War da nicht heute was? Auch ja: Der Klimagipfel in Kattowice. Kümmert das irgendwen? Außer ein paar Journalisten, die nun mal wieder kurz die Titelseiten bekommen?

Wann war es jemals so deutlich geschrieben worden:

„Revolution oder Klimakatastrophe“ (ND, 1./2. Dezember 2018)

 

Einer der neuen Direktoren des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Johan Rockström (wahrscheinlich nur Insidern bekannt als Mitautor der Studien zu den „Planetaren Grenzen„) schreibt dazu:

„Wenn die Regierungen heute ihre Versprechen zur
Stabilisierung unseres Klimas nicht einhalten, so wird man sich über
Generationen hinweg an ihr Versagen erinnern.“

Aber man wird sich nicht nur an das Versagen der Regierungen erinnern. Wer folgt denn derzeit dem allgemeinen Run der Lemminge auf die Weihnachtsgeschenke, wo es nur noch darum geht, ob man das online macht oder wenigstens im Einzelhandel? Grad die Weihnachtszeit wäre eine mögliche Zeit der Besinnung darauf, was uns wirklich wichtig ist. Sind es Berge von umweltverbrauchenden und -vermüllenden Dingen oder eben mehr Zeit für Muße und füreinander?


Hier dazu entsprechende Illustrationen…

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Ein Vierteljahrhundert geht dieser Zirkus nun schon. Eine Umwelt- und Klimakonferenz jagt die nächste. Jetzt macht der Zirkus wieder mal in Deutschland halt, beim Bonner Klimagipfel 2017. Die Lage könnte nicht ernster sein. Gerade wurde mitgeteilt, dass im Jahr 2016 die CO2-Konzentration um 50 Prozent schneller stieg als im Schnitt der vergangenen 10 Jahre. Neben einem Einfluss durch den El Nino-Effekt sind dafür wieder menschliche Aktivitäten verantwortlich. Und das hat Folgen (WMO 2017). Die bisherigen Emissionen führen bereits zu einem deutlichen globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg seit mindestens 40 Jahren:


Und in dem Vierteljahrhundert, seitdem Bemühungen um eine Reduzierung begonnen haben, wurde nur wenig erreicht. Der Anstieg überschreitet die damals prognostizierten pessimistischsten Szenarien. Dabei ist inzwischen bekannt, dass die Folgen einer globalen Erwärmung drastischer ausfallen, als noch gedacht wurde, als das 2-Grad-Ziel ausgerufen wurde. In Paris wurde deshalb anerkannt, dass der Temperaturanstieg bei unter 1,5 Grad gehalten werden müsse, um große Schäden zu verhindern. Davon sind wir weiter entfernt als je zuvor. (mehr …)

Und wieder gibt es eine Alarmmeldung aus der Treibhausgasmessung: Im Jahr 2016 stieg die CO2-Emission um 50% schneller an als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Auch in Deutschland stiegen die energiebedingten CO2-Emissionen im Jahr 2016 gegenüber 2015 um 0,9 Prozent. Auch Peak Oil rückt in die Nähe bzw. wurde für konventionelle Ölförderung wohl schon überschritten. Es wird eigentlich Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

Die globalen Gefahren aller Art, wie der Klima-Umbruch, die Versauerung der Meere u.a. spielen außer in fernen Regionen für fremde Menschen bei uns nur ausnahmsweise eine kleine Rolle. Ansonsten wird weiter gemacht, wie bisher… Die Koalitionsverhandlungen stocken nicht zufällig auch gerade beim Thema des Umgangs mit dem Klimawandel. Bei der Wahl spielte das Thema noch keine Rolle, noch nicht. Dass die AfD so weit nach vorn springen konnte, hat noch nicht den Grund, dass sie sich mehr Sorgen um die Zukunft machen würde als andere. Das kann sich aber ändern. (mehr …)


Es ist ja schon lange ein Trauerspiel mit der angestrengten Verhinderung eines Umstiegs auf Erneuerbare Energien. Ich hab mich schon öfter mal dazu ausgelassen (2009, 2011, 2012, 2014, 2015), aber es ist ermüdend. Man braucht nicht mehr viel zu analysieren, die Großkonzerne haben sich wieder mal durchgesetzt. Zur aktuellen Verabschiedung des EEG 2016 gibt es eine Presseerklärung des Solarenergie Fördervereins, die alles Wichtige benennt.

Wer die traurige Geschichte der Abwicklung des einst so hoffnungsvollen Erneuerbare-Energien-Gesetzes noch mal Revue passieren lassen möchte, aber nicht gleich ins Heulen kommen will, dem sei hier noch die Sammlung entsprechender Karikaturen des eben genannten Vereins empfohlen:

Karikaturen zur Energiewende


Zu diesem Thema gab es am 08.12.2016 in Schlöben innerhalb der „Nachhaltigen Begegnungen“ einen Vortrag von A. Schlemm.  Als Nachtrag gibt es einen kleinen Bericht mit Ausblick auf den Webseiten des Bioenergiedorfes Schlöben.


Viele der bereits 1972 im Bericht an den Club of Rome diskutierten „Grenzen des Wachstums“ sind bereits überschritten. Es geht dabei nicht nur um den Verbrauch vorhandener Ressourcen, sondern vor allem die Grenzen der Selbstregulierung vieler Stoff-, Energie- und ökologischer systemischer Netzwerke wurden überschritten.

Um dies darzustellen, wurde von Rockström und anderen vom Stockholm Resilience Center (Rockström et al. 2009a, Rockström et al. 2009b, Rockström et al. 2009c, Rockström 2015, siehe auch Steffen et al. 2004) das Konzept der „Planetaren Grenzen“ entwickelt. Diese Grenzen kennzeichnen das Maß, an dem die Belastbarkeit der Regulationsprozesse, die sogenannte „Resilienz“, überschritten wird. (mehr …)

Ich bin ziemlich gespannt auf das neue Buch von Naomi Klein. Der Titel gibt das Thema an:

Die Entscheidung – Kapitalismus vs. Klima.

Reißerisch rät der Werbetext: „Vergessen Sie alles, was Sie über den Klimawandel zu wissen meinten: Es geht nicht nur um CO2-Emissionen, es geht um den Kapitalismus!“ Das konnte man natürlich auch schon länger wissen. Naomi Klein beschäftigte sich seit 2009 verstärkt mit diesem Thema. Seither hat sie eine Fülle von Informationen zusammen getragen, die unendlich wertvoll sein wird in den weiteren Auseinandersetzungen um die Alternative katastrophaler Klimawandel oder Kapitalismus.

Reicht das Klima, bis ich groß bin? (mehr …)

Debatten und Infos