Die Parents  For Future Jena haben eine Initiative gestartet:

Verzichten wir doch auf die feinstaubschleudernden Böller und unterstützen statt dessen ein Baumpflanzungsprogramm:

 

 

Es liegt nahe, die erste Forderung der Bewegung „Extinction Rebellion“ (XR) auch auf sie selbst anzuwenden. Sie lautet: „Sag die Wahrheit“ (vgl. Read 2019). Es wird, wie ich schon einmal berichtete, geredet über XR, spätestens seit den Oktobertagen. XR selbst wird einerseits nachgesagt, in ihr würde alles „zentral vorgegeben“ (Ditfurth 2019); andererseits erlebe ich aus der Innenansicht ein ziemliches Durcheinander an Debatten und Diskussionen. In einer noch recht neuen Bewegung sollte es normal sein, dass vieles noch nicht festgelegt ist und dass viele mitreden. So ist es derzeit auch. Kritik kommt dabei nicht nur von außen, sondern letztlich viel sachgerechter auch von innen. Einiges davon habe ich in den letzten Tagen gelesen und davon möchte ich – recht verkürzt natürlich – berichten.

Seit ich diesen Text begonnen habe, ist viel passiert. Leider treten schon viele aus, anderswo wie in Jena, wurden Diskussionen angestoßen, deren Ergebnis noch offen ist. Mein Beitrag soll dazu führen, die Bewegung stärker und erfolgreicher zu machen, nicht die Herausforderungen, die mit ihrer Entwicklung verbunden sind, abzuwehren. Allerdings wird die Bewegung nur dann stärker und erfolgreicher, wenn sie sich entsprechend den Bedingungen und Erfahrungen auch entlang von externen und internen Kritiken als ausreichend wandlungsfähig erweist. (mehr …)

Rechte Ideologien in Klima- und Umweltschutz

Wer verstanden hat, dass die (Um-)Weltzerstörung nicht ewig weiter gehen kann, ohne dass die Grundlagen allen Lebens und damit auch von uns gefährdet werden, versteht meist, dass sich etwas grundlegend ändern muss. Bei der Frage, was sich wie ändern muss, werden die Überlegungen aktiviert, die man sowieso schon darüber hat, was anders werden sollte. Linke Konzepte verweisen darauf, dass die Ursache für Ausbeutung und Unterdrückung in aller Welt und die Ausgrenzung jeweils Schwächerer oder „Anderer“ und für die Zerstörung der Lebensgrundlagen die gleichen sind: die Kapitalistische Wirtschafts- und die damit verbundene konsumistische Lebensweise und dazugehörige kulturelle Entsprechungen. Der Aufbau einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft, ob sozialistisch, kommunistisch oder commonistisch sollte diese Wurzel ausreißen und auch ein neues Naturverhältnis ermöglichen. Rechte sehen eher ihre „Heimat“ gefährdet und verweisen auf den angeblich schädlichen Einfluss von allem „Fremden“ und sehen als Lösung z.B. die Verwirklichung von völkischen Siedlungsplänen (vgl. Röpke, Speit 2019). Oder sie sehen gleich alle Menschen als „Schädlinge“ an, oder als „Krebsgeschwür“.

Hoppla, letzteres wird ja häufig auch scheinbar ganz harmlos geäußert. Ganz harmlos? Unwissenheit schützt vor den Folgen nicht.

Darüber, wohin solche Konzepte wie die Tiefenökologie vor allem bei der radikalen Umweltbewegung Earth First! zu wahrlich menschenverachtenden Ideologie werden, hatte ich bereits berichtet (Schlemm 2019). Hier berichte ich über neuere Auseinandersetzungen mit rechten Tendenzen im Umwelt- und Klimaschutz.[1] Ich stütze mich dabei stark auf die Arbeiten der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN). Es geht darum zu erkennen, welche Denkmuster und Argumentationen ins rechte Repertoire gehören, denn: „[v]iele Forderungen der braunen Grünen decken sich mit denen von Umweltverbänden oder Bündnisgrünen. Doch wer genauer auf die Begründungen achtet, hört fast immer die rechtsextreme Gesinnung heraus: Umwelt- oder Tierschutz ist […] eingebettet in ein rechtsextremes Weltbild.“ (Staudt 2012: 14).

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Kurz vor und am letzten Wochenende fand das Commons-Instituts-Herbsttreffen statt, das wieder ein wunderschönes Erlebnis mit lieben Menschen und interessanten Themen war. Einen Workshop, nämlich den über „Klima und Commons“, verlegten wir in den Bus nach Bochum, wo wir dann an der Klima-Demo am Freitag teilnahmen:

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Diese Woche findet in vielen Hoch- und Fachschulen die „Climate Public School“ statt.  Statt ganz normal für die berufliche Zukunft im real existierenden Kapitalismus zu büffeln, wollen Studierende sich diesmal Fragen widmen, die da keine Rolle spielen, für sie aber existenziell wichtig sind oder in ihrer Lebenszeit wahrscheinlich noch werden. Deshalb rufen die Students for Future zur Beteiligung an dieser „Climate Public School“ auf – auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Für Jena kann das Programmheft hier aufgerufen werden.

Reiner und ich von der Zukunftswerkstatt Jena gestalten einen Workshop am Mittwoch, 27.11. ab 18 Uhr im Hörsaal 5.

Vielleicht sehen wir uns ja da…

Jutta Ditfurth stellt ihre Kritik an XR in den Kontext von Sektenkritik. Das war vor einem halben Jahr noch anders. Da dachte sie, dass in „dieser Bewegung Extinction Rebellion der Ansatz kritischer und ein bisschen hartnäckiger“ sei als z.B. bei Fridays for Future (Pape 2019).

Irgendwann jedoch wurde sie an ihre „kritische Arbeit über Sekten in den neunziger Jahren erinnert“ (Ditfurth 2019a).Wie damals kommen die Vorwürfe fast automatisch aus ihr heraus, es bedarf nur weniger „Trigger“ und ihre Wahrnehmung fokussiert sich tunnelartig auf das, worauf sie seit damals festgelegt ist. In ihrer Wahrnehmung gibt sie sich auch eine echt übertriebene Bedeutung: Es soll ihr Warnaufruf gewesen sein, der dazu führte, dass sich in Berlin „so wenige“ an der Rebellion beteiligten. „Es bleiben jetzt hauptsächlich Anleiter, Trittbrettfahrer, Naive und Esoterische übrig.“ (ebd.) Da kann ich mir nun aussuchen, was ich bin….

Ansonsten gibt sie sich sehr fürsorglich. Sie will ja nur verhindern, dass junge Leute aus Enttäuschung „in die theatralische, hierarchische und nur vermeintlich radikale XR-Struktur hineingeraten“ (ebd.), so als könnten diese sich nicht selber eine Meinung bilden. Im Gegensatz dazu begleitet sie Fridays for Future „mit großer Sympathie“ (Ditfurth 2019a), weil diese „wirklich eine Basisorganisation“ sei und man mit deren Gruppen „wunderbar diskutieren kann“. Und obwohl da auch häufig eine „brave, behütete Mittelschichtssozialisation“ vorliege, könnten die dort Beteiligten lernen – was sie Menschen im XR-Kontext grundsätzlich abspricht. (mehr …)

Wir haben nun neue Präsentationen aus dem Selbst-Bildungsprogramm der Ortsgruppe Jena von „Extinction Rebellion“ hochgeladen.

Es gibt jetzt: