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I.3 Hegelsche Dialektik

hegel

Zeitlose Entwicklung

Um es gleich deutlich zu sagen: alles das, was Hegel als „logische Entwicklung“ analysiert, hat nichts mit zeitlichen Prozessen zu tun. Hegel fasst die Philosophie als ein „zeitloses Begreifen“ auf, das sich nicht mit der schlechten Unendlichkeit der Abfolge endlicher Dinge beschäftigt (vgl. HW 9 § 248 Z: 26). Die Kategorie „Entwicklung“ bezeichnet bei Hegel lediglich die Bewegung des Begriffs in der Begriffslogik im dritten Teil „Wissenschaft der Logik“ (HW 8: 308, § 161).
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I.2. Was ist Dialektik und was ist ihr Gegenstand?

Heutzutage ist es gar nicht mehr selbstverständlich, so etwas wie die Dialektik als sinnvoll oder gar notwendig für bestimmte Erkenntnisse anzusehen. Wenn wir uns hier damit beschäftigen, so gehen wir davon aus, dass wir für unsere Orientierung und unser Handeln in der Welt Erkenntnisweisen benötigen, die etwas mit dem, was als Dialektik durch die Philosophiegeschichte hindurch geht, zu tun haben. Wir brauchen Wissen über die Welt, ihre Strukturen und Bewegungsdynamik, das wir im Erkenntnisprozess gewinnen, um eingreifendes Handeln zu ermöglichen. Dabei wird sinnvollerweise auch angenommen, dass die Strukturen bzw. die Bewegungsdynamik der wirklichen Verhältnisse sich dieser Erkenntnisweise öffnen, dass sie bzw. viele von ihnen selbst so geartet sind, dass dialektisches Denken sie besonders gut erfassen kann. Früher wurde das häufig so bezeichnet, dass eine “objektive Dialektik“ vorliegt, welche durch die „subjektive Dialektik“ im Erkennen wiedergespiegelt werden kann. Vorauszusetzen ist auf jeden Fall die These:

In wichtigen Formen der Erkenntnis und (wahrscheinlich) in der Welt geht es (wenigstens an wichtigen Stellen) dialektisch zu.

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I.1 Beziehung zwischen Dialektik und Kritischer Psychologie

Wenn wir nach der Beziehung von Dialektik und Kritischer Psychologie fragen, so ist zuerst einmal zu klären, in welcher Art diese Beziehung bestehen kann. Beide Konzepte beschäftigen sich nicht direkt mit empirischen Tatsachen und beide sind kein vollständiges philosophisches System, obwohl es in beiden um Begriffe bzw. Kategorien geht. Während Dialektik eine Methode bzw. ein System auf dem Gebiet der Philosophie ist, wurde die Kritische Psychologie durch ihren Begründer Klaus Holzkamp als „Versuch, die gesamte Psychologie durch Kritik und Revision ihrer Grundbegriffe und darin eingeschlossenen methodischen Vorstellungen auf eine neue wissenschaftliche Basis zu stellen“ (Holzkamp 1983: 19), bezeichnet. (mehr …)

Dieser Text entspricht nicht dem gesprochenen Text meines Vortrags auf der Ferienuni Kritische Psychologie 2014 , sondern wird nachträglich geschrieben. Dabei werden mehr Inhalte ausführlicher dargestellt, als das im Vortrag möglich war. Auch der Foliensatz, den ich beim Vortrag verwendete, ist etwas kürzer als der hier verwendete (von dem ich hier auch nicht alles zeige). Der Text des Vortrags wurde mitgeschnitten und steht vielleicht auch irgendwann online zur Verfügung. (Nachtrag: leider doch nicht…)


Abstract zum Vortrag „Einführen und Aufheben der dialektischen Grundlagen der Kritischen Psychologie“

Dialektisches Denken ist eine zentrale Grundlage für die „historisch-empirische Kategorialanalyse“ und den darauf basierenden methodischen Fünfschritt. Was dialektisches Denken allerdings ist, und worauf es sich in der Wirklichkeit bezieht, ist seit jeher umstritten. So gab es bereits in den 70er Jahren Debatten über das Dialektikverständnis von Klaus Holzkamp.

