Als ich die Texte über Flucht und Migration und den „Untergang der Menschheit“ geschrieben habe, habe ich der Versuchung widerstanden, die Probleme kleinzureden, weil ich selber Angst davor haben muss, obwohl ich sie im Alltagsleben eigentlich noch nicht spüre. Ich bin aber zu DDR-Zeiten noch so erzogen worden, dass mich das Leid der Fremden nicht kalt lässt und gleichzeitig neige ich dazu, gleich in größeren Zusammenhängen denken, als nur das zu sehen, was unmittelbar vor den Augen liegt.

Aber ich verstehe schon: Viele, die jetzt die Flüchtlinge abwehren, wehren vielleicht nur ihre eigene Angst ab, die sie befällt, weil sie wissen, dass die allermeisten Menschen dieser Welt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in gefährliche Entwicklungen hineingeraten werden und die ersten, denen das passiert ist, die für uns die Boten des Unglücks sind, will man am Liebsten auch außerhalb der Sichtweite haben.

Deshalb hab ich mich durch die traurigen Nachrichten und Informationen gewühlt, habe „im Dreck gebadet“, statt ihn zu meiden. Aber es ist ja nicht nur Harald Welzer, der sein deprimierendes Buch über „Klimakriege“und deren Ausweitung in der Zukunft „in der Hoffnung, dass man Unrecht hat“, geschrieben hat.

Hoffnung
Ich habe in den letzten Tagen meine Literatur über alternative gesellschaftliche Entwicklungen durchforstet danach, ob es darin Anzeichen dafür gibt, dass auch fortschrittliche, das heißt humane und ökologieverträgliche Entwicklungstrends aus den derzeitigen Desastern heraus entwickelt werden können. Die Fallbeispiele in Elinor Ostroms berühmten Buch „Die Verfassung der Allmende“ zeigen z.B., dass es vor allem in Regionen mit knappen und gefährdeten Ressourcen vorteilhaft war und ist, sie als Allmenden, d.h. Commons zu bewirtschaften statt als Privateigentum oder staatlich-öffentliches Gut. Aber ob sich solche Strukturen ausgerechnet aus kriegerisch-aggressiven Situationen heraus überhaupt entwickeln lassen, bleibt offen. (mehr…)

Sascha Reh hat einen Roman über ein zeitgeschichtliches Paradoxon geschrieben, das weitgehend unbekannt ist. Das Paradoxon besteht darin, dass in einer Zeit, in der nur wenige Großrechner existierten und in Chile fast gar keine, unter der Regierung Allende ernsthaft versucht wurde, die staatlichen Produktionsbetriebe zu vernetzen und durch eine Echtzeitkommunikation die Produktion flexibel zu planen.

IBM 360
IBM 360 (Quelle: Wikipedia)

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In unserer Vortragsserie “Was tun?” berichteten wir über die “Commons”, d.h. über eine Weise des Umgangs mit Ressourcen, die einen Ausweg aus den allgegenwärtigen Krisen weist…

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… so heißt ein neues Buch des Schweizer Autoren “P.M.”. Die Zukunftswerkstatt Jena berichtet darüber in einem Vortrag und ergänzt durch eigene Überlegungen dazu:

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Die eben beendete High-Tech-Messe CeBIT stand dieses Jahr unter dem Motto „Shareconomy“ – ein Name, der wieder einmal offenbart, dass sogar die hoffnungsvollsten Trends derzeit noch von real existierenden kapitalistischen Mächten gesetzt und dominiert werden. (mehr…)

Wir haben unser erstes diesjähriges Treffen in der „Zukunftswerkstatt Jena“ dazu genutzt, den Film „Pfade durch Utopia“ zu schauen. Dieser Film und das dazugehörende Buch gehörten zu meinen erfüllten Weihnachtswünschen:Pfade durch Utopia 1 (mehr…)

Ich werde dieses Jahr nicht so oft wegfahren, schließlich steht ein großer Umzug an. Aber wir erarbeiten für Jena eine Vortragsreihe, die im ersten Halbjahr stattfindet.

Mehr dazu gibts im Wiki der Zukunftswerkstatt Jena.

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