Wieder sind zwei Veröffentlichungen von mir erschienen. Diesmal fast gleichzeitig zum selben Thema. Der erste ist die Verschriftlichung eines Vortrags bei der Ernst-Bloch-Assoziation von 2017, der zweite wurde für die Zeitschrift „Aufhebung“ geschrieben.

 

Wie weiter nach radikal ent-täuschten Hoffnungen? In: VorSchein. Jahrbuch 2017 der Ernst-Bloch-Assoziation (Hg.: Doris Zeilinger). Nürnberg: ANTOGO Verlag. S. 77-88.
Trägt oder trügt die Hoffnung aus einer dialektischen Geschichtsphilosophie? In: Aufhebung. Zeitschrift für dialektische Philosophie. #12/2018. Berlin: Gesellschaft für dialektische Philosophie Eigenverlag. S. 49-69.

Als Blogbeiträge online.

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Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Im Stigmergie-Konzept bleibt das Gesamte den einzelnen Menschen weiterhin verborgen. Sie beziehen sich nicht auf das Gesamte, sondern beziehen sich nur auf die Teilaufgabe, für die sie auch nur das wissen müssen, was sie für die Aufgabe wissen müssen. Das ist nicht zufällig, denn die Herkunft dieser Metapher aus dem Zusammenwirken von Termiten beinhaltete auch schon, dass die Termiten nicht darüber kommunizieren brauchen, „wer wann wo was und wie zu tun hat“ (Heylighen 2007: 174). Es können damit erstaunliche Termitenhaufen entstehen. Bei Wikipedia zeigt sich aber schon, dass deren Gestaltung nicht nur in der Summe des Abarbeitens der roten Links besteht, sondern wesentlich in der aktiven Aufrechterhaltung und Gestaltung der gesamten Infrastruktur – an der sich nur ein Bruchteil der insgesamt Beteiligten beschäftigt. Aber auch so wären nicht wirklich sachlich komplex ineinander verwobener Produktionsprozesse zu gestalten – überhaupt geht der Gestaltungsanspruch fürs Ganze verloren oder wird an jene delegiert, die in den „Hubs“ dafür sorgen. Da diese dann eingreifen in die Infrastrukturgestaltung und -festlegung – für die es keine Alternativen geben kann, wenn sie das globale Netzwerk betreffen – kann hier nur sehr träumerisch an das ewige Fortbestehen einer nur eingebetteten Allgemeinheit geglaubt werden. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Da für die Vorstellungen zur gesellschaftlichen Arbeitsteilung ohne direkten Zwang oder indirekten Zwang durch das ökonomische Wertgesetz oder eine zentrale Planung die Stigmergie wichtig ist, möchte ich noch einmal darauf zurück kommen. Schon in der Oekonux-Debatte wurde für diese Frage das Vorbild der Herstellung Freier Software zu Rate gezogen (Merten, Meretz 2005). Später wurde eine Verbindung zur Stigmergie erkannt (vgl. Heylighen 2007), das nach Wikipedia ein „Konzept zur Beschreibung einer besonderen Form der Koordination von Kommunikation in einem dezentral organisierten System, das eine große Anzahl von Individuen umfasst“, ist (Wikipedia: Stigmergie). (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Freiwilligkeit bezieht sich insbesondere auf den eigenen Beitrag zur Reproduktion der Gesellschaft und der Erzeugung der zum Leben notwendigen Produkte. Dies ist direkt aus der im „Begriff vom Menschen“ verankerten Situation, dass die gesellschaftlichen Handlungsnotwendigkeiten für die Individuen lediglich Handlungsmöglichkeiten darstellen, abgeleitet bzw. ableitbar. Wie anders als durch lediglich individuelle Gründe sollte ein freies Individuum dazu motiviert sein, sich an der gesellschaftlichen Reproduktion zu beteiligen? (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Dabei bleibt noch offen, wie dieses Handeln verallgemeinerbar werden kann, so dass die gesellschaftlichen Verhältnisse dem in wesentlichen Lebensbereichen nicht mehr entgegenstehen. Welche Prinzipien muss eine Gesellschaft für alle verwirklichen, damit dieses Handeln verallgemeinerbar ist? Simon und Stefan geben in ihrem Buch die Antwort, dass hierzu die Grundprinzipien der Freiwilligkeit (S&M: 158) und der kollektiven Verfügung über notwendige Mittel zur vorsorgenden Herstellung* der Lebensmittel (ebd.: 159) verwirklicht sein müssen.

Kollektive Verfügung (mehr …)

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Heute stellt sich die Frage nach der gesuchten perfekten Gesellschaft mit den Worten von Simon und Stefan so:

„Wollen wir allgemeine Inklusion wirklich erreichen, ist es notwendig, die inklusionslogischen Bedingungen in einer Gesellschaft zu schaffen, in welcher ich meine Bedürfnisse am besten durch das Einbeziehen anderer befriedigen kann.“ (127)

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Vorbildhaft sind für die Commons-Debatten bei keimform.de schon lange die historischen und zeitgenössischen realen Commons gewesen. Im Kapitel über „Keimformen“ wird in Simons und Stefans Buch über die traditionellen Commons berichtet, die vor allem Elinor Ostrom untersucht hat (S&M: 221ff.) und im Kapitel über den „Commonismus“ wird der Bezug auf die „Commons“ in einem Kasteneinschub erläutert (ebd.: 156). Für mich bleibt dieser Bezug seltsam blass, wahrscheinlich auch, weil bewusst alle Konkretisierungen zugunsten der bloß „kategorialen“ Sicht ausgeblendet sind. (mehr …)