Diese Veranstaltung will den Spagat versuchen, eine Einführung in ein an Hegel angelehntes Dialektikverständnis zu geben und gleichzeitig vereinfachte Vorstellungen zu überwinden. Warum das im wahrsten Sinne des Wortes eine „Aufhebung“ ist, wird sich dabei auch erschließen…

Dialektik in der Kritischen Psychologie 1 (mehr …)

Gespräch Mit der Grundlegung der Kritischen Psychologie entwickelte Klaus Holzkamp einen konzeptionellen Rahmen und Kategorien, die es ermöglichen sollen, die eigenen Beziehungen zur Welt besser verstehen zu können. Dabei wird ein menschliches Individuum nicht als eindeutig bestimmt von den objektiven Bedingungen gesetzt, aber auch nicht als bedingungslos freischwebend vorgestellt, sondern es wird vorgeschlagen, bestimmte Vermittlungsmomente zwischen mir als Individuum und der Welt genauer zu analysieren.

Der Gegenstand der Kritischen Psychologie ist dabei „nicht das Subjekt, sondern dessen Welt, wie sie von ihm empfindend, denkend und handelnd erfahren wird.“ (www.kritische-psychologie.de, vgl. Markard 2009: 55)
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Ein weiterer Kommentar zu meinem Beitrag „Das Einüben der Ent-Unterwerfung“ bezieht sich auf eine Bemerkung von mir in vorangegangenen Kommentaren:

„Wie du die Unterdrückung deiner Emotionen für die gemeinsame Sache mit der Kritischen Psychologie denkst, würde mich sehr interessieren. Ich schlag mich gerade mit dem Emotions/Motivationskonzept herum, und so richtig will das nicht in meinen Kopf.“

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Meine eigene Veranstaltung beim „Symbiosium. Tage der außerordentlichen Psychologien“ fand am Ende des ersten Tages statt. Ich war selber schon etwas knülle, die Räume waren sehr stickig und überhitzt -also alles andere als einfach. Ich hatte eingeplant, die Anwesenden gleich zu Beginn in das Thema mit einzubeziehen – dafür gabs dann am Ende wenig Diskussionen.
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Ich würde zwar lieber über das phantastische Himmelfahrtswochenende zum Thema „Lebensführung und Emanzipation“ in Hiddinghausen berichten, aber eine andere Sache geht heute vor: der Prozess gegen Josef läuft und ich möchte ein Statement kritischer Psycholog*innen dazu verbreiten. Hier ist es:


Seit den Protesten gegen den rechten „Akademikerball“ (ehem. WKR-Ball)
in Wien am 24.01.2014 sitzt der Demonstrationsteilnehmer Josef S. aus
Deutschland in Untersuchungshaft. Vorgeworfen wird ihm
Landfriedensbruch, versuchte schwere Körperverletzung und schwere
Sachbeschädigung. Als „Rädelsführer“ soll er auf diese Weise für alle
Straftaten dieses Abends verantwortlich gemacht werden. Am Freitag
(06.06.2014) beginnt der Gerichtsprozess gegen Josef am Landesgericht Wien.
Die Beweislage ist sehr brüchig. Auf der einen Seite ein Polizeizeuge,
der seine Aussage anpasst, nachdem ein anderes Beweismittel seine erste
Aussage widerlegt hat. Dann die These der Ermittler*innen, dass die
weiße Aufschrift „Boykott“ auf Josefs schwarzem Sweatshirt ein
Erkennungszeichen dafür war, dass Josef ein „Anführer“ auf der
Demonstration war. (mehr …)

Ebenfalls zum Themenblock „Gesellschaftskritik“ gehörte auf der Ferienuni Kritische Psychologie die Vorstellung und Kritik von Studien zur Verbreitung von kapitalismuskritischen „Einstellungen“ in der BRD. Guido Spiekmann stellte die Ergebnisse von zwei Studien dazu vor (siehe auch seine Veröffentlichung in der „Z.“ ). Erstaunlicherweise konnte aus der Beantwortung verschiedener Fragen bereits im Jahr 2003 (also vor der Krise) bei 58% der Befragten in der BRD eine „kapitalismuskritische“ Einstellung ermittelt werden. Solche Einstellungen gingen meist Hand in Hand mit der Zustimmung zur Demokratie und „nur“ bei ca. 17% mit einer Zustimmung zu rechtsextremen Einstellungen. (mehr …)

Ich war ja eine/r der wenigen Nicht-Psycholog_innen beim „Symbiosium. Tage der außerordentlichen Psychologien“, aber die Veranstaltungen, die ich besucht habe, waren sehr interessant und informativ (über „meine“ Veranstaltung berichte ich morgen). Es ging um wissenschaftstheoretische Grundlagen der Psychologie, um Erfahrungen aus dem „Sozialistischen Patientenkollektiv Heidelberg“, die Entwicklung von „Radical Peer Support“ und die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen.
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