Wie wir gerade an der Abschottung Europas sehen, glauben die Wenigsten daran, dass eine Aufnahme und Integration von Flüchtenden zu schaffen wäre. Diese Abschottung ist eins der größten Versagen der Humanität unserer Gesellschaft.

Im „Packpapier-Verlag“ ist  meine neue Broschüre zu diesem Thema erschienen.

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Ich bin nicht bei Facebook und lebe auch sonst „datensparsam“ (ich habe auch aus diesem Grund hier im Blog die  „Like“-Funktion abgeschaltet, damit die mich ggf. Likenden nicht nachverfolgt werden können). Mich kann man nicht manipulieren, mich geht das nichts an…. Aber das stimmt nicht: Wenn mit Facebook-Daten Wahlen in einem der für die Weltpolitik bedeutungsvollsten Ländern manipuliert werden, dann verändert das die Welt als Ganzes.
Not f'd — you won't find me on Facebook

Reiner schrieb für den Zukunftswerkstatt-Blog einen Text über das Facebook-Geschäftsmodell:


Die Wellen schlugen hoch, als bekannt wurde, dass Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern extern abgegriffen und weiterverarbeitet wurden. Meldungen dazu u. a. bei Tagesschau oder heise.de.

Hier gehts weiter…

Fernsehen bildet manchmal doch. Oder merkt man den Zusammenhang nicht? Gestern abend schaute ich eine schöne Dokumentation über die Ozeane der Erde (Titel: „Der Blaue Planet“). Gegen Ende der Sendung wurden auch das Sterben der Korallen gezeigt; ich habe zum ersten Mal gesehen, wie die farbigen Algen abgestoßen werden. Die übrig bleibenden Korallen-Polypen können später wieder durch Algen besiedelt werden, aber nur, wenn die Ursachen der Korallenbleiche verschwinden, sich die Weltmeere also nicht weiter erwärmen.

Heute dann kamen die Nachrichten mit der „guten“ Botschaft, dass nach der Bereitschaft des grünen Staatssekretärs Baake, seinen Posten aufzugeben, weil er mit der Groko keinen Weg in eine einigermaßen aussichtsreiche Energiewende mehr sieht, die Aktienkurse von RWE und EON steigen. Na prima. In dieser Meldung wurde dies als gute Nachricht für die Aktionäre, die Firmen und natürlich die „Arbeitnehmer“ dargestellt.

Kann die Menschheit wirklich so blöd sein? Vielleicht bleibt dieses Zusammentreffen von Wissen über das Verhängis und Weigerung, es ernst zu nehmen, in den Archiven erhalten, so dass unsere Nachfahren nachlesen können, warum wir ihnen so ein schweres, kaum überlebensmögliches Erbe hinterlassen… Eine Zivilisation, die im vollen Wissen dessen, was sie da anstellt, trotzdem weiter macht, hat wohl wirklich nichts Besseres verdient!
Schlimm genug, dass es zuerst Menschen, die nicht von der zerstörerischen Wirtschaftspolitik profitieren und unsere Nachkommen treffen wird, während wir so tun, als hätten wir nichts damit zu tun. Nach uns die Sündflut und der Klima-Umbruch…


Nicht alle Menschen vertrauen darauf, dass unsere Zivilisation vor größeren Katastrophen gefeit ist. Im Gegenteil: Wenn bei uns der Strom für einige Tage wegbleibt, kann das das alltägliche Leben so aus den Fugen geraten, dass Hunger und Kälte unser Leben bedrohen könnten. Krieg, technische Pannen, Terroranschläge oder Naturkatastrophen – all das kann das normale Leben bedrohen. Die Bundesregierung empfiehlt in ihrer „Konzeption für zivile Verteidigung“, Vorräte für 10 Tage zu bunkern. (mehr …)

Ein Vierteljahrhundert geht dieser Zirkus nun schon. Eine Umwelt- und Klimakonferenz jagt die nächste. Jetzt macht der Zirkus wieder mal in Deutschland halt, beim Bonner Klimagipfel 2017. Die Lage könnte nicht ernster sein. Gerade wurde mitgeteilt, dass im Jahr 2016 die CO2-Konzentration um 50 Prozent schneller stieg als im Schnitt der vergangenen 10 Jahre. Neben einem Einfluss durch den El Nino-Effekt sind dafür wieder menschliche Aktivitäten verantwortlich. Und das hat Folgen (WMO 2017). Die bisherigen Emissionen führen bereits zu einem deutlichen globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg seit mindestens 40 Jahren:


Und in dem Vierteljahrhundert, seitdem Bemühungen um eine Reduzierung begonnen haben, wurde nur wenig erreicht. Der Anstieg überschreitet die damals prognostizierten pessimistischsten Szenarien. Dabei ist inzwischen bekannt, dass die Folgen einer globalen Erwärmung drastischer ausfallen, als noch gedacht wurde, als das 2-Grad-Ziel ausgerufen wurde. In Paris wurde deshalb anerkannt, dass der Temperaturanstieg bei unter 1,5 Grad gehalten werden müsse, um große Schäden zu verhindern. Davon sind wir weiter entfernt als je zuvor. (mehr …)

Und wieder gibt es eine Alarmmeldung aus der Treibhausgasmessung: Im Jahr 2016 stieg die CO2-Emission um 50% schneller an als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Auch in Deutschland stiegen die energiebedingten CO2-Emissionen im Jahr 2016 gegenüber 2015 um 0,9 Prozent. Auch Peak Oil rückt in die Nähe bzw. wurde für konventionelle Ölförderung wohl schon überschritten. Es wird eigentlich Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

Die globalen Gefahren aller Art, wie der Klima-Umbruch, die Versauerung der Meere u.a. spielen außer in fernen Regionen für fremde Menschen bei uns nur ausnahmsweise eine kleine Rolle. Ansonsten wird weiter gemacht, wie bisher… Die Koalitionsverhandlungen stocken nicht zufällig auch gerade beim Thema des Umgangs mit dem Klimawandel. Bei der Wahl spielte das Thema noch keine Rolle, noch nicht. Dass die AfD so weit nach vorn springen konnte, hat noch nicht den Grund, dass sie sich mehr Sorgen um die Zukunft machen würde als andere. Das kann sich aber ändern. (mehr …)

Donald Trump meint, es gäbe keinen Klimawandel, nur Wetter. Was das Wetter der letzten Jahre für einen normalen Kleinbauern in Kenia bedeutet, das filmt er zum Teil selbst für die Dokumentation „Danke für den Regen“, die vorgestern abend in ARTE gezeigt wurde. Kisilu Musyas will sich mit seiner Familie und den Nachbarn einrichten auf die Veränderungen, initiiert das Pflanzen von Bäumen und vernachlässigt über seinen Touren in Nachbargemeinden sogar die Arbeit auf den eigenen Feldern. Viel Arbeit steckt in den Pflanzungen, jeder Kübel Wasser muss zu jedem Bäumchen und Pflänzchen geschleppt werden. Als endlich die Regenzeit naht, geht der begrüßte Regen in der Nacht in ein gewaltiges Gewitter über und am Morgen ist das Land überschwemmt und die Pflanzen sind weggespült. Wir kennen diese Regengüsse inzwischen auch, aber für niemanden sind sie so unheilvoll wie für diese armen Regionen. Wieviele Bäuerinnen und Bauern trifft es ähnlich hart wie Kisilu? Er jedenfalls bekommt die Gelegenheit, zum Klimagipfel nach Paris zu fahren und dort zu berichten von seinem Leben und seinem Kampf mit den Auswirkungen des Klimawandels. Dieser kleine Mann auf so einer großen Konferenz. Fast möchte man meinen, das würde eine Erfolgsgeschichte. Aber die Realität, die ist nicht so. Während die Großen sich streiten um eine Vereinbarung, läuft Kisilu durch die Kulissen und muss sich solche Sprüche wie von Trump anhören. Viel optimistischer wird’s nicht mehr. Zu Hause erzählt Kisilu seinen Nachbarinnen und Nachbarn, welche Probleme Menschen anderswo mit dem Klimawandel haben und organisiert weiter das Pflanzen von Bäumen.

„Danke für den Regen“ in der ARTE-Mediathek
(bis 16. 11. 2017)

Wie schnell der Klimawandel voranschreitet, sollte inzwischen auch zum Allgemeinwissen gehören, das wir nur allzugerne immer wieder verdrängen. Wirklich erschrocken sind wahrscheinlich die Wissenschaftler in den 90ern, als sie Filme und Daten zu sehen bekommen, die Geheimdienste seit Jahrzehnten vor allem über Zustand der Arktis unter Verschluss hielten. Es gab eine Zeit, in der das Ende des Kalten Krieges tatsächlich eine Tür öffnete hin zu einer Kooperation der früheren Feinde im Interesse des Erhalts einer lebenswerten Umwelt für alle Menschen. Al Gore, der später mit seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ berühmt wurde, war auf die Idee gekommen, dass die Zeit gekommen sei, die Daten der Geheimdienste für eine wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung zu stellen. Als ich die Reportage „Die Klima-Spione“ ansah, fühlte ich mich wie in eine andere Welt versetzt. Die früheren Gegner tun sich zusammen, um einer größeren Gefahr zu begegnen. Für einige Jahre, auf einem begrenzten, aber extrem wichtigen Bereich wurde dies ab 1995 Wirklichkeit. Im Projekt „Medea“ stellten US-amerikanische wie russische Geheimdienste und Arktisforscher ihre Daten für eine wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung. Zum ersten Mal konnten die Spionagebilder aus verschiedenen Jahren zusammengesetzt werden zu einem Film, der das rasante Abschmelzen des Meereises im Arktisbereich zeigt. Und zum ersten Mal arbeiteten Wissenschaftler wie Geheimdienstmitarbeiter von früher verfeindeten Ländern fast freundschaftlich zusammen. Aber diese Zeit endete mit der Präsidentschaft von G.W. Bush und konnte später nur teilweise wieder belebt werden. Ein „Wimpernschlag in der Geschichte“ war die Welt so, wie sie hätte sein sollen, wenn alles gut werden soll.

„Die Klima-Spione“ in der ARTE-Mediathek
(bis 16.12.2017)

(Mehr zum Projekt Medea (Englisch): http://www.nopp.org/wp-content/uploads/2010/06/85.pdf)