Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Dabei bleibt noch offen, wie dieses Handeln verallgemeinerbar werden kann, so dass die gesellschaftlichen Verhältnisse dem in wesentlichen Lebensbereichen nicht mehr entgegenstehen. Welche Prinzipien muss eine Gesellschaft für alle verwirklichen, damit dieses Handeln verallgemeinerbar ist? Simon und Stefan geben in ihrem Buch die Antwort, dass hierzu die Grundprinzipien der Freiwilligkeit (S&M: 158) und der kollektiven Verfügung über notwendige Mittel zur vorsorgenden Herstellung* der Lebensmittel (ebd.: 159) verwirklicht sein müssen.

Kollektive Verfügung (mehr …)

Advertisements

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Heute stellt sich die Frage nach der gesuchten perfekten Gesellschaft mit den Worten von Simon und Stefan so:

„Wollen wir allgemeine Inklusion wirklich erreichen, ist es notwendig, die inklusionslogischen Bedingungen in einer Gesellschaft zu schaffen, in welcher ich meine Bedürfnisse am besten durch das Einbeziehen anderer befriedigen kann.“ (127)

(mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Vorbildhaft sind für die Commons-Debatten bei keimform.de schon lange die historischen und zeitgenössischen realen Commons gewesen. Im Kapitel über „Keimformen“ wird in Simons und Stefans Buch über die traditionellen Commons berichtet, die vor allem Elinor Ostrom untersucht hat (S&M: 221ff.) und im Kapitel über den „Commonismus“ wird der Bezug auf die „Commons“ in einem Kasteneinschub erläutert (ebd.: 156). Für mich bleibt dieser Bezug seltsam blass, wahrscheinlich auch, weil bewusst alle Konkretisierungen zugunsten der bloß „kategorialen“ Sicht ausgeblendet sind. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Auch in manchen politischen Texten spielt die Vorstellung, dass Menschen „gemeinsam verschieden“ (S&M: 127) sein können und die Gesellschaft quasi von unten her selbst gestalten, eine zentrale Rolle, worauf Holger Marcks hinweist. In einem Flyer zu den „Anarchistischen Prinzipien“ wird festgestellt: „Nur in Beziehungen der „Freiheit/Freiwilligkeit“ können Menschen die Bedürfnisse anderer mitdenken, lernen, sich in andere hinein zu versetzen sowie soziale Verantwortung zu übernehmen und basisdemokratische Aushandlungsformen zu finden.“ Das Grundprinzip für die Vermittlung ist die „freiwillige Vereinbarung“ (vgl. Kropotkin 1892: 142ff.). Schon Kropotkin antwortet hier auf die zweifelnde Frage, wer sich denn in der zukünftigen Welt um die Verkehrsregelung kümmern solle… (ebd.: 149f.). Solche Gedanken und auch Praxen haben eine lange Geschichte. Ich möchte nur einiges dazu herausgreifen: Für Michael Bakunin war klar: (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Dass eine kategoriale Utopie notwendig sei, um den Horizont der Veränderungen abzustecken, ist Gegenstand der sog. Rahmentheorie im Kapitel 4 des Buches „Kapitalismus aufheben“. Simon und Stefan nennen ihre kategoriale Utopie „Commonismus“ (Kapitel 6, S. 154ff.).

Letztlich soll eine kategoriale Utopie „die freie Gesellschaft heute nicht vorwegnehmen“ (S&M: 101), sondern sie „lotet auf einer begrifflichen Ebene das Menschenmögliche aus“ (ebd.: 99). Das Menschenmögliche soll einerseits einem (von der Gesellschaftsform abstrahierenden) Begriff vom Menschen, wie er schon immer verwirklicht ist, entstammen, andererseits noch nie verwirklicht worden sein.

(siehe zur Vermengung des Begriffs (I) als abstrakter Allgemeinheit mit dem Begriff (III), der sich zur Idee (als vollendeter Begriff, der als Maßstab für Kritik gelten könnte, wenn die Voraussetzung der Vollständigkeit seiner Momente gegeben ist) mehr im Abschnitt 4.2.1).

An den Inhalten werden wir sehen, dass die zweite Variante gemeint ist, da ja die Utopie auch gerade als Maßstab gilt für die Kritik am Gegebenen, am zu Überwindenden (oder nach den Autoren „Aufzuhebenden“), denn „[o]hne die Bestimmung des Ziels ist weder Kritik des Bestehenden noch der Weg zum Gewollten begreifbar“ (ebd.: 17). Nun also zum Ziel von Simon und Stefan, formuliert auf der begrifflichen Ebene. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“. (Version 1.8, 25.10.2018)


Die Autoren des Buchs „Kapitalismus aufheben“ wollen „die objektive Möglichkeit der Veränderung und ihre Bedingungen aufzeigen“ (S&M: 9). Die Kategorie „Möglichkeit“ lässt sich wie auch der Begriff des „Begriffs“ (siehe 4.3.1.) in unterschiedlicher Weise interpretieren. Da gibt es zuerst die abstrakte Möglichkeit (Möglichkeit I). Friedrich Engels kritisiert die Philosophie Schellings deswegen, weil sie eine „Nichtsausschließende“ ist und sein will, „denn möglich ist am Ende alles. Es kommt aber darauf an, daß der Gedanke sich bewähre durch seine innere Kraft, sich zu verwirklichen“ (Engels MEW 41: 187). Die abstrakte Möglichkeit (I) besagt einfach nur, dass das als abstrakt-möglich gekennzeichnete Wirkliche nicht unmöglich ist und sich selbst nicht widerspricht (vgl. HW 6: 204). Dabei wird von Bedingungen und Umständen abstrahiert. Dass gesellschaftliche Verhältnisse inklusionslogisch gestaltet sind, ist sicher nicht unmöglich und widerspricht sich nicht selbst. Ihre abstrakte Möglichkeit ist also gegeben. Insofern ist auch die von Stefan und Simon erstrebte „kategoriale Utopie“ auf Grundlage der überhistorischen „menschlich-gesellschaftlichen Möglichkeiten“ (S&M: 104) möglich, aber eben nur im abstrakten Sinne. (mehr …)

Wir waren dieses Wochenende aus privaten Gründen in Berlin – das passte perfekt, um noch an der Demo „#Unteilbar“ teilzunehmen.

Wir können theoretische Debatten führen, wie wir wollen – die Zukunft wird hier entschieden. Hier und in allen Praxen, in denen sich Menschen so oder so entscheiden für eine solidarische oder barbarische Weltordnung angesichts der auf uns zukommenden politischen, ökonomischen und klimatischen Verwerfungen.

Zum Thema der Demo siehe auch mein Heftchen im Packpapierverlag…