechenden Bildungs- und Gesprächsveranstaltungen der Ortsgruppe Extinction Rebellion Jena.

Hier gehts mit einer pdf-Datei weiter


 

Wir haben nun neue Präsentationen aus dem Selbst-Bildungsprogramm der Ortsgruppe Jena von „Extinction Rebellion“ hochgeladen.

Es gibt jetzt:

Klar werden im Klimawandel mindestens so viele Menschen sterben wie im Holocaust, viele davon sind schon tot oder sterben jetzt gerade (wer das noch nicht wusste, sollte sich erkundigen, auch hier im Blog gibts vieles zur Lage und Prognose diesbezüglich). Vergleichbar sind diese Ereignisse natürlich trotzdem nicht. Dooferweise hat das Roger Hallam aber behauptet (in der „Zeit„).

Ich überlege gerade am Beispiel anderer Umweltdebatten, wie sehr nicht akzeptable Aussagen von Vertretern von Umweltbewegungen auf die gesamte Bewegung „zurückschlagen“. Historisch ist das so: Das Engagement von tausenden oder zigtausenden wird „entwertet“, weil einer Blödsinn erzählt (z.B. die „Tiefenökologie“, besonders durch Aussagen von Earth  First!lern – in mehr hier im Blog). Einer, der die Bewegung mit aufgebaut hat, reißt jetzt mit dem  A… ein, was alle gemeinsam geschafft/en haben. Leider widerholt sich die  Geschichte immer wieder.

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