Technischer Fortschritt im Kapitalismus

Kommen wir zurück zu Marx. Wir haben nämlich noch längst nicht alle Faktoren betrachtet, die eine wesentliche Rolle spielen. Viele Faktoren führen dazu, dass historisch gesehen zumindest für eine privilegierte Menge von Arbeitern die Löhne steigen. Dazu führten einerseits erfolgreiche Arbeitskämpfe, andererseits sind auch die Unternehmer daran interessiert, kaufkräftige Kunden für die Waren zu haben, damit sie an deren Produktion verdienen können. Angenommen, in einer Firma bekommen die Angestellten bei gleichem Output höhere Löhne, bleibt weniger vom erzeugten Mehrwert für die Kapitalakkumulation übrig. Neben der Intensivierung der Arbeit und der Ausdehnung der Mehrarbeitszeit (Überstunden…), der Vermehrung von unterbezahlten Leiharbeitern etc. gibt es einen weiteren wesentlichen Mechanismus, den Mehrwertanteil wieder zu erhöhen: die Steigerung der Arbeitsproduktivität vor allem durch wissenschaftlich-technische Neuerungen.
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So langsam kommen wir in unserem Kapitalkurs ans Ende des ersten Bands (MEW 23). Zum gestrigen Kapitel „Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation“ (23. Kapitel, siehe auch das Handout dazu) gibt es viele aktuelle Anknüpfungspunkte.

So gibt es beispielsweise die Erklärung für den von Michael Moore genannten Skandal, dass lediglich 400 Amerikaner über den gleichen Reichtum verfügen wie die Hälfte aller US-Bürger zusammen. Auch in Deutschland, einem der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder, wird in jeder Krise an den sozial Schwachen gespart und die Banken mit Steuergeldern gerettet. Zeigt das nicht offensichtlich,

dass „der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist“ (MEW 23: 649)?

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Aus einem kleinen Bericht über unseren gestrigen Kapitallektürekurs wird eine längere Ausarbeitung. Diese werde ich in den nächsten Tagen online stellen. Hier gibts das Inhaltsverzeichnis: (mehr …)

Ich hatte seit vorigem Wochenende mehrere Termine in Berlin, wobei ich zwischendurch aber zwei Tage lang auf Arbeit zurück nach Jena fahren musste. Glücklicherweise war schönes Wetter und alle Reiseverbindungen klappten.

Zuerst fand in der „Hellen Panke“ das Wochenendseminar „Hegel, Marx und die mögliche Aufhebung des Kapitalismus“ statt. Wie erwartet, war der Freitag-Abend-Beitrag von Dieter Wolf streitbar, da er direkt auf die geäußerten Fragestellungen der Gruppe „Wege aus dem Kapitalismus“ einging.
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Tatsächlich, inzwischen ist es die 100. Version der Coforum-Wiki-Seite zu unseren Kapital-Studien.

Und, da wir nicht nur einfach „lesen“, sondern das Studium des Marxschen Texts mit den derzeitigen Interpretationen abgleichen, haben auch wir diese verwirrende Erfahrung zur Genüge gemacht:

„Soweit ich die Literatur überblicke, kann man keiner Interpretation der marxschen Wertformanalyse mehr vertrauen.“ (Quaas 2007: 575)

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Hier sammle ich die Literaturangaben zu den verschiedenen „Kapital“-bezogenen Blogbeiträgen. Das ist also keine vollständige Bibliographie, sondern sammelt nur die Quellen, die ich selbst irgendwo zitiere. Los gehts:
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In Vorbereitung eines Wochenendseminars der Gruppe „Wege aus dem Kapitalismus“ diskutieren wir einen Text von Dieter Wolf (2009) und da ich bei den Vorbereitungsgesprächen in Berlin nicht dabei sein kann, der Text aber sehr anregend war und einige Fragen aufgreift, die schon länger diskutiert werden, stelle ich meine Überlegungen hier in den Blog:


Dieter Wolf ist – wie auch die Hauptakteure der SDS-Kapital-Lesekampagne – der Meinung, man könne das Marxsche „Kapital“ völlig ohne Rekurs auf Hegels „Logik“ verstehen (Wolf 2009: 1 f.). Damit hat er insofern sicher Recht, dass auch Hegels Logik kein Methodenwissen außerhalb der sachbezogenen Argumentation begründet, sondern diese Methode ihren Fortgang von ihren jeweiligen sachlichen Inhalten (auch wenn die Inhalte so abstrakte Kategorien wie das „reine Sein“ oder das „reine Nichts“ sind) her begründet. Das sollte dann auch beim „Kapital“ so funktionieren. Es gibt keine Methode neben der Argumentation, die nur auf die Gegenstände, mit denen sich die Kritik der Politischen Ökonomie beschäftigt „angewendet“ werden würde, die man separat davon kennen lernen oder lehren könnte – auch wenn Marx eigentlich „das Rationelle an der Methode […] dem gemeinen Menschenverstand zugänglich“ (MEW 29: 260) machen wollte. Soweit so gut.
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Den Text zum Fetisch für die Produzenten hatte ich kaum fertig, als ich noch etwas las, was mich zu einer Ergänzung an dieser Stelle bringt. Diese gehört systematisch auch nicht direkt hinter das Ware-Wert-Kapitel bei Marx, sondern sie lässt sich erst nach der Erklärung des Kapitals ableiten. Aber inhaltlich hat es was mit den hier genannten Verkehrungen zu tun.

Eine wichtige Eigenart der kapitalistischen Produktionsweise ist die Tatsache, dass alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit als Produktivkräfte des Kapitals erscheinen (MEW 26.1: 365).
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zw

Vom 20.-22. November 2009 findet unser diesjähriges Herbst-Wochenendtreffen in der Jugendherberge Bad Sulza statt.

Wir werden in lockerer Runde Themen aus dem Spektrum, die das Kapitalstudium eröffnet hat, diskutieren.
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fetisch

Nach dem Online-Stellen der zusammenfassenden pdf zum Thema „Fetisch“ schrieb mir St. Mz. eine längere Mail mit einer etwas komplizierten Frage (mit der die Kommentarfunktion des Blogs wohl überlastet gewesen wäre). Ich hatte zwar schnell eine Antwort darauf, aber ich verstand, dass der Hintergrund der Frage mehr Nachdenkens bedarf und so beschäftigte ich mich ausführlicher damit. Inhaltlich hatte das Problem wohl Robert Kurz 1987 zum ersten Mal ausführlich beschrieben.

Es geht darum, ob bereits vor der Wertformanalyse, wenn es zum ersten Mal um den Tausch einer Ware und ihren Wert dabei geht, schon vom Wert der produzierten einzelnen Ware zu sprechen ist und was es bedeutet, wenn man dies bejaht oder verneint. Bereits hier, im Produktionsprozess verankert Robert Kurz das wesentliche Problem und dies zieht weitreichende Konsequenzen nach sich.

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