Gerade wird Donald Trump in sein Amt eingeführt und die Welt rätselt, ob er seine Amtsgeschäfte genauso führen wird, wie seinen Wahlkampf. Beim Weltwirtschaftsforum und am Stammtisch nebenan wird gleichermaßen gerätselt und letztlich entnervt aufgeben: „Warten wirs ab.“

Dabei ist es doch ziemlich normal, dass eine Weltmacht im Abgesang, eine Gesellschaftsform ohne Visionen, eine Wirtschaft ohne Aussicht, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen und dabei die Natur nicht zu zerstören letztlich nur noch einen Hampelmann auf die Tribüne stellen kann, der das Elend dann in noch mehr Chaos treibt und dem man dann vielleicht auch wieder die Schuld zuschieben kann. (mehr …)

Demonstrieren gegen Flüchtlinge ist wie wenn man gegen Unfalltote demonstriert statt gegen den Raser
Demonstrieren gegen Flüchtlinge
ist wie wenn man gegen Unfalltote demonstriert
statt gegen den Raser… der man selber ist!

Haben Sie schon mal von der „Agenda 2030“ gehört? Nein??? Während in Deutschland AfD und alle möglichen Peg- und anderen „idas“ das Niveau des Stammtischs politikfähig machen und Flüchtlinge am rettenden Ufer erschlagen werden, wurde im Herbst 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen ein Konzept der Weltrevolution beschlossen. Es geht um nichts weniger als die „Umgestaltung von Volkswirtschaften hin zu nachhaltiger Entwicklung, beispielsweise durch verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster und saubere und erschwingliche Energie“
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Ich hatte mich vor einem halben Jahr in mehreren Texten (1, 2, 3) mit dem Klassenkampf beschäftigt. Dabei zeigte es sich, dass die Geschichte dieser Kämpfe überhaupt nicht auf das beschränkt werden kann, was gewerkschaftlich und parteimäßig organisiert ist. Es gab im Unterschied dazu viele eher spontane und autonome Widerstandsformen, die in der klassischen Geschichtsschreibung und auch Theoriebildung zur Arbeiterbewegung unterbelichtet geblieben sind. Auf eine weitere Form von Kämpfen gegen die Zumutungen des Kapitalismus bin ich auch dabei noch nicht direkt gestoßen: auf den städtischen Widerstand. Auch um diese noch einzubeziehen, muss „die Geschichte der konventionellen Arbeitskämpfe […] neu geschrieben werden“ (Harvey 2014: 229)
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Die Ferienuni „Kritische Psychologie“ rief und über 800 Menschen meldeten sich an. Die Räumlichkeiten in der Alice Salomon Hochschule boten nicht so viel Platz wie die Freie Universität bei den letzten Ferienunis. Aber es war viel los.
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Es fanden täglich echte einführende Veranstaltungen in Holzkamps „Grundlegung der Psychologie“ entlang der auch online vorhandenen Einführung von Stefan Meretz statt. Andere Vorträge befassten sich mit philosophischen Grundlagen oder dem Verhältnis zum Marxismus und dessen neueren Entwicklungen. Im Programm gab es auch für die PraktikerInnen viel Raum. Das betraf vor allem die vielfältige Berufspraxis von PsychologInnen. Neu war der Versuch, die Praxis der Kollektiven Selbstverständigung auf der Ferienuni zu beleben und auch durchzuführen. Hier wird der Anspruch der Kritischen Psychologie, Begriffe „für Menschen zur Klärung/Verallgemeinerung je meiner Welt- und Selbsterfahrung“ (Holzkamp) bereitzustellen, ernst genommen. (mehr …)

Als ich die Texte über Flucht und Migration und den „Untergang der Menschheit“ geschrieben habe, habe ich der Versuchung widerstanden, die Probleme kleinzureden, weil ich selber Angst davor haben muss, obwohl ich sie im Alltagsleben eigentlich noch nicht spüre. Ich bin aber zu DDR-Zeiten noch so erzogen worden, dass mich das Leid der Fremden nicht kalt lässt und gleichzeitig neige ich dazu, gleich in größeren Zusammenhängen denken, als nur das zu sehen, was unmittelbar vor den Augen liegt.

Aber ich verstehe schon: Viele, die jetzt die Flüchtlinge abwehren, wehren vielleicht nur ihre eigene Angst ab, die sie befällt, weil sie wissen, dass die allermeisten Menschen dieser Welt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in gefährliche Entwicklungen hineingeraten werden und die ersten, denen das passiert ist, die für uns die Boten des Unglücks sind, will man am Liebsten auch außerhalb der Sichtweite haben.

Deshalb hab ich mich durch die traurigen Nachrichten und Informationen gewühlt, habe „im Dreck gebadet“, statt ihn zu meiden. Aber es ist ja nicht nur Harald Welzer, der sein deprimierendes Buch über „Klimakriege“und deren Ausweitung in der Zukunft „in der Hoffnung, dass man Unrecht hat“, geschrieben hat.

Hoffnung
Ich habe in den letzten Tagen meine Literatur über alternative gesellschaftliche Entwicklungen durchforstet danach, ob es darin Anzeichen dafür gibt, dass auch fortschrittliche, das heißt humane und ökologieverträgliche Entwicklungstrends aus den derzeitigen Desastern heraus entwickelt werden können. Die Fallbeispiele in Elinor Ostroms berühmten Buch „Die Verfassung der Allmende“ zeigen z.B., dass es vor allem in Regionen mit knappen und gefährdeten Ressourcen vorteilhaft war und ist, sie als Allmenden, d.h. Commons zu bewirtschaften statt als Privateigentum oder staatlich-öffentliches Gut. Aber ob sich solche Strukturen ausgerechnet aus kriegerisch-aggressiven Situationen heraus überhaupt entwickeln lassen, bleibt offen. (mehr …)

Gestern hab ich mich mal wieder nicht hinter Büchern verdrückt, sondern stand mit bei einer Gegenveranstaltung zu einem Fackelzug der Leute, die meinen, der 20.4. sei ein geeignetes Datum für einen Fackelmarsch. Thügida veranstaltete diesen offen ausländerfeindliche, rassistische Zug und mehr als zehnmal mehr Teilnehmer auf den Gegenveranstaltungen zeigten, dass diese Positionen nicht unwidersprochen bleiben. Auch ich bleibe dabei: Faschismus ist keine (irgendwie zu tolerierende) Meinung, sondern ein Verbrechen.

Jena bunt

Während ich unter den tausenden Teilnehmenden der Gegenveranstaltungen war, die durch die Tumulte weder gefährdet noch betroffen waren, möchte ich hier einen genaueren Bericht dazu verlinken: Unvollständige Nachbetrachtng der JG Stadtmitte

Fotos gibts hier und hier.

Und wer immer noch einen Funken Verständnis für Hetze gegen Ausländer hat, sollte sich hier die Warnhinweise zu Gemüte führen…