Kurz vor und am letzten Wochenende fand das Commons-Instituts-Herbsttreffen statt, das wieder ein wunderschönes Erlebnis mit lieben Menschen und interessanten Themen war. Einen Workshop, nämlich den über „Klima und Commons“, verlegten wir in den Bus nach Bochum, wo wir dann an der Klima-Demo am Freitag teilnahmen:

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Diese Woche findet in vielen Hoch- und Fachschulen die „Climate Public School“ statt.  Statt ganz normal für die berufliche Zukunft im real existierenden Kapitalismus zu büffeln, wollen Studierende sich diesmal Fragen widmen, die da keine Rolle spielen, für sie aber existenziell wichtig sind oder in ihrer Lebenszeit wahrscheinlich noch werden. Deshalb rufen die Students for Future zur Beteiligung an dieser „Climate Public School“ auf – auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Für Jena kann das Programmheft hier aufgerufen werden.

Reiner und ich von der Zukunftswerkstatt Jena gestalten einen Workshop am Mittwoch, 27.11. ab 18 Uhr im Hörsaal 5.

Vielleicht sehen wir uns ja da…

Jutta Ditfurth stellt ihre Kritik an XR in den Kontext von Sektenkritik. Das war vor einem halben Jahr noch anders. Da dachte sie, dass in „dieser Bewegung Extinction Rebellion der Ansatz kritischer und ein bisschen hartnäckiger“ sei als z.B. bei Fridays for Future (Pape 2019).

Irgendwann jedoch wurde sie an ihre „kritische Arbeit über Sekten in den neunziger Jahren erinnert“ (Ditfurth 2019a).Wie damals kommen die Vorwürfe fast automatisch aus ihr heraus, es bedarf nur weniger „Trigger“ und ihre Wahrnehmung fokussiert sich tunnelartig auf das, worauf sie seit damals festgelegt ist. In ihrer Wahrnehmung gibt sie sich auch eine echt übertriebene Bedeutung: Es soll ihr Warnaufruf gewesen sein, der dazu führte, dass sich in Berlin „so wenige“ an der Rebellion beteiligten. „Es bleiben jetzt hauptsächlich Anleiter, Trittbrettfahrer, Naive und Esoterische übrig.“ (ebd.) Da kann ich mir nun aussuchen, was ich bin….

Ansonsten gibt sie sich sehr fürsorglich. Sie will ja nur verhindern, dass junge Leute aus Enttäuschung „in die theatralische, hierarchische und nur vermeintlich radikale XR-Struktur hineingeraten“ (ebd.), so als könnten diese sich nicht selber eine Meinung bilden. Im Gegensatz dazu begleitet sie Fridays for Future „mit großer Sympathie“ (Ditfurth 2019a), weil diese „wirklich eine Basisorganisation“ sei und man mit deren Gruppen „wunderbar diskutieren kann“. Und obwohl da auch häufig eine „brave, behütete Mittelschichtssozialisation“ vorliege, könnten die dort Beteiligten lernen – was sie Menschen im XR-Kontext grundsätzlich abspricht. (mehr …)

Wir haben nun neue Präsentationen aus dem Selbst-Bildungsprogramm der Ortsgruppe Jena von „Extinction Rebellion“ hochgeladen.

Es gibt jetzt:

Klar werden im Klimawandel mindestens so viele Menschen sterben wie im Holocaust, viele davon sind schon tot oder sterben jetzt gerade (wer das noch nicht wusste, sollte sich erkundigen, auch hier im Blog gibts vieles zur Lage und Prognose diesbezüglich). Vergleichbar sind diese Ereignisse natürlich trotzdem nicht. Dooferweise hat das Roger Hallam aber behauptet (in der „Zeit„).

Ich überlege gerade am Beispiel anderer Umweltdebatten, wie sehr nicht akzeptable Aussagen von Vertretern von Umweltbewegungen auf die gesamte Bewegung „zurückschlagen“. Historisch ist das so: Das Engagement von tausenden oder zigtausenden wird „entwertet“, weil einer Blödsinn erzählt (z.B. die „Tiefenökologie“, besonders durch Aussagen von Earth  First!lern – in Kürze dazu mehr hier im Blog). Einer, der die Bewegung mit aufgebaut hat, reißt jetzt mit dem  A… ein, was alle gemeinsam geschafft/en haben. Leider widerholt sich die  Geschichte immer wieder.

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Klimawandel leugnen ist out – aber den Klimawandel verharmlosen, das geht noch.

Der Klimaforscher Hans von Storch stellt sich in einem Interview in SPIEGEL ONLINE gegen das Verbreiten von Panik und gegen Klima-Aktionismus.

Er hat demnach weniger Angst vorm Klimawandel als vor der Veränderung des gesellschaftlichen Klimas. Man müsste auch erst mal die Menschen in den armen Weltregionen fragen, ob sie denn den Klimawandel als ihr größtes Problem ansehen, sonst betreibe man wieder Bevormundung. Ein recht merkwürdiger „Dreh“ der Klima-Gerechtigkeitsproblematik.

Aber schauen wir uns einige seiner Bemerkungen genauer an: (mehr …)

Nach der ersten weltweiten Rebellionswoche ist zumindest eins ihrer Ziele erreicht worden: Man spricht über sie (leider weniger „mit ihr“). Und über das, was von XR unter dem Motto „Sag die Wahrheit“ behauptet wird. Dass das dringend nötig ist, zeigen jene Kommentare, die denen, welche die  Wahrheit aussprechen, vorwerfen, unnötig Endzeit zu beschwören und damit Panik zu verbreiten. Gegen den enttäuschenden Vorwurf der einst radikalen GRÜNEN, Jutta Ditfurth, gegenüber XR, eine „irrationale Weltuntergangssekte“ zu sein,  positioniert sich ein Schreiben der AG Bildung der Ortsgruppe Jena, der ich auch angehöre.

Aus dieser Gruppe wurde am Dienstag auch bei den Alternativen Orientierungstagen für die Erstesemester an der Uni Jena ein Vortrag über die wissenschaftlichen Ergebnisse zur Brisanz der Lage und der Gefährlichkeit der zu erwartenden weiteren Entwicklung gehalten. Etwas bildhafter kommt das bei uns eher anhand von trockenen Grafiken Erläuterte in diesem kleinen Video rüber.

Die Lage IST ernst. Der Klima-Umbruch hat begonnen, auch wenn wir in unserer privilegierten Lage (geographisch und auch auf unsere imperiale Wirtschafts- und Lebensweise bezogen, die uns auf Kosten anderer noch mehrheitlich gut leben lässt) noch nicht so viel davon spüren. Und der Klima-Umbruch verstärkt das Aussterben vieler Lebewesen und die Zerstörung vieler Ökosysteme, die unser Leben bisher sicherten. Wenn XR dafür kritisiert wird, diese  Gefahren laut und öffentlich auszusprechen, wird hier der Überbringer der Botschaft geschlagen, … wohl weil die Botschaft unerträglich scheint.

Es ist ja durchaus nicht so, dass die „XR-Gurus“ die jungen Leute erst „emotionalisieren“ würden, wie J.D. behauptet – nein, sie selbst waren es ja, die zuerst aufbegehrten wegen ihrer Angst und Not, gegen die sie nun – neben den FFF-Demos – endlich etwas unternehmen wollen.

Auch andere Diskussionen kommen jetzt hoch. (mehr …)