In der Debatte um den Vorrang von Kapital oder Herrschaft zwischen Stefan Meretz (SM) und Andreas Exner (AE) umkreisen AE und SM immer wieder die Frage der Bedeutung von sachlicher Vermittlung und persönlicher Herrschaftsausübung in den kapitalistischen gesellschaftlichen Verhältnissen. SM betont die Verselbständigung der sachlichen Vermittlung (Kapitalakkumulationszwang) – AE dagegen die persönlichen Handlungen von Menschen. Diese Frage ist auch enthalten im sogenannten Fetisch-Kapitel des „ Kapitals“ von Marx, in dem es um die Spiegelung des gesellschaftlichen Verhältnisses als ein außerhalb der Menschen existierendes Verhältnis von Gegenständen geht. (Die ausführliche Argumentation dazu gibt’s als pdf.) (mehr …)

Die gesellschaftlichen Verhältnisse werden oft mit den Kategorien „Inhalt“ und „Form“ erläutert. Deshalb werden wir diese Kategorien einmal durchdenken (wobei uns Hegelsche Texte direkt helfen können: HW 6: 88ff., und HW 8: 264ff..) (mehr …)

Heute gibts mal wieder ein wenig Philososophie. Bei der Vorbereitung eines kniffligen Textes über die Kritik der Politischen Ökonomie nach Marx habe ich mich an eine Idee von Hans Heinz Holz erinnert: Die Darstellung des dialektischen Reflexionsverhältnisses in der Spiegelmetapher. Nebenbei versteht man dabei noch, warum Hegel Idealist sein musste!

Spiegelmetapher

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Ich will doch nur lernen und verstehen… aber unversehens befinde ich mich damit an einer zermürbenden „Front“. Von einer „philosophischen Front“ schrieb Peter Ruben anlässlich des Erscheinens der Autobiographie des bekannten DDR-Philosophen Herbert Hörz. Die Verbitterung ist groß von Seiten der Ruben-Anhängerschaft; seit 1990 kann die Empörung schließlich auch in die Öffentlichkeit quellen. Mit den Anklagen an die nunmehr besiegten Gegner kommen auch sachliche Argumente und Konzepte der einst Unterdrückten an die Öffentlichkeit und ich selbst habe sie ausführlich studiert, denn schließlich will ich lernen und verstehen. (mehr …)

Dialektik III
Ich habe es endlich geschafft, den 3. (und vorerst letzten) Teil einer Präsentation zur Hegelschen Philosophie auf Slideshare einzustellen.

Viel Spaß damit…

Es gibt noch ein Osterei für alle Dialektikinteressierten: Teil II meiner Präsentation zu den Grundlagen der Hegelschen Dialektik:

dialektik II

Ich komme derzeit so gut wie gar nicht zu konzentriertem Nachdenken in der Freizeit, allein vorige Woche hatte ich 13 Überstunden und am Wochenende gibts öfter mal was für die neue Wohnung zu tun…
Aber ich habs inzwischen geschafft, mich bei Slideshare anzumelden und die erste Präsentation hochzuladen. Sie bezieht sich auf die Grundlagen der Hegelschen Dialektik (Einführung in die Logik):

Dialektik I

Diese Datei zeigt die Folien und nach (fast) jeder Folie die dazugehörige Notiz (slideshare war nicht in der Lage, die ppt hochzuladen, nur als pdf funktionierte es).

  • Teil II
  • Teil III (kommt in Kürze)

I 5. „S ist noch nicht P“

Schon zu Anfang hatte ich darauf verweisen, dass die Entwicklung der Begriffs- und insbesondere der Urteilslogik darauf abzielt, Subjekt und Prädikat immer mehr in Übereinstimmung zu bringen. Die Entwicklung des Begriffs besteht darin, „dass er zu dem wird, was er eigentlich ist“ (Erdmann 1864: 114, § 143).

Der Gegenstand, der begriffen werden soll, wird hier als der Möglichkeit nach vernunftförmiger Gegenstand vorausgesetzt. Das bedeutet: er ist eine sich in der Bewegung der eigenen Widersprüche reproduzierende Einheit, die logisch als Identität von Identität und Unterschied/Gegensatz zu begreifen ist. Für die sich reproduzierende Einheit (das konkret-Allgemeine) gilt: (mehr …)

I 4. Die Wissenschaft vom Begriff als Lehre der Kategorien der Freiheit

Das Hegelsche System der Wissenschaft zielt auf die Erkenntnis der „wahre[n] Natur der Sache“ (Iber 2002: 181). Zufällige Erscheinungen, wie die Schreibfeder des Herrn Krug (HW 9: 35) gehören aber nicht zu den Sachen, die philosophisch zu behandeln sind. („Sachen“ im philosophischen Sinne sind nicht die Dinge selbst, sondern die Begriffe der Dinge (HW 5: 29).)

Dabei geht es nicht um das Eindringen in wesentliche Gesetzmäßigkeiten, abgehoben von wirklichen Erscheinungen, sondern Begriffe stellen gerade die Einheit von Wesen und Sein her. (Begriffslogik als übergreifende logische Form über Seinslogik und Wesenslogik). Es geht um Erkenntnisse, bei denen Wissen über das Wesen der Erscheinungen mit den konkreten Erscheinungen zusammen gebracht werden -wie insbesondere im 3. Band des „Kapitals“. Begreifen bedeutet demnach, „die Eigenart einer Sache, die man abstrakt als die eine weiß, gedanklich zu bestimmen und diese zu ihren verschiedenen Erscheinungsformen, die man auch schon weiß, in ein inhaltlich notwendiges Verhältnis zu setzen.“ (Iber 2008) (mehr …)

I 3. Allgemeines, Besonderes und Einzelnes als Momente des Begriffs

Ich hatte meine Ausführungen -in Weiterführung der üblichen Vorstellungen zum Einzelnen und Allgemeinen (vgl. Wikipedia) – mit der ersten Urteilsform begonnen, bei der das Einzelne und das Allgemeine am weitesten voneinander entfernt waren. Dieses Auseinander beschreibt (nach dialektischer Ansicht) nicht die Weise, in der unsere Welt strukturiert ist, sondern es ist das Ergebnis der Trennung, bei der verschiedene Momente eines Ganzen sich unterscheiden. Dabei fallen Subjekt (das zu Bestimmende) und Prädikat (das Bestimmende) auseinander. (Es könnte angenommen werden, dass in der Gesellschaftsformation des Kapitalismus das Verhältnis von Kapital und Nichtkapital eher den einfachen, abstrakten Urteilsformen entspricht als dem Urteil des Begriffs. Dies ist ein objektiver Schein, der durch die konkreten Verhältnisse gerade mit Notwendigkeit erzeugt wird. (vgl. Marx MEW 23: 85ff.))
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