Die Eigentumsfrage ist wieder in der politischen Arena angekommen. Es sind nicht irgendwelche Altmarxisten, die entsprechend des „Kommunistischen Manifests“ die Eigentumsfrage als „Grundfrage der Bewegung“ wieder entdecken. Beim Weltsozialforum in Belem im Jahr 2010 wurde die Verteidigung und Wiederaneignung der Gemeingüter gefordert und die Debatte über Commons nahm spätestens nach dem Nobelpreis für Elinor Ostrom einen enormen Aufschwung.

Nachdem ich durch eine Anfrage, die ich eher philosophisch-allgemein beantwortet hatte, auf das Thema gekommen bin, werde ich demnächst noch einen längeren Text zur Eigentumsfrage schreiben. Jetzt und hier gibt’s erst mal eine Zusammenfassung zum Thema des Eigentums bei Hegel. (mehr …)

Silke vom Commonsblog bat mich, einen Artikel zu den Begrifflichkeiten rund um Gemeingüter durchzuschauen:

Und Annette… ich dachte, Hegel kennt sich mit Ontologisierungen aus. Ich hätte gern Dein Urteil zum Argument

Ich hab mich ziemlich schwer getan damit, und brauchte drei Antwortmails, um mich beim Schreiben so langsam vorzutasten. Letztlich ging es darum, das Thema konkret mit Hilfe der Hegelschen Denkweise, soweit ich sie kenne, zu bearbeiten. Dabei habe ich das Problem, dass ich mich inhaltlich mit dem Thema der Unterscheidung von Eigentums- und Besitzformen nicht besonders auskenne. Wenn man Hegels Philosophie verwenden will, hat man dann ein großes Problem: Sie ist kein Schema, das man einfach auf einen Gegenstand „anwenden“ könnte – sie ist eher eine Denkweise, mit der man einen komplexen Gegenstand in seiner konkreten Widersprüchlichkeit begreifen kann. (mehr …)


Im Moment entstehen gerade nicht so viele Blogbeiträge. Das liegt daran, dass ich in meiner Freizeit gerade eher lese als schreibe. Im Moment lese ich drei Bücher über Philosophie gleichzeitig und das „Lesen“ bedeutet hier natürlich Studieren, Exzerpieren, etc. etc.
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Hegels Konzept der „Sittlichkeit“ als Wegweiser für das anthropologisch-Allgemeine

Kommen wir nun noch einmal zurück zu Hegel. Was lässt sich aus der allgemeinen Struktur von konkret-Allgemeinem, wie es bei Hegel z.B. für die Sittlichkeit diskutiert wird, lernen, um der abstrakten Trennung der Individuen untereinander sowie der Individuen und ihrer Gesellschaft zu entkommen? Es zeigt sich, dass er bei seinen Abhandlungen zum Thema „Sittlichkeit“ und „Staat“ keine Unterscheidung zwischen dem, was ich als abstrakt-anthropologisch und konkret-kapitalistisch-allgemein unterscheiden würde, kennt. Deshalb verschränkt sich bei ihm die „Rose“, die anthropologische Grundstruktur des Gesellschaftlichen, immer wieder mit Darstellungen durcheinander, die dem spezifischen konkret-Allgemeinen im Kapitalismus entsprechen, und die wir heute als das „Kreuz“ der Zeit kennzeichnen würden.

Was ist wichtig und wegweisend an seinen Überlegungen?

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Kurzfristig übernehme ich heute Abend wegen der Erkrankung des vorgesehenen Referenten einen Vortrag in der „Hellen Panke“ in Berlin bei der Veranstaltung „Hegel, Marx und die mögliche Aufhebung des Kapitalismus“
 
 
Mein Vortrag wird den Titel haben: „Entwicklung in der Dialektik Hegels“.

Inhaltlich geht es um Folgendes:

Kritik und Aufhebung sind Denkformen der Dialektik von Hegel, die für Marx unverzichtbar waren. Die geschichtliche Situation ist nicht übersichtlicher geworden – umso mehr kommt es für uns darauf an, uns diese Denkmittel anzueignen. Im Vortrag wird es insbesondere darum gehen, die innere Struktur von Hegels Logik nachzuzeichnen und dabei über die Rolle von Negationen zu diskutieren und schließlich auch mit einigen Vorurteilen gegenüber Hegel aufzuräumen.

Der „rote Faden“ des Vortrags ist schon hier im Blog vorgestellt worden und eine zusammenfassende Darstellung gibts auch schon.


Am Samstag nachmittag bin ich dann bei der Tagung der Ernst-Bloch-Assoziation (mehr …)

Wenn geschrien wird: „Es lebe der Fortschritt!“ –
frage stets: „Fortschritt wessen?“
(Stanislaw Jerzy Lec (1909-66), poln. Schriftsteller)

Entwicklungsgedanken haben es schwer heutzutage. Einerseits gibt es bei den Menschen, die nach Alternativen zu derzeitigen Lebensformen suchen, einen starken Willen zur Veränderung – andererseits ist es üblich geworden, die sogenannten „Großen Erzählungen“ abzulehnen. In der Wikipedia steht im Stichwort „Postmoderne“ dazu: „Die Emanzipation des Individuums, das Selbstbewusstsein des Geistes, […], und die Idee eines sinnhaften Fortschritts der Geschichte hin zu einer Utopie sind die großen Erzählungen, denen man nicht mehr glauben kann.“

Dabei begann die moderne Vorstellung von Entwicklung und Fortschritt als Befreiungsprojekt. Sie begründete die Möglichkeit der bürgerlichen Befreiung aus feudaler Erstarrung und Unterdrückung und konnte sich auch auf die damals neuen Erkenntnisse zu Evolutionsprozessen in der Natur stützen. Heute dient das Entwicklungskonzept häufig als Unterdrückungsideologie, in dem die „Höherentwickelten“ ihren Entwicklungsstand als Maßstab für andere darstellen, was berechtigterweise deren Abwehr hervorruft.
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Dieser Text will eine Frage aus einem Gespräch mit C.S. aufgreifen, das wir letzte Woche geführt haben:

Wer beginnt, die Hegelschen Originaltexte zu lesen, hat es schwer. Und wer nicht mit der „Phänomenologie des Geistes“ beginnt, sondern mit der „Wissenschaft der Logik“ macht es sich noch schwerer, gelangt aber schneller zum Kern des Hegelschen Philosophierens. Worum geht es hier? Wer unter „Logik“ etwas versteht, was in seiner „Struktur unabhängig vom konkreten Inhalt“ sein soll (Wikipedia zu „Logik“), muss bei Hegel umlernen: In der Hegelschen Logik geht es immer um Inhalte, niemals nur um die formale Hülle. Trotzdem ist die Logik eine Art Metatheorie, also eine Theorie über das Denken von Dingen, Ereignissen oder Prozessen der Welt. Es geht um unser Denken über die Welt, nicht die Weltgegebenheiten selbst.
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Ich hatte seit vorigem Wochenende mehrere Termine in Berlin, wobei ich zwischendurch aber zwei Tage lang auf Arbeit zurück nach Jena fahren musste. Glücklicherweise war schönes Wetter und alle Reiseverbindungen klappten.

Zuerst fand in der „Hellen Panke“ das Wochenendseminar „Hegel, Marx und die mögliche Aufhebung des Kapitalismus“ statt. Wie erwartet, war der Freitag-Abend-Beitrag von Dieter Wolf streitbar, da er direkt auf die geäußerten Fragestellungen der Gruppe „Wege aus dem Kapitalismus“ einging.
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Dies ist der Teil II der Zusammenfassung zu Dialektik-Konzepten nach Hegel und Marx, dessen erster Teil Hegel und Marx gewidmet war.

(Quelle: Gagel, Hilligen, Buch 1984:256)

 

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Marx Ich habe zwei Anlässe, mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Der eine ist ein Seminar „Hegel, Marx und die mögliche Aufhebung des Kapitalismus“ , für welches ich den Horizont noch etwas ausweiten möchte und der zweite ist die Arbeit am Stichwort „Dialektik“ für ein Bloch-Wörterbuch (Schlemm 2010), bei dem dieses Thema zur inhaltlichen Vorarbeit gehört. Hegel

Ich greife dafür auf eine inzwischen schon recht alte Schrift zurück (Kimmerle u.a. 1978), die interessanterweise damals als Ergebnis einer „Bochumer Dialektik-Arbeitsgemeinschaft“ entstand.

...nach Hegel
http://bildungsplakate.de/

Hier im ersten Teil geht es erst einmal „nur“ um Hegel und Marx, wobei die eben genannte Schrift nur als Stichwortgeber auftaucht und auch auf Jürgen Ritsert zurück gegriffen wird.
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