Welche Positionen könnten weiter auseinander liegen als jene des Kritischen Theoretikers Theodor W. Adorno und des konkreten Utopikers Ernst Bloch? Es heißt, Adorno sei „im Unterschied zu Bloch […] gewissermaßen der Theoretiker der gesellschaftlichen Dystopie“. (Münz-Koenen 1997: 18) gewesen.

Klassisch geworden ist ein Gespräch zwischen den beiden Kontrahenten aus dem Jahr 1964 (zitiert als „Gespräch“, auch nachzuhören).
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Sogar an mir wäre es fast vorbeigegangen, dass heute der „Welttag der Philosophie“ ist. Ich nehme den Tag zum Anlass, einige Textstellen von Ernst Bloch zum Thema Philosophie vorzustellen.

„Philosophie orientiert derart im Strom der Welt insgesamt, um diese wirklich bis zur Kenntlichkeit, das heißt, zur – Heimat zu verändern.“ (PA: 400)

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Weiter zu Schellings Zeittheorie in und nach den „Weltaltern“

Aus dem, was Schelling zuerst für Gott ableitet, nämlich dass er durch eine Entscheidung das Geistige zum Wirklichen werden lässt, schließt Schelling auf die Menschen. Für Menschen, die eine Entscheidung getroffen haben, die nicht einfach vom Lauf der Zeiten mit sich gerissen werden, gilt:

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Kleiner Exkurs zu Schellings Kritik an Hegel

Obgleich die eben geschilderte Zeitvorstellung (von 1804) sich als Rückkehrprozess versteht, ist nach Wüstehube (1989: 42) die Spätphilosophie Schellings davon gekennzeichnet, sich in Gegensatz zu Hegels „Rückkehr“-Entwicklungsphilosophie zu setzen.

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Die Gemeinsamkeiten der Zeitvorstellung von Schelling und Bloch

Schauen wir gleich auf die Zeitdimensionen. Für Schelling (1804) ist die „erste Dimension in der Zeit“ die Zukunft (SW VI: 275). Dies begründet sich daraus, dass die Zeit auf das Identischwerden von Seyn und Begriff hinzielt:
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Die Zeitvorstellung von Schelling

Ich habe mich früher vorwiegend mit den frühen Texten von Schelling beschäftigt (Schlemm 1996) Schelling schien der Philosoph zu sein, dessen Lehre von lebendigen und dynamischen natürlichen Prozessen besonders gut zu den Erkenntnissen der Selbstorganisationstheorie passen und die auch ökologischen Motiven einen geeigneten philosophischen Hintergrund geben können. Schauen wir uns aber die tiefere Grundstruktur seiner Philosophie, die als Begründung für diese wünschenswerten Schlüsse dient an, so steht dann doch die Frage, ob sie heute noch annehmbar erscheinen. Ich verstehe die vielen Veränderungen in Schellings aufeinander folgenden unterschiedlichen Konzeptionen auch als ein Herausbringen der schon früher angelegten Grundstrukturen. Dabei stellt sich nun für die Zeit folgendes heraus:
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Die Zeitvorstellung von Bloch

blochrechts

Ernst Bloch schildert als Grundgedanken seiner Philosophie die Überlegung:

„Was sehr nah ist, was unmittelbar vor meinem Auge aufragt, kann ich nicht sehen. Es muß ein Abstand da sein. […]
Was er webt, weiß kein Weber – Am Fuß des Leuchtturms ist kein Licht –“ (Bloch 1964: 16).

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