Annette 2019

Hallo,

ich bin wieder in Berlin… .

Wer  mich treffen möchte und meine Handynummer hat,
bitte anrufen oder SMS schreiben.

Beste Grüße von Annette

Auf dem Eröffnungs- und der Abschlussplenum sowie in weiteren Workshops der Konferenz  „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“ waren VertreterInnen der Klimabewegungen wie „Students For Future“ aktiv vertreten. Soweit ich  mitbekommen habe, konnten FFF-Vertreterinnen auch kostenlos an der recht teuren Veranstaltung teilnehmen.

Ich hatte während die Eröffnung der Konferenz lief noch eine andere Veranstaltung mit dem israelischen Aktivisten Uri Gordon über „Strategies for Ecological Collapse“ besucht. Die Strategien, auf die es dabei hinausläuft, sind jene, die Anarchisten schon lange propagieren: Er sprach von einer „anarchistischen Toolbox“, und dass es für das Handeln kein Rezept geben könne. Als grundlegendes Handlungsprinzip solle aber gelten, dass die gewählten Mittel mit dem Ziel übereinstimme müssen, also z.B. in der Herrschafts- und Hierarchiefreiheit. (mehr …)

Hallo,

ich bin nun schon in  Berlin und bereite mich unter anderem auf die Aktionen der Bewegung „Extinction Rebellion“ ab dem 7.10.19. in Berlin vor.

Wie es auch ablaufen wird, wie es auch ausgehen wird – wir sind dabei, Geschichte zu schreiben. Leider ist das dringend notwendig, denn so wie es jetzt läuft, geht es nicht weiter. (mehr …)

Ein Panel auf der Konferenz „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“ beschäftigte sich mit dem Ökosozialismus. Später las ich nach, dass es ein „Netzwerk Ökosozialismus“ gibt. In Bezug auf die Einschätzung der Lage waren alle Beteiligten hier sehr drastisch. Frieder Otto Wolf etwa sagte: „Wir müssen die Katastrophen jetzt einbauen in die Realität.“ Das entspricht etwa dem, was mir klar wurde, als ich „Crashtest für Utopien“ schrieb.

Diese Lage führt auch dazu, dass man sich den Sozialismus nicht mehr als möglichst reiche Gesellschaft ohne Mangel vorstellen kann, sondern es geht, so Bruno Kern, um eine „absolute Verbrauchsreduktion“. Dies relativierte Frieder Otto Wolf, indem er von selektiver Schrumpfung, Aufrechterhaltung wichtiger Bereiche und gar Wachstum anderer (wie ökologischer Landwirtschaft) sprach. Und dies alles geht nicht mit und im Kapitalismus, sondern erfordert eine neue Gesellschaftsform, den Sozialismus. Sozialismus wird in unterschiedlichem Maße verbunden mit Staatlichkeit. Nicht alle teilen die Meinung von Bruno Kern, der von der Notwendigkeit einer verstärkten Staatlichkeit zu Beginn der Umgestaltung (aufgrund ihrer Durchsetzungsmacht angesichts widerstrebender Interessen) ausgeht. Alle verweisen auf die entscheidende Rolle von „Aktivität und Selbsttätigkeit der Menschen“ (Wolf). In der Diskussion verwies ich darauf, dass die Erfahrung gezeigt hat, dass gerade ein stark agierender Staat diese Selbsttätigkeit der Menschen radikal einschränkt. Das ist nicht nur eine Folge von Unterdrückung, sondern auch von Bequemlichkeit: Immer wenn jemand anders sich den Hut aufsetzt, kann ich mich zurück lehnen.

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Speziell auf einem Workshop der Konferenz „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“ ging es um Naturbegriffe, die mit dem praktischen gesellschaftlichen Naturverhältnis zusammen hängen. Solveig Selzner verglich z.B. die Naturbegriffe von Hans Jonas, Hartmut Rosa und Bruno Latour. Während Jonas der Natur einen Eigenwert und einen Eigenzweck zuschrieb, spricht sich Rosa für eine Eigenständigkeit der Natur aus und Latour für einen Eigensinn. Das „Eigen-“ in den Bestimmungen wurde dann als Bestimmung der Natur als Subjekt genommen. Die Vorstellung einer auf die Menschen beschränkte Subjektivität wurde ganz allgemein, so auch mein Eindruck aus der Diskussion, als unzulässige Heraushebung des Menschlichen, als Anthropozentrismus verworfen. Es wurde auf Andreas Weber verwiesen, bei dem Subjektivität, die auch im Biotischen vorhanden sein soll, an Kommunikation gebunden ist, wodurch der „Anthropozentrismus durchbrochen“ sei. Hm, wenn ich die Subjektivität von vornherein auf das reduziere, was auch im Tier- oder gar Pflanzenreich schon vorkommt, dann ist das so. Aber dann entmenschliche ich die Menschen, weil ich sie um die Fähigkeiten verkürze, die nur sie haben (Stichwort „Spezifische Möglichkeitsbeziehung“). Aber davon haben die Soziolog_innen hier nicht gesprochen (das wäre z.B. in Bezug auf die Unterscheidung ihres Fachs von den Naturwissenschaften wichtig).

Über die rechtliche Debatte zu Rechten der Natur sprach Stefan Knauß. Er berichtete über die Rechte in der Verfassung von Ecuador. Die Natur, zweimal auch „Patcha Mama“ genannt, hat dort das Recht auf „Aufrechterhaltung ihrer natürlichen Kreisläufe, Strukturen, Funktionen und evolutionären Prozesse.“ Dieses Recht kann – und dies zeigt schon den Unterschied gegenüber Menschen – nur durch Menschen eingeklagt werden. Letztlich wird das Recht von Menschen durch Menschen gesetzt.

War mir bei der Debatte noch auffiel: Mensch und Natur wurden i.a. als Gegensatz betrachtet, es ging vor allem um den Schutz der Natur vor den menschlichen Eingriffen. Einmal wurde der Mensch selbst als Natur thematisiert, hier aber nur seine Leiblichkeit. Bei aller Betonung der Besonderheit der Menschlichkeit sind aber Menschen auch nicht „widernatürlich“; sie sind selbst eine hoch entwickelte Form der Natur, in der die Natur „ihre Augen aufschlägt“ (Schelling), in der Menschen in die Natur „neue Verwirklichungen und Wirklichkeiten entbindend“ eingreifen (Bloch) und letztlich setzen wir uns auch als natürliche Wesen gegen die Zerstörung der Natur, der uns äußeren wie auch der inneren, ein:

Nature

Meine Projektgruppe „Gesellschaft nach dem Geld“ beteiligte sich mit einer ganzen Session an der Konferenz  „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“  vom 23.-27. September 2019 in Jena. Schon deshalb konnte ich nicht zu allen Veranstaltungen gehen, aber auch sonst war das Angebot an spannenden Themen überwältigend. Da die Konferenz gleichzeitig auch die Abschlusskonferenz der DFG-Kollegforscher_innegruppe „Postwachstumsgesellschaften“ war, ging es natürlich ganz zentral um die Problematik der Transformation hin zu einer Gesellschaft, in der zumindest jene Bereiche nicht mehr wachsen, die natürliche und menschliche Potentiale zerstören. Ich werde im Folgenden einige inhaltliche Bemerkungen teilen.

Welches Wachstum woher?

In einem Workshop zum Ökosozialismus betonte Frieder Otto Wolf, dass es nicht um „Wachstum an sich“ und dessen Ablehnung gehen könne, sondern dass zu unterscheiden ist zwischen notwendiger selektiver Schrumpfung in den gefährlichen Bereichen, der Aufrechterhaltung anderer, für unser Leben notwendiger Bereiche und sogar dem Ausbau in anderen Bereichen (z.B. der ökologischen Landwirtschaft). (mehr …)

Heute fand die große Freitags-Streik-Demo statt und ich war in Berlin mitten unter den 270 000. Es war mächtig gewaltig.


Inzwischen wissen wir auch, was die Verhandlungen der Regierenden an Maßnahmen erbracht haben. Eine genaue Analyse kann ich jetzt noch nicht machen, verweise aber gerne auf die Position des Klimaforschers Levermann zum beschlossenen Klimapaket.


Morgen bin ich dann selbst aktiv mit einem Workshop auf dem Camp „We 4 Future“ (15 Uhr, Zelt 1).


Und während, wie man sieht, sogar so machtvolle Demonstrationen recht wenig bewirken, geht es ab 07.10.2019 auch in Berlin dann eher ans Eingemachte. Die Bewegung Extinction Rebellion ruft für den 7. Oktober 2019 auch für Berlin zu einem Aufstand gegen das Aussterben auf:

XRIch würde mir wünschen, hier würden sich genau so viele Menschen beteiligen wie heute. Es ist notwendig, sonst wird alle Mühe – auch heute – nicht ausreichen